D49.20-0011-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | N30/4 | Steuergerät ESP® | |
A1e58 | Kontrollleuchte Motordiagnose | N73/8 | Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) | |
B11/21 | Temperatursensor Kühlmittel | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | |
B70/2 | Hallsensor Kurbelwelle | Y49/10 | Stellmagnet Einlassnockenwelle | |
G3/21b1 | Sensorelement Lambdasonde nach Katalysator | Y49/11 | Stellmagnet Auslassnockenwelle | |
G8/6b1 | Sensorelement Lambdasonde vor Katalysator | CAN C | Antriebs-CAN | |
L6/1 | Drehzahlsensor vorn links | CAN C1 | Motor-CAN | |
L6/2 | Drehzahlsensor vorn rechts | CAN HMI | Benutzerschnittstelle-CAN | |
L6/3 | Drehzahlsensor hinten links | Flex E | Fahrwerk-FlexRay | |
L6/4 | Drehzahlsensor hinten rechts | O | Option | |
N3/36 | Steuergerät ME | S | Standard | |
N15/15 | Elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (mit Code G43 (Automatikgetriebe 9G-TRONIC)) |
Funktionsvoraussetzungen Abgasreinigung allgemein
Klemme 87M (Motormanagement EIN)
Motor läuft.
Abgasreinigung allgemein
Die Aufgabe der Abgasreinigung ist die Reduzierung der Abgasemissionen:
Stickoxide (NOx)
Kohlenwasserstoff (CxHy)
Kohlenmonoxid (CO)
Dazu muss u. a. der motornahe Katalysator (Dreiwegekatalysator) schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden, um beim Kaltstart die Abgasemissionen zu reduzieren.
Das Steuergerät ME (N3/36) bestimmt durch Ansteuern des Stellmagnets Einlassnockenwelle (Y49/10) und des Stellmagnets Auslassnockenwelle (Y49/11) die Ventilüberschneidung. Dadurch wird über eine innere Abgasrückführung die Abgasrückführrate gesteuert.
Abgasreinigung Funktionsablauf
Folgende Teilsysteme sind an der Abgasreinigung beteiligt:
Funktionsablauf Katalysator
Funktionsablauf Schaltpunktanhebung (bei Automatikgetriebe)
Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung
Funktionsablauf Katalysator
Die vom Motor ausgestoßenen Schadstoffe werden vom Katalysator beim KraftstoffLuftverhältnis (λ) = 1 chemisch umgewandelt (konvertiert).
Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff in Wasser (H2O) + Kohlendioxid umgewandelt.
Durch Reduktion werden die Stickoxide in Stickstoff (N2) + Kohlendioxid umgewandelt.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Schaltpunktanhebung (bei Automatikgetriebe)
Kühlmitteltemperatur beim Start < 50 °C
Fahrzeuggeschwindigkeit < 53 km/h
Funktionsablauf Schaltpunktanhebung (bei Automatikgetriebe)
Die Schaltpunktanhebung bringt den Katalysator nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur.
Das Steuergerät ME steuert die Schaltpunktanhebung in Abhängigkeit von folgendem Sensor und Signal:
Temperatursensor Kühlmittel (B11/21), Kühlmitteltemperatur über direkte Leitung
Steuergerät ESP®, Raddrehzahl über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C)
Die Schaltpunktanhebung ist für maximal 60 s aktiv und erfolgt ausschließlich elektronisch.
Das Steuergerät ME fordert über den Antriebs-CAN (CAN C) die elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (N15/15) auf, die Schaltlinien zu verschieben.
Die Teillastschaltungen (1-2-1, 2-3-2) erfolgen dann bei höherer Motordrehzahl bzw. höherer Fahrzeuggeschwindigkeit.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Überwachung der Katalysatorwirkung
Betriebswarmer Katalysator
Lambdaregelung frei gegeben
Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung
Nach den gesetzlichen Anforderungen darf die Kohlenwasserstoff-Emission eine vorgegebene Grenze nicht überschreiten.
Die Aufgabe der Überwachung der Katalysatorwirkung ist es, aus der Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators eine Aussage über dessen Alterung und somit über die Kohlenwasserstoff-Konvertierung (Umwandlung) zu treffen.
Das Steuergerät ME liest zur Überwachung der Katalysatorwirkung folgende Signale ein:
Sensorelement Lambdasonde nach Katalysator (G3/21b1), Lambdasondensignal
Sensorelement Lambdasonde vor Katalysator (G8/6b1), Lambdasondensignal
Hallsensor Kurbelwelle (B70/2), Motordrehzahl
Der in einer mageren Betriebsphase gespeicherte Sauerstoff wird in einer fetten Betriebsphase ganz oder teilweise abgebaut. Durch Alterung verringern sich Sauerstoffspeicherfähigkeit und Kohlenwasserstoff-Konvertierung des Katalysators.
Durch die hohe Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators wird die Änderung der Sauerstoffkonzentration nach dem Katalysator fast vollständig gedämpft.
Dies hat zur Folge, dass das Signal der Lambdasonde nach dem Katalysator eine kleine Amplitude besitzt und nahezu konstant ist.
Bei betriebswarmem Katalysator und frei gegebener Lambdaregelung werden die Amplitudengrößen der Lambdasondensignale nach und vor dem Katalysator verglichen.
Ist der Katalysator nicht mehr funktionsbereit, dann sind die Signale des Sensorelements Lambdasonde vor Katalysator und des Sensorelements Lambdasonde nach Katalysator gleich groß.
Im vorgegebenen Drehzahlbereich erfolgen im unteren Teillastbereich mehrere Messungen. Die Ergebnisse werden mit einem Kennfeld im Steuergerät ME verglichen.
Bei Fehlererkennung wird vom Steuergerät ME die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) über den Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73/8) und den Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) angesteuert.
Im Fehlerspeicher vom Steuergerät ME werden erkannte Fehler abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen und gelöscht werden.
Referenzierte Dokumente
- gf0770d9998tsb Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung