Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument |
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links |
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts |
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links |
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts |
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System |
N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm |
N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss |
N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul |
N135 | Lenkradelektronik |
S110 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad links |
S111 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts |
X11/4 | Diagnosekupplung |
CAN D | Diagnose-CAN |
CAN H | Fahrdynamik-CAN |
CAN HMI | Benutzerschnittstelle-CAN |
Flex E | Fahrwerk-FlexRay |
LIN E1 | Lenkungs-LIN |
P40.15-2555-76
Funktionsvoraussetzungen allgemein
Status "Klemme 15 EIN"
Reifendruckverlust-Warnung (RDW) funktionsfähig
Fahrzeuggeschwindigkeit v > 15 km/h
Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung a < 1 m/s2
Den Status Klemme 15 stellt das Steuergerät elektronisches Zündschloss auf dem Fahrwerk-FlexRay zur Verfügung.
Die Systemdiagnose erfolgt über die Diagnosekupplung mit Hilfe von XENTRY Diagnostics.
Funktionsablauf RDW allgemein
Die RDW erkennt einen deutlichen Druckverlust an einem Reifen und gibt daraufhin eine Warnmeldung im Kombiinstrument an. Die RDW ist funktional in dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert.
Die RDW setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:
Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung
Funktionsablauf Fahrerinformationen
Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet die Signale folgender Bauteile zur Erkennung eines Reifendruckverlustes aus:
Steuergerät Supplemental Restraint System
Drehzahlsensor Vorderachse links
Drehzahlsensor Vorderachse rechts
Drehzahlsensor Hinterachse links
Drehzahlsensor Hinterachse rechts
Das Erkennen eines Reifendruckverlusts erfolgt über den Abrollumfang der Reifen, da dieser vom Reifendruck abhängig ist. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale der Drehzahlsensoren direkt ein und wertet auftretende Drehzahlunterschiede aus. Zusätzlich werden die Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung des Fahrzeugs in die Berechnung mit einbezogen. Hierfür liest das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Daten des Steuergeräts Supplemental Restraint System ein.
In nachfolgenden Situationen ist die Funktion der RDW teilweise eingeschränkt:
In Steilkurven oder auf Straßen mit großer Querneigung (typisch > 7°)
Bei erkannten Hardwarefehlern (z. B. im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, Ausfall von Sensoren) wird die RDW stillgelegt.
Sportliche Fahrweise (hohe Kurvengeschwindigkeit, starke Beschleunigung)
Montierte Schneeketten oder winterliche Straßenverhältnisse
Loser Untergrund (Sand, Kies usw.)
Bei Regeleingriffen durch das Antiblockiersystem (ABS), die Antriebsschlupfregelung (ASR) oder das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP®)
Bei Druckverlusten an mehr als einem Rad
Funktionsablauf Fahrerinformationen
Eine Warnung erfolgt ab einem Druckverlust von ca. 30 bis 50 % an einem Rad. Die Fahrerinformationen erfolgen über das Kombiinstrument.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet den Status der RDW über den Fahrwerk-FlexRay, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument, das die entsprechende Meldung ausgibt.
Eine eventuelle Warnung ohne Positionsangabe erfolgt erst nach einigen Minuten Fahrt. In den darauf folgenden Fahrzyklen wird eine Erinnerungsmeldung angezeigt, solange die RDW nicht neu gestartet wurde. Die RDW muss über das Bedienmenü im Kombiinstrument neu gestartet werden, nachdem ein oder mehrere Reifen gewechselt oder die Reifendrücke verändert wurden. Eine anstehende Warnmeldung wird dadurch gelöscht.
Die Aktivierung erfolgt über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links und die Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts. Im Hauptmenü "Service" gelangt man zum Menüpunkt "Reifendruck", in dem die Reifendruckverlust-Warnung durch Bestätigen neu gestartet werden kann. Diese Anforderung wird über den Lenkungs-LIN und die Lenkradelektronik vom Steuergerät Mantelrohrmodul eingelesen und über den Fahrwerk-FlexRay, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument gesendet.
Nach dem Neustart erfolgt der Einlernvorgang. Dabei werden die relativen Abrollumfänge der Reifen in bis zu 7 verschiedenen Geschwindigkeitsintervallen (zwischen v = 15 und 250 km/h) eingelernt.
Während des Einlernvorgangs ist die RDW nicht aktiv. Gleichmäßige Druckverluste an allen 4 Reifen (z. B. durch Diffusion) werden nicht erkannt. Fehlbedienungen (z. B. Neustart der RDW bei deutlich zu geringem Reifendruck) werden ebenfalls nicht erkannt.
Referenzierte Dokumente
- gf4015p000203rf Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Fahrerinformation
- gf4015p9997rf Übersicht Systembauteile Reifendruckverlust-Warnung (RDW)