gf4680w0002a

Elektrohydraulische Zusatzlenkung (ZL) Funktion

Typ gf · Thema 46.80 · Version 0101 · 1999-05-11

Gültig für: TYP 957.65 mit CODE (AN8) Hydraulisch gelenkte Vorlaufachse TYP 957.66 mit CODE (AN9) Hydraulisch gelenkte Nachlaufachse

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 46 Lenkung › 46.80 Hinterachszusatzlenkung, Zusatzlenkachse (ZL), Elektronisch-Hydraulische Zusatzlenkung (EHZ) — Baureihe 957 (Baumuster 65*, 66*)

GF46.80-W-0002A

Elektrohydraulische Zusatzlenkung (ZL) Funktion

7.12.98

TYP 957.65 mit CODE (AN8) Hydraulisch gelenkte Vorlaufachse

TYP 957.66 mit CODE (AN9) Hydraulisch gelenkte Nachlaufachse

Elektrohydraulische Zusatzlenkung (ZL) Funktion

W46.60-1001-05

Schema Zusatzlenkachse

(Vorlaufachse)

1 Lenkgetriebe Vorderachse

2 Lenkstangen

3 Zwischenhebel

4 Hydraulikleitungen

5 Lenkzylinder

6 Hydraulikpumpe

7 Elektrische Leitungen

A54 Steuergerät (ZL)

B86 Lenkwinkelsensor (Vorderachse)

B87 Lenkwinkelsensor (Zusatzlenkachse)

Y67 Hydrauliksteuerblock

Elektrohydraulische Zusatzlenkung (ZL) Funktion

W46.60-1002-05

Schema Zusatzlenkachse

(Nachlaufachse)

1 Lenkgetriebe Vorderachse

2 Lenkstangen

3 Zwischenhebel

4 Hydraulikleitungen

5 Lenkzylinder

6 Hydraulikpumpe

7 Elektrische Leitungen

A54 Steuergerät (ZL)

B86 Lenkwinkelsensor (Vorderachse)

B87 Lenkwinkelsensor (Zusatzlenkachse)

Y67 Hydrauliksteuerblock

Aktivierung

Das Steuergerät (A54) wird beim Einschalten des Fahrtschalters (Klemme 15) aktiviert. Die Lenkungsregelung bleibt bis zum erfolgreichen Durchlauf der Sicherheitsprüfungen deaktiviert.

Erst wenn die Soll- und Istposition der Zusatzlenkachse übereinstimmen, das Fahrzeug anfährt oder der Rückwärtsgang eingelegt wird, beginnt die automatische Regelung.

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Die Zuordnung der Lenkwinkel zwischen Vorder- und Zusatzlenkachse erfolgt entsprechend der vorgenommenen Parametrierung. Sie beinhaltet radstandsabhängige Werte sowie Informationen über die Anordnung der Zusatzlenkachse, das heißt ob die Achse gleichsinnig oder gegensinnig zur Vorderachse lenken muß. Die maximalen Lenkwinkel der Achsen sind ebenfalls parametriert.

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Druckaufbau

Der Druck im Lenksystem wird durch eine vom Motor angetriebene Hydraulikpumpe (6) erzeugt und vom Hydrauliksteuerblock (Y67) in Verbindung mit dem Steuergerät (A54) geregelt.

Funktion

Die Zusatzlenkachse wird in Abhängigkeit von folgenden Faktoren angesteuert:

Lenkwinkel der Vorderachse

Fahrzeuggeschwindigkeit (2 Werte parametrierbar)

Bei langsamer Fahrt (bis 1. parametrierter Geschwindigkeitswert) oder eingelegtem Rückwärtsgang, ist je nach Stellung der Vorderachse der maximale Lenkwinkel an der Zusatzlenkachse möglich (kleinstmöglicher Wendekreis).

Dieser Lenkwinkel wird mit steigender Geschwindigkeit reduziert, bis er beim 2. parametrierten Geschwindigkeitswert auf "Null" gesetzt wird.

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Oberhalb dieses Grenzwertes wird der Lenkwinkel immer auf Null gehalten.

Bei Geradeausfahrt (Lenkwinkel vorn Null), wird die Zusatzlenkachse auch auf Null gehalten.

Das Fahrverhalten entspricht dann dem eines Fahrzeuges mit nicht lenkbarer Zusatzachse. (Stabilität bei höheren Geschwindigkeiten).

Durch Betätigen des Schalters Achszentrierung, kann die Zusatzlenkachse auch manuell zentriert werden.

Durch nochmaliges Betätigen des Schalters wird die Zusatzlenkachse wieder lenkend geschaltet.

Deaktivieren

Nach Abschalten von Klemme 15 bleibt das System noch ca. 10s aktiv und wird dann deaktiviert. Während dieser Zeit wird eine Entlastungsprozedur durchgeführt, die den noch im Druckspeicher befindlichen Restdruck abbaut.

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Sicherheitsfunktionen

Während des Betriebes werden permanent die elektrischen Funktionen überwacht und Plausibilitätsprüfungen, mit dem Ziel Fehlfunktionen zu erkennen, durchgeführt.

Ausfall des gesamten Systems:

(z.B. wegen Unterbrechung der Stromversorgung)

Die beiden Zylinderkammern werden miteinander verbunden.

Die Zusatzlenkachse ist damit freigeschaltet. Der Lenkzylinder (5) kann bis auf die hydraulische Eigendämpfung ohne Kraftaufwand bewegt werden.

Durch den konstruktiven Nachlauf hat die Zusatzlenkachse einen Selbstspureffekt.

Das Fahrzeug fährt sich wie ein Fahrzeug mit konventioneller selbstspurender Zusatzachse.

Ausfall der Lageregelung:

(z.B. Abriß der elektrischen Ansteuerung des Proportionalventiles, defekter Lenkwinkelsensor (B87) an der Zusatzlenkachse oder Druckausfall)

Die Zusatzlenkachse wird freigeschaltet.

Beim Einlegen des Rückwärtsganges wird die Lenkung der Zusatzlenkachse in ihrer momentanen Position festgehalten. Dadurch erreicht man, daß die Räder aufgrund ihres Nachlaufs bei Rückwärtsfahrt nicht "einklappen".

Defekter Lenkwinkelsensor (B86) an der Vorderachse:

Es wird auf eine eingeschränkte Betriebsart umgeschaltet. Bei dieser Betriebsart wird die Zusatzlenkachse im unteren Geschwindigkeitsbereich freigeschaltet, um die gute Wendigkeit des Fahrzeugs zu erhalten. Im oberen Geschwindigkeitsbereich wird die Achse zentriert und ist somit hydraulisch verriegelt, dadurch wird die hohe Fahrstabilität des Fahrzeuges erreicht.

Fehler in der Druckregelung:

(z.B. Drucksensor defekt)

Es wird auf eine Ersatzwertregelung umgeschaltet, das heißt die Hydraulikpumpe fördert dann bei Lenkbewegungen in den Druckspeicher. Ein Überschreiten des zulässigen Betriebsdruckes wird durch ein in den Hydraulikblock integriertes Druckbegrenzungsventil verhindert.

Druckregelung Funktion

GF46.80-W-2000A

Lenkeinschlag Funktion

GF46.80-W-2004A

Geradeauslauf Funktion

GF46.80-W-2001B

Manuelle Zentrierung Funktion

GF46.80-W-2005A

Referenzierte Dokumente