GF20.40-W-2002B | Elektromagnetische Viskosekupplung Bauteilbeschreibung | 19.4.07 |
MOTOR 457.9 im TYP 375.4, 940, 942, 943, 944 mit CODE (MZ3) Elektromagnetische Viskosekupplung für Lüfter
W20.40-1118-72
Anordnung
15 Elektromagnetische Viskosekupplung
16 Keilrippenriemen Lüfter
Die elektromagnetische Viskosekupplung (15) ist direkt auf dem Lüfterträger angebaut und wird über einen zusätzlichen Keilrippenriemen Lüfter (16) angetrieben.
Aufgabe
Die elektromagnetische Viskosekupplung (15) stellt die Verbindung zwischen Motor und Lüfterrad her. Die stufenlose Zuschaltung ist abhängig vom Kühlleistungsbedarf des Motors. Damit wird eine konstante Betriebstemperatur des Motors unter allen Betriebsbedingungen gewährleistet.
Eine defekte elektromagnetische Viskosekupplung kann im Reparaturfall nicht in Stand gesetzt werden.
W20.40-1112-76
Aufbau
1 Rücklaufbohrung
2 Ventilhebel
3 Vorratsraum
4 Deckel
5 Kupplungsscheibe
6 Dichtung
7 Ölzulaufbohrung
8 Gehäuse
9 Sensorring
10 Flanschwelle
11 Lager
12 Hauptlager
13 Elektrische Leitung (mit Schlauch als Drehmomentstütze)
B122 Drehzahlsensor Lüfterkupplung
Y170 Magnetventil Lüfter
Als Primärseite der elektromagnetischen Viskosekupplung werden die fest mit der Flanschwelle (10) verbundenen Bauteile, wie z. B. die Kupplungsscheibe (5), bezeichnet. Die Primärseite dreht sich immer mit der aktuellen Antriebsdrehzahl.
Die Sekundärseite der elektromagnetischen Viskosekupplung besteht unter anderem aus dem Deckel (4) und dem Gehäuse (8), auf dem das Lüfterrad angeschraubt ist. Die Sekundärseite ist von der Primärseite durch das Hauptlager (12) getrennt. Bei ausgeschalteter elektromagnetischer Viskosekupplung ist das Lüfterrad schwer drehbar.
Das Magnetventil Lüfter (Y170) mit dem Drehzahlsensor Lüfterkupplung (B122) ist drehbar auf der Flanschwelle (10) gelagert und wird durch den Schlauch der elektrischen Leitung (13), der als Drehmomentstütze dient, am Mitdrehen gehindert.
Der Schlauch der elektrischen Leitung (13) ist an einem Halter, am Deckel des Nockenwellenrads befestigt. Die elektrische Leitung (13) ist über einen Mehrfachstecker mit dem Steuergerät Motorregelung (MR) (A6) verbunden.
Funktion
A Silikonölverlauf
B Magnetfeldlinien
Die Kraftübertragung zwischen der Primärseite und der Sekundärseite erfolgt durch die Scherung des Silikonöls im Arbeitsraum. Als Scherung wird die Verdrängung des Silikonöls zwischen den Antriebslamellen der Kupplungsscheibe (5) und den Abtriebslamellen des Gehäuses (8) bzw. des Deckels (4) bezeichnet.
Durch den bei der Rotation entstehenden Fliehkraftdruck erfolgt der Zustrom des Silikonöls vom Vorratsraum über die Ölzulaufbohrung (7) in den Arbeitsraum. Die einfließende Silikonölmenge wird dabei durch den Ventilhebel (2), der die Ölzulaufbohrung (7) öffnet und verschließt, bestimmt. Der Ventilhebel (2) wird über das vom Magnetventil Lüfter (Y170) erzeugte Magnetfeld gesteuert und bestimmt die Öffnungszeit der Ölzulaufbohrung (7). Die Ölzulaufbohrung (7) ist grundsätzlich geöffnet, wenn das Magnetventil Lüfter (Y170) nicht angesteuert wird.
Die Ansteuerung des Magnetventils Lüfter (Y170) erfolgt durch das Steuergerät Motorregelung (MR) (A6) mit einem pulsweitenmodulierten Signal (PWM-Signal), hierbei wird ein größeres Stellsignal durch einen längeren "Ein"-Impuls bzw. ein kleineres Stellsignal durch einen kürzeren "Ein"-Impuls erzeugt.
W20.40-1113-73
Bei Anforderung einer höheren Drehmomentübertragung zwischen der Primär- und der Sekundärseite, das bedeutet bei einem erhöhten Kühlleistungsbedarf, wird das Magnetventil Lüfter (Y170) vom Steuergerät Motorregelung (MR) (A6) mit einem kleineren Stellsignal beaufschlagt.
Das Magnetventil Lüfter (Y170) erzeugt ein geringeres Magnetfeld und der Ventilhebel (2) verlängert dadurch die Öffnungszeit der Ölzulaufbohrung (7). Die einfließende Silikonölmenge in den Arbeitsraum wird erhöht, das zwischen Primär- und Sekundärseite übertragene Drehmoment vergrößert sich und die Lüfterraddrehzahl steigt.
Bei Anforderung einer geringeren Drehmomentübertragung zwischen der Primär- und der Sekundärseite, das bedeutet bei einem veringerten Kühlleistungsbedarf, wird das Magnetventil Lüfter (Y170) vom Steuergerät Motorregelung (MR) (A6) mit einem größeren Stellsignal beaufschlagt.
Das Magnetventil Lüfter (Y170) erzeugt ein größeres Magnetfeld und der Ventilhebel (2) verkürzt dadurch die Öffnungszeit der Ölzulaufbohrung (7). Die einfließende Silikonölmenge in den Arbeitsraum wird verringert, wodurch sich das zwischen Primär- und Sekundärseite übertragene Drehmoment veringert und die Lüfterraddrehzahl reduziert wird. Der Rückstrom des Silikonöls in den Vorratsraum (3) erfolgt durch die Rücklaufbohrung (1).