gf2760p2000rfh

Schaltung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0106 · 2017-04-05

Gültig für: Getriebe 724.2 im Typ 205, 253

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 205 · Baureihe 253

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 724 2**

GF27.60-P-2000RFH

Schaltung Funktion

05.04.2017

Getriebe

724.2 im Typ 205, 253

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Verbrennungsmotor oder elektrische Maschine (A79/1) Ein

Getriebe nicht im Notlauf

Das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Antriebs-CAN (CAN C1) an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4).

Schaltung allgemein

Die vollintegrierte Getriebesteuerung initiiert durch elektrohydraulische Ansteuerungen alle Schaltvorgänge und Fahrstufenänderungen. Über den rechts am Mantelrohrmodul angeordneten DIRECT SELECT-Wählhebel (S16/13) können die Fahrstufen "P", "R", "N", "D" angewählt werden. Das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) liest die Schaltstellungen des DIRECT SELECT-Wählhebels direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Der eingelegte Gang und die gewählte Fahrstufe werden im Kombiinstrument (A1) angezeigt. Hierfür sendet das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung Informationen zum gewählten Gang und zur eingelegten Fahrstufe über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Peripherie-CAN (CAN PER), Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) und Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument steuert daraufhin die Ganganzeige (A1p12) bzw. die Fahrprogrammanzeige (A1p16) an.

Zum Umsetzen von Schaltvorgängen wertet das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung fortlaufend die Signale folgender Bauteile aus:

Öldrucksensor Nasskupplung (Y3/8b1)

Öldruckschalter D/R 1 (Y3/8b3)

Öldruckschalter D/R 2 (Y3/8b4)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor interne Antriebsdrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Getriebeöltemperatur-Sensor (Y3/8s2)

Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung zum Umsetzen von Schaltvorgängen folgende Bauteile an:

Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)

Regelmagnetventil Arbeitsdruck (Y3/8y1)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K1 (Y3/8y2)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K2 (Y3/8y3)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K3 (Y3/8y4)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B1 (Y3/8y5)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B2 (Y3/8y6)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B3 (Y3/8y7)

Regelmagnetventil Nasskupplung (Y3/8y9)

Umschaltventil D/R (Y3/8y10)

Umschaltventil Parksperre (Y3/8y11)

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung kommuniziert über Antriebs-CAN mit dem Steuergerät CDI oder dem Steuergerät ME. Dabei werden folgende Informationen ausgetauscht:

Status Motormanagement (von Steuergerät CDI oder Steuergerät ME)

Signal Antriebsstrang betriebsbereit (von Steuergerät CDI oder Steuergerät ME)

Signal Motor läuft (von Steuergerät CDI oder Steuergerät ME)

Anforderung Schaltpunktanhebung (von Steuergerät CDI oder Steuergerät ME)

Status Getriebesteuerung (von Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung)

Anforderung Reduzierung Motordrehmoment (von Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung)

Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME kommuniziert über Motor-CAN (CAN C), Steuergerät Antriebsstrang und Hybrid-CAN (CAN L) mit dem Steuergerät Leistungselektronik (N129/1). Dabei werden folgende Informationen ausgetauscht:

Anforderung Drehmoment elektrische Maschine (A79/1) reduzieren (Steuergerät Leistungselektronik)

Status elektrische Maschine (an Steuergerät CDI oder Steuergerät ME)

Der Funktionsablauf Schaltung ist in folgende Bereiche unterteilt:

Grundschaltprogramm

Schaltbereich auswählen

Schalten (z. B. vom 1. in den 2. Gang)

Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge bei optimalen Betriebsbedingungen (z. B. Fahrzeug unbeladen, ebene Fahrbahn).

Abhängig vom Beladungszustand des Fahrzeugs, dem Fahrwiderstand (z. B. Anhängerbetrieb (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))) und der Beschleunigungsanforderung wird dieses Grundschaltprogramm durch das Verschieben der Schaltkennlinien modifiziert.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung schaltet dann abhängig von der Fahrzeuggeschwindigkeit, der Fahrstufe und der Fahrpedalstellung.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) sendet hierfür Informationen zu den Raddrehzahlen über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Schaltstellungen des DIRECT SELECT-Wählhebels direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zur Fahrpedalstellung über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden bei langsamer Gaswegnahme verhindert.
Das Hochschalten in den nächsten Gang wird bei schneller Gaswegnahme verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.

Das Grundschaltprogramm kann vom Fahrer durch Betätigen des Schalters AGILITY SELECT (N72/4s1) (bis Modelljahr 2016) oder des Schalters DYNAMIC SELECT (N72/4s11) (ab Modelljahr 2016) im unteren Bedienfeld links (N72/4) verändert werden. Das untere Bedienfeld links liest den entsprechenden Status direkt ein und sendet diesen über UBF-LIN (LIN A3), Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9), Telematik-CAN (CAN A), Headunit (A26/17), Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Peripherie-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Daraufhin ändert das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung die Schaltbereiche.

Schaltbereich auswählen

Im Fahrprogramm Economy "E" steht im Vergleich zum Fahrprogramm Sport "S" ein kürzerer Schaltbereich (Schalten bei geringer Drehzahl des Verbrennungsmotors bzw. der elektrischen Maschine) und damit ein geringeres Antriebsmoment bei Vorwärts- und Rückwärtsanfahrt zur Verfügung. Dies ermöglicht ein sanfteres Anfahren, da die Gänge nicht vollständig ausgedreht werden. Der Rückwärtsgang, die Parkstellung und die Neutralstellung können nur über den DIRECT SELECT-Wählhebel geschaltet werden.

Über die Fahrprogrammwahl "E" bzw. "S" können die Schwellen zur Zu- bzw. Abschaltung des Verbrennungsmotors bei Hybridbetrieb verändert werden. Im Fahrprogramm "S" wird schon bei einer geringeren Fahrpedalschwelle der Verbrennungsmotor zugeschaltet, um eine schnellere Beschleunigung zu bewirken.

In den Fahrprogrammen Sport "S" und Economy "E" kann der Fahrer durch Betätigung der Lenkradschalttaste zurückschalten (S110/1) und der Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) folgende Funktion anwählen:

Gangbegrenzung aktivieren

Schalten in optimalen Gang

Erhöhen der Schaltbegrenzung

Gangbegrenzung aufheben

Gangbegrenzung aktivieren

Einmaliges Betätigen der Lenkradschalttaste zurückschalten aktiviert die Funktion Gangbegrenzung (wenn es die Drehzahl des Verbrennungsmotors bzw. der elektrischen Maschine zulässt, wird in den Gang zurückgeschaltet, der um einen Gang unter dem aktuell genutzten liegt).

Schalten in optimalen Gang

Durch Betätigen und Halten der Lenkradschalttaste zurückschalten wird die Funktion "Schalten in optimalen Gang" angewählt. Gewählt wird der Gang, der die beste Fahrzeugbeschleunigung ermöglicht.

Erhöhen der Schaltbegrenzung

Einmaliges Betätigen der Lenkradschalttaste hochschalten bei gewählter Gangbegrenzung bewirkt ein Erhöhen der Schaltbegrenzung um einen Gang (z. B. von 3 nach 4).

Gangbegrenzung aufheben

Durch Betätigen und Halten der Lenkradschalttaste hochschalten wird die Gangbegrenzung vollständig aufgehoben (Schalten nach "D").

Die Lenkradelektronik (N135) liest die Signale der Lenkradschalttasten direkt ein und sendet diese über Lenkungs-LIN (LIN E1), Steuergerät Mantelrohrmodul, Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Dieses setzt die Anforderung in hydraulische Signale um, die von den jeweiligen Regelventilen ausgeführt werden.

Schalten (z. B. vom 1. in den 2. Gang)

Im 1. Gang sind die Lamellenbremse B2, die Lamellenbremse B3 und die Lamellenkupplung K3 geschaltet. Beim Schalten vom 1. in den 2. Gang wird die Lamellenbremse B3 abgeschaltet und die Lamellenbremse B1 zugeschaltet. Der Schaltvorgang wird vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gestartet. Dabei wird die Lamellenbremse B1 gefüllt und stetig der Druck in der Lamellenbremse B1 erhöht. Gleichzeitig wird der Druck in der Lamellenbremse B3 reduziert. Es handelt sich dabei um einen fließenden Übergang. Wenn das Drehmoment des 2. Gangs erreicht ist, muss die Drehzahl des Verbrennungsmotors bzw. der elektrischen Maschine an das Niveau des 2. Gangs angeglichen werden (Überhöhungsphase). Diese Drehzahlangleichung wird deswegen erreicht, weil der Druck in der Lamellenbremse B1 erhöht wird und gegebenenfalls vom Steuergerät CDI oder vom Steuergerät ME eine Motormomentreduzierung durchgeführt wird. Beim Hybrid- bzw. reinen Elektrobetrieb sendet das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME zusätzlich die Anforderung zur Drehmomentreduzierung der elektrischen Maschine über Motor-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Hybrid-CAN an das Steuergerät Leistungselektronik.

Bei Unterdrehzahl wird zurückgeschaltet. Bei Überdrehzahl wird hochgeschaltet. Bei Fahrzeugstillstand wird automatisch in den 1. Gang geschaltet. Ein Anfahren ist sowohl im 1. als auch im 2. Gang möglich.

Kurzzeit-M-Programm
Das Kurzzeit-M-Programm ist ein temporäres Programm, das beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert wird. Beim Betätigen einer der Lenkradschalttasten schaltet die Getriebesteuerung hoch oder zurück, sofern dies zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster wird das Kurzzeit-M-Programm deaktiviert. Das Zeitfenster kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), das Erkennen einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug im Schubbetrieb befindet. Nach Ablauf des Zeitfensters wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Der Fahrer kann das Kurzzeit-M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig beenden, z. B., wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. In diesem Fall wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen.

Funktionsschema Elektrik Schaltung

PE27.19-P-2057-97FBH

Notlauf Funktion

GF27.60-P-3012RFH

Fahrstufe einlegen Funktion

GF27.60-P-3009RFH

Nasskupplung Funktion

GF27.51-P-1002RFH

Steuerdruck Nasskupplung Funktion

GF27.60-P-3027RFH

Arbeits-, Schmier- und Schaltdruck Funktion

GF27.60-P-3024RFH

Regelventildruck Funktion

GF27.60-P-3017RFH

Referenzierte Dokumente