gf4635p0001gn

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

Typ gf · Thema 46.35 · Version 0100 · 2015-02-06

Gültig für: TYP 166 ab Modell-J. 2016 TYP 292

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 46 Lenkung › 46.35 Elektrische Lenkung — Baureihe 166 · Baureihe 292

GF46.35-P-0001GN

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

06.02.2015

TYP

166

ab Modell-J. 2016

TYP

292

Elektrische Servolenkung (ES) Funktion

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

A1p13

Multifunktions-Display

A91b1

Drehmomentsensor elektrische Servolenkung

A91m1

Stellmotor elektrische Servolenkung

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/3

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/4

Drehzahlsensor Vorderachse links

N3/9

Steuergerät CDI (bei Dieselmotor)

N3/10

Steuergerät ME (bei Benzinmotor)

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

N49

Lenkradwinkelsensor

N62

Steuergerät Einparksystem (mit CODE 235 (Aktiver Park-Assistent))

N68

Steuergerät elektrische Servolenkung

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

X11/4

Diagnosekupplung

CAN D

Diagnose-CAN

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

P46.35-2102-76

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Status "Klemme 15 EIN"

Der Status der Klemme 15 EIN wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über den Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet.

elektrische Servolenkung (ES) allgemein

Die ES besteht aus dem Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung, dem Drehmomentsensor elektrische Servolenkung, dem Stellmotor elektrische Servolenkung und dem Steuergerät elektrische Servolenkung.

Die ES realisiert eine stufenlose geschwindigkeitsabhängige Regelung der Servolenkung.

Die Vorteile gegenüber einer hydraulischen Servolenkung sind:

Verbessertes Lenkgefühl

Kraftstoffeinsparung

Kein Hydrauliköl notwendig

Kompakte Bauweise

Geschwindigkeitsabhängige Servolenkung

Lenkungsrücklauf wird unterstützt

Diagnosefähigkeit

Die Systemdiagnose erfolgt über das Steuergerät elektronisches Zündschloss, den Diagnose-CAN und die Diagnosekupplung mit Hilfe von XENTRY Diagnostics.

Die ES setzt sich aus folgenden Unterfunktionen zusammen:

Funktionsablauf elektrische Servolenkung

Funktionsablauf Lenkassistenz

Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument

Funktionsablauf elektrische Servolenkung

Das Steuergerät elektrische Servolenkung benötigt zur Berechnung der erforderlichen Unterstützung der Lenkung folgende Informationen:

Aktuelles Lenkmoment, vom Drehmomentsensor elektrische Servolenkung

Aktuelle Raddrehzahlen ermittelt über Drehzahlsensor Vorderachse links, Drehzahlsensor Vorderachse rechts, Drehzahlsensor Hinterachse links und Drehzahlsensor Hinterachse rechts und bereitgestellt über den Fahrwerk-CAN 1, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Fahrwerk-CAN 2 vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

Lenkradwinkel und Lenkwinkelgeschwindigkeit, über den Fahrwerk-CAN 1, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Fahrwerk-CAN 2 vom Lenkradwinkelsensor im Steuergerät Mantelrohrmodul

Aktuelle Motordrehzahl > 400/min, über den Fahrwerk-CAN 1, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Fahrwerk-CAN 2 vom Steuergerät ME (bei Benzinmotor) oder Steuergerät CDI (bei Dieselmotor)

Das Steuergerät elektrische Servolenkung errechnet anhand dieser Informationen die einzustellende Unterstützung der Lenkung aus dem hinterlegten Kennfeld und steuert den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an.

Über einen Riementrieb wird die Unterstützung der Lenkung vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen. Die Drehrichtung des Stellmotors elektrische Servolenkung hängt von der Bewegungsrichtung des Lenkrads ab.

Die Unterstützung der Lenkung wird vom Stellmotor elektrische Servolenkung auf das Lenkgetriebe Zahnstangenlenkung übertragen und unterstützt dadurch das Lenkmoment des Fahrers.

Bei Fahrzeugstillstand steht keine elektrische Servolenkung zur Verfügung, wenn Motor und Zündung ausgeschaltet sind. Bei der ECO Start-Stopp-Funktion steht im Stillstand eine reduzierte Servolenkung zur Verfügung, wenn der Motor über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt wurde. Nach dem Ausschalten der Zündung ist die Servolenkung deaktiviert. Wird das Fahrzeug bei abgestelltem Motor und eingeschalteter Zündung rangiert, kommt es zu einer aktiven elektrischen Servolenkung.

Funktionsablauf Lenkassistenz

Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen, um ein optimales Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mit Hilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.

Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:

Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug

Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen

Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst.

Im Bedarfsfall wird die Botschaft "Drehmomentanforderung Lenkassistenz" über den Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss an das Steuergerät elektrische Servolenkung gesendet, welches den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend ansteuert.

Dabei sendet das Steuergerät Einparksystem (mit CODE 235 (Aktiver Park-Assistent)) folgende Signale über den Fahrwerk-CAN 2 an das Steuergerät elektrische Servolenkung:

aktueller Status des Steuergeräts Einparksystem

Fahrzeugstoppsignal, bei dem das Fahrzeug während des Einparkvorgangs an einem Rangierpunkt anhält

angeforderte Zahnstangenposition

Folgende Signale werden vom Steuergerät elektrische Servolenkung an das Steuergerät Einparksystem (mit CODE 235 (Aktiver Park-Assistent)) gesendet:

aktueller Status des Steuergeräts elektrische Servolenkung

Funktionsablauf Reduzierung Haltemoment

Wird ein Haltemoment bei Geradeausfahrt des Fahrzeugs, z. B. bei Seitenwind oder einseitig geneigter Fahrbahn vom Fahrer aufgebracht, erkennt dies das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das aufgebrachte Haltemoment wird durch die elektrische Servolenkung teilweise kompensiert.

Um eine Fehlkompensation (z. B. Autobahnkurve mit großem Radius) auszuschließen, empfängt das Steuergerät elektrische Servolenkung über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Drehrate (Fahrzeuggeschwindigkeit um die Hochachse) sowie die Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Die Reduzierung des Haltemoments des Fahrzeugs ist abhängig von der Geschwindigkeit.

Funktionsablauf Notlauf

Beim Einschalten der ES (über Klemme 15 EIN) führt das Steuergerät elektrische Servolenkung eine Selbstdiagnoset durch. Im Falle eines erkannten Fehlers wird die elektrische Servolenkung nicht eingeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar. Während des Fahrbetriebes prüft das Steuergerät elektrische Servolenkung die Signale des Drehmomentsensors elektrische Servolenkung.

Liegen diese Signale außerhalb der definierten Ober- oder Untergrenze, wird die ES vom Steuergerät elektrische Servolenkung abgeschaltet. Das Fahrzeug ist mit erhöhter Handkraft lenkbar.

Funktionsablauf Anzeige im Kombiinstrument

Das Steuergerät elektrische Servolenkung sendet die Anforderung für eine Warnmeldung über den Fahrwerk-CAN 2 an das Kombiinstrument.

Im Multifunktions-Display des Kombiinstruments wird daraufhin die Warnmeldung "Lenkhilfe defekt! Werkstatt aufsuchen!" angezeigt.

Funktionsschema Elektrik elektrische Servolenkung

PE46.35-P-2050-97NBA

Übersicht Systembauteile Elektrische Servolenkung (ES)

GF46.35-P-9997GN

Referenzierte Dokumente