P46.30-2266-04
1 Lenkhelfpumpe
Anordnung
Die Lenkhelfpumpe ist an der Stirnseite des Motors angeordnet.
P46.20-0251-72
Grundfunktion
Die Drehung der Antriebswelle und damit auch des Rotors bewirkt, dass die im Rotor geführten Flügel durch die entstehende Fliehkraft in radialer Richtung an die Laufbahn des feststehenden Kurvenringes gedrückt werden. Dieser Vorgang wird durch Drucköl unterstützt, das vom Druckraum über Bohrungen und Nuten an die innenliegenden Stirnflächen der Flügel gelangt. Zwischen den zehn Flügeln werden somit zehn gegeneinander abgegrenzte Pumpenzellen gebildet.
Bei zunehmendem Volumen wird nun Öl aus dem Vorratsbehälter (B) angesaugt und bei abnehmendem Volumen Öl in den Druckraum (A) gedrückt.
Da sich durch die Form des Kurvenringes jeweils zwei Saug- und Druckzonen gegenüberliegen, fördert jede der zehn Pumpenzellen pro Umdrehung der Antriebswelle zweimal ihr Volumen. Außerdem heben sich durch diese doppelte Anordnung der Saug- und Druckzonen die am Rotor wirksam werdenden hydraulischen Radialkräfte auf.
c drucklos
f druckbeaufschlagt
P46.20-0253-79
Bild 1
Mengenregelventil (30t) geöffnet
a geregelter Druck/Menge
c drucklos
P46.20-0252-79
Bild 2
Mengenregelventil (30t) geschlossen
------------------------------------------------------------------------------------------
c drucklos
f druckbeaufschlagt
------------------------------------------------------------------------------------------
Ölmengenregelung
Die Lenkhelfpumpe wird vom Motor mit wechselnden Drehzahlen angetrieben. Zur Servounterstützung ist aber ein konstanter Ölstrom erforderlich.
Da bei höheren Motordrehzahlen mehr Öl gefördert wird als notwendig, wird das zu viel geförderte Öl über das geöffnete Mengenregelventil in den Vorratsbehälter zurückgeleitet.
Das Mengenregelventil bewirkt somit, dass dem Lenkgetriebe über den gesamten Motordrehzahlbereich ein konstanter Ölstrom zugeführt wird.
Motor läuft, Lenkrad nicht betätigt:
Das von den Flügelzellen erzeugte Drucköl wird über die kalibrierte Bohrung (9a) zum Lenkgetriebe und zusätzlich über die Bohrung (9b) zur Federkammer hinter dem Mengenregelventil geleitet.
Die kalibrierten Bohrungen drosseln den Ölstrom so, dass in der Federkammer hinter dem Mengenregelventil ein geringerer Öldruck herrscht als auf der Seite des Hochdruckraumes. Das Mengenregelventil öffnet (Bild 1) und das überschüssige Drucköl fließt in den Vorratsbehälter zurück.
Motor läuft, Lenkrad betätigt:
Durch das steigende Druckniveau hinter der kalibrierten Bohrung steigt auch der Druck hinter dem Mengenregelventil. Das Mengenregelventil schließt (Bild 2) und bleibt in seiner Grundstellung.
Erhöhte Motordrehzahl:
Steigt mit zunehmender Motordrehzahl die Ölmenge an, so entsteht durch die kalibrierte Bohrung wieder eine größere Druckdifferenz. Das Mengenregelventil wird gegen die Feder (30s) gedrückt und die zu viel geförderte Ölmenge kann in den Vorratsbehälter zurückfließen (Bild 1).
P46.20-0254-79
Bild 3
Mengenregelventil (30t) geöffnet
------------------------------------------------------------------------------------------
c drucklos
f druckbeaufschlagt
------------------------------------------------------------------------------------------
Druckbegrenzung
Zum Schutz des Lenksystemes vor Überbelastung ist im Mengenregelventil ein Druckbegrenzungsventil (49d) eingebaut. Das Druckbegrenzungsventil öffnet je nach Lenkhelfpumpentyp zwischen p = 65 bar und p = 125 bar Überdruck (Bild 3).
Dies geschieht z. B. bei vollem Lenkeinschlag und ist durch einen hellen, schwirrenden Pfeifton hörbar.