gf0761d2006hb

Leerlauf ME Funktion

Typ gf · Thema 07.61 · Version 0100 · 2008-11-28

Gültig für: MOTOR 271.951 im TYP 906

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.61 Benzin-Einspritz- und Zündsystem ME — Baureihe 906

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 271 951

GF07.61-D-2006HB

Leerlauf ME Funktion

28.11.08

MOTOR 271.951 im TYP 906

Funktionsvoraussetzungen Leerlauf allgemein

Kl. 87M EIN

Kl. 61 EIN (Motordrehzahl > 700/min)

Fahrpedalmodul (B37/3) nicht betätigt (Leerlaufdrehzahlregelung Funktion)

Leerlauf allgemein

Folgende Teilfunktionen sind im Leerlauf aktiv und werden im Folgenden beschrieben:

Leerlaufdrehzahlregelung Funktion

Laufruheauswertung Funktion

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Leerlaufdrehzahlregelung Funktion

Die Leerlaufdrehzahlregelung regelt und stabilisiert die Leerlaufdrehzahl in Abhängigkeit von Betriebsbedingungen und Motorbelastungen.

Das Steuergerät ME (N3/29) liest zur Leerlaufdrehzahlregelung folgende Sensoren und Signale ein:

- Heißfilm-Luftmassenmesser (B2/13), Motorlast

- Temperaturfühler Kühlmittel (B11/18), Kühlmitteltemperatur

- Kurbelwellensensor (L5/12), Motordrehzahl

- Schalter Kupplungspedal (S40/3), mit Getriebe 711.6

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- Steuergerät EGS (N15/3), Fahrstufe über Control Area Network-Bus Klasse C (Motorraum) (CAN-C), mit Getriebe 722.6

- Steuer- und Bediengerät KLA (S98), mit Code (HH9) Klimaanlage geregelt, (Tempmatik) oder Code (H08) Hochleistungs-Klimaanlage, Status Klimaanlage über den Control Area Network-Bus Klasse B (Innenraum) (CAN-B), das Steuergerät EZS (N73) und den CAN-C

Das Steuergerät ME regelt die Leerlaufdrehzahl über den Drosselklappensteller (M16/47) und passt entsprechend der veränderten Luftmasse die Einspritzzeit der Kraftstoff-Einspritzventile an. Zur Unterstützung der Leerlaufdrehzahlregelung können vom Steuergerät ME die Zündwinkel der Zündspulen bis zu 20° KW nach "spät" oder bis zu 20° KW nach "früh" verstellt werden.

Der Eingriff durch die Zündwinkelverstellung reagiert schneller als der durch die Verstellung der Drosselklappe.

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Das Steuergerät ME regelt die Leerlaufdrehzahl unter folgenden Betriebsbedingungen und Motorbelastungen:

Funktionsablauf Warmlaufphase

Funktionsablauf Einlegen der Fahrstufe "D" oder "R" (mit Getriebe 722.6)

Funktionsablauf Betätigen des Kupplungspedals (mit Getriebe 711.6)

Funktionsablauf Regenerierung

Funktionsablauf Zuschalten des Kältemittelverdichters (A9) (mit Code (HH9) Klimaanlage geregelt, (Tempmatik) oder Code (H08) Hochleistungs-Klimaanlage)

Funktionsablauf Warmlaufphase

In der Warmlaufphase regelt das Steuergerät ME, abhängig von der Kühlmitteltemperatur, die Leerlaufdrehzahl, um den Katalysator nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur zu bringen.

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Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen in der Warmlaufphase sind:

- Kühlmitteltemperatur < 40 °C

- Fahrstufe "N" oder "P" eingelegt, mit Getriebe 722.6

- Kupplungspedal nicht betätigt, mit Getriebe 711.6

Das Steuergerät ME hebt die Leerlaufdrehzahl für ca. 20 s auf ca. 1100 bis 1300/min an. Nach Ablauf dieser Zeit wird die Leerlaufdrehzahl bei einer Kühlmitteltemperatur < 70 °C für ca. 50 s um ca. 50 bis 100/min angehoben.

Funktionsablauf Einlegen der Fahrstufe "D" oder "R" (mit Getriebe 722.6)

Mit Einlegen der Fahrstufe "D" oder "R" wird auf eine niedrigere Drehzahl geregelt, um die Kriechneigung des Fahrzeugs zu verringern.

Dazu wertet das Steuergerät ME die Information über die eingelegte Fahrstufe vom Steuergerät EGS aus.

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Funktionsablauf Betätigen des Kupplungspedals (mit Getriebe 711.6)

Bei Betätigen des Kupplungspedals wird die Leerlaufdrehzahl stabilisiert. Das Betätigen des Kupplungspedals wird vom Steuergerät ME durch den Schalter Kupplungspedal erkannt.

Funktionsablauf Regenerierung

Die Leerlaufdrehzahlregelung verhindert, dass es durch die Regenerierung zu Drehzahländerungen kommt.

Funktionsablauf Zuschalten des Kältemittelverdichters (mit Code (HH9) Klimaanlage geregelt, (Tempmatik) oder Code (H08) Hochleistungs-Klimaanlage)

Damit im Leerlauf die Motordrehzahl beim Zuschalten des Kältemittelverdichters nicht abfällt, gibt das Steuer- und Bediengerät KLA vor dem Zuschalten ein Statussignal an das Steuergerät ME. Das Steuergerät ME passt daraufhin die Leerlaufdrehzahl entsprechend an.

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Die Grundeinstellung der Leerlaufdrehzahl kann mit Star Diagnosis ausgelesen und beeinflusst werden.

Laufruheauswertung Funktion

Um den Katalysator bei Verbrennungsaussetzern vor thermischer Überlastung zu schützen, wird der Motorlauf ständig überwacht.

Das Steuergerät ME liest zur Laufruheauswertung folgende Sensoren und Signale ein:

- Heißfilm-Luftmassenmesser, Motorlast

- Nockenwellensensor Einlass (B6/21), Einlass-Nockenwellenposition

- Nockenwellensensor Auslass (B6/22), Auslass-Nockenwellenposition

- Temperaturfühler Kühlmittel, Kühlmitteltemperatur

- Fahrpedalmodul, Fahrpedalstellung

- Kurbelwellensensor, Motordrehzahl

- Kombiinstrument (A1), Kraftstoffstand über CAN-C

- Steuergerät ESP (N30/4), Raddrehzahlsignal über CAN-C

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Die Laufruheauswertung unterteilt sich in folgende Funktionsabläufe:

Funktionsablauf Erkennung von Verbrennungsaussetzern

Funktionsablauf Aussetzer-Zähler

Funktionsablauf Faktoren für die Laufruheauswertung

Funktionsablauf Erkennung von Verbrennungsaussetzern

Für die Laufruheauswertung wird das Signal vom Kurbelwellensensor über ein umfangreiches mathematisches Verfahren genau auf zeitliche Gleichförmigkeit zwischen den einzelnen Verbrennungen ausgewertet.

Jede einzelne Verbrennung muss an der Schwungmasse eine charakteristische Beschleunigung erzeugen.

Bei Verbrennungsaussetzern dreht die Schwungmasse bis zur nächsten Zündung etwas langsamer (Drehmomentschwankung).

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Erkennt die Laufruheauswertung im Steuergerät ME Verbrennungsaussetzer, wird nach einer bestimmten Anzahl von Verbrennungsaussetzern das entsprechende Kraftstoff-Einspritzventil nicht mehr angesteuert. Es werden jedoch maximal 2 Kraftstoff-Einspritzventile gleichzeitig abgeschaltet.

Funktionsablauf Aussetzer-Zähler

Die Summe der erkannten Verbrennungsaussetzer wird im Fehlerspeicher eingetragen und unterschieden in:

- Verbrennungsaussetzer "Zylinderspezifisch"

- Verbrennungsaussetzer "Emissionsgrenze"

- Verbrennungsaussetzer "Katalysatorschädigend"

Funktionsablauf Faktoren für die Laufruheauswertung

Folgende Faktoren beinflussen die Laufruheauswertung:

Motordrehzahl und Motorlast

Kühlmitteltemperatur

Erkennung von Fahrbahnunebenheiten

Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge

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Kraftstoff-Reservesignal

Geberadaption

Motordrehzahl und Motorlast

Aus der Motordrehzahl und der Motorlast wird vom Steuergerät ME ein Vergleichswert für die Zeit zwischen 2 Verbrennungen gebildet.

Kühlmitteltemperatur

Bei kaltem Motor sind mehr Verbrennungsaussetzer zulässig als bei betriebswarmem Motor.

Erkennung von Fahrbahnunebenheiten

Schwingungseinflüsse über den Antriebsstrang können bei bestimmten Motordrehzahlen und Lastzuständen die Auswertung des Motorlaufs negativ beeinflussen. Deshalb wird bei schlechter Fahrbahn (Waschbrett) der Toleranzbereich der Laufruheauswertung vergrößert. Das Raddrehzahlsignal (für die Erkennung eines gleichmäßigen Radlaufs) erhält das Steuergerät ME über den CAN-C vom Steuergerät ESP.

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Synchronisierung der Einspritz- und Zündfolge

Die Zylindererkennung aus den Signalen von Kurbelwellensensor und Nockenwellensensor Einlass bzw. Nockenwellensensor Auslass ist für die Fehlerspeicherung und -bewertung erforderlich.

Kraftstoff-Reservesignal

Sind Verbrennungsaussetzer erkannt, wird bei zu geringem Kraftstoffstand ein Fehler gesetzt. Mit dieser Zusatzinformation werden Verbrennungsaussetzer durch Kraftstoffmangel erkannt.

Das Steuergerät SAM (N10) wertet das Signal der Kraftstoffpumpe mit Tankgeber (M3/6) aus und gibt ein entsprechendes Signal über den CAN-B an das Kombiinstrument.

Das Steuergerät ME erhält die Information des Kraftstoffstands über den CAN-C vom Kombiinstrument.

Geberadaption

Der Toleranzbereich der Laufruheauswertung wird nach erfolgter Adaption des Kurbelwellensensors verkleinert.

Die Laufruheauswertung kann damit an die spezifischen Rundlaufeigenschaften des Motors angepasst werden.

In einer Schubphase (Fahrpedal nicht betätigt), bei der gleichförmiger Rundlauf herrscht, speichert das Steuergerät ME die Rundlaufeigenschaften des Motors. Zur Aussetzererkennung sind diese als Vergleichsgröße erforderlich.

Der Toleranzbereich der Laufruheauswertung ist im Steuergerät ME voreingestellt und kann bei Bedarf mit Star Diagnosis angepasst werden.

Steuergerät ME Bauteilbeschreibung

GF07.61-D-6000HB

Positionsgeber Kurbelwelle Bauteilbeschreibung

GF07.04-D-6010HB

Nockenwellenpositionssensor Bauteilbeschreibung

GF07.04-D-6021HB

Temperaturfühler Kühlmittel Bauteilbeschreibung

GF07.04-D-6040HB

Heißfilm-Luftmassenmesser Bauteilbeschreibung

GF07.07-D-6000HB

Drosselklappenansteller Bauteilbeschreibung

GF30.20-D-2021HB

Kraftstoff-Einspritzventile Bauteilbeschreibung

GF07.03-D-6010HB

Referenzierte Dokumente