gf4245p0001f

Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Funktion

Typ gf · Thema 42.45 · Version 0103 · 2011-10-18

Gültig für: TYP 463.243 /244 /246 /247 /249 /250 /254 ## ab 127357 ab 1.9.01 bis 31.5.12, 463.270 /271 bis 31.5.12, 463.309 /322 /323 /332 /333 ## ab 127357 ab 1.9.01 bis 31.5.12 mit CODE (BB3) Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) TYP 463.248 ## ab 127357 ab 1.9.01 bis 31.5.12 mit CODE (BB3) Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP) ausser CODE (979) Sonderschutzausführung'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.45 Electronic Stability Program (ESP), Stabilitätsregelung (SR) — Baureihe 463 (Baumuster 243, 244, 246, 247, 248, 249, 250, 254, 270, 271, 309, 322, 323, 332, 333)

GF42.45-P-0001F

Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Funktion

18.10.11

TYP 463.243 /244 /246 /247 /249 /250 /254 ## ab 127357 ab 1.9.01 bis 31.5.12,
463.270 /271 bis 31.5.12,
463.309 /322 /323 /332 /333 ## ab 127357 ab 1.9.01 bis 31.5.12 mit CODE (BB3) Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)

TYP 463.248 ## ab 127357 ab 1.9.01 bis 31.5.12
mit CODE (BB3) Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)
ausser CODE (979) Sonderschutzausführung

CAN-Datenbus

Steuergerät ESP/BAS (N47-5)

Kombiinstrument (A1)

Kontrollleuchte ABS (A1e17)

Warnleuchte ABS/ESP/4-ETS (A1e36)

Multifunktionsanzeige (A1p13)

Drehzahlgeber vorn rechts (L6/2)

Drehzahlgeber hinten links (L6/3)

Drehzahlgeber hinten rechts (L6/4)

Bremslichtschalter (S9/1)

Drehzahlgeber vorn links (L6/1)

Relais Bremslichtunterdrückung (K55)

Hydraulikeinheit Traktionssystem (A7/3)

Hochdruck-/Rückförderpumpe (A7/3m1)

Hochdruck-/Rückförderpumpe Vorderachse (A7/3p1)

Hochdruck-/Rückförderpumpe Hinterachse (A7/3p2)

Magnetventile vorn links, vorn rechts, Druck halten (A7/3y6, A7/3y8)

Magnetventile hinten links, hinten rechts, Druck halten (A7/3y10, A7/3y12)

Magnetventile vorn links, vorn rechts, Druck abbauen (A7/3y7, A7/3y9)

Magnetventile hinten links, hinten rechts, Druck abbauen (A7/3y11, A7/3y13)

Umschaltmagnetventile VA, HA (A7/3y18, A7/3y19)

Ansaugmagnetventile VA, HA (A7/3y22, A7/3y23)

Lenkwinkelsensor (B24/8)

Bremsdrucksensor ESP (B34)

Drehratensensor (B24/9)

Bremskraftverstärker BAS (A7/7)

Membranwegsensor BAS (A7/7b1)

Löseschalter BAS (A7/7s1)

Magnetventil BAS (A7/7y1)

Schalter ESP OFF (S76/6)

Steuergerät ME (N3/10)

oder

Steuergerät CDI (N39/2)

Steuergerät EGS (N15/3)

1 Allgemeines

Die Funktionalität "Elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP)" ist im Steuergerät ESP und BAS (N47-5) als Softwaremodul integriert.

Das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP)

– ist ein aktives Sicherheitssystem zur Verbesserung der Stabilität des Fahrzeugs in allen Fahrsituationen,

– ist den Regelfunktionen

- Antiblockiersystem (ABS),

- Elektronisches Traktions-Systems (ETS) sowie

- Brake Assist (BAS)

übergeordnet und ergänzt diese mit der zusätzlichen Regelfunktion

- Stabilitätsregelung ESP,

welche in allen Fahrzuständen wirksam wird, bei denen das tatsächliche Verhalten des Fahrzeugs von den Sollvorgaben abweicht.

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2 Vorteile

Verbesserung des Anfahr- und Beschleunigungsvermögens durch erhöhte Traktion, besonders auf unterschiedlich griffiger Fahrbahn und in Kurven.

Erhöhung der aktiven fahrdynamischen Sicherheit, da nur ein nicht durchdrehendes Rad optimalen Vortrieb ohne Verlust an Seitenführung ermöglicht.

Automatische Anpassung des Motordrehmoments in Abhängigkeit vom Traktionszustand der Räder.

Verringerung die Schleudergefahr bei allen Fahrbahnbedingungen durch automatische Stabilisierung beim Bremsen, beim Beschleunigen oder Rollen.

Verbesserung der Spurstabilität des Fahrzeugs bei Kurvenfahrt, auch bis in den Grenzbereich.

Verkürzung des Bremsweges in Kurven oder auf Fahrbahnen mit glatter Oberfläche.

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3 Funktion im Normalbetrieb

Im Normalbetrieb, wenn kein Eingriff des ESP erforderlich ist, befindet sich das ESP in Betriebsbereitschaft und greift nicht in die Fahrdynamik ein.

Voraussetzung für die Betriebsbereitschaft ist, dass keine Störung im System vorliegt.

4 Funktion im Regelbetrieb

Wenn die Voraussetzungen zur Aktivierung des
ESP-Eingriffs erfüllt sind schaltet sich das ESP automatisch zu.

In Abhängigkeit vom Traktionszustand des Fahrzeugs legt das Steuergerät ESP und BAS (N47-5) die Regelbetriebsart fest. Folgende Regelbetriebsarten werden unterschieden:

4.1 Regelbetrieb ABS

Bremsmomentregelung ABS

Vermeidung des Blockierens einzelner Räder mittels Bremsdruckregelung an den Radbremsen der betreffenden Räder.

4.2 Regelbetrieb ETS

Bremsmomentregelung ETS

Reduzierung des Schlupfes einzelner Räder mittels Bremsdruckregelung an den Radbremsen der betreffenden Räder.

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4.3 Regelbetrieb BAS

Bremsung BAS

Automatische Bremskrafterzeugung in Notbremssituationen, wobei die maximal mögliche Verstärkung der Bremskraft erzeugt wird.

4.4 Regelbetrieb ESP

Die Umsetzung der Stabilitätsregelung ESP wird erreicht durch das Zusammenwirken einer Brems- und Antriebsmomentregelung, welche die Längs-, Quer- und Giergeschwindigkeit des Fahrzeugs im Sinne eines an den Fahrerwunsch und die Fahrbahn angepassten Fahrverhaltens beeinflusst.

Bremsmomentregelung ESP

Verbesserung der Fahrstabilität mittels Bremsmomentregelung an den Radbremsen der einzelnen Räder.

Antriebsmomentregelung ASR

Wenn das Antriebsmoment zu groß ist und eines oder mehrer Räder durchdrehen, schaltet sich die ASR automatisch zu. Das Antriebsmoment wird dann mittels eines Eingriffs in das Motor-Management zurückgenommen.

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Die Stabilitätsregelung ESP regelt somit die Einhaltung des vom Fahrer vorgegebenen Kurs in der Weise, dass das Fahrzeug, im Rahmen der physikalischen Grenzen, nicht von diesem abweicht.

Kursabweichungen werden hervorgerufen durch von außen auf das Fahrzeug einwirkende Kräfte, wie z. B. einseitig wirkende Brems- und Beschleunigungskräfte oder Seitenkräfte, welche das Fahrzeug um den Schwerpunkt drehen wollen und damit das Eigenlenkverhalten des Fahrzeugs beeinflussen.

Kursabweichungen können sowohl bei Kurven- als auch bei Geradeausfahrt auftreten:

– Beispiel Kurvenfahrt:

Der Kraftschluss zwischenen Vorder- oder Hinterrädern und der Fahrbahn kann in der Weise verändert werden, dass das Fahrzeug nicht mehr der über den Lenkeinschlag vorgegebenen Fahrtrichtung folgt und vom Sollkurs abweichende Gierbewegungen hervorgerufen werden.

In diesem Fall schiebt das Fahrzeug entweder über die Vorderräder (Untersteuerung) oder über die Hinterräder (Übersteuerung) nach außen.

– Beispiel Geradeausfahrt:

Bei ungleichen Straßenverhältnissen wirken unterschiedliche Reibkräfte auf die Räder ein, wodurch der Schlupf der einzelnen Räder unterschiedlich ist. Ohne Regelung des Schlupfes würde das Fahrzeug ohne Lenkkorrektur vom Kurs abkommen.

4.5 Regelbetrieb bei ausgeschaltetem ESP

Bei ausgeschaltetem ESP wird

– die Antriebsmomentregelung ASR

– sowie die Bremsmomentregelung ESP beim Beschleunigen und freien Rollen

abgeschaltet.

Beim Bremsen bleibt die Bremsmomentregelung ESP bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von ca. 60 km/h erhalten.

Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Fahrerinformationen

GF42.45-P-0001-04F

Bremsmomentregelkreis ABS Funktion

GF42.30-P-2000F

Bremsung BAS Funktion

GF42.31-P-2000F

Bremsmomentregelkreis ETS Funktion

GF42.35-P-2000F

ESP Bremsmomentregelkreis Funktion

GF42.45-P-2000G

ASR Antriebsmomentregelkreis Funktion

GF42.40-P-2100F

Referenzierte Dokumente