GF42.30-S-3000A | ABS Regelfunktion | 26.10.99 |
TYP 638.094 /194 mit CODE (BB0) Bremsanlage Antiblockiersystem ABS
TYP 638.294
Bei kritischen Fahrverhältnissen (nasse oder glatte Fahrbahn, schreckhafte Reaktion des Fahrers, usw.) kann es während des Bremsvorganges zum Blockieren der Räder kommen, so daß das Fahrzeug ohne ABS lenkunfähig und daher von der Fahrbahn abkommen und ins Schleudern geraten kann.
In einer solchen Situation greift das Antiblockiersystem ABS ein. Es erkennt über die Drehzahlregler (B79, B80, B81 und B82) frühzeitig die Blockierneigung eines oder mehrerer Räder und sorgt augenblicklich dafür, daß der Bremsdruck konstant gehalten oder verringert wird (Steuerung der Magnetventile im Hydraulikaggregat und der ABS-Rückförderpumpe). Das Fahrzeug folgt der Lenkung, bleibt stabil und wird optimal gebremst.
-----------------------------------------------------------------------------------------
Regelkreis
Der ABS-Regelkreis geht von einer vereinfachten Regelstrecke aus:
- ein nicht angetriebenes Rad
- die Fahrzeugmasse
- die Radbremse
- eine idealisierte Reibungszahl-Schlupfkurve (Reibungszahl: Reibungskoeffizient zwischen Gewichtskraft am Rad und Fahrbahn)
Die Regelgröße ist die Raddrehzahl, woraus die Radumfangsverzögerung und der Bremsschlupf abgeleitet werden. Die Stellgröße ist der Bremsdruck am Rad.
-----------------------------------------------------------------------------------------
Referenzgeschwindigkeit
Die Berechnung des Bremsschlupfes wird vom Steuergerät ABS (A2) nicht direkt durchgeführt, sondern über eine Referenzgeschwindigkeit, die der Radgeschwindigkeit unter optimalen Bremsbedingungen entspricht.
Die Referenzgeschwindigkeit wird vom Steuergerät selbst aus den erzeugten Radgeschwindigkeitssignalen ständig neu errechnet.
Regelzyklus
Beschrieben wird der Regelzyklus an einem Rad. Je nach Fahr-bahnbeschaffenheit laufen ca. 4 bis 10 Regelzyklen pro Sekunde ab (das Steuergerät ABS erkennt auch die jeweils herrschenden Straßenbedingungen und paßt die Regelung daran an). Der Regelverlauf ist an den anderen Rädern gleich.
Erkennt das Steuergerät ABS, daß die Radgeschwindigkeit einen festgelegten Grenzwert erreicht hat, wird die ABS-Bremsregelung eingeleitet.
Der Druck im Bremskreis ist am Anfang des ABS-Regelprozesses konstant. Tritt eine Blockierneigung auf, wird der Druck abgesenkt. Gleichzeitig wird die im Speicher vorhandene Bremsflüssigkeit durch die Rückförderpumpe in den Bremskreis vor den Hauptbremszylinder zurückgepumpt.
Ist der Druck so niedrig, daß sich das Rad wieder beschleunigen will, erfolgt kein weiterer Druckabbau, sondern der Druck wird erneut konstant gehalten. Überschreitet die Beschleunigung des Rades den Grenzwert, wird der Druck wieder erhöht. Der Druck übersteigt dabei nicht den durch die Fußkraft erzeugten Druck im Hauptbremszylinder.
Dieser Regelungsprozeß wird so oft wiederholt, bis das Rad ohne Blockiergefahr rollt.
Die Hydraulikeinheit wird in den drei Regelphasen (Druckaufbau, Druckhalten und Druckabbau) durch entsprechende Signale des Steuergerätes ABS (A2) angesteuert.
Referenzierte Dokumente
- gf4230s4500a Steuergerät ABS Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion
- gf4230s4550b Raddrehzahlgeber Anordnung/Aufgabe/Aufbau/Funktion