gf2760p2002gd

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0100 · 2014-09-26

Gültig für: GETRIEBE 722.6 im TYP 461 ab Modell-J. 2015

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 461

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 722 6**

GF27.60-P-2002GD

Getriebesteuerung Funktion

26.9.14

GETRIEBE

722.6 im TYP 461

ab Modell-J. 2015

Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein

Klemme 15 EIN

Getriebesteuerung allgemein

Die Getriebesteuerung steuert die Ventile elektronisch an. Die Ventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte. Diese realisiert die hydraulische Funktionalität und ist Bestandteil der Elektrischen Steuereinheit (Y3/6). Die Funktion des Steuergeräts EGS besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden sechs elektromechanische Regelmagnetventile angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Getriebes (Gangauswahl) und den Arbeitsdruck bestimmen. Das Steuergerät EGS, Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul (N15/5), Steuergerät VGS (N15/7) und das Steuergerät CDI (N3/9) lesen für die Prüfung der Funktionsvoraussetzung den Status der Klemme 15 EIN. Der Status Klemme 15 EIN wird vom Zündschloss gesendet.

Folgende Regelmagnetventile werden von dem Steuergerät EGS angesteuert:

Regelmagnetventil Modulierdruck (Y3/6y1)

Regelmagnetventil Schaltdruck (Y3/6y2)

Magnetventil 1-2 und 4-5 Schaltung (Y3/6y3)

Magnetventil 3-4 Schaltung (Y3/6y4)

Magnetventil 2-3 Schaltung (Y3/6y5)

PWM-Magnetventil Wandlerüberbrückung (Y3/6y6)

Folgende Signale werden von dem Steuergerät EGS verarbeitet:

Wählbereichssensor (S16/10) über Antriebs-CAN (CAN C) vom Steuergerät Elektronisches Wählhebelmodul

Temperatursensor Getriebeöl (Y3/6b1)

Drehzahlsensor n2 (Y3/6n2)

Drehzahlsensor n3 (Y3/6n3)

Anlasssperrkontakt (Y3/6s1)

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick-down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 5 Gänge, ausgelegt für:

Leeres Fahrzeug

Betriebswarmer Zustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Fahrpedalbewegung

Das Steuergerät EGS überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gangwahlschalterstellung

Fahrpedalstellung

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) sendet das Raddrehzahlsignal und das Signal des Fahrpedals über den Antriebs-CAN an das Steuergerät EGS. Das Signal der Wählhebelstellung wird vom Steuergerät EGS über Antriebs-CAN an das Kombiinstrument (A1) gesendet. Diese stellt die aktuell eingelegte Wählhebelstellung im Multifunktionsdisplay (A1p13) dar.

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert

Schnelle Gaswegnahme:

Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente in der Elektrischen Steuereinheit. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente erfolgt über eine Ölpumpe. Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Volllast und Kick-down möglich. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.

Funktionsablauf Kick-down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen. Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert. Das Signal "Kick-down" wird vom Steuergerät CDI an das Steuergerät EGS übermittelt. Das Steuergerät EGS steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle unplausibler Signale ist das System Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld.

Im Fehlerspeicher werden bis zu 16 Fehler gleichzeitig gespeichert. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen werden. Den Status Diagnose Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung (X11/4) vom Steuergerät EGS über den Antriebs-CAN, Steuergerät Zentrales Gateway mit Zusatzfunktionen (N161) und Diagnose-CAN (CAN D).

Funktionsschema Elektrik Elektronische Getriebesteuerung (EGS)

GETRIEBE 722.6 im TYP 461 ab Modell-J. 2015

PE27.19-P-2050-97ZGB

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992GD

Referenzierte Dokumente