gf4920d3000tsb

Abgasreinigung Funktion

Typ gf · Thema 49.20 · Version 0100 · 2018-03-15

Gültig für: Motor 274 im Typ 907

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 49 Abgasanlage, Abgasreinigung › 49.20 Abgasnachbehandlung — Baureihe 907

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 274 ***

GF49.20-D-3000TSB

Abgasreinigung Funktion

15.03.2018

Motor

274 im Typ 907

Abgasreinigung Funktion

D49.20-0011-79

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

N30/4

Steuergerät ESP®

A1e58

Kontrollleuchte Motordiagnose

N73/8

Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS)

B11/21

Temperatursensor Kühlmittel

N127

Steuergerät Antriebsstrang

B70/2

Hallsensor Kurbelwelle

Y49/10

Stellmagnet Einlassnockenwelle

G3/21b1

Sensorelement Lambdasonde nach Katalysator

Y49/11

Stellmagnet Auslassnockenwelle

G8/6b1

Sensorelement Lambdasonde vor Katalysator

CAN C

Antriebs-CAN

L6/1

Drehzahlsensor vorn links

CAN C1

Motor-CAN

L6/2

Drehzahlsensor vorn rechts

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

L6/3

Drehzahlsensor hinten links

Flex E

Fahrwerk-FlexRay

L6/4

Drehzahlsensor hinten rechts

O

Option

N3/36

Steuergerät ME

S

Standard

N15/15

Elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (mit Code G43 (Automatikgetriebe 9G-TRONIC))

Funktionsvoraussetzungen Abgasreinigung allgemein

Klemme 87M (Motormanagement EIN)

Motor läuft.

Abgasreinigung allgemein

Die Aufgabe der Abgasreinigung ist die Reduzierung der Abgasemissionen:

Stickoxide (NOx)

Kohlenwasserstoff (CxHy)

Kohlenmonoxid (CO)

Dazu muss u. a. der motornahe Katalysator (Dreiwegekatalysator) schnell auf Betriebstemperatur gebracht werden, um beim Kaltstart die Abgasemissionen zu reduzieren.

Das Steuergerät ME (N3/36) bestimmt durch Ansteuern des Stellmagnets Einlassnockenwelle (Y49/10) und des Stellmagnets Auslassnockenwelle (Y49/11) die Ventilüberschneidung. Dadurch wird über eine innere Abgasrückführung die Abgasrückführrate gesteuert.

Abgasreinigung Funktionsablauf

Folgende Teilsysteme sind an der Abgasreinigung beteiligt:

Funktionsablauf Katalysator

Funktionsablauf Schaltpunktanhebung (bei Automatikgetriebe)

Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung

Funktionsablauf Katalysator

Die vom Motor ausgestoßenen Schadstoffe werden vom Katalysator beim Kraftstoff­Luftverhältnis (λ) = 1 chemisch umgewandelt (konvertiert).

Durch Oxidation werden Kohlenmonoxid in Kohlendioxid (CO2) und Kohlenwasserstoff in Wasser (H2O) + Kohlendioxid umgewandelt.

Durch Reduktion werden die Stickoxide in Stickstoff (N2) + Kohlendioxid umgewandelt.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Schaltpunktanhebung (bei Automatikgetriebe)

Kühlmitteltemperatur beim Start < 50 °C

Fahrzeuggeschwindigkeit < 53 km/h

Funktionsablauf Schaltpunktanhebung (bei Automatikgetriebe)

Die Schaltpunktanhebung bringt den Katalysator nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur.

Das Steuergerät ME steuert die Schaltpunktanhebung in Abhängigkeit von folgendem Sensor und Signal:

Temperatursensor Kühlmittel (B11/21), Kühlmitteltemperatur über direkte Leitung

Steuergerät ESP®, Raddrehzahl über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C)

Die Schaltpunktanhebung ist für maximal 60 s aktiv und erfolgt ausschließlich elektronisch.

Das Steuergerät ME fordert über den Antriebs-CAN (CAN C) die elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (N15/15) auf, die Schaltlinien zu verschieben.

Die Teillastschaltungen (1-2-1, 2-3-2) erfolgen dann bei höherer Motordrehzahl bzw. höherer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Überwachung der Katalysatorwirkung

Betriebswarmer Katalysator

Lambdaregelung frei gegeben

Funktionsablauf Überwachung der Katalysatorwirkung

Nach den gesetzlichen Anforderungen darf die Kohlenwasserstoff-Emission eine vorgegebene Grenze nicht überschreiten.

Die Aufgabe der Überwachung der Katalysatorwirkung ist es, aus der Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators eine Aussage über dessen Alterung und somit über die Kohlenwasserstoff-Konvertierung (Umwandlung) zu treffen.

Das Steuergerät ME liest zur Überwachung der Katalysatorwirkung folgende Signale ein:

Sensorelement Lambdasonde nach Katalysator (G3/21b1), Lambdasondensignal

Sensorelement Lambdasonde vor Katalysator (G8/6b1), Lambdasondensignal

Hallsensor Kurbelwelle (B70/2), Motordrehzahl

Der in einer mageren Betriebsphase gespeicherte Sauerstoff wird in einer fetten Betriebsphase ganz oder teilweise abgebaut. Durch Alterung verringern sich Sauerstoffspeicherfähigkeit und Kohlenwasserstoff-Konvertierung des Katalysators.

Durch die hohe Sauerstoffspeicherfähigkeit des Katalysators wird die Änderung der Sauerstoffkonzentration nach dem Katalysator fast vollständig gedämpft.

Dies hat zur Folge, dass das Signal der Lambdasonde nach dem Katalysator eine kleine Amplitude besitzt und nahezu konstant ist.

Bei betriebswarmem Katalysator und frei gegebener Lambdaregelung werden die Amplitudengrößen der Lambdasondensignale nach und vor dem Katalysator verglichen.

Ist der Katalysator nicht mehr funktionsbereit, dann sind die Signale des Sensorelements Lambdasonde vor Katalysator und des Sensorelements Lambdasonde nach Katalysator gleich groß.

Im vorgegebenen Drehzahlbereich erfolgen im unteren Teillastbereich mehrere Messungen. Die Ergebnisse werden mit einem Kennfeld im Steuergerät ME verglichen.

Bei Fehlererkennung wird vom Steuergerät ME die Kontrollleuchte Motordiagnose (A1e58) im Kombiinstrument (A1) über den Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73/8) und den Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) angesteuert.

Im Fehlerspeicher vom Steuergerät ME werden erkannte Fehler abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen und gelöscht werden.

Funktionsschema Elektrik Abgasreinigung

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