gf0940d4010ho

Abgasturbolader Bauteilbeschreibung

Typ gf · Thema 09.40 · Version 0100 · 2013-06-18

Gültig für: MOTOR 642.896/992 im TYP 906

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 09 Luftansaugung, Aufladung › 09.40 Turbolader — Baureihe 906

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 642 896, 642 992

GF09.40-D-4010HO

Abgasturbolader Bauteilbeschreibung

18.6.13

MOTOR

642.896/992 im TYP 906

Abgasturbolader Bauteilbeschreibung

P09.40-2173-09

Motoransicht von hinten

110

Abgasturbolader

Anordnung

Der Abgasturbolader ist auf der Kraftabgabeseite im "V" zwischen den beiden Zylinderköpfen angeordnet.

Aufgabe

Durch den Abgasturbolader erfolgt ein Vorverdichten der angesaugten Luft in Abhängigkeit vom Betriebszustand des Motors.

Die Aufladung erhöht die im Motor umgesetzte Luftmasse und erhöht dadurch die Motorleistung.

Funktion

Der Abgasturbolader besteht im Wesentlichen aus folgenden 3 Baugruppen:

– Abgasturbine

– Verdichter

– Lagergehäuse

Im Verdichter wird die Reinluft angesaugt und durch Rotation des Verdichterrades beschleunigt. In der Spirale des Verdichtergehäuses wird die Luftgeschwindigkeit verzögert und so der Druck erhöht.

Der Antrieb erfolgt über die Laderwelle, auf der das Verdichter- und das Turbinenrad fest montiert sind. Das Turbinenrad wird durch die in das Turbinengehäuse eingeleiteten Abgase angetrieben.

Das Abgas wird dabei von einem hohen Druckniveau auf ein niedrigeres entspannt.

Die umgesetzte Energie, d. h. die Antriebsleistung der Turbine und somit die Verdichterarbeit und -drehzahl können über die Einstellung der verstellbaren Leitschaufeln geregelt werden.

Um den Ladedruck zu erhöhen, werden die Leitschaufeln "geschlossen", d. h., der durchströmte Querschnitt zwischen den Leitschaufeln wird verkleinert. Damit erhöht sich der Druck vor dem Turbinenrad und es wird eine größere Abgasenergie umgesetzt. Um den Ladedruck zu senken, werden die Leitschaufeln "geöffnet", d. h., der durchströmte Querschnitt zwischen den Schaufeln wird vergrößert. Damit sinkt der Druck vor dem Turbinenrad und es wird eine kleinere Abgasenergie umgesetzt.

Das Steuergerät CDI (N3/30) (Motor 642.8) bzw. Steuergerät CDI (N3/20) (Motor 642.9) verstellt den elektrisch angetriebenen Ladedrucksteller (Y77/8) (Motor 642.8) bzw. Ladedrucksteller (Y77/1) (Motor 642.9). Der Ladedrucksteller ist über die Verstellstange mit dem Verstellhebel verbunden, der wiederum über den Verstellring die Leitschaufeln betätigt.

Um einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der durchgesetzten Luftmasse und der Stellung des Ladedruckstellers für alle produzierten Abgasturbolader einer Motorbaureihe zu erhalten, wird in der Produktion der Ladedrucksteller kalibriert.
Dazu wird in Verbindung mit einer Prüfeinrichtung am Abgasturbolader bei einem definierten Differenzdruck ein definierter Luftmassenstrom eingestellt. Diese Stellung wird im Ladedrucksteller dauerhaft programmiert. Aus diesem Grund kann der Ladedrucksteller nachträglich am Abgasturbolader nicht getauscht werden.