gf0710s1008d

Drehzahlregelung Funktion

Typ gf · Thema 07.10 · Version 0101 · 2015-09-04

Gültig für: Motor 200.7 im Typ 415

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.10 Elektronische Motorsteuerung/Motorregelung — Baureihe 415

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 200 7**

GF07.10-S-1008D

Drehzahlregelung Funktion

4.9.15

Motor

200.7 im Typ 415

Funktionsvoraussetzungen Drehzahlregelung allgemein

Klemme 87 (Motormanagement) EIN

Motor läuft

Drehzahlregelung allgemein

Die Drehzahlregelung stabilisiert die Leerlaufdrehzahl und begrenzt die Motordrehzahl. Über das Signal des Hallsensors Kurbelwelle (B70) erkennt das Steuergerät ME (N3/10) die Motordrehzahl.

Das Steuergerät ME (N3/10) liest zur Drehzahlregelung die Signale folgender Bauteile ein:

Fahrpedalsensor (B37), Fahrpedalstellung

Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Istwert-Potenziometer 1 (M16/6r1) und Istwert-Potenziometer 2 (M16/6r2), Drosselklappenstellung

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4), Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN (CAN I)

Die Motordrehzahl wird vom Steuergerät ME (N3/10) durch folgende Maßnahmen geregelt:

Änderung des Öffnungswinkels der Drosselklappe

Änderung der Zündwinkel der Zündspulen Zylinder 1 bis 4 (T1/1 bis T1/4)

Abschalten der Kraftstoffinjektoren (Y76) (bei Drehzahlbegrenzung)

Anpassen der Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76) (bei Leerlaufdrehzahlregelung)

Drehzahlregelung Funktionsablauf

Die Drehzahlregelung ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Drehzahlbegrenzung

Funktionsablauf Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung

Funktionsablauf Leerlaufdrehzahlregelung

Funktionsablauf Drosselklappensteller (M16/6) defekt

Funktionsablauf Laufruheregelung allgemein

Funktionsablauf Drehzahlbegrenzung

Um den Motor im Fahrbetrieb vor den Folgen einer unzulässig hohen Motordrehzahl zu schützen, wird die Motorhöchstdrehzahl begrenzt.

Der Fahrbetrieb wird vom Steuergerät ME (N3/10) am CAN-Signal "Fahrzeuggeschwindigkeit" erkannt, welches vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) über Innenraum-CAN (CAN I) gesendet wird.

Funktionsablauf Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung

Zur Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung werden vom Steuergerät ME (N3/10) der Öffnungswinkel der Drosselklappe und die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76) verringert.

Funktionsablauf Leerlaufdrehzahlregelung

Die Leerlaufdrehzahlregelung regelt und stabilisiert die Leerlaufdrehzahl in Abhängigkeit der Betriebsbedingungen und Motorbelastungen, wenn das Fahrpedal nicht betätigt ist.

Das Steuergerät ME (N3/10) liest zur Leerlaufdrehzahlregelung zusätzlich die Signale folgender Bauteile ein:

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur

Saugrohrdrucksensor (B28/15), Motorlast

Bordnetzbatterie (G1), Bordnetzspannung über Steuergerät Sicherungs- und Relaismodul (SRM) (N50)

Schalter Kupplungspedal (S40/3), Betätigung Kupplungspedal

Steuer- und Bediengerät Klimatisierung (N20) (mit Code H06 (Klimaanlage)), Status Klimaanlage über Innenraum-CAN (CAN I) und Steuergerät Sicherungs- und Relaismodul (SRM) (N50)

Die Leerlaufdrehzahlregelung wird außerdem von folgenden Parametern beeinflusst:

Temperatur des Katalysators

Bordnetzspannung

Lastanforderung durch Steuer- und Bediengerät Klimatisierung (N20) (mit Code H06 (Klimaanlage))

Das Steuergerät ME (N3/10) regelt die Leerlaufdrehzahl über den Drosselklappensteller (M16/6) und passt entsprechend der veränderten Luftmasse die Einspritzdauer der Kraftstoffinjektoren (Y76) an. Zur Unterstützung der Leerlaufdrehzahlregelung können vom Steuergerät ME (N3/10) die Zündwinkel der Zündspulen Zylinder 1 bis 4 (T1/1 bis T1/4) angepasst werden.

Die Zündwinkeleinstellung reagiert schneller als die Anpassung der Drosselklappenstellung.

Das Steuergerät ME (N3/10) regelt die Leerlaufdrehzahl unter folgenden Betriebsbedingungen und Motorbelastungen:

Warmlaufphase

Betätigen des Kupplungspedals

Zuschalten des Kältemittelkompressors (A9) (mit Code H06 (Klimaanlage))

Unterspannung der Bordnetzbatterie (G1)

Regenerierung

Warmlaufphase

In der Warmlaufphase hebt das Steuergerät ME (N3/10) abhängig von der Kühlmitteltemperatur die Leerlaufdrehzahl an, um den Katalysator nach dem Motorstart schneller auf Betriebstemperatur zu bringen.

Betätigen des Kupplungspedals

Beim Betätigen des Kupplungspedals wird die Leerlaufdrehzahl stabilisiert. Das Betätigen des Kupplungspedals wird vom Steuergerät ME (N3/10) durch den Schalter Kupplungspedal (S40/3) erkannt.

Zuschalten des Kältemittelkompressors (A9) (mit Code H06 (Klimaanlage))

Damit im Leerlauf die Motordrehzahl beim Zuschalten des Kältemittelkompressors (A9) nicht abfällt, sendet das Steuer- und Bediengerät Klimatisierung (N20) vor dem Zuschalten ein Signal an das Steuergerät ME (N3/10). Dieses passt daraufhin die Leerlaufdrehzahl an.

Unterspannung der Bordnetzbatterie (G1)

Erkennt das Steuergerät ME (N3/10) über Steuergerät Sicherungs- und Relaismodul (SRM) (N50) an Klemme 30 eine Unterspannung, wird die Leerlaufdrehzahl bis zum Ausschalten der Zündung geringfügig erhöht.

Regenerierung

Die Leerlaufdrehzahlregelung verhindert, dass es durch die Regenerierung zu Drehzahländerungen kommt.

Funktionsablauf Drosselklappensteller (M16/6) defekt

Bei defektem Drosselklappensteller (M16/6) wird die Motorhöchstdrehzahl im Leerlauf und im Fahrbetrieb begrenzt.

Funktionsablauf Laufruheregelung allgemein

Um den Katalysator bei Verbrennungsaussetzern vor thermischer Überlastung zu schützen, wird der Motorlauf ständig überwacht.

Das Steuergerät ME (N3/10) liest zur Laufruheregelung die Signale folgender Bauteile ein:

Hallsensor Einlassnockenwelle (B6/15), Einlass-Nockenwellenstellung

Hallsensor Auslassnockenwelle (B6/16), Auslass-Nockenwellenstellung

Kühlmitteltemperatur-Sensor (B11/4), Kühlmitteltemperatur

Saugrohrdrucksensor (B28/15), Motorlast

Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4), Raddrehzahl über Innenraum-CAN (CAN I)

Laufruheregelung Funktionsablauf

Für die Laufruheregelung wird das Signal des Hallsensors Kurbelwelle (B70) auf zeitliche Gleichförmigkeit zwischen den einzelnen Verbrennungen ausgewertet.

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Erkennung von Verbrennungsaussetzern

Funktionsablauf Faktoren für die Laufruheregelung

Funktionsablauf Erkennung von Verbrennungsaussetzern

Jede einzelne Verbrennung muss am Geberrad eine bestimmte Beschleunigung (a) erzeugen. Bei Verbrennungsaussetzern dreht das Geberrad durch die fehlende Beschleunigung (a) bis zur nächsten Zündung etwas langsamer.

Zur Erkennung von Verbrennungsaussetzern wird für jeden Zylinder die Zeit (t) gemessen, die 5 Zähne des Geberrads nach dem oberen Totpunkt benötigen, um den Hallsensor Kurbelwelle (B70) zu passieren. Durch Abgleich mit den Sollwerten werden, gemäß den Anforderungen der Europäischen On-Board-Diagnose (EOBD), große und kleine Zündaussetzer erkannt und unterschieden. Diese Funktion ist zwischen 300 bis 5000/min aktiv.

Nach einer bestimmten Anzahl von Verbrennungsaussetzern werden die betreffenden Kraftstoffinjektoren (Y76) nicht mehr angesteuert. Es werden jedoch maximal zwei Kraftstoffinjektoren (Y76) gleichzeitig abgeschaltet.

Drehzahlregelung Funktion

Signal Laufruhe

a

Beschleunigung

t

Zeit

A

Motorlauf ohne Verbrennungsaussetzer Beschleunigungswerte im Toleranzbereich (bis 3 m/s2)

B

Motorlauf mit Verbrennungsaussetzern Beschleunigungswerte zu groß (über 3 m/s2)

C

Aussetzerzähler

P07.61-3854-11

Erkannt werden Verbrennungsaussetzer, die verursacht werden durch:

Zündsystem

Kraftstoffeinspritzsystem

Motormechanik (z. B. Ventilsitze, Ventilfedern, Falschluft)

Kraftstoffmangel

Funktionsablauf Faktoren für die Laufruheregelung

Folgende Faktoren beeinflussen die Laufruheregelung:

Kühlmitteltemperatur

Erkennung von Fahrbahnunebenheiten

Sensoradaption

Kühlmitteltemperatur

Bei kaltem Motor sind mehr Verbrennungsaussetzer zulässig als bei betriebswarmem Motor.

Erkennung von Fahrbahnunebenheiten

Schwingungseinflüsse über den Antriebsstrang können bei bestimmten Motordrehzahlen und Lastzuständen die Auswertung des Motorlaufs negativ beeinflussen. Deshalb wird bei schlechter Fahrbahn der Toleranzbereich der Laufruheregelung vergrößert. Das Raddrehzahlsignal (zur Erkennung eines gleichmäßigen Radlaufs) erhält das Steuergerät ME (N3/10) über Innenraum-CAN (CAN I) vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4).

Sensoradaption

Der Toleranzbereich der Laufruheregelung wird nach erfolgter Adaption des Hallsensors Kurbelwelle (B70) verkleinert. Die Laufruheregelung kann damit an die spezifischen Rundlaufeigenschaften des Motors angepasst werden. In einer Schubphase (Fahrpedal nicht betätigt), bei der gleichförmiger Rundlauf vorhanden ist, speichert das Steuergerät ME (N3/10) die Rundlaufeigenschaften des Motors als Vergleichsgröße.

Drehzahlregelung Funktion

PE07.10-S-2708-97D

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

GF07.70-S-9998D

Referenzierte Dokumente