gf4245s0001c

Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP(R) Funktion

Typ gf · Thema 42.45 · Version 0103 · 2018-07-12

Gültig für: Typ 415

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.45 Electronic Stability Program (ESP), Stabilitätsregelung (SR) — Baureihe 415

GF42.45-S-0001C

Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP(R) Funktion

12.07.2018

Typ

415

Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP(R) Funktion
Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP(R) Funktion

a

Gewünschte Fahrtrichtung

b

Gebremstes Rad

c

Erzeugtes Korrekturmoment des Fahrzeugs

d

Untersteuernde Fahrzeugbewegung

e

Übersteuernde Fahrzeugbewegung

P42.45-0203-02

P42.45-0204-02

Beispiel A

Ein Fahrzeug untersteuert in einer Linkskurve, es schiebt über die Vorderräder nach außen. Der Bremseingriff erfolgt am linken Hinterrad.

Beispiel B

Ein Fahrzeug übersteuert in einer Linkskurve, es bricht mit dem Heck aus. Der Bremseingriff erfolgt am rechten Vorderrad.

Funktion

Das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP®) ist ein System zur Verbesserung der Fahrzeugstabilität in allen Fahrsituationen. Es arbeitet durch individuellen Bremseingriff an einem oder mehreren Rädern der Vorder- oder Hinterachse. Das ESP® stabilisiert das Fahrzeug bei Kurvenfahrt, beim Bremsen oder beim Rollen ohne Antrieb und hält es sicher in der Spur.

Das ESP® ergänzt die Funktionen des Antiblockiersystems (ABS), der Antriebsschlupfregelung (ASR), der Motorschleppmoment-Regelung (MSR), der Elektronischen Bremskraftverteilung (EBV) und des Brems-Assistent-Systems (BAS). Die Stabilitätsregelung ist mit ihrer Funktion den Systemen ABS, ASR und EBV übergeordnet. Neben dem aktiven Bremseingriff des ESP® wird auch auf das Motor-Getriebe-Management Einfluss genommen. Das ESP® regelt:

Bei Kurvenfahrt, wenn das Fahrzeug unter- oder übersteuert.

Bei Geradeausfahrt, wenn das Fahrzeug wegen ungleicher Straßenverhältnisse vom Kurs abweicht.

Vorteile:

Eine Verbesserung des Anfahr- und Beschleunigungsvermögens durch erhöhte Traktion, besonders auf unterschiedlich griffiger Fahrbahn und in Kurven.

Eine automatische Anpassung des Motordrehmoments in Abhängigkeit vom Traktionszustand der Räder.

Eine Verringerung der Schleudergefahr bei allen Fahrbahnbedingungen durch automatische Stabilisierung beim Bremsen, beim Beschleunigen oder beim Rollen.

Eine Verbesserung der Spurstabilität des Fahrzeugs bei Kurvenfahrt.

Eine Verkürzung des Bremswegs in Kurven oder auf Fahrbahnen mit glatter Oberfläche.

Eine Erhöhung der aktiven fahrdynamischen Sicherheit, da nur ein nicht durchdrehendes Rad optimalen Vortrieb ohne Verlust an Seitenführung ermöglicht.

Hierzu werden vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) u. a. die Signale folgender Bauteile eingelesen:

Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1).

Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2).

Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3).

Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4).

Im Steuergerät ESP® integrierte Sensoren für Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung.

Im Steuergerät ESP® integrierter Bremsdrucksensor.

Vom Radio (A2) die Fahrzeuggeschwindigkeit.

Steuergerät CDI (N3/9) bzw. Steuergerät ME (N3/10).

Von der elektrischen Servolenkung (EPS) (N68) den Lenkwinkel und die Lenkgeschwindigkeit.

Schalter Bremslicht (S9/1), zur Ermittlung des Betätigungszustands des Bremspedals.

Taste ESP® OFF (S76/6).

Das Steuergerät ESP® wertet diese Signale aus und steuert folgende Bauteile an:

Im Steuergerät ESP® integrierte Hydraulikeinheit Traktionssystem.

Steuergerät CDI bzw. Steuergerät ME.

Im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1) integrierte Kontrollleuchte Anti-Blockier-System (A1e17).

Im Steuergerät KI integriertes Multifunktions-Display (A1p13) für ESP® betreffende Warnmeldungen.

Bremsleuchte Mitte (E21).

In der Leuchteinheit hinten links (E3) integriertes Schlusslicht und Bremslicht links (E3e4).

In der Leuchteinheit hinten rechts (E4) integriertes Schlusslicht und Bremslicht rechts (E4e4).

Das ESP® beinhaltet folgende Regelbetriebe:

Regelbetrieb ABS:

Bremsdruckregelung, um das Blockieren einzelner Räder zu verhindern.

Regelbetrieb ASR:

Motormanagementregelung, um beim Anfahren und Beschleunigen einen zu hohen Schlupf der angetriebenen Räder zu verhindern.

Regelbetrieb MSR:

Motormanagementregelung, um bei Gaswegnahme einen sicheren Kontakt zwischen Antriebsrädern und Fahrbahn zu gewährleisten.

Regelbetrieb BAS:

Bremsdruckregelung, um bei einer erkannten Notbremsung schnellstmöglich den vollen Bremsdruck aufzubauen.

Regelbetrieb EBV:

Bremsdruckregelung, um in Abhängigkeit von den Raddrehzahlen aller 4 Räder und dem Beladungszustand ein Überbremsen der Hinterachse zu verhindern.

Bremsung BAS Funktion

GF42.31-S-2000C

Elektronische Bremskraftverteilung (EBV) Funktion

GF42.35-S-2010C

ABS Regelbetrieb Funktion

GF42.45-S-3000C

ASR Regelbetrieb Funktion

GF42.45-S-3500C

ESP(R) Regelbetrieb Funktion

GF42.45-S-3700C

Steuergerät ESP(R)/BAS Anordnung/Aufgabe

GF42.45-S-4501C

Referenzierte Dokumente