D09.00-0008-79
Blockschaltbild |
A68 | Fahrpedalmodul | N3/36 | Steuergerät ME | |
B5/13 | Drucksensor vor Drosselklappe | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | |
B17 | Temperatursensor Ladeluft vor Drosselklappe | Y77/10 | Druckwandler Ladedruckregelung | |
B17/16 | Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe | Y101 | Umschaltventil Schubumluft | |
B18/8 | Drucksensor nach Luftfilter | CAN C | Antriebs-CAN | |
B28/24 | Saugrohrdruck-Sensor | CAN C1 | Motor-CAN | |
B70/2 | Hallsensor Kurbelwelle | O | Option | |
M16/50r1 | Istwert-Potenziometer 1 | S | Standard | |
M16/50r2 | Istwert-Potenziometer 2 |
Funktionsvoraussetzungen Aufladung allgemein
Klemme 87M EIN
Motor läuft.
Aufladung allgemein
Durch die Aufladung wird der Zylinderfüllungsgrad verbessert. Damit erhöhen sich das Motordrehmoment und die Leistung des Motors.
Die der erhöhten Luftmasse entsprechende Kraftstoffmenge wird vom Steuergerät ME (N3/36) zugemessen.
Bei der Aufladung wird die Strömungsenergie der Abgase (B) zum Antrieb des Abgasturboladers (50) genutzt.
Der Abgasturbolader (50) saugt Ansaugluft (A) über den Luftfilter am Verdichtereintritt an und führt diese über den Verdichteraustritt in das Ladeluftrohr zum Ladeluftkühler (110/2).
Durch die hohe Drehzahl des Verdichterrads und den daraus resultierenden hohen Volumenstrom wird die Luft im Ladeluftrohr zum Ladeluftkühler (110/2) verdichtet. Der maximale Ladedruck beträgt dabei ca. 0,8 bis 1,2 bar, je nach Motorvariante.
Der Geräuschdämpfer (50/3) am Verdichteraustritt dämpft die Ladedruckschwankungen und die damit verbundenen Strömungsgeräusche, die bei schnellen Drehzahländerungen entstehen.
Die verdichtete Ladeluft (C) strömt über das Ladeluftrohr zum Ladeluftkühler (110/2) in den Ladeluftkühler (110/3). Dieser kühlt die durch die Verdichtung erwärmte Ladeluft (C) ab und leitet sie über das Ladeluftrohr nach Ladeluftkühler (110/4) zur Drosselklappe und anschließend in den Ladeluftverteiler (12) weiter.
Aufbau der Aufladung |
12 | Ladeluftverteiler |
50 | Abgasturbolader |
50/1 | Ladedruckregelklappe |
50/2 | Unterdruckdose Ladedruckregelklappe |
50/3 | Geräuschdämpfer |
50/4 | Abgaskrümmer |
110/1 | Saugleitung |
110/2 | Ladeluftrohr zum Ladeluftkühler |
110/3 | Ladeluftkühler |
110/4 | Ladeluftrohr nach Ladeluftkühler |
B5/13 | Drucksensor vor Drosselklappe |
B17 | Temperatursensor Ladeluft vor Drosselklappe |
B17/16 | Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe |
B18/8 | Drucksensor nach Luftfilter |
B28/24 | Saugrohrdruck-Sensor |
M16/50 | Drosselklappensteller |
Y101 | Umschaltventil Schubumluft |
A | Ansaugluft |
B | Abgase |
C | Ladeluft (ungekühlt) |
D | Ladeluft (gekühlt) |
S09.00-4508-76
Aufladung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Teilfunktionen gegliedert:
Funktionsablauf Ladedruckregelung
Funktionsablauf Schubumluft
Funktionsablauf Ladedruckregelung
Die Ladedruckregelung erfolgt elektropneumatisch über den Druckwandler Ladedruckregelung (Y77/10).
Der Druckwandler Ladedruckregelung wird kennfeld- und lastabhängig vom Steuergerät ME zur Ladedruckregelung angesteuert.
Dazu wertet das Steuergerät ME folgende Sensoren und Funktionen des Motormanagements aus:
Drucksensor nach Luftfilter (B18/8)
Temperatursensor Ladeluft vor Drosselklappe (B17)
Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe (B17/16)
Drucksensor vor Drosselklappe (B5/13)
Saugrohrdruck-Sensor (B28/24)
Fahrpedalmodul (A68), über Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C)
Hallsensor Kurbelwelle (B70/2)
Klopfregelung
Getriebeüberlastschutz
Überhitzungsschutz
Im Volllastbetrieb wird maximaler Ladedruck aufgebaut.
Zur Verringerung des Ladedrucks werden die Abgase (B) für den Antrieb der Laderturbine, durch das Öffnen der Ladedruckregelklappe (50/1), über einen Bypass umgeleitet.
Der Druckwandler Ladedruckregelung (Y77/10) steuert dazu die Unterdruckdose Ladedruckregelklappe (50/2) mit Ladedruck aus dem Unterdruckspeicher im Ladeluftverteiler (12) an. Daraufhin öffnet die Unterdruckdose Ladedruckregelklappe (50/2) über ein Gestänge die Ladedruckregelklappe (50/1), die den Bypass verschließt.
Durch die Ladedruckregelklappe (50/1) können die Abgase (B) das Turbinenrad umgehen, wodurch der Ladedruck geregelt und die Turbinendrehzahl begrenzt wird.
Damit kann der Ladedruck von maximal 0,8 bis 1,2 bar je nach Motorvariante an die momentane Lastanforderung des Motors angepasst werden.
Zur Überwachung des aktuellen Ladedrucks gibt der Drucksensor vor Drosselklappe (B5/13) ein entsprechendes Spannungssignal an das Steuergerät ME.
Der Drucksensor vor Drosselklappe (B5/13), der sich in der Saugleitung (110/1) vor dem Abgasturbolader (50) befindet, dient dem Steuergerät ME zur Überwachung der Aufladung.
Die Ladelufttemperatur wird im Ladeluftverteiler (12) vom Temperatursensor Ladeluft nach Drosselklappe (B17/16) erfasst und dem Steuergerät ME in Form eines Spannungssignals mitgeteilt.
Funktionsablauf Schubumluft
Der Abgasturbolader (50) dreht durch die Massenträgheit von Welle, Verdichter- und Turbinenrad nach Schubbeginn etwas nach.
Beim schnellen Schließen der Drosselklappe läuft darum eine Ladedruckwelle zurück zum Abgasturbolader (50). Diese Ladedruckwelle würde am Verdichterrad einen Zustand mit niedrigem Fördervolumen und hohen Druckverhältnissen verursachen, was zum Laderpumpen führt (kurzer Heulton und mechanische Beanspruchung).
Das Öffnen des Umschaltventils Schubumluft (Y101) verhindert dies durch den schnellen Druckabbau über einen Bypass in die Ansaugseite des Abgasturboladers (50).
Schematische Darstellung Abgasturbolader mit Umschaltventil Schubumluft |
1 | Verdichter |
2 | Turbine |
3 | Zur Drosselklappe |
4 | Vom Motor |
Y101 | Umschaltventil Schubumluft |
A | Ansaugluft |
B | Abgase |
P09.40-2418-82
Im Lastbetrieb des Motors wird der Bypass durch eine mit Ladedruck beaufschlagte Membran geschlossen gehalten.
Ist der Motor abgestellt, wird die Membran über eine integrierte Feder im Umschaltventil Schubumluft (Y101) in den Dichtsitz gedrückt.
Erkennt das Steuergerät ME über Istwert-Potenziometer 1 (M16/50r1) und Istwert-Potenziometer 2 (M16/50r2) das Schließen der Drosselklappe und somit den Schubbetrieb, wird das Umschaltventil Schubumluft (Y101) angesteuert.
Dabei wird die Membran gegen die Federkraft und den Ladedruck aufgezogen und öffnet den Bypass zur Ansaugseite. Der überschüssige Ladedruck wird dadurch abgebaut.
Wechselt der Motor vom Schubbetrieb in den Lastbetrieb, wird das Umschaltventil Schubumluft (Y101) nicht länger angesteuert.
Die Feder drückt die Membran in Richtung des Dichtsitzes. Dort wird die Membran vom vorherrschenden Ladedruck in den Dichtsitz gezogen und verschließt den Bypass.
Schnittdarstellung Umschaltventil Schubumluft |
50 | Abgasturbolader |
50/2 | Unterdruckdose Ladedruckregelklappe |
50/3 | Geräuschdämpfer |
Y101 | Umschaltventil Schubumluft |
A | Zustand geschlossen |
B | Zustand geöffnet |
P09.40-2421-76
Referenzierte Dokumente
- gf0770d9998tsb Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung