gf0710p1007mrc

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0100 · 2012-12-03

Gültig für: MOTOR 274.9 im TYP 212 mit CODE 924 (Bivalenter Erdgasantrieb)

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 212

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 274 9**

GF07.10-P-1007MRC

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

3.12.12

MOTOR

274.9 im TYP 212

mit CODE 924 (Bivalenter Erdgasantrieb)

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm

a

Start

b

Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c

Beginn Warmlaufanreicherung

t

Zeit

t1

Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2

Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3

Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

A

Anreicherungsrate

P07.61-2691-01

Funktionsvoraussetzungen Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Klemme 87M (Motorsteuerung EIN)

Motor dreht

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME (N3/10) das Kraftstoff-Luftgemisch angereichert.

Beim Motorstart unter -15 °C wird kurzzeitig, auch bei voreingestelltem Gasbetrieb, in den Benzinbetrieb geschaltet. Der Benzinbetrieb wird so lange aufrecht erhalten, bis verschiedene temperaturabhängige Kenngrößen erreicht sind.

Um die Kenngrößen zu erreichen, verlängert das Steuergerät ME die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren (Y76). Erst dann kann in den Gasbetrieb gewechselt werden. Beim Wechsel in den Gasbetrieb steuert das Steuergerät ME über das Steuergerät CNG (N118/2) die Gaseinblasventile Gas (Y106) an.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgende Teilfunktionen gegliedert:

Funktionsablauf Startanreicherung

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Funktionsablauf Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Startanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Kühlmittel-Temperatursensor (B11/4)

– Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

– Spannung Bordnetzbatterie (G1) über "Klemme 30"

– Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), "Klemme 50-Signal" über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1)

– Abstellzeit des Motors

Das Steuergerät ME verlängert beim Erhalten des "Klemme 50-Signals" vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über den Fahrwerk-CAN 1 die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren.

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird. Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto geringer ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzzeit. Die Einspritzzeit ist außerdem von der Batteriespannung abhängig. Um die Startmenge bei geringer Batteriespannung zu gewährleisten, verlängert das Steuergerät ME die Einspritzzeit.

Unter ca. 7 V Batteriespannung ist kein Motorstart möglich.

Funktionsablauf Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luftgemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft.

Der an den kalten Zylinderlaufbahnen kondensierende Kraftstoff wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Nachstartanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Kühlmittel-Temperatursensor, Kühlmitteltemperatur beim Start

– Verbrennungszyklen nach Start

– Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4), Wählhebelstellung über Antriebs-CAN (CAN C)

– Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME. Dazu verlängert das Steuergerät ME die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren.

Funktionsablauf Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luftgemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert.

Der an den noch kalten Zylinderlaufbahnen kondensierende Kraftstoff wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen.

Die Berechnung der Einspritzzeit für die Warmlaufanreicherung erfolgt vom Steuergerät ME auf Basis folgender Sensoren und Signale:

– Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15), Einlass-Nockenwellenstellung

– Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16), Auslass-Nockenwellenstellung

– Kühlmittel-Temperatursensor

– Temperatursensor Ladeluft vor Drosselklappe (B17/7)

– Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe (B17/9)

– Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Motorlast

– Hallsensor Kurbelwelle, Motordrehzahl

– Korrekturprogrammierung mit Xentry Diagnostics

Der Motor erhält kennfeldabhängig eine zusätzliche Kraftstoffmenge vom Steuergerät ME. Dazu verlängert das Steuergerät ME die Einspritzzeit der Kraftstoffinjektoren. Die Zündwinkel der Zündspulen (T1) werden im Warmlauf von einem eigenen Kennfeld bestimmt. Der Stellmagnet Einlassnockenwelle (Y49/1) und der Stellmagnet Auslassnockenwelle (Y49/2) bestimmen durch die Ventilüberschneidung die Abgasrückführrate. Da dabei die heißen Abgase die Brennräume erwärmen, erhöht sich die Kraftstoffverdampfung und die Anreicherung mit Kraftstoff kann verringert werden.

Im leerlaufnahen Bereich ist die Einspritzzeit hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur beim Start abhängig. Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend.

Sobald die Lambda-Regelung freigegeben wird, überwacht diese die Einspritzzeit.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

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