gf2621w3003n

Bedienung Funktion

Typ gf · Thema 26.21 · Version 0100 · 2018-12-13

Gültig für: Getriebe 712.614/671/682, 715.058/066 im Typ 967 mit Code G5G (Mercedes PowerShift 3)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 26 Mechanisches Getriebe › 26.21 Elektronische Antriebssteuerung (EAS) - Automatische Gangwahl (AG/AGE) - Automatische Gangsteuerung (AGS) — Baureihe 967

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 712 614, 712 671, 712 682, 715 058, 715 066

GF26.21-W-3003N

Bedienung Funktion

13.12.2018

Getriebe

712.614/671/682, 715.058/066 im Typ 967

mit Code G5G (Mercedes PowerShift 3)

Bedienung Funktion

W26.21-A007-79

A1

Steuergerät Kombiinstrument (ICUC)

LIN 3

Multifunktionshebel-LIN rechts

A1 p1

Multifunktionsdisplay

LIN 7

Tastengruppe-LIN

A2

Steuergerät Zentrales Gateway (CGW)

LIN 9

Schalterfeld-LIN

A3

Steuergerät Fahrregelung (CPC)

S23

Multifunktionshebel rechts

A5

Steuergerät Getriebesteuerung (TCM)

S23 s1

Schalter Getriebestellung (D/N/R)

A7a

Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM)

S23 s2

Schaltwippe (+/-)

A46

Schaltermodul Instrumententafel 3

S23 s3

Taste Fahrprogramm (M/A)

CAN 2

Innenraum-CAN

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

CAN 3

Rahmen-CAN

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

CAN 4

Antriebs-CAN

S937

Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (nur Allrad-Fahrzeuge)

Normalbetrieb

Die Schaltbefehle werden über die im Multifunktionshebel rechts (S23) integrierten Bedienelemente erfasst:

Schalter Getriebestellung (D/N/R) (S23 s1)

Schaltwippe (+/-) (S23 s2)

Taste Fahrprogramm (M/A) (S23 s3)

Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) liest die Schaltsignale über den Multifunktionshebel-LIN rechts (LIN 3) vom Multifunktionshebel rechts (S23) ein. Anschließend wertet sie das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) aus und übermittelt entsprechende CAN-Botschaften über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5).

Es können 6 Vorwärtsgänge, 1 Rückwärtsgang und die Neutralstellung geschaltet werden.

Automatischer Betrieb

Im automatischen Betrieb wird der optimale Gang (Sollgangvorgabe) vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) bestimmt.

Die Gangwahl ist abhängig von folgenden Einflussgrößen:

Fahrgeschwindigkeit

Fahrpedalstellung (Sollmoment)

Lastzustand des Motors

Betriebspunkt des Zielgangs

Motordrehzahl des Getriebes

Betätigung der Dauerbremse

Beladungszustand des Fahrzeugs

Schaltprogramm

Geländeverlauf der Fahrbahn

Manueller Betrieb

Unterschied zum automatischen Betrieb:

Die Schaltvorgänge müssen vom Fahrer eingeleitet werden, d. h. der Fahrer bestimmt den Schaltzeitpunkt und die Schaltrichtung

Die Kick-down-Funktion ist nicht verfügbar

Bedienung der Fahrfunktionen

Die Fahrfunktionen ermöglichen dem Fahrer im täglichen Fahrbetrieb Kraftstoff sparendes Fahren. Sie erhöhen den Fahrkomfort und unterstützen ihn in schwierigen Situationen.

Auswählbare Fahrfunktionen sind:

EcoRoll-Modus in bestimmten Fahrsituationen zur Unterstützung einer Kraftstoff sparenden Fahrweise durch automatisches Schalten in Neutralstellung "N", bei nicht betätigtem Fahrpedal.

Freischaukel-Modus für ein Herausschaukeln des Fahrzeugs aus einer Geländevertiefung.

Kriechmodus für selbstständiges Anrollen beim Lösen der Betriebsbremse und Leerlaufrollen ohne Fahrpedalbetätigung.

EcoRoll-Modus

Voraussetzung

Funktion EcoRoll-Modus aktiviert

Fahrgeschwindigkeit war > 35 km/h und ist > 25 km/h (Hysterese)

Fahrpedal nicht betätigt

Betriebsbremse oder Dauerbremse nicht betätigt

Fahrerassistenzsystem nicht im Regelbetrieb

Bremsassistenzsysteme nicht im Regelbetrieb

Nebenabtrieb ausgeschaltet

Limiter zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten

Tempomat Geschwindigkeitstoleranz nicht überschritten

Funktionsablauf

Werden die Voraussetzungen erfüllt, fordert das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) über den Antriebs-CAN (CAN 4) die Neutralstellung beim Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) an. Das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) steuert den Getriebesteller (Y900) zum Öffnen der Kupplung an. Nach erfolgreichem Öffnen der Kupplung, eingelesen über den Wegsensor Kupplung (B503), wird der Getriebesteller (Y900) zum Einlegen der Neutralstellung angesteuert. Nach Beenden des Schaltvorgangs sendet das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) über den Antriebs-CAN (CAN 4) die Information über die eingelegte Neutralstellung an das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3).

Durch die verringerte Motordrehzahl können in bestimmten Fahrsituationen eine etwas geringere Unterstützung der Lenkung und infolge dessen größere Lenkkräfte auftreten, z. B. auf leicht kurvigen Gefällstrecken. Die Betriebs- oder Verkehrssicherheit ist dadurch jedoch nicht gefährdet.

Freischaukelmodus

Funktionsablauf

Der Freischaukelmodus wird bei Allrad-Fahrzeugen über das Drücken der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937), im Schaltermodul Instrumententafel 3 (A46), nach oben aktiviert. Bei Fahrzeugen ohne Allradantrieb wird der Freischaukelmodus über das Menü Einstellungen im Menüfenster Systeme im Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) bzw. Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) aktiviert.

Wurde der Freischaukelmodus aktiviert, wechselt die Getriebesteuerung vom automatischen in den manuellen Betrieb.

Fahrpedalanforderungen werden direkter umgesetzt und bei nicht betätigtem Fahrpedal die Kupplung schnell geöffnet. Sobald das Fahrpedal wieder betätigt wird, wird die Kupplung schnell geschlossen. Durch wiederholtes Betätigen und Loslassen des Fahrpedals kann man das Fahrzeug in einen Schaukelzustand versetzen und somit das Fahrzeug aus einer Kuhle freischaukeln.

Der Informationsfluss vom Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) (A7a) erfolgt über Innenraum-CAN (CAN 2) zum Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) (A2). Das Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) (A2) routet die CAN-Botschaften über Rahmen-CAN (CAN 3) zum Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3). Dieses übermittelt den jeweiligen Status Kriechmodus oder Freischaukelmodus aktiviert vom Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) (A7a) bzw. vom Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5).

Der Freischaukelmodus wird automatisch deaktiviert wenn:

in einen Gang oberhalb der zulässigen Anfahrgänge geschaltet wird

schneller als etwa 8 km/h gefahren wird

Kriechmodus

Der Kriechmodus ist nach einem Motorstart bei Fahrzeugen ohne Allradantrieb immer eingeschaltet und wird nach dem erstmaligen Anfahren aktiviert. Bei Allrad-Fahrzeugen ist der Kriechmodus nach einem Motorstart immer ausgeschaltet. Über das Drücken der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) im Schaltermodul Instrumententafel 3 (A46) nach unten wird der Power-Modus deaktiviert und der Kriechmodus aktiviert. Die Kontrollleuchte in der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) geht aus und der Kriechmodus ist aktiviert. Im Schaltprogramm "offroad" ist der auf Straßenfahrt abgestimmte Kriechmodus grundsätzlich ausgeschaltet. Der speziell für Geländefahrten abgestimmten Kriechmodus kann in allen zulässigen Anfahrgängen über die Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) ein- und ausgeschaltet werden. Bei Fahrzeugen ohne Allradantrieb kann der Kriechmodus über das Menü Einstellungen im Menüfenster Systeme im Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) über die Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) bzw. Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111) deaktiviert werden.

Wenn nicht unmittelbar nach der Tastenbetätigung angefahren wird, geht die Kontrollleuchte in der Taste Kriech-Modus/Freischaukelmodus (S937) wieder an. Der Kriechmodus bleibt dann ausgeschaltet.

Der Kriechmodus wird unter folgenden Voraussetzungen deaktiviert:

Kriechmodus wird über das Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) (A1) ausgeschaltet

in Neutralstellung geschaltet wird (Allrad-Fahrzeuge)

Getriebe ist länger als 2 s in Neutralstellung (außer Allrad-Fahrzeug)

Feststellbremse wird angezogen

Freischaukel-Modus wird aktiviert

Fahrerassistenzsystem schaltet in Regelbetrieb

Leerlaufdrehzahl > 700/min (außer Allrad-Fahrzeuge)

Kupplungsüberlastung droht

zu hoher Fahrwiderstand

zu geringe Reifenhaftung

ein Fahrtrichtungswechsel nicht vollzogen werden kann

wenn einen Gang oberhalb der zulässigen Anfahrgänge geschaltet wird (Allrad-Fahrzeuge)

Der Kriechmodus hat vom Verhalten her Ähnlichkeiten mit einem Wandlerautomaten. Da die Funktion über die Kupplung realisiert wird, ist die Funktion nicht verschleißfrei und das Fahrzeug im Schlupfbereich der Kupplung nicht dauerkriechfähig.

Der Kriechmodus besteht aus 2 Teilen:

in den zulässigen Anfahrgängen 1, 2 und R, das selbsttätige Ankriechen beim Lösen der Betriebsbremse (nur bei aktivem Kriechmodus)

in den Anfahrgängen 1, 2 und R, das Weiterkriechen (Leerlaufrollen) bei nicht betätigtem Fahrpedal

Beim ersten Anfahren erfolgt die Anfahrdosierung über das Fahrpedal. Das System lernt sich dabei auf das vom Fahrer vorgegebene Moment ein. Nach dem ersten ”richtigen“ Fahren erfolgt die Bestimmung des Kriechmoments in Abhängigkeit der ermittelten Fahrzeugmasse und der Fahrbahnsteigung.

Wird über die Anhängererkennung festgestellt, dass ein Anhänger an- oder abgekuppelt wurde, wird der Status der Fahrzeugmasse (Zuglast) vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) auf "nicht vertrauenswürdig" gesetzt. Das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) verändert daraufhin das Kriechmoment.

Steuergerät Kombiinstrument (ICUC) Bauteilbeschreibung

A1

GF54.30-W-6001NA

Steuergerät Zentrales Gateway (CGW) Bauteilbeschreibung

A2

GF54.21-W-0009NA

Steuergerät Fahrregelung (CPC) Bauteilbeschreibung

A3

GF30.35-W-4105NA

Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) Bauteilbeschreibung

A5

GF26.21-W-3002NA

Steuergerät Single Signalerfass- und Ansteuermodul (SSAM) Bauteilbeschreibung

A7a

GF54.21-W-0011NA

Referenzierte Dokumente