W26.21-A007-79
A1 | Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) | LIN 3 | Multifunktionshebel-LIN rechts | |
A1 p1 | Multifunktionsdisplay | LIN 7 | Tastengruppe-LIN | |
A2 | Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) | LIN 9 | Schalterfeld-LIN | |
A3 | Steuergerät Fahrregelung (CPC) | S23 | Multifunktionshebel rechts | |
A5 | Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) | S23 s1 | Schalter Getriebestellung (D/N/R) | |
A7a | Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) | S23 s2 | Schaltwippe (+/-) | |
A46 | Schaltermodul Instrumententafel 3 | S23 s3 | Taste Fahrprogramm (M/A) | |
CAN 2 | Innenraum-CAN | S110 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad links | |
CAN 3 | Rahmen-CAN | S111 | Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts | |
CAN 4 | Antriebs-CAN | S937 | Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (nur Allrad-Fahrzeuge) |
Normalbetrieb
Die Schaltbefehle werden über die im Multifunktionshebel rechts (S23) integrierten Bedienelemente erfasst:
Schalter Getriebestellung (D/N/R) (S23 s1)
Schaltwippe (+/-) (S23 s2)
Taste Fahrprogramm (M/A) (S23 s3)
Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) liest die Schaltsignale über den Multifunktionshebel-LIN rechts (LIN 3) vom Multifunktionshebel rechts (S23) ein. Anschließend wertet sie das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) aus und übermittelt entsprechende CAN-Botschaften über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5).
Es können 6 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang und die Neutralstellung geschaltet werden.
Automatischer Betrieb
Im automatischen Betrieb wird der optimale Gang (Sollgangvorgabe) vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) bestimmt.
Die Gangwahl ist abhängig von folgenden Einflussgrößen:
Fahrgeschwindigkeit
Fahrpedalstellung (Sollmoment)
Lastzustand des Motors
Betriebspunkt des Zielgangs
Motordrehzahl des Getriebes
Betätigung der Dauerbremse
Beladungszustand des Fahrzeugs
Schaltprogramm
Geländeverlauf der Fahrbahn
Manueller Betrieb
Unterschied zum automatischen Betrieb:
Die Schaltvorgänge müssen vom Fahrer eingeleitet werden, d. h. der Fahrer bestimmt den Schaltzeitpunkt und die Schaltrichtung
Die Kick-down-Funktion ist nicht verfügbar
Bedienung der Fahrfunktionen
Die Fahrfunktionen ermöglichen dem Fahrer im täglichen Fahrbetrieb Kraftstoff sparendes Fahren. Sie erhöhen den Fahrkomfort und unterstützen ihn in schwierigen Situationen.
Auswählbare Fahrfunktionen sind:
EcoRoll-Modus in bestimmten Fahrsituationen zur Unterstützung einer Kraftstoff sparenden Fahrweise durch automatisches Schalten in Neutralstellung "N", bei nicht betätigtem Fahrpedal.
Freischaukel-Modus für ein Herausschaukeln des Fahrzeugs aus einer Geländevertiefung.
Kriechmodus für selbstständiges Anrollen beim Lösen der Betriebsbremse und Leerlaufrollen ohne Fahrpedalbetätigung.
EcoRoll-Modus
Voraussetzung
Funktion EcoRoll-Modus aktiviert
Fahrgeschwindigkeit war > 35 km/h und ist > 25 km/h (Hysterese)
Fahrpedal nicht betätigt
Betriebsbremse oder Dauerbremse nicht betätigt
Fahrerassistenzsystem nicht im Regelbetrieb
Bremsassistenzsysteme nicht im Regelbetrieb
Nebenabtrieb ausgeschaltet
Limiter zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten
Tempomat Geschwindigkeitstoleranz nicht überschritten
Funktionsablauf
Werden die Voraussetzungen erfüllt, fordert das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) über den Antriebs-CAN (CAN 4) die Neutralstellung beim Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) an. Das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) steuert den Getriebesteller (Y900) zum Öffnen der Kupplung an. Nach erfolgreichem Öffnen der Kupplung, eingelesen über den Wegsensor Kupplung (B503), wird der Getriebesteller (Y900) zum Einlegen der Neutralstellung angesteuert. Nach Beenden des Schaltvorgangs sendet das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) über den Antriebs-CAN (CAN 4) die Information über die eingelegte Neutralstellung an das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3).
Durch die verringerte Motordrehzahl können in bestimmten Fahrsituationen eine etwas geringere Unterstützung der Lenkung und infolge dessen größere Lenkkräfte auftreten, z. B. auf leicht kurvigen Gefällstrecken. Die Betriebs- oder Verkehrssicherheit ist dadurch jedoch nicht gefährdet.
Freischaukelmodus
Funktionsablauf
Der Freischaukelmodus wird bei Allrad-Fahrzeugen über das Drücken der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937), im Schaltermodul Instrumententafel 3 (A46), nach oben aktiviert. Bei Fahrzeugen ohne Allradantrieb wird der Freischaukelmodus über das Menü Einstellungen im Menüfenster Systeme im Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) bzw. Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) aktiviert.
Wurde der Freischaukelmodus aktiviert, wechselt die Getriebesteuerung vom automatischen in den manuellen Betrieb.
Fahrpedalanforderungen werden direkter umgesetzt und bei nicht betätigtem Fahrpedal die Kupplung schnell geöffnet. Sobald das Fahrpedal wieder betätigt wird, wird die Kupplung schnell geschlossen. Durch wiederholtes Betätigen und Loslassen des Fahrpedals kann man das Fahrzeug in einen Schaukelzustand versetzen und somit das Fahrzeug aus einer Kuhle freischaukeln.
Der Informationsfluss vom Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) (A7a) erfolgt über Innenraum-CAN (CAN 2) zum Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) (A2). Das Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) (A2) routet die CAN-Botschaften über Rahmen-CAN (CAN 3) zum Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3). Dieses übermittelt den jeweiligen Status Kriechmodus oder Freischaukelmodus aktiviert vom Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) (A7a) bzw. vom Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5).
Der Freischaukelmodus wird automatisch deaktiviert wenn:
in einen Gang oberhalb der zulässigen Anfahrgänge geschaltet wird
schneller als etwa 8 km/h gefahren wird
Kriechmodus
Der Kriechmodus ist nach einem Motorstart bei Fahrzeugen ohne Allradantrieb immer eingeschaltet und wird nach dem erstmaligen Anfahren aktiviert. Bei Allrad-Fahrzeugen ist der Kriechmodus nach einem Motorstart immer ausgeschaltet. Über das Drücken der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) im Schaltermodul Instrumententafel 3 (A46) nach unten wird der Power-Modus deaktiviert und der Kriechmodus aktiviert. Die Kontrollleuchte in der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) geht aus und der Kriechmodus ist aktiviert. Im Schaltprogramm "offroad" ist der auf Straßenfahrt abgestimmte Kriechmodus grundsätzlich ausgeschaltet. Der speziell für Geländefahrten abgestimmten Kriechmodus kann in allen zulässigen Anfahrgängen über die Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) ein- und ausgeschaltet werden. Bei Fahrzeugen ohne Allradantrieb kann der Kriechmodus über das Menü Einstellungen im Menüfenster Systeme im Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) bzw. Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) deaktiviert werden.
Wenn nicht unmittelbar nach der Tastenbetätigung angefahren wird, geht die Kontrollleuchte in der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) wieder an. Der Kriechmodus bleibt dann ausgeschaltet.
Der Kriechmodus wird unter folgenden Voraussetzungen deaktiviert:
Kriechmodus wird über das Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) ausgeschaltet
in Neutralstellung geschaltet wird (Allrad-Fahrzeuge)
Getriebe ist länger als 2 s in Neutralstellung (außer Allrad-Fahrzeug)
Feststellbremse wird angezogen
Freischaukel-Modus wird aktiviert
Fahrerassistenzsystem schaltet in Regelbetrieb
Leerlaufdrehzahl > 700/min (außer Allrad-Fahrzeuge)
Kupplungsüberlastung droht
zu hoher Fahrwiderstand
zu geringe Reifenhaftung
ein Fahrtrichtungswechsel nicht vollzogen werden kann
wenn einen Gang oberhalb der zulässigen Anfahrgänge geschaltet wird (Allrad-Fahrzeuge)
Der Kriechmodus hat vom Verhalten her Ähnlichkeiten mit einem Wandlerautomaten. Da die Funktion über die Kupplung realisiert wird, ist die Funktion nicht verschleißfrei und das Fahrzeug im Schlupfbereich der Kupplung nicht dauerkriechfähig.
Der Kriechmodus besteht aus 2 Teilen:
in den zulässigen Anfahrgängen 1, 2 und R, das selbsttätige Ankriechen beim Lösen der Betriebsbremse (nur bei aktivem Kriechmodus)
in den Anfahrgängen 1, 2 und R, das Weiterkriechen (Leerlaufrollen) bei nicht betätigtem Fahrpedal
Beim ersten Anfahren erfolgt die Anfahrdosierung über das Fahrpedal. Das System lernt sich dabei auf das vom Fahrer vorgegebene Moment ein. Nach dem ersten ”richtigen“ Fahren erfolgt die Bestimmung des Kriechmoments in Abhängigkeit der ermittelten Fahrzeugmasse und der Fahrbahnsteigung.
Wird über die Anhängererkennung festgestellt, dass ein Anhänger an- oder abgekuppelt wurde, wird der Status der Fahrzeugmasse (Zuglast) vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) auf "nicht vertrauenswürdig" gesetzt. Das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) verändert daraufhin das Kriechmoment.
Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) Bauteilbeschreibung | A1 | ||
Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) Bauteilbeschreibung | A2 | ||
Steuergerät Fahrregelung (CPC) Bauteilbeschreibung | A3 | ||
Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) Bauteilbeschreibung | A5 | ||
Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) Bauteilbeschreibung | A7a |
Referenzierte Dokumente
- gf2621w3002na Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) Bauteilbeschreibung
- gf3035w4105na Steuergerät Fahrregelung (CPC) Bauteilbeschreibung
- gf5421w0009na Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) Bauteilbeschreibung
- gf5421w0011na Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) Bauteilbeschreibung
- gf5430w6001na Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) Bauteilbeschreibung