gf0716w2022md

Arbeitsdrehzahlregelung Funktion

Typ gf · Thema 07.16 · Version 0102 · 2019-06-11

Gültig für: Motor 936.9 im Typ 963 mit Code V2A (Actros Modellgeneration 1) außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5) außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5) Motor 936.9 im Typ 963 mit Code V2E (Antos Modellgeneration 1) außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5) außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5) Motor 936.9 im Typ 964 mit Code V2I (Arocs Modellgeneration 1) außer Code V2J (Arocs Modellgeneration 5) außer Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5) Motor 936.9 im Typ 9

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.16 Dieseleinspritzsystem Common-Rail — Baureihe 936 (Baumuster 9**) · Baureihe 963 · Baureihe 964

GF07.16-W-2022MD

Arbeitsdrehzahlregelung Funktion

11.06.2019

Motor

936.9 im Typ 963

mit Code V2A (Actros Modellgeneration 1)

außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5)

außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5)

Motor

936.9 im Typ 963

mit Code V2E (Antos Modellgeneration 1)

außer Code V2B (Actros Modellgeneration 5)

außer Code V2F (Actros S/M Fahrerhaus Modellgeneration 5)

Motor

936.9 im Typ 964

mit Code V2I (Arocs Modellgeneration 1)

außer Code V2J (Arocs Modellgeneration 5)

außer Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5)

Motor

936.9 im Typ 964

mit Code V3K (Actros BM964 Modellgeneration 1)

außer Code V2J (Arocs Modellgeneration 5)

außer Code V3L (Actros BM964 Modellgeneration 5)

Arbeitsdrehzahlregelung Funktion

W07.16-1144-79

A2

Steuergerät Zentrales Gateway (CGW)

CAN 4

Antriebs-CAN

A3

Steuergerät Fahrregelung (CPC)

LIN 7

Tastengruppe-LIN

A4

Steuergerät Motormanagement (MCM)

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

A7

Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul Fahrerhaus (SCA)

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

A22

Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM)

S900

Schalter Leerlaufdrehzahl

A43

Steuergerät Modulares Schalterfeld (MSF)

Y608

Kraftstoffinjektor Zylinder 1

A45

Schaltermodul Instrumententafel 2

Y609

Kraftstoffinjektor Zylinder 2

B44

Sensor Fahrpedal

Y610

Kraftstoffinjektor Zylinder 3

B600

Positionssensor Kurbelwelle

Y611

Kraftstoffinjektor Zylinder 4

B601

Positionssensor Nockenwelle

Y612

Kraftstoffinjektor Zylinder 5

B602

Temperatursensor Kraftstoff

Y613

Kraftstoffinjektor Zylinder 6

B604

Öldruckschalter

Y616

Magnetventil Lüfterkupplung

B606

Temperatursensor Kühlmittel Auslass

Y616 b1

Drehzahlsensor Lüfter

B613

Differenzdrucksensor Frischluft

Y621

Abgasrückführsteller

B614

Temperatursensor Ladeluft im Verdichtergehäuse (nur bei Motor 936.916)

Y627

Magnetventil Kühlmittel AdBlue® Heizung

B616

Druck- und Temperatursensor Ladeluft

Y628

Dosierventil Kraftstoff

B617

Temperatursensor Ladeluft im Ladeluftgehäuse

Y629

Absperrventil Kraftstoff

B622

Drucksensor Rail

Y634

Druckregelventil

B624

Lambdasonde

Y635

Stellmagnet Nockenwellensteller

B625

Drucksensor Kraftstoff (Ausgang)

Y643

Mengenregelventil

B626

Drucksensor Kraftstoff (Eingang)

A

Eingangssignale

CAN 2

Innenraum-CAN

B

Ausgangssignale

CAN 3

Rahmen-CAN

Allgemeines

Die elektronische Arbeitsdrehzahlregelung erfolgt sobald ein Nebenabtrieb eingeschaltet wird. Dazu können, je nach Fahrzeugausstattung, bis zu drei Nebenabtriebe unterschiedlich parametriert werden. Das bedeutet, für jeden Nebenabtrieb können unterschiedliche Regelvorgaben gemacht werden, je nach Einsatzgebiet des Fahrzeugs und je nachdem wie die Parameter für die Nebenabtriebsfunktionen im Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul Fahrerhaus (SCA) (A7) oder im Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM) (A22) gesetzt werden. Neben einer Vielzahl weiterer Parameter lassen sich so z. B. Eingangsvoraussetzungen wie "Feststellbremse angezogen", "Getriebe in Neutralstellung" oder der Drehzahlbereich (min. Motordrehzahl, max. Motordrehzahl) sowie eine Momentenbegrenzung einstellen. Darüber hinaus ist es möglich, die Arbeitsdrehzahl während dem Betrieb eines Nebenabtriebs über das Fahrpedal oder die Tasten am Multifunktionslenkrad individuell auf eine Drehzahl zwischen 550/min und 750/min einzustellen oder über den Schalter Leerlaufdrehzahl (S900) auf einen parametrierten Wert anzuheben.

Die Arbeitsdrehzahl wird erst eingeregelt, wenn der entsprechende Nebenabtrieb vollständig eingelegt ist.

Regelung der Arbeitsdrehzahl

Mit dem Einschalten eines Nebenabtriebs werden dessen Parameter für die Arbeitsdrehzahlregelung vom Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul Fahrerhaus (SCA) (A7) und vom Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM) (A22) über das CAN-Datenbus-System an das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) gesendet. Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) leitet die Parameter über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) weiter, wobei es zunächst nur die im Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM) (A22) gesetzten Parameter berücksichtigt, da diese die im Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul Fahrerhaus (SCA) (A7) gesetzten Parameter überblenden. D. h.: Bei Fahrzeugen mit Code E3Y (PSM, Aufbau- und Anhänger-CAN ISO 11992) und bei Fahrzeugen mit Code E3Z (PSM, Aufbau-CAN ISO 11898 statt 11992) werden ausschließlich die Parameter im Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM) (A22) berücksichtigt, unabhängig davon welche Parameter im Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul Fahrerhaus (SCA) (A7) gesetzt sind.

Mit Erhalt der entsprechenden Informationen und unter Berücksichtigung des momentanen Betriebszustands des Motors berechnet das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) den erforderlichen Ansteuerungsbeginn der Kraftstoffinjektoren sowie die notwendige Ansteuerungsdauer (Einspritzmenge) und veranlasst, dass der Kraftstoff durch entsprechende Ansteuerung der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 6 (Y608 bis Y613) zum richtigen Zeitpunkt und in der richtigen Menge in den jeweiligen Verbrennungsraum eingespritzt wird. Durch entsprechende Ansteuerung des Mengenregelventils (Y643) wird gewährleistet, dass ausreichend Kraftstoff an der Kraftstoff-Hochdruckpumpe zur Verfügung steht. Das Druckregelventil (Y634) wird so angesteuert, dass der Druck in der Rail etwa 900 bar beträgt. Dadurch wird ein ruhigerer Motorlauf sichergestellt.

Während dem Betrieb des Nebenabtriebs wird die Einspritzmenge ständig angepasst - z. B. wenn sich der Lastzustand des Motors ändert oder ein höherer Kraftstoffbedarf besteht (durch niedrige Außentemperaturen). Zur Berechnung der Einspritzmenge berücksichtigt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) daher hauptsächlich folgende Eingangsgrößen:

Motordrehzahl

Kühlmitteltemperatur

Kraftstofftemperatur

Lastanforderung (Sollmoment)

Die Rauchbegrenzung, die Laufruheregelung und die Höhenkorrektur im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) können die Einspritzmenge (Ansteuerungsdauer) sowie den Ansteuerungsbeginn der Kraftstoffinjektoren zusätzlich beeinflussen.

Rauchbegrenzung

Über ein Rauchbegrenzungskennfeld wird die Kraftstoffmenge so begrenzt, dass nahezu kein Ausstoß von Rauch auftritt.

Laufruheregelung

Die Laufruheregelung gleicht die Einspritzmengenunterschiede der einzelnen Kraftstoffinjektoren aus. Durch Toleranzen und Verschleiß der einzelnen Kraftstoffinjektoren kann sich die Momententwicklung der verschiedenen Zylinder unterscheiden. Dies führt zu einem unrunden Lauf des Motors, d. h. die Drehgeschwindigkeit der Kurbelwelle wird geringfügig schneller und langsamer. Man spürt dies besonders im Leerlauf. Die Laufruheregelung kann auf den unrunden Lauf reagieren, weil sie jeden Kraftstoffinjektor einzeln ansteuert. Sie gleicht die Drehzahlschwankungen durch geringfügig unterschiedliche Einspritzmengen der einzelnen Zylinder so lange aus, bis alle Zylinder das gleiche Moment entwickeln.

Höhenkorrektur

Die Höhenkorrektur ist in erster Linie so ausgelegt, dass das Luftverhältnis λ (Lambda) festgelegte Grenzwerte nicht über- bzw. unterschreitet. Dazu werden die Abgasrückführrate (AGR-Rate), der Ansteuerungsbeginn sowie die Ansteuerungsdauer (Einspritzmenge) der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 bis 6 (Y608 bis Y613) angepasst.

Abgasrückführung (AGR)

Zur Verringerung des Stickoxidausstoßes, ist während des Betriebs von Nebenabtrieben für einen bestimmten Zeitraum die Abgasrückführung (AGR) aktiv (die AGR wird bei längerem Betrieb abgeschaltet, damit der Abgasrückführkühler nicht versottet).

Bei der Abgasrückführung (AGR) wird der angesaugten bzw. aufgeladenen Frischluft Abgas beigemischt. Was zur Folge hat, dass der Sauerstoffanteil in der angesaugten bzw. aufgeladenen Luft sinkt und deren spezifische Wärme steigt. Damit erreicht man eine niedrigere Verbrennungstemperatur und somit einen verringerten Ausstoß von Stickoxiden (NOX), deren Anteil mit steigender Verbrennungstemperatur zunimmt. Darüber hinaus wird die ausgestoßene Abgasmenge vermindert.

Lüfterregelung

Während des gesamten Motorbetriebs, so auch während des Betriebs von Nebenabtrieben, wird die Lüfterdrehzahl in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur geregelt. Die Lüfterdrehzahl wird aus den Eingangssignalen (A) des Drehzahlsensors Lüfter (Y616 b1) ermittelt. Die Regelung erfolgt durch entsprechende Ansteuerung des Magnetventils Lüfterkupplung (Y616).

Abgasnachbehandlung

Das Abgasnachbehandlungssystem ist unmittelbar nach dem Motorstart während des gesamten Motorbetriebs aktiv. Es sorgt dafür, dass die ausgestoßenen Schadstoffemissionen im Abgas auf die für die jeweilige Abgasnorm festgelegten Grenzwerte reduziert werden. Je nach Abgasnorm kommen dabei unterschiedliche Maßnahmen zum Einsatz. Bei Motorausführung EURO VI erfolgt die Abgasnachbehandlung bspw. durch:

Selektive katalytische Reduktion (SCR) mit Ammoniak-Sperr- Katalysator

Dieseloxidationskatalysator (DOC)

Dieselpartikelfilter (DPF)

Nockenwellenverstellung

Durch die Verschiebung der Steuerzeiten der Auslassnockenwelle bei niedrigen Motordrehzahlen wird erreicht, dass die Temperatur der Abgase erhöht wird, was die Regeneration des Dieselpartikelfilters verbessert.

Verändern der Arbeitsdrehzahl

Je nach Fahrzeugausstattung und Parametrierung der Nebenabtriebsfunktionen ist es möglich, die Arbeitsdrehzahl während dem Betrieb eines Nebenabtriebs über das Fahrpedal oder die Tasten am Multifunktionslenkrad individuell auf eine Drehzahl zwischen 550/min und 750/min einzustellen oder über den Schalter Leerlaufdrehzahl (S900) auf einen parametrierten Wert anzuheben, sofern dabei die max. Arbeitsdrehzahl nicht über- und die min. Arbeitsdrehzahl nicht unterschritten werden.

1 Verändern der Arbeitsdrehzahl mit dem Fahrpedal

Wird das Fahrpedal betätigt und somit die Stellung des Sensors Fahrpedal (B44) verändert, dann ändert das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) die Regelvorgabe für die Arbeitsdrehzahl und sendet diese über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4). Dabei berücksichtigt es die vorgegebenen Parameter vom Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul Fahrerhaus (SCA) (A7) oder vom Steuergerät Parametrierbares Sondermodul (PSM) (A22), je nach Fahrzeugausstattung, sowie die momentane Ist-Drehzahl. Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) erhöht die Arbeitsdrehzahl durch entsprechende Steuerung der Einspritzmenge auf den gewünschten Wert, und hält diese konstant.

2 Verändern der Arbeitsdrehzahl über das Multifunktionslenkrad

Mit Hilfe der Tasten am Multifunktionslenkrad lässt sich die Arbeitsdrehzahl schrittweise in 20er Schritten verändern. Die Tasten am Multifunktionslenkrad sind über den Tastengruppe-LIN (LIN 7) mit dem Steuergerät Modulares Schalterfeld (MSF) (A43) verbunden, welches die Eingaben über den Innenraum-CAN (CAN 2) an das Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) (A2) sendet, das diese wiederum über den Rahmen-CAN (CAN 3) an das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) weiterleitet. Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) vergleicht die gewünschte Arbeitsdrehzahl mit der momentanen, der max. erlaubten sowie der min. erlaubten Arbeitsdrehzahl (vorausgesetzt diese wurden parametriert), passt die Regelvorgabe an und sendet diese an das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4). Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) verändert die Arbeitsdrehzahl durch entsprechende Steuerung der Einspritzmenge auf den gewünschten Wert, und hält diese konstant.

3 Verändern der Arbeitsdrehzahl mit dem Schalter Leerlaufdrehzahl (S900)

Eine gesonderte Aufgabe zur Regelung der Arbeitsdrehzahl übernimmt der Schalter Leerlaufdrehzahl (S900). Mit ihm lässt sich die Drehzahl-Konstanthaltung einschalten, d. h. das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) regelt eine eigens dafür parametrierte Motordrehzahl ein und hält diese, unabhängig von der Belastung, konstant.

Nockenwellenverstellung Funktion

GF05.20-W-0002MD

Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion

GF07.00-W-3001MD

Ermittlung des Kompressionstaktes am 1. Zylinder Funktion

GF07.00-W-3002MD

Ermittlung der Kühlmitteltemperatur Funktion

GF07.16-W-4012MD

Ermittlung der Luftmasse Funktion

GF07.07-W-3001MD

Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion

GF07.04-W-3001MD

Abgasrückführung Funktion

GF14.20-W-3000MD

Abgasnachbehandlung Funktion

Fahrzeuge mit CODE M5Z (Motorausführung Euro VI)

GF14.40-W-0002MD

Kraftstoffsystem Funktion

GF47.00-W-0007MD

Referenzierte Dokumente