MOTOR | 642.896/992 im TYP 906 |
P09.40-2173-09
Motoransicht von hinten |
110 | Abgasturbolader |
Anordnung
Der Abgasturbolader ist auf der Kraftabgabeseite im "V" zwischen den beiden Zylinderköpfen angeordnet.
Aufgabe
Durch den Abgasturbolader erfolgt ein Vorverdichten der angesaugten Luft in Abhängigkeit vom Betriebszustand des Motors.
Die Aufladung erhöht die im Motor umgesetzte Luftmasse und erhöht dadurch die Motorleistung.
Funktion
Der Abgasturbolader besteht im Wesentlichen aus folgenden 3 Baugruppen:
– Abgasturbine
– Verdichter
– Lagergehäuse
Im Verdichter wird die Reinluft angesaugt und durch Rotation des Verdichterrades beschleunigt. In der Spirale des Verdichtergehäuses wird die Luftgeschwindigkeit verzögert und so der Druck erhöht.
Der Antrieb erfolgt über die Laderwelle, auf der das Verdichter- und das Turbinenrad fest montiert sind. Das Turbinenrad wird durch die in das Turbinengehäuse eingeleiteten Abgase angetrieben.
Das Abgas wird dabei von einem hohen Druckniveau auf ein niedrigeres entspannt.
Die umgesetzte Energie, d. h. die Antriebsleistung der Turbine und somit die Verdichterarbeit und -drehzahl können über die Einstellung der verstellbaren Leitschaufeln geregelt werden.
Um den Ladedruck zu erhöhen, werden die Leitschaufeln "geschlossen", d. h., der durchströmte Querschnitt zwischen den Leitschaufeln wird verkleinert. Damit erhöht sich der Druck vor dem Turbinenrad und es wird eine größere Abgasenergie umgesetzt. Um den Ladedruck zu senken, werden die Leitschaufeln "geöffnet", d. h., der durchströmte Querschnitt zwischen den Schaufeln wird vergrößert. Damit sinkt der Druck vor dem Turbinenrad und es wird eine kleinere Abgasenergie umgesetzt.
Das Steuergerät CDI (N3/30) (Motor 642.8) bzw. Steuergerät CDI (N3/20) (Motor 642.9) verstellt den elektrisch angetriebenen Ladedrucksteller (Y77/8) (Motor 642.8) bzw. Ladedrucksteller (Y77/1) (Motor 642.9). Der Ladedrucksteller ist über die Verstellstange mit dem Verstellhebel verbunden, der wiederum über den Verstellring die Leitschaufeln betätigt.
Um einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der durchgesetzten Luftmasse und der Stellung des Ladedruckstellers für alle produzierten Abgasturbolader einer Motorbaureihe zu erhalten, wird in der Produktion der Ladedrucksteller kalibriert.
Dazu wird in Verbindung mit einer Prüfeinrichtung am Abgasturbolader bei einem definierten Differenzdruck ein definierter Luftmassenstrom eingestellt. Diese Stellung wird im Ladedrucksteller dauerhaft programmiert. Aus diesem Grund kann der Ladedrucksteller nachträglich am Abgasturbolader nicht getauscht werden.