gf3234p0002gr

Aktive Wankstabilisierung Funktion

Typ gf · Thema 32.34 · Version 0102 · 2014-07-30

Gültig für: TYP 166 bis Modell-J. 2016 mit CODE 468 (ACTIVE CURVE SYSTEM)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 32 Federung › 32.34 Wankregelung (WR) — Baureihe 166

GF32.34-P-0002GR

Aktive Wankstabilisierung Funktion

30.7.14

TYP

166

bis Modell-J. 2016

mit CODE 468 (ACTIVE CURVE SYSTEM)

Aktive Wankstabilisierung Funktion

P32.34-2034-79

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

N10

Steuergerät SAM

Y3/8n4

Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung

A1p13

Multifunktions-Display

N15/7

Steuergerät Verteilergetriebe (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))

Y36/9

Wegeventil Hinterachse aktive Wankstabilisierung

B4/26

Drucksensor 1 Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

N28/1

Steuergerät Anhängererkennung (mit CODE 550 (Anhängevorrichtung))

Y36/10

Druckregelventil Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

B4/27

Drucksensor 2 Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

Y36/11

Wegeventil Vorderachse aktive Wankstabilisierung

B4/28

Drucksensor 1 Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

N49

Lenkradwinkelsensor

Y36/12

Druckregelventil Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

B4/29

Drucksensor 2 Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

N51/3

Steuergerät AIRMATIC (mit CODE 489 (AIRMATIC (Luftfederung mit Niveaueinstellung und Adaptivem Dämpfungs-System ADS)))

Y86/2

Saugdrosselventil Aktive Wankstabilisierung

B24/20

Querbeschleunigungssensor Aktive Wankstabilisierung

N51/6

Steuergerät Aktive Wankstabilisierung

Y86/3

Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung

B37

Fahrpedalsensor

N72

Steuergerät Unteres-Bedien-Feld

CAN B

Innenraum-CAN

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

N72s36

Taste Komfort/Sport (ADS) (mit CODE 489 (AIRMATIC (Luftfederung mit Niveaueinstellung und Adaptivem Dämpfungs-System ADS)))

CAN C

Antriebs-CAN

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

N72/3

Steuergerät Offroad-Bedienfeld (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))

CAN D

Diagnose-CAN

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

N72/3s1

Fahrprogrammregler Offroad-Paket (mit CODE 430 (On & Offroad Paket))

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

N3/9

Steuergerät CDI (bei Dieselmotor)

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

LIN B12

Mittelkonsolenschalter-LIN

N3/10

Steuergerät ME (bei Benzinmotor)

X11/4

Diagnosekupplung

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Motor läuft

Fahrstufe "D" oder "N"

System allgemein

Die aktive Wankstabilisierung erhöht und verbessert den Fahrkomfort und die Fahrdynamik.

Dies erfolgt durch folgende Systemeigenschaften:

Verbesserter Federungskomfort beim Querwerfen des Aufbaus

Stabilisierung des Aufbaus bei Querneigung, Seitenwind und ungleicher Beladung

Erhöhte Fahrsicherheit durch gutmütiges Spurwechselverhalten bis zur Fahrzeughöchstgeschwindigkeit

Wankstabilisierung bei Kurvenfahrten und aktiver Radlastverteilung

Erhöhte Agilität mit deutlich reduziertem Lenkwinkelbedarf

Verbesserte Verwindungsfähigkeit im Gelände (Achsverschränkung)

Verbesserte Abtastung von Einzelhindernissen

Bei der aktiven Wankstabilisierung werden die herkömmlichen (passiven) Drehstäbe an Vorder- und Hinterachse durch 2 Drehstäbe ersetzt, die einen aktiven Eingriff erlauben. Der aktive Eingriff wird durch die Verwendung von 2 hydraulischen Stabilisatoren ermöglicht.

Das Steuergerät Aktive Wankstabilisierung regelt kennfeldabhängig den hydraulischen Druck im jeweiligen hydraulischen Stabilisatorsteller.

Die wichtigste Eingangsgröße ist die Querbeschleunigung des Fahrzeugs. Diese wird zum einen über den Querbeschleunigungssensor Aktive Wankstabilisierung gemessen und zum anderen rechnerisch vom Steuergerät Aktive Wankstabilisierung durch folgende Eingangsgrößen ermittelt:

Lenkradwinkel, über den Lenkradwinkelsensor

Lenkradwinkelgeschwindigkeit, vom Steuergerät Mantelrohrmodul

Fahrzeuggeschwindigkeit, über den Drehzahlsensor Vorderachse links, den Drehzahlsensor Vorderachse rechts, den Drehzahlsensor Hinterachse links und den Drehzahlsensor Hinterachse rechts

Der berechnete und der gemessene Wert der Querbeschleunigung werden miteinander verglichen. Bleibt die Wertedifferenz unter einem festgelegten Grenzwert, so wird der berechnete Wert zur Bestimmung des Wankmoments verwendet.

Überschreitet die Wertedifferenz den Grenzwert, so wird zum gemessenen Wert der Querbeschleunigung übergeblendet. Aus dem Querbeschleunigungswert kann das hierzu proportionale auf den Fahrzeugaufbau wirkende Wankmoment berechnet werden.

Die beiden aktiven Drehstäbe müssen gemeinsam ein entsprechendes Gegenmoment aufbauen, um den Wankwinkel zu reduzieren. Das Steuergerät Aktive Wankstabilisierung berechnet dazu den Solldruck in den hydraulischen Stabilisatorstellern und legt fest, wie viel Prozent des Gegenmoments vom vorderen Drehstab und wie viel vom hinteren Drehstab übernommen werden müssen. Ziel ist ein stabiles für den Fahrer leicht zu beherrschendes Fahrverhalten des Fahrzeugs.

Durch die aktive Wankstabilisierung kann je nach Fahrsituation, z. B. in Abhängigkeit von der Fahrzeuggeschwindigkeit, die Wankmomentverteilung zwischen dem vorderen und dem hinteren Drehstab dynamisch verstellt werden.

Wird beispielsweise bei hoher Fahrzeuggeschwindigkeit mehr Wankmoment auf den vorderen Drehstab verlagert, so ändert sich das Fahrverhalten des Fahrzeugs in Richtung Untersteuern und stabilen Geradeauslauf. Das Fahrzeug weist ein gutmütiges Spurwechselverhalten auf.

Im mittleren Geschwindigkeitsbereich erlebt der Fahrer durch die aktive Wankstabilisierung ein agileres Fahrzeug. Der Lenkradwinkelbedarf wird reduziert.

Bei "Klemme 15 EIN" wird zunächst eine interne Funktionsprüfung des Steuergeräts Aktive Wankstabilisierung durchgeführt.

Im Anschluss daran werden die elektrischen Funktionen folgender Sensoren und Stellglieder getestet:

Drucksensor 1 Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

Drucksensor 2 Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

Drucksensor 1 Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

Drucksensor 2 Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

Querbeschleunigungssensor Aktive Wankstabilisierung

Wegeventil Hinterachse aktive Wankstabilisierung

Druckregelventil Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

Wegeventil Vorderachse aktive Wankstabilisierung

Druckregelventil Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

Saugdrosselventil Aktive Wankstabilisierung

Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung

Zusätzlich erfolgt eine Überprüfung der hydraulischen Sicherheitsfunktionen nach dem ersten Fahrtantritt. Das System muss einmalig aktiv gewesen sein.

Dabei wird ein Prüfdruck zwischen der Hydraulikpumpe Aktive Wankstabilisierung und dem Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung aufgebaut.

Damit wird geprüft, ob sich das Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung im stromlosen Zustand auch wirklich in der gewünschten Position (geschlossen) befindet. Gleichzeitig wird die Funktion des Druckregelventils Vorderachse Aktive Wankstabilisierung getestet.

Im hydraulischen Stabilisatorsteller der Vorderachse baut sich kein Druck auf, sodass diese Überprüfung im Fahrzeug nicht spürbar ist.

Die aktive Wankstabilisierung ist bei stehendem Fahrzeug oder bei einer Fahrzeuggeschwindigkeit v < 5 km/h vollkommen ausgeblendet, alle Ventile sind stromlos. Bei stehendem Fahrzeug werden keine aktiven Momente gestellt.

Ein schief stehendes Fahrzeug (z. B. einseitige Beladung, Fahrzeug steht am Bordstein) verursacht somit keinen Regeleingriff, obwohl der Querbeschleunigungssensor Aktive Wankstabilisierung ein Signal liefert.

Ab einer Fahrzeuggeschwindigkeit v = 5 km/h wird die aktive Wankstabilisierung gestartet, bis sie ab einer Fahrzeuggeschwindigkeit von 30 km/h voll wirksam ist.

Im Offroad-Betrieb ist die Funktion bereits im Stand gegeben, um das Fahrzeug bei Querneigung abzustützen. Das System bleibt im Offroad-Betrieb so lange aktiv, bis der Motor ausgeht oder die Gangwählstufe "P" eingelegt wird.

Die Funktion der aktiven Wankstabilisierung unterteilt sich in folgende Zustände:

Geradeausfahrt

Kurvenfahrt

Systemausfall

Geradeausfahrt

Läuft der Motor, fördert die Hydraulikpumpe Aktive Wankstabilisierung Hydrauliköl in das System. Das Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung ist bestromt (geöffnet). Das Saugdrosselventil Aktive Wankstabilisierung ist nicht bestromt und begrenzt somit den Ölzulauf zur Hydraulikpumpe Aktive Wankstabilisierung. Der auf eine Seite des hydraulischen Stabilisatorstellers wirkende Druck hat keine Auswirkung auf die jeweiligen Drehstäbe, da er über die innere Leckage abgebaut wird.

Das Druckregelventil Vorderachse Aktive Wankstabilisierung und das Druckregelventil Hinterachse Aktive Wankstabilisierung sind nicht bestromt und daher geöffnet. Das Hydrauliköl kann direkt in den Ölbehälter Aktive Wankstabilisierung zurückfließen. Der Druck im System ist niedrig. Er wird nur bestimmt durch die Durchflusswiderstände der Leitungen und Ventile.

Kurvenfahrt

Wird eine Kurve angefahren, steuert das Steuergerät Aktive Wankstabilisierung mit Hilfe von pulsweitenmodulierten Signalen folgende Ventile an:

Wegeventil Vorderachse aktive Wankstabilisierung

Druckregelventil Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

Wegeventil Hinterachse aktive Wankstabilisierung

Druckregelventil Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

Saugdrosselventil Aktive Wankstabilisierung

Das Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung ist weiterhin bestromt (geöffnet).

Je größer die Querbeschleunigung ist, um so höher ist der Hydraulikdruck, der in den hydraulischen Stabilisatorsteller aufgebaut wird. Über folgende Sensoren erfasst das Steuergerät Aktive Wankstabilisierung den Istdruck und regelt diesen auf den Solldruck ein:

Drucksensor 1 Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

Drucksensor 2 Vorderachse Aktive Wankstabilisierung

Drucksensor 1 Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

Drucksensor 2 Hinterachse Aktive Wankstabilisierung

Über die Ansteuerung des Wegeventils Vorderachse aktive Wankstabilisierung und des Wegeventils Hinterachse aktive Wankstabilisierung wird entsprechend dem Kurvenverlauf (Rechts- oder Linkskurve) die erforderliche Drehrichtung (links oder rechts) des jeweiligen hydraulischen Stabilisatorstellers festgelegt.

Aufgrund der Einbauposition der Drehstäbe (vor der Vorderachse und hinter der Hinterachse) ergeben sich unterschiedliche Drehrichtungen der hydraulischen Stabilisatorstellern.

Systemausfall

Wird ein Systemfehler erkannt, so erfolgt ein Eintrag in den Fehlerspeicher des Steuergeräts Aktive Wankstabilisierung. Gleichzeitig erscheint eine entsprechende Meldung im Multifunktions-Display des Kombiinstruments.

Das Sicherheitsventil Aktive Wankstabilisierung wird nicht mehr bestromt und ist geschlossen. Das Hydrauliköl im hydraulischen Stabilisatorsteller der Vorderachse ist eingeschlossen und blockiert diesen. Der aktive Drehstab an der Vorderachse hat nun die Wirkung eines passiven Drehstabs. Gleichzeitig wird der Förderstrom der Hydraulikpumpe direkt und drucklos zum Ölbehälter Aktive Wankstabilisierung geleitet.

Der hydraulische Stabilisatorsteller der Hinterachse bleibt offen. Damit ergibt sich ein untersteuerndes sicheres Fahrverhalten des Fahrzeugs.

Funktionsschema Elektrik Aktive Wankstabilisierung

PE32.34-P-2050-97NAA

Übersicht Systembauteile Aktive Wankstabilisierung

GF32.34-P-9998GR

Referenzierte Dokumente