Übersicht
Dieses Dokument enthält Informationen zu:
Allgemeines
Funktionsvoraussetzungen
Rekuperationsstufen
Grenzen der Rekuperation
Automatische Bremswirkung bei kartenbasierten Ereignissen
Automatische Bremswirkung bei Abstandsregelung
Gesamte Bremswirkung auf Vorder- und Hinterachse verteilen
Allgemeines
Bei Fahrzeugen mit zwei elektrischen Maschinen gelten die folgenden Erläuterungen je Maschine.
Im Schubbetrieb treibt das Fahrzeug die elektrische Maschine an. Da keine Kupplung vorhanden ist, ist der Kraftschluss im Antriebsstrang stets vorhanden. Wird das Fahrpedal bei rollendem Fahrzeug nicht betätigt, so wird entweder der Segelmodus aktiviert oder die elektrische Maschine nimmt Bewegungsenergie auf und wandelt sie in elektrische Energie um (Rekuperation). Die elektrische Maschine erzeugt bei Rekuperation eine Bremswirkung. Diese Bremswirkung kann in mehreren Rekuperationsstufen eingestellt oder automatisch geregelt werden.
Das Multifunktionsdisplay zeigt die aktuell eingestellte Rekuperationsstufe an.
Betätigt der Fahrer das Bremspedal, so wird die Bremswirkung zunächst durch Rekuperation erzeugt, bevor die Betriebsbremse einsetzt. Diese Art der Rekuperation ist in einem anderen Dokument beschrieben.
Die im Schubbetrieb gewonnene Energie wird über den im Steuergerät Leistungselektronik integrierten Wechselrichter in das Hochvolt-Bordnetz eingespeist.
Funktionsvoraussetzungen
Klemme 15 ein
Rekuperationsstufen
Der Fahrer hat die Möglichkeit über die Lenkradschalttaste hochschalten und die Lenkradschalttaste zurückschalten die Rekuperation im Schubbetrieb zu erhöhen oder zu verringern. Alternativ kann der Fahrer auch die automatische Regelung der Rekuperation wählen.
Nach erneutem Setzen der Klemme 15 oder nach einem Einlegen der Fahrstufe D ist automatisch die Rekuperationsstufe D aktiv.
Rekuperationsstufen |
Stufe | Rekuperation | Eigenschaften |
D+ | keine | Das Fahrzeug rollt frei (Segelmodus), es findet keine Rekuperation statt. |
D | normal | Mittlere Einstellung als Kompromiss aus Bremsen über Fahrpedal und Bremsen über Bremspedal. |
D- | verstärkt | Erhöhte Bremswirkung im Schubbetrieb. |
D- - | hoch | Maximale Bremswirkung im Schubbetrieb. |
DAUTO | automatisch | Die Höhe der Rekuperation und die Bremswirkung werden automatisch an die aktuelle Verkehrssituation angepasst. |
Grenzen der Rekuperation
Die Rekuperation im Schubbetrieb ist in den folgenden Situationen nur reduziert oder gar nicht vorhanden:
mit zunehmendem Ladezustand der Hochvoltbatterie
wenn die Hochvoltbatterie noch nicht betriebswarm ist
beim Fahren nahe dem Fahrzeugstillstand
während und nach einem Eingriff durch die Fahrdynamikregelung
In diesen Fällen wird die gewünschte Bremswirkung über die Betriebsbremse eingestellt.
Automatische Bremswirkung bei kartenbasierten Ereignissen
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung:
Fahrprogramm EL aktiv und Stufe DAUTO angewählt
Fahrprogramm C, BL oder E aktiv
In Abhängigkeit von kartenbasierten Ereignissen wird die Rekuperation entsprechend erhöht. Folgende Ereignisse beeinflussen die Rekuperation:
Geschwindigkeitsbegrenzung
Gefälle und Steigung
Kreuzungen und Kreisverkehr
Kurven
Die Steuerung Multimediasystem erzeugt Daten zum voraussichtlichen Streckenverlauf des Fahrzeugs.
Das Steuergerät Antriebsstrang wertet diese Daten aus, mit dem Ziel, die Fahrweise optimal an die vorausliegende Strecke anzupassen und somit den Energieverbrauch zu reduzieren. Dies wird durch eine intelligente Kombination von Segelbetrieb und höheren und längeren Rekuperationsphasen erreicht. Der Arbeitsbereich der Rekuperation umfasst hierbei alle manuell wählbaren Rekuperationsstufen.
Der Fahrer erhält über das Multimediadisplay und über das haptische Fahrpedal eine Rückmeldung zur optimalen Fahrpedalstellung.
Das Steuergerät Antriebsstrang berechnet die entsprechende Sollverzögerung und sendet die Anforderung für das Bremsmoment an das Steuergerät Leistungselektronik. Das Steuergerät Leistungselektronik steuert die elektrische Maschine entsprechend an.
Automatische Bremswirkung bei Abstandsregelung
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung:
Stufe DAUTO angewählt
Beim Auffahren auf ein langsameres Fahrzeug, Auffahren auf ein verzögerndes Fahrzeug oder bei Folgefahrten bergab wird die Rekuperation entsprechend erhöht. Über die relative Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wird eine Sollverzögerung berechnet und die elektrische Maschine entsprechend angesteuert.
Gesamte Bremswirkung auf Vorder- und Hinterachse verteilen
Bei Fahrzeugen mit zwei elektrischen Maschinen teilt die Antriebsregelung das gesamte Bremsmoment auf ein Bremsmoment für die Vorderachse und ein Bremsmoment für die Hinterachse auf. Die Aufteilung erfolgt unter anderem nach Kriterien der Achslastverteilung und der Antriebsschlupfregelung. Das maximale Bremsmoment wird mit einer Aufteilung von 70 % an der Vorderachse und 30 % an der Hinterachse erreicht.
Das Steuergerät Antriebsstrang fordert die Teil-Drehmomente beim jeweiligen Steuergerät Leistungselektronik an.
Referenzierte Dokumente
- gf0810p2000a Elektrische Maschine Grundfunktion
- gf0820p9891a Steuergerät Leistungselektronik Grundfunktion
- gf0820p9892a Steuergerät Antriebsstrang Elektroantrieb Grundfunktion
- gf3020p2000a Fahrpedalsensor Grundfunktion