gf4015p0002rf

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

Typ gf · Thema 40.15 · Version 0101 · 2015-06-22

Gültig für: Typ 205, 253 mit Code 477 (Reifendruckverlust-Warnung)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 40 Räder, Fahrwerkvermessung › 40.15 Reifendruck und -überwachung — Baureihe 205 · Baureihe 253

GF40.15-P-0002RF

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

22.6.15

Typ

205, 253

mit Code 477 (Reifendruckverlust-Warnung)

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

N135

Lenkradelektronik

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

X11/4

Diagnosekupplung

CAN D

Diagnose-CAN

CAN H

Fahrdynamik-CAN

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

Flex E

Fahrwerk-FlexRay

LIN E1

Lenkungs-LIN

P40.15-2555-76

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Status "Klemme 15 EIN"

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) funktionsfähig

Fahrzeuggeschwindigkeit v > 15 km/h

Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung a < 1 m/s2

Den Status Klemme 15 stellt das Steuergerät elektronisches Zündschloss auf dem Fahrwerk-FlexRay zur Verfügung.

Die Systemdiagnose erfolgt über die Diagnosekupplung mit Hilfe von XENTRY Diagnostics.

Funktionsablauf RDW allgemein

Die RDW erkennt einen deutlichen Druckverlust an einem Reifen und gibt daraufhin eine Warnmeldung im Kombiinstrument an. Die RDW ist funktional in dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert.

Die RDW setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung

Funktionsablauf Fahrerinformationen

Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet die Signale folgender Bauteile zur Erkennung eines Reifendruckverlustes aus:

Steuergerät Supplemental Restraint System

Drehzahlsensor Vorderachse links

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

Drehzahlsensor Hinterachse links

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

Das Erkennen eines Reifendruckverlusts erfolgt über den Abrollumfang der Reifen, da dieser vom Reifendruck abhängig ist. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale der Drehzahlsensoren direkt ein und wertet auftretende Drehzahlunterschiede aus. Zusätzlich werden die Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung des Fahrzeugs in die Berechnung mit einbezogen. Hierfür liest das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Daten des Steuergeräts Supplemental Restraint System ein.

In nachfolgenden Situationen ist die Funktion der RDW teilweise eingeschränkt:

In Steilkurven oder auf Straßen mit großer Querneigung (typisch > 7°)

Bei erkannten Hardwarefehlern (z. B. im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, Ausfall von Sensoren) wird die RDW stillgelegt.

Sportliche Fahrweise (hohe Kurvengeschwindigkeit, starke Beschleunigung)

Montierte Schneeketten oder winterliche Straßenverhältnisse

Loser Untergrund (Sand, Kies usw.)

Bei Regeleingriffen durch das Antiblockiersystem (ABS), die Antriebsschlupfregelung (ASR) oder das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP®)

Bei Druckverlusten an mehr als einem Rad

Funktionsablauf Fahrerinformationen

Eine Warnung erfolgt ab einem Druckverlust von ca. 30 bis 50 % an einem Rad. Die Fahrerinformationen erfolgen über das Kombiinstrument.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet den Status der RDW über den Fahrwerk-FlexRay, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument, das die entsprechende Meldung ausgibt.

Eine eventuelle Warnung ohne Positionsangabe erfolgt erst nach einigen Minuten Fahrt. In den darauf folgenden Fahrzyklen wird eine Erinnerungsmeldung angezeigt, solange die RDW nicht neu gestartet wurde. Die RDW muss über das Bedienmenü im Kombiinstrument neu gestartet werden, nachdem ein oder mehrere Reifen gewechselt oder die Reifendrücke verändert wurden. Eine anstehende Warnmeldung wird dadurch gelöscht.

Die Aktivierung erfolgt über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts. Im Hauptmenü "Service" gelangt man zum Menüpunkt "Reifendruck", in dem die Reifendruckverlust-Warnung durch Bestätigen neu gestartet werden kann. Diese Anforderung wird über den Lenkungs-LIN und die Lenkradelektronik vom Steuergerät Mantelrohrmodul eingelesen und über den Fahrwerk-FlexRay, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument gesendet.

Nach dem Neustart erfolgt der Einlernvorgang. Dabei werden die relativen Abrollumfänge der Reifen in bis zu 7 verschiedenen Geschwindigkeitsintervallen (zwischen v = 15 und 250 km/h) eingelernt.

Während des Einlernvorgangs ist die RDW nicht aktiv. Gleichmäßige Druckverluste an allen 4 Reifen (z. B. durch Diffusion) werden nicht erkannt. Fehlbedienungen (z. B. Neustart der RDW bei deutlich zu geringem Reifendruck) werden ebenfalls nicht erkannt.

Funktionsschema Elektrik Reifendruckverlust-Warnung (RDW)

PE40.15-P-2051-97FBA

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Fahrerinformation

GF40.15-P-0002-03RF

Übersicht Systembauteile Reifendruckverlust-Warnung (RDW)

GF40.15-P-9997RF

Referenzierte Dokumente