si8000s0001a

Service Information Zentralverriegelung, Schliessanlage

Typ si · Thema 80.00 · Version 0100 · 2003-06-17

Gültig für: TYP 638

Einordnung

Funktionsgruppe 3 Aufbau › 80 Zentralverriegelung, Komfortbedienung, Fahrberechtigungssysteme › 80.00 Allgemeines — Baureihe 638

EinPAS 29 Fahrberechtigungs-/Sicherungssystem › 29.16 Verriegeln/Entriegeln › 29.16.1 Grundinformation — Baureihe 638

EinPAS 45 Daten/Information › 45.20 Information/Maßnahmen › 45.20.20 Serviceinformation — Baureihe 638

SI80.00-S-0001A

Service Information Zentralverriegelung, Schliessanlage

22.5.98

TYP 638

Aus aktuellem Handlungsbedarf erhalten Sie die nachfolgenden Service-Information, die nochmal die Funktion der einzelnen Komponenten der Schliessanlage erläutern soll.
Weiterhin möchten wir bei dieser Gelegenheit auf die schon bestehende Service-Literatur (Diagnoshandbuch, Mikrofilm, STI, WIS) hinweisen.

Die Schliessanlage besteht aus folgenden Systemen, die je nach Ausstattung miteinander funktionieren.

Funkfernbedienung (FFB)

Zentralverriegelung (ZV)

Komfortschliessanlage (KSA)

Wegfahrsperre mit und ohne Funkfernbedienung (WSP)

Abschaltventil Fahrberechtigungssystem (ASF) / Diesel

Motorsteuerung (PMS) / Benziner

Motorsteuerung (V6) / Benziner

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Die beschriebenen Systeme können mit Sonderwerkzeugen oder mit dem HHT geprüft werden. Als Leitfaden dient das Diagnosehandbuch. Bei Prüfungen mit HHT müssen neben dem Fehlerspeicher auch immer die Istwerte mit abgeglichen werden, da sie Fehler aufdecken können, die eventuell nicht im Fehlerspeicher abgelegt sind. Der HHT zeigt verbaute Systeme durch einen Haken und nicht verbaute durch ein Ausrufezeichen an.

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1. Beschreibung der einzelnen Systeme

1.1 Funkfernbedienung (FFB)

Das System FFB ist die alte Ausführung ohne Transponder und wurde ab Fahrgestellendnummer 22012 von der WSP agbelöst, da bei Ausfall die Wegfahrsperre blockiert.

Die FFB betätigt die Zentralverriegelung oder die Komfortschliessanlage und gibt Startfreigabe an das Abschaltventil (ASF) an der Einspritzpumpe beim Diesel oder an das Motorsteuergerät (PMS) beim Benziner. Bei nicht vorhandener Startfreigabe geht die Kontrolleuchte im Kombiinstrument nach Zündung EIN nicht mehr aus. Beim Diesel dient die Vorglühkontrolle gleichzeitig als Kontrolleuchte der Wegfahrsperre.

Der in der Literatur beschriebene Modus desynchronisieren und synchronisieren von Senderschlüsseln ist nur zum Unkenntlich machen eines verlorengegangenen Senderschlüssels gedacht. Die Schlüssel sind immer vom Hersteller aus gültig. Ein ungültiger Schlüssel ist absichtlich ausgelernt worden. Der Aktivierungszustand der Handsender kann in Istwerten ausgelesen werden (nur Diesel, beim System WSP Diesel und Benziner).

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Es existieren pro Schliesung 8 verfügbare Handsender. Jeder Handsender hat eine eingeprägte Nummer auf dem Sendergehäuse neben dem Batteriefach unter dem Batteriefachdeckel. Als Ersatzteil muß der nächst höhere Sender bestellt werden (z.B. Sender 1 und 2 vorhanden, wenn Sender 1 defekt ist muß Sender 3 bestellt werden). Bei zwei gleichen Sendern kann nur einer funktionieren.

Neu bestellte Schlüssel müssen eingelernt werden! Wenn ein neuer Handsender nicht funktioniert ist er entweder doppelt, hat eine falsche Schliessungsnummer oder ist defekt.

Beim Benziner ist die FFB über den HHT nicht Diagnosefähig!

Siehe: Diagnosehandbuch Vito/ V-Klasse Kapitel 3.9
AF-Mikrofilm
WIS

Bauteile: Steuergerät, Handsender

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1.2 Zentralverriegelung (ZV)

Die Zentralverriegelung wird mechanisch oder über Funk betätigt. Nach dem Verriegeln, mit einer noch offenen Tür , entriegelt das Fahrzeug wieder, um dem Benutzer anzuzeigen, daß noch eine oder mehrere Türen geöffnet sind.
Wenn man innerhalb von fünf Sekunden ein weiteres mal verriegelt, entriegelt und verriegelt die Zentralverriegelung und bleibt verriegelt (Zwangsverriegelung).
Falls die Zentralverriegelung trotz geschlossener Türen nach dem Verriegeln wieder entriegelt, bekommt das Steuergerät ein falsches Zustandssignal von einer oder mehreren Türen.

Siehe: Diagnosehandbuch Vito/V-Klasse Kapitel 3.6
AF-Mikrofilm
WIS

Bauteile: Türelemente, Steuergerät, Stellmotor Tankklappe

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1.3 Komfortschliessanlage (KSA)

Die Komfortschliessanlage wird mechanisch oder über Funk betätigt. Die Zwangsverriegelung funktioniert analog der Zentralverriegelung.Unterscheiden kann man die KSA von der ZV durch die Innenraumbeleuchtung, die Komfortver- und entriegelung und dem Innenraumbetätigungsschalter in der Instrumententafel.
Beim Öffnen über Funk geht die Innenraumbeleuchtung an und beim Verlassen des Fahrzeugs leuchtet sie für 10 Sekunden nach.
Fenster und Schiebedächer werden ebenfalls über das Steuergerät der KSA betätigt und können Komfortent- und verriegelt werden.


Komfortöffnung: Schlüssel ins Fahrertürschloß stecken, entriegeln und auf entriegeln halten. Die Fenster und Schiebedächer fahren auf.

Komfortschliesung: Schlüssel ins Fahrertürschloss stecken,
verriegeln und auf Verriegeln halten. Die
Fenster und Schiebedächer fahren zu.

Siehe: Diagnosehandbuch Vito / V-Klasse Kapitel 3.11
AF-Mikrofilm
WIS

Bauteile: Steuergerät, Türelemente, Stellmotor Tankklappe, Motoren Fenster, Motoren Schiebedächer, Schalter Fenster, Schalter Schiebedächer, Schalter Innenbetätigung

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1.4 Wegfahrsperre (WSP)

Die WSP hat das System FFB abgelöst und beinhaltet den Transponder für die Startfreigabe und die Funkfernbedienung für die Betätigung der Zenralverriegelung oder der Komfortschliessanlage. Es sind zwei Systeme in einem Bauteil, die völlig getrennt voneinander arbeiten. Die WSP kann ohne Funkfernbedienung bestellt werden.

Der Transponder im Schlüssel wird von der Lesespule am Zündschloß erkannt. Wenn der Transponder als gültig erkannt wird, gibt das Steuergerät WSP Startfreigabe an das Motorsteuergerät. Bei nicht vorhandener Startfreigabe geht die Kontrolleuchte im Kombiinstrument nach Zündung EIN nicht mehr aus. Beim Diesel dient die Vorglühkontrolle gleichzeitig als Kontrolleuchte der Wegfahrsperre. Bei neu bestellten Schlüsseln muß nur der Transponder mit dem HHT eingelernt werden. Der Funkteil muß wie bei dem System FFB nicht angelernt werden!

Siehe: Diagnosehandbuch Vito / V-Klasse Kapitel 3.12
AF-Mikrofilm
WIS

Bauteile: Steuergerät, Schlüssel mit Transponder, Transponderspule

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1.5 Abschaltventil Fahrberechtigungssystem (ASF) / Diesel (OM611)

Das ASF erhält die Startfreigabe von der WSP / FFB über einen CAN Busleitung und gibt die Kraftstoffzufuhr zur Einspritzpumpe frei. Das ASF und das Steuergerät WSP / FFB sind miteinander identifiziert, das bedeutet beide Steuergeräte sind unzertrennlich. Neue Abschaltventile müssen sofort Identifiziert werden. Danach verriegelt sich das ASF unwiderruflich. Auch bei Tauschmotoren mit angebautem ASF muß die Identifizierung durchgeführt werden! Über die Istwerte kann die Startfreigabe abgefragt werden.

Siehe: Diagnosehandbuch Vito / V-Klasse Kapitel 3.12
WIS

Bauteile: ASF

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1.6 Motorsteuergerät PMS / Benziner (M111)

Das Motorsteuergerät PMS erhält die Startfreigabe von der
WSP / FFB über eine PWM Leitung. Über die Istwerte kann die Startfreigabe abgefragt werden.

Siehe: Diagnosehandbuch Vito / V-Klasse
WIS

Bauteile: PMS

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1.7 Motorsteuergerät V6 / Benziner (M104.900)

Das Motorsteuergerät V6 erhält die Startfreigabe über einen CAN Busleitung von dem Steuergerät WSP. Das Motorsteuergerät V6 muß vor Inbetriebnahme mit dem Steuergerät WSP identifiziert werden.

Über die Istwerte kann die Startfreigabe abgefragt werden.

Siehe: Diagnosehandbuch Vito / V-Klasse Kapitel 1.3

Bauteile: Steuergerät V6

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