MOTOR | 642.8 im TYP 222 |
Funktionsvoraussetzung Glühen allgemein
Klemme 15
Vorglühanlage funktionsfähig
Glühen allgemein
Das Vorglühen erwärmt die Brennräume des Motors, um die erforderliche Zündtemperatur des Kraftstoff-Luft-Gemischs zu erreichen.
Bei kälteren Temperaturen wird das Heizelement Entlüftungsleitung (R39/1) durch das Steuergerät CDI (N3/9) angesteuert. Somit wird ein Einfrieren der Kurbelgehäuseentlüftung und ein damit verbundener Motorschaden verhindert.
Glühen Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgende Punkte gegliedert:
Funktionsablauf Vorglühen
Funktionsablauf Startbereitschaftsglühen
Funktionsablauf Startglühen
Funktionsablauf Nachglühen
Funktionsablauf Diagnoseglühen
Funktionsablauf Dieselpartikelfilter (DPF)-Glühen
Funktionsablauf Notglühen
Funktionsablauf Vorglühen
Das Steuergerät CDI erhält über den Antriebs-CAN (CAN C1) vom Steuergerät Antriebsstrang (N127) , Fahrwerk-FlexRay (Flex E) vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) die Botschaft "Klemme 15 EIN". Das Steuergerät CDI liest die Motoröltemperatur über den Motoröltemperatur-Sensor (B1) ein und steuert über den Antriebs-LIN (LIN C1) daraufhin, in Abhängigkeit von der Kühlmitteltemperatur, die Glühendstufe (N14/3) und über den Antriebs-CAN, das Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay das Steuergerät elektronisches Zündschloss und die Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) das Symbol Vorglüh-Kontrollleuchte an. Die Glühendstufe steuert dann die Glühkerzen (R9) plusseitig an.
Tritt ein Fehler in der Vorglühanlage, an den Glühkerzen oder an den Leitungen auf, so wird dieser durch das Vorglüh-Symbol angezeigt und zusätzlich im Steuergerät CDI abgespeichert.
Funktionsablauf Startbereitschaftsglühen
Beim Startbereitschaftsglühen wird eine ausreichend hohe Temperatur bis zum endgültigen Lauf des Motors sichergestellt. Erhält das Steuergerät CDI über den Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk-FlexRay vom Steuergerät elektronisches Zündschloss die Information "Klemme 50 EIN", so steuert es für eine bestimmte Zeit unabhängig von der Motoröltemperatur weiter die Glühendstufe an, die wiederum die Glühkerzen ansteuert.
Nach Erreichen der Startbereitschaftstemperatur von 1000 °C erlischt das Symbol Vorglüh-Kontrollleuchte.
Funktionsablauf Startglühen
Das Startglühen dient zur Stabilisierung der Kaltstartdrehzahl des Motors. Empfängt das Steuergerät CDI über den Antriebs-LIN die Information "Klemme 61 EIN" vom Generator (G2), so wird die Glühendstufe über den Antriebs-LIN angesteuert. Die Glühendstufe steuert daraufhin die Glühkerzen an. Damit werden die ersten Arbeitsspiele und der Hochlauf des Motors unterstützt.
Bei Generatoren mit Generatorschnittstelle ist die Leitung
"Klemme 61" entfallen. Aus den Informationen, die das Steuergerät CDI über die Generatorschnittstelle erhält, wird das Klemme 61-Signal im Steuergerät CDI nachgebildet und über eine nach Masse schaltende Endstufe (z. B. für das Kombiinstrument (A1)) ausgegeben.
Funktionsablauf Nachglühen
Das Nachglühen verbessert den Motordurchlauf nach Kaltstart und die Warmlaufeigenschaften des Motors.
Nach erfolgtem Motorstart liest das Steuergerät CDI die Motoröltemperatur über den Motoröltemperatur-Sensor ein und steuert in Abhängigkeit von der Motoröltemperatur die Glühkerzen über die Glühendstufe an.
Funktionsablauf Diagnoseglühen
Über diese Funktion werden die Glühkerzen auf niedrigem Temperaturniveau bestromt und es wird eine Systemdiagnose durchgeführt. Diese Funktion wird bei der Fehlersuche und bei längerer Nichtaktivierung der Vorglühanlage (kein Glühbedarf aufgrund hoher Umgebungstemperatur) aktiviert.
Funktionsablauf Dieselpartikelfilter (DPF)-Glühen
Das DPF-Glühen wird zur Lastanhebung und zur Verbrennungsstabilisierung genutzt, um dadurch die Regeneration des DPF zu unterstützen. Hierzu erhält das Steuergerät CDI über den Antriebs-CAN vom Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay vom Steuergerät elektronisches Zündschloss die Botschaft "Klemme 50 EIN". Daraufhin steuert das Steuergerät CDI über den Antriebs-LIN die Glühendstufe an.
Funktionsablauf Notglühen
Tritt ein Problem in der Kommunikation zwischen dem Steuergerät CDI und der Glühendstufe auf, so dass die Glühendstufe 2 s nach der Aktivierung durch die Klemme 87 keine Aktivität erkennt, wird die Notglühfunktion für 180 s in Gang gesetzt. Fällt die Kommunikation im Laufe eines Glühvorgangs für mehr als 250 ms aus, wird der Glühvorgang für 180 s fortgesetzt.
Falls keine neue Glühanforderung vom Steuergerät CDI empfangen wird, wird das Notglühen nach 180 s beendet.
Der Kondenswassersensor Kraftstofffilter mit Heizelement (B76/1) wird über die Glühendstufe zu- oder abgeschaltet. Der Bimetallschalter schaltet das PTC-Heizelement bei einer Temperatur von –12 °C ein und bei einer Temperatur von –6 °C aus. Durch die PTC-Charakteristik ist die Oberflächentemperatur des Heizelements auf 163 °C begrenzt.
PTC
PTC bedeutet "Positiv Temperature Coefficient", das heißt: Der elektrische Widerstand wird bei steigender Temperatur größer (Kaltleiter).
Referenzierte Dokumente
- gf0716p9997ogs Übersicht Systembauteile Common-Rail Diesel Injection (CDI)