Die Startvorgang Funktion wird beispielhaft am Motor 935 (6 Zylinder) beschrieben.
Dargestellt am Motor 935 |
A3 | Steuergerät Fahrregelung (CPC) |
A4 | Steuergerät Motormanagement (MCM) |
B600 | Positionssensor Kurbelwelle |
B601 | Positionssensor Nockenwelle |
B602 | Temperatursensor Kraftstoff |
B604 | Öldrucksensor |
B606 | Temperatursensor Kühlmittel Auslass |
B613 | Differenzdrucksensor Frischluft |
B614 | Temperatursensor Ladeluft im Verdichtergehäuse (nur bei 2-stufiger Aufladung) |
B616 | Druck- und Temperatursensor Ladeluft |
B617 | Temperatursensor Ladeluft im Ladeluftverteiler |
B622 | Drucksensor Rail |
B624 | Lambdasonde |
CAN 4 | Antriebs-CAN |
M1 | Starter |
S600 | Taste Motorstart und Motorstopp |
Y608 | Kraftstoffinjektor Zylinder 1 |
Y609 | Kraftstoffinjektor Zylinder 2 |
Y610 | Kraftstoffinjektor Zylinder 3 |
Y611 | Kraftstoffinjektor Zylinder 4 |
Y612 | Kraftstoffinjektor Zylinder 5 |
Y613 | Kraftstoffinjektor Zylinder 6 |
Y621 | Abgasrückführsteller |
Y634 | Druckregelventil |
Y643 | Mengenregelventil |
A | Eingangssignale |
B | Ausgangssignale |
G07.16-3149-76
Allgemeines
Der Startvorgang des Motors wird eingeleitet, wenn eine entsprechende Startanforderung über den Antriebs-CAN (CAN 4) vorliegt (beim Starten des Motors durch entsprechende Betätigung der Taste Motorstart und Motorstopp (S600) oder über das Zündschloss).
Voraussetzungen
Spannungsversorgung (Klemme 30 und Klemme 15) am Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) vorhanden (Zündung eingeschaltet)
Elektronische Wegfahrsperre vom Fahrberechtigungssystem deaktiviert
Anlasssperre aufgehoben, d. h.:
Getriebe in Neutralstellung (nur bei Startanforderung über die Taste Motorstart und Motorstopp (S600))
Nebenabtrieb, sofern vorhanden, ausgeschaltet
Motor aus oder Motordrehzahl < 50/min
Funktion
Sind alle Voraussetzungen erfüllt und wird die Taste Motorstart und Motorstopp (S600) betätigt oder über den Antriebs-CAN (CAN 4) eine entsprechende Botschaft mit der Startanforderung empfangen, steuert das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) über ein Startervorschaltrelais das Einrückrelais des Starters (M1) an.
Der Starter (M1) setzt den Motor in Bewegung. Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) prüft, ob der Starter (M1) den Motor mit einer vorgegebenen Mindestdrehzahl dreht.
Außerdem wartet es, bis es anhand der Signale des Positionssensors Kurbelwelle (B600) erkennt, wann sich der 1. und 6. Zylinder im oberen Totpunkt (OT) befinden.
Erst dann kann der Ansteuerungsbeginn für den Kraftstoffinjektor Zylinder 1 und 6 (Y608 und Y613), unter Berücksichtigung des momentanen Betriebszustands des Motors, berechnet werden.
Gleichzeitig ermittelt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die zur Verbrennung erforderliche Einspritzmenge und veranlasst, dass diese durch entsprechende Ansteuerung des Mengenregelventils (Y643), des Druckregelventils (Y634) und der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 und 6 (Y608 und Y613) zum richtigen Zeitpunkt in die Brennräume des 1. und 6. Zylinders eingespritzt wird.
Diese so genannte Doppelbefeuerung dient dazu, den Startvorgang zu beschleunigen. Sie wird so lange fortgeführt (anschließend folgen die Zylinder 5 und 2, 3 und 4, dann wieder 1 und 6, usw.), bis der Zünd-OT des 1. Zylinders unter Zuhilfenahme des Positionssensors Nockenwelle (B601) erkannt wird.
Liefert der Positionssensor Nockenwelle (B601) keine Impulse, so wird jeweils ein Teil der Doppelbefeuerung abgestellt, bis durch das Durchtauchen der Motordrehzahl (was dann geschieht, wenn sich ein Kolben nicht im Zünd-OT befindet) der Zünd-OT erkannt wird. Ist der Zünd-OT bekannt, läuft der Motor unverändert weiter. Aus Motorschutzgründen wird jedoch das maximale Drehmoment des Motors begrenzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die Notlaufdrehzahl einregelt.
Ermittlung der Einspritzmenge:
Um einen sicheren Motorstart bei möglichst geringer Schadstoffemission zu erreichen, erfolgt die Ermittlung der Einspritzmenge unabhängig von der Fahrpedalstellung.
Die für den Startvorgang gewählte Einspritzmenge richtet sich dabei in erster Linie nach der Kühlmitteltemperatur, die vom Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) über den Temperatursensor Kühlmittel Auslass (B606) ermittelt wird.
Weitere Einflussgrößen für die Einspritzmenge während des Startvorgangs sind die momentane Motordrehzahl sowie die geografische Höhe, in der sich das Fahrzeug befindet.
Für die Bestimmung der Höhe befindet sich im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) ein Atmosphärendrucksensor, über den der Luftdruck der Umgebungsluft ermittelt und die momentane Höhe des Fahrzeugs bzw. Motors abgeleitet werden kann.
Mit dieser in erster Linie temperaturabhängigen Starteinspritzmenge läuft der Motorstart an.
Springt der Motor mit der Starteinspritzmenge nicht an, wird die Einspritzmenge kontinuierlich erhöht, bis der Motor anspringt oder der Grenzwert für die maximale Starteinspritzmenge erreicht ist. Dies wird dann so lange aufrechterhalten, bis die Ansteuerung des Starters (M1) entweder selbst oder nach einer bestimmten Zeit vom Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) unterbrochen wird, um den Starter (M1) vor mechanischer oder thermischer Überlastung zu schützen (Startzeitbegrenzung).
Springt der Motor an, während das Zündschloss oder die Taste Motorstart und Motorstopp (S600) noch betätigt werden, und erreicht er eine bestimmte Motordrehzahl, wird die Ansteuerung des Starters (M1) unterbrochen (Starterabwurfdrehzahl).
Das Ritzel wird aus dem Zahnkranz am Schwungrad zurückgezogen, während von der Startsteuerung der Einspritzmenge in die Leerlaufdrehzahlregelung übergegangen wird. Dieser Übergang wird auch als Startabwurf bezeichnet, der ausschließlich einen Wechsel der Berechnungsmethode zur Folge hat.
Da die Kaltstartfähigkeit von Dieselmotoren bei niedriger Außentemperatur durch steigenden Durchdrehwiderstand des Motors, niedrigere Brennraumtemperaturen und ungünstigere Zerstäubungsbedingungen des Kraftstoffs begrenzt wird, erfolgt unter bestimmten Voraussetzungen eine Piloteinspritzung.
Diese trägt deutlich zu kürzeren Startzeiten, zu einem rascheren Motorrundlauf, zu einer besseren Gasannahme, zu einer geringeren Weißrauchemission, zu einer geringeren Schadstoffemission und zu einer geringeren Geräuschemission bei.
Referenzierte Dokumente
- gf0700g3001md Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion
- gf0700g3002md Ermittlung des Kompressionstaktes am 1. Zylinder Funktion
- gf0704g3001md Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion
- gf0707g3001md Ermittlung der Luftmasse Funktion
- gf0716g4012md Ermittlung der Kühlmitteltemperatur Funktion
- gf4700g0002md Kraftstoffversorgung Funktion