ra05001020211x

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Typ ra · Thema 05.30 · Version 9451 · 1994-12-21

Gültig für:

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 05 Motorsteuerung › 05.30 Ventile

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 102 910, 102 922, 102 924, 102 962, 102 963, 102 982, 102 985

05-211 Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern

Vorausgegangene Arbeiten:

Motor auf Betriebstemperatur (80°C) bringen.

Luftfilter ausgebaut (09-400 bzw. 09-410).

Zylinderkopfhaube ausgebaut (01-406).

Arbeits-Nr. der Arbeitstexte und Arbeitswerte bzw. Standardtexte und Richtzeiten

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Prüfen

Nocken

an dem zu prüfenden hydraulischen Element auf Grundkreis stellen. Hydraulisches Element ca.
5 - 10 Sekunden belasten. Sinkt ein Element vergleichsweise zu den anderen ab dieses ausbauen.

Dazu den betreffenden Kipphebellagerbock ausbauen (05-235). Wird kein undichtes hydraulisches Element festgestellt, Einbaulage prüfen (05-214).
Hinweis
Bei der Druckprüfung der Ausgleichelemente Ventile nicht gegen den Kolbenboden drücken (Ziffern 1 und 2).



Ventilspiel-Ausgleichelement (58)

Vorratsraum des ausgebauten Ventilspiel-Ausgleichelementes mit Motoröl auffüllen. Mit einem geeigneten Stift Kugelventil aufdrücken und Arbeitsraum durch Pumpbewegungen des Druckbolzens entlüften. Kugelventil schließen, eventuell Öl nachfüllen. Danach darf beim Zusammendrücken kein Öl am Kugelventil austreten bzw. darf der Druckbolzen nicht absinken. Ist dies nicht der Fall, Ausgleichelement

erneuern (Ziffer 3).
Hinweis
Ist das Ausgleichelement in Ordnung, Ölbohrungen im Zylinderkopf sowie in der Kipphebelachse und im Kipphebel auf Durchgang prüfen, eventuell reinigen.
Sind mehrere Ausgleichelemente weich, Ölrohr im Zylinderkopf erneuern, dazu Zylinderkopf ausbauen (01-415) und neue Öldüse-Rücklaufsperre einbauen (18-415).

Erneuern

Ventilspiel-Ausgleichelement (58)

Mit befülltem Ölvorratsraum und der ursprünglichen Scheibe (57) bis zum Anschlag am Sprengring (56) in den Kipphebel schieben (Ziffer 4).

Kipphebellagerbock (61)

einbauen (05-235), dabei ursprüngliche Kugelpfanne (55) einbauen.
Hinweis
Falls eine neue Kugelpfanne eingebaut wird,
Kugelpfanne 103 055 00 24 verwenden.
Einbaulage prüfen, falls erforderlich, richtigstellen (05-214, Ziffern 5 und 6).







0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Sonderwerkzeug

102 589 04 21 00

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Hydraulischer Ventilspielausgleich


43 Ventil

46 Ventilfederteller

51 Kipphebel

55 Kugelpfanne

56 Sprengring

57 Scheibe

59 Führungshülse

60 Druckfeder

61 Kugelführung

62 Druckfeder

63 Kugel (5 mm )

64 Druckbolzen

65 Verschlußkappe

a Ölvorratsraum

b Arbeitsraum

c Rücklauf- und

Entlüftungsbohrungen

Durch Verwendung der hydraulischen Ventil-spiel-Ausgleichelemente entfällt das Einstellen der Ventile.
Die wartungsfreien, in den Kipphebeln angeordneten hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente heben das Ventilspiel auf, d. h. durch Wärmeausdehnung und Verschleiß entstehen
de maßliche Änderungen im Ventiltrieb werden von den Elementen ausgeglichen. Weil der Kipphebel dadurch dauernd am Nocken anliegt, ist die Geräuschentwicklung im Ventiltrieb gering.

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Die hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente

bestehen aus folgenden Bauteilen:

Druckbolzen (64) mit Ölvorratsraum (a)
sowie Rücklauf- und Entlüftungsbohrungen (c) und einem Kugelventil, bestehend aus Kugel 5 mm (63), Kugelführung (61) und Druckfeder (62).

Führungshülse (59) mit Arbeitsraum (b),
Druckfeder (60) und Verschlußkappe (65).

Bei stehendem Motor und Belastung des Kipphebels und damit des Elementes durch die Nockenspitze kann das Element ganz absinken.
Das verdrängte Öl aus dem Arbeitsraum (b) fließt über den Ringspalt (Einbauspiel zwischen Führungshülse und Druckbolzen) zum Vorratsraum (a).
Wenn die Nockenspitze vom Kipphebel abläuft, wird der Druckbolzen (64) entlastet und die Druckfeder (60) drückt den Druckbolzen nach oben, bis der Kipphebel am Nocken anliegt.

Der Unterdruck, der durch die Aufwärtsbewegung des Druckbolzens entsteht, öffnet das Kugelventil, und aus dem Vorratsraum (a) fließt Öl in den Arbeitsraum (b).
Sobald der Nocken gegen den Kipphebel drückt und dadurch den Druckbolzen belastet, schließt das Kugelventil. Das Öl im Arbeitsraum wirkt als "hydraulisch starre Verbindung", und das jeweilige Ventil wird geöffnet.
Bei laufendem Motor, abhängig von Motordrehzahl und Nockenstellung, wird der Druckbolzen nur noch geringfügig nach unten gedrückt.

Das zur Funktion der hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente benötigte Öl fließt vom Längskanal und den Querbohrungen im Zylinderkopf zu den Kipphebellagerstellen. Von hier gelangt es durch die Bohrung (h) im Kipphebel zum Ringkanal (f) und über Nuten in der Scheibe (57) zum Vorratsraum (a).
Im Vorratsraum kann sich eventuell vorhandene Luft aus dem Öl absetzen (beruhigtes Öl), so daß dem Arbeitsraum bei Bedarf entschäumtes Öl zugeführt wird.

Die Ölmenge im Vorratsraum reicht zur Befüllung des Arbeitsraumes bei allen Betriebszuständen des Motors aus. Eventuell vorhandene Luft im Vorratsraum kann über die Nuten in der Scheibe (57) in den Ringkanal (f) und von dort über den Ringspalt zwischen Scheibe und Kipphebel und den Stoßspalt des Sprengringes (56) entweichen.





0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

P18-5328-13

Damit die hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente mit dem der jeweiligen Motordrehzahl
entsprechenden Öldruck versorgt werden, fließt das Öl ungedrosselt über die Düse (A) in den Längskanal (a) im Zylinderkopf (druckorientierter Ölzulauf). Die Düse wirkt zugleich als Ölrücklaufsperre und verhindert so bei stehendem Motor ein Leerlaufen der Kanäle bis zu den Hydraulikelementen.

Die Verschlußkappe (65) ist so geformt, daß sie das hydraulische Ventilspiel-Ausgleichelement verliersicher im Kipphebel festhält.
Die Ausgleichelemente nur stehend lagern und nicht zerlegen. Kipphebel, Ausgleichelement, Scheibe (57) und Kugelpfanne (55) unbedingt an der ursprünglichen Stelle einbauen.

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Prüfen

-------------------------------

1 Nockenwelle an dem zu prüfenden hydraulischen Element so stellen, daß die Kipphebel am Nockengrundkreis anliegen.

2 Mit einem Hammerstiel o. ä. oberhalb des hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelementes
5 - 10 Sekunden auf den Kipphebel drücken.

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Falls dabei ein Ausgleichelement im Vergleich zu anderen merklich absinkt, ist das Ausgleichelement auszubauen. Dazu Kipphebellagerbock ausbauen (05-235) und das Ausgleichelement (58) zusammen mit der Scheibe mit einem Aluminium- oder Messingdorn vorsichtig aus dem Kipphebel drücken.

Falls kein undichtes Ausgleichelement festgestellt wurde, Kipphebel mit der Hand zu bewegen versuchen. Falls dabei Spiel festgestellt wird, die Einbaulage der hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente prüfen und richtigstellen
(05-214).


Beim Druckprüfen der Ausgleichelemente die Ventile nicht gegen den Kolbenboden drücken.

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

3 Vorratsraum des ausgebauten hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelementes mit Motoröl füllen, Kugelventil im Druckbolzen mit einem Draht (ca. 1,5 mm ) vorsichtig aufdrücken und Druckbolzen bis zum Anschlag nach unten drücken und loslassen. Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen.

Anschließend mit einem Hammerstiel o. ä. den Druckbolzen des Ausgleichelementes
5 - 10 Sekunden kräftig nach unten drücken. Falls der Druckbolzen dabei merklich absinkt, das Ausgleichelement erneuern.
Hinweis
Das Ausgleichelement muß sowohl beim Füllen des Arbeitsraumes als auch bei der Prüfung senkrecht stehen.

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Falls das Ausgleichelement nicht merklich absinkt, die jeweilige Ölbohrung im Zylinderkopf (Pfeil) sowie die Ölbohrungen in der Kipphebelachse und im Kipphebel auf freien Durchgang prüfen, falls erforderlich, reinigen.
Dazu den Kipphebel ausbauen (05-240).
Sind mehrere Ausgleichelemente laut bzw. weich, ist die Öldüse im Zylinderkopf auf Fest
sitz zu prüfen, bzw. zu erneuern.

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

Erneuern

-------------------------------

4 Neues Ventilspiel-Ausgleichelement (58) mit der ursprünglichen Scheibe (57) bis zum Anschlag an den Sprengring (56) in den Kipphebel (51) schieben.
Hinweis
Neues Ausgleichelement mit gefülltem Arbeits- und Vorratsraum einbauen. (Füllen des hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelementes siehe Ziffer 3).

Die Nuten in der Scheibe (57) müssen zum Ausgleichelement (58) zeigen (Bild Ziffer 5).

0211 - Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern           
	Motor 102 (außer 102.983/99) Einriementrieb

5 Kipphebellagerbock einbauen (05-235). Dabei die ursprüngliche Kugelpfanne (55) einbauen.
Hinweis
Falls eine neue Kugelpfanne eingebaut wird, Kugelpfanne Teil-Nr. 103 055 00 24 verwenden.

6 Einbaulage des erneuerten Ventilspiel-Ausgleichelementes prüfen, falls erforderlich, richtigstellen (05-214).

7 In umgekehrter Reihenfolge einbauen.

Referenzierte Dokumente