gf2760p2002ahe

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0100 · 2013-11-20

Gültig für: GETRIEBE 722.9 (außer 722.930) im TYP 205'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 205

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 722 901, 722 902, 722 903, 722 904, 722 905, 722 906, 722 907, 722 908, 722 909, 722 931, 722 932, 722 950, 722 960, 722 961, 722 962, 722 963, 722 964, 722 965, 722 966, 722 967, 722 968, 722 969, 722 971, 722 972, 722 993, 722 994, 722 995, 722 996, 722 997, 722 998, 722 999

GF27.60-P-2002AHE

Getriebesteuerung Funktion

20.11.13

GETRIEBE

722.9 (außer 722.930) im TYP 205

Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein

Klemme 87 (geschaltete Klemme 15) EIN

Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt

Getriebesteuerung allgemein

Die Getriebesteuerung steuert die Stellglieder (Regelmagnetventile) elektronisch an. Die Ventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte. Diese realisiert die hydraulische Funktionalität und ist Bestandteil der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8).

Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden acht elektromechanische Hydraulikventile angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Getriebes (Gangauswahl), den Arbeitsdruck und die Wandlerüberbrückung bestimmen.

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick-down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge, ausgelegt für:

Leeres Fahrzeug

Betriebswarmer Zustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter AGILITY SELECT (N72/4s1) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Das Signal wird über das Untere Bedienfeld (N72/4) eingelesen.

Das Untere Bedienfeld sendet den Tastenstatus über den UBF-LIN (LIN A3), die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9), den Telematik-CAN (CAN A), die Headunit (A26/17), den Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) zum Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und über den Peripherie-CAN (CAN PER) zum Steuergerät Antriebsstrang (N127). Das Steuergerät Antriebsstrang sendet den Tastenstatus über den Antriebs-CAN (CAN C1) zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Fahrpedalbewegung

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gangwahlschalterstellung

Fahrpedalstellung

Fahrprogrammwahl

Signalen auf dem Antriebs-CAN

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert

Schnelle Gaswegnahme:

Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen

Funktionsablauf Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente wie hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder und hydraulische Getriebesteuerung erfolgt über eine mit dem Drehmomentwandler verbundene Ölpumpe oder über die Elektrische Zusatzölpumpe (M42).

Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt.

Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich.

Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.

Die Elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe bei Ausrollschaltungen im Heißleerlauf. Die Ansteuerung erfolgt über das Steuergerät Zusatzölpumpe Getriebeöl (N89).

Funktionsablauf Kick-down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen.

Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert.

Das Signal "Kick-down" wird vom Steuergerät CDI (N3/9) bzw. Steuergerät ME (N3/10) empfangen und über den Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle unplausibler Signale ist das System Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld.

Mit dem DIRECT SELECT-Wählhebel (S16/13) kann der Fahrer die gewünschte Fahrstufe "P", "R", "N" oder "D" einlegen.

Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Getriebe unterbrechen.

Kurzzeit-M-Programm

Das Kurzzeit-M-Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten oder des DIRECT SELECT-Wählhebels aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einer Schubphase befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das M-Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangs-Schaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument (A1) angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit-M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten bzw. den DIRECT SELECT-Wählhebel in Richtung "Plus" betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangs-Schaltprogramm gewechselt.

Funktionsschema Elektrik Vollintegrierte Getriebesteuerung

PE27.19-P-2061-97FBA

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992AHE

Referenzierte Dokumente