gf0710p1007mna

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0102 · 2017-04-05

Gültig für: Motor 177.9 im Typ 205, 213, 253

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 177 (Baumuster 9**) · Baureihe 205 · Baureihe 213 · Baureihe 253

GF07.10-P-1007MNA

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

05.04.2017

Motor

177.9 im Typ 205, 213, 253

Funktionsvoraussetzung allgemein

Motor läuft

Das Steuergerät ME (N3/10) erkennt den Motorlauf durch das Auswerten der Signale des Hallsensors Kurbelwelle (B70). Das Steuergerät ME liest die Signale des Hallsensors Kurbelwelle direkt ein.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein

Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, wird vom Steuergerät ME das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert.

Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung Funktion

Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm

a

Start

b

Abregelbeginn Nachstartanreicherung

c

Beginn Warmlaufanreicherung

t

Zeit

t1

Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s)

t2

Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur)

t3

Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur)

A

Anreicherungsrate

P07.61-2691-01

Startanreicherung

Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Startanreicherung auf der Basis der Signale folgender Sensoren:

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)

Hallsensor Kurbelwelle

Das Steuergerät ME verlängert die Einspritzdauer für die Startanreicherung abhängig von folgenden Einflussgrößen:

Abstellzeit des Motors

Bordnetzspannung

Das Steuergerät SAM vorn (N10/6) sendet Informationen zur Bordnetzauslastung über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73), Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät ME.

Klemmenstatus Klemme 50

Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.

Das Steuergerät ME berechnet die erforderliche Einspritzdauer und steuert folgende Bauteile des Kraftstoffeinspritzsystems entsprechend an:

Kraftstoffinjektor Zylinder 1 (Y76/1)

Kraftstoffinjektor Zylinder 2 (Y76/2)

Kraftstoffinjektor Zylinder 3 (Y76/3)

Kraftstoffinjektor Zylinder 4 (Y76/4)

Kraftstoffinjektor Zylinder 5 (Y76/5)

Kraftstoffinjektor Zylinder 6 (Y76/6)

Kraftstoffinjektor Zylinder 7 (Y76/7)

Kraftstoffinjektor Zylinder 8 (Y76/8)

Das Steuergerät ME steuert folgende Bauteile des Zündsystems an:

Zündspule Zylinder 1+2 (T4)

Zündspule Zylinder 1 (T4t1)

Zündspule Zylinder 2 (T4t2)

Zündspule Zylinder 3+4 (T4/1)

Zündspule Zylinder 3 (T4/1t3)

Zündspule Zylinder 4 (T4/1t4)

Zündspule Zylinder 5+6 (T4/2)

Zündspule Zylinder 5 (T4/2t5)

Zündspule Zylinder 6 (T4/2t6)

Zündspule Zylinder 7+8 (T4/3)

Zündspule Zylinder 7 (T4/3t7)

Zündspule Zylinder 8 (T4/3t8)

Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird. Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto kleiner ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzdauer.

Unter ca. 7 V Bordnetzspannung ist kein Motorstart möglich.

Nachstartanreicherung

Nach dem Kaltstart wird für kurze Zeit das Kraftstoff-Luft-Gemisch angereichert, damit der Motor einwandfrei durchläuft. Die Menge des an den kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoffs wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer auf der Basis der Signale des Kühlmitteltemperatur-Sensors. Zudem wertet das Steuergerät ME die Verbrennungszyklen nach Start und die Getriebewählhebelstellung aus. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) sendet Informationen zur eingelegten Fahrstufe über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.

Warmlaufanreicherung

Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Die Menge des an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoffs wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren.

Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Warmlaufanreicherung auf der Basis der Signale folgender Sensoren:

Hallsensor Einlassnockenwelle links (B6/4)

Hallsensor Einlassnockenwelle rechts (B6/5)

Hallsensor Auslassnockenwelle links (B6/6)

Hallsensor Auslassnockenwelle rechts (B6/7)

Kühlmitteltemperatur-Sensor

Temperatursensor Ladeluft links (B17/14)

Temperatursensor Ladeluft rechts (B17/15)

Drucksensor nach Drosselklappe links (B28/22)

Drucksensor nach Drosselklappe rechts (B28/23)

Hallsensor Kurbelwelle

Noch in der Warmlaufphase wird die Abgasrückführung aktiviert. Die heißen Abgase erwärmen die Brennräume zusätzlich. Dadurch verbessert sich die Kraftstoffverdampfung und die Warmlaufanreicherung kann verringert werden.

Im Leerlauf ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur bei Motorstart abhängig. Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend. Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.

Funktionsschema Elektrik Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung

Motor 177.9 im Typ 205, 253

PE07.10-P-2707-97FBD

Motor 177.9 im Typ 213

PE07.10-P-2707-97DBG

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

Motor 177.9 im Typ 205, 253

GF07.70-P-9998MNA

Motor 177.9 im Typ 213

GF07.70-P-9998MNE

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