Start-, Nachstart- und Warmlaufanreicherung allgemein
Um beim Kaltstart einen stabilen und ruhigen Motorlauf zu erreichen, reichert das Steuergerät ME (N3/10) das Kraftstoff-Luft-Gemisch an.
Anreicherungsrate-/Zeitdiagramm |
a | Start |
b | Abregelbeginn Nachstartanreicherung |
c | Beginn Warmlaufanreicherung |
t | Zeit |
t1 | Startanreicherung (Dauer z. B. 2 s) |
t2 | Nachstartanreicherung (Dauer z. B. 15 s bei 15 °C Kühlmitteltemperatur) |
t3 | Warmlaufanreicherung (Dauer entsprechend Kühlmitteltemperatur) |
A | Anreicherungsrate |
P07.61-3995-01
Startanreicherung
Um das Starten des kalten Motors zu erleichtern, muss während des Startvorgangs mehr Kraftstoff eingespritzt werden.
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 50 über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät ME.
Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Startanreicherung auf Basis der folgenden Signale:
Kühlmitteltemperatur
Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4)
Motordrehzahl
Hallsensor Kurbelwelle (B70)
Das Steuergerät ME verlängert die Einspritzdauer für die Startanreicherung zusätzlich abhängig von der Abstellzeit des Motors.
Das Steuergerät ME berechnet die erforderliche Einspritzdauer und steuert folgende Bauteile des Kraftstoffeinspritzsystems entsprechend an:
Kraftstoffinjektor Zylinder 1 (Y76/1)
Kraftstoffinjektor Zylinder 2 (Y76/2)
Kraftstoffinjektor Zylinder 3 (Y76/3)
Kraftstoffinjektor Zylinder 4 (Y76/4)
Das Steuergerät ME steuert folgende Bauteile des Zündsystems an:
Zündspule Zylinder 1 (T1/1)
Zündspule Zylinder 2 (T1/2)
Zündspule Zylinder 3 (T1/3)
Zündspule Zylinder 4 (T1/4)
Die Startanreicherung bleibt so lange aktiviert, bis eine von der Kühlmitteltemperatur abhängige Motordrehzahl überschritten wird. Je höher die Kühlmitteltemperatur, desto kleiner ist die vom Steuergerät ME berechnete Einspritzdauer.
Nachstartanreicherung
Nach dem Kaltstart wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch für kurze Zeit angereichert, um den Motorlauf zu stabilisieren. Die Menge des an den kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoffs wird durch die Nachstartanreicherung ausgeglichen. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer.
Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer auf der Basis der Signale des Kühlmitteltemperatur-Sensors. Zudem wertet das Steuergerät ME die Verbrennungszyklen nach Start und die Getriebewählhebelstellung aus. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) sendet Informationen zur eingelegten Fahrstufe über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME.
Warmlaufanreicherung
Nach der Start- und Nachstartanreicherung wird das Kraftstoff-Luft-Gemisch über die Warmlaufanreicherung weiterhin angereichert. Die Menge des an den noch kalten Zylinderlaufflächen kondensierenden Kraftstoffs wird durch die Warmlaufanreicherung ausgeglichen. Das Steuergerät ME verlängert dazu die Einspritzdauer.
Das Steuergerät ME berechnet die Einspritzdauer für die Warmlaufanreicherung auf Basis der folgenden Signale:
Einlassnockenwellen-Stellung
Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15)
Auslassnockenwellen-Stellung
Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16)
Kühlmitteltemperatur
Kühlmitteltemperatur-Sensor
Motorlast
Druck- und Temperatursensor nach Drosselklappe (B28/27)
Motordrehzahl
Hallsensor Kurbelwelle
Noch in der Warmlaufphase wird die Abgasrückführung aktiviert. Die heißen Abgase erwärmen die Brennräume zusätzlich. Dadurch verbessert sich die Kraftstoffverdampfung und die Warmlaufanreicherung kann verringert werden.
Im Leerlauf ist die Einspritzdauer hauptsächlich von der Kühlmitteltemperatur bei Motorstart abhängig. Bei Teillast ist die Motorlast entscheidend. Sobald die Lambdaregelung frei gegeben wird, überwacht diese die Einspritzdauer.
Referenzierte Dokumente
- gf0770p9998mrs Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung