05-211 Hydraulisches Ventilspiel-Ausgleichelement prüfen und erneuern
Vorausgegangene Arbeiten: Motor auf Betriebstemperatur (80°C) bringen. Luftfilter ausgebaut (09-400 bzw. 09-410). Zylinderkopfhaube ausgebaut (01-406). | Arbeits-Nr. der Arbeitstexte und Arbeitswerte bzw. Standardtexte und Richtzeiten |
Prüfen | |
Nocken | an dem zu prüfenden hydraulischen Element auf Grundkreis stellen. Hydraulisches Element ca. Dazu den betreffenden Kipphebellagerbock ausbauen (05-235). Wird kein undichtes hydraulisches Element festgestellt, Einbaulage prüfen (05-214). |
Ventilspiel-Ausgleichelement (58) | Vorratsraum des ausgebauten Ventilspiel-Ausgleichelementes mit Motoröl auffüllen. Mit einem geeigneten Stift Kugelventil aufdrücken und Arbeitsraum durch Pumpbewegungen des Druckbolzens entlüften. Kugelventil schließen, eventuell Öl nachfüllen. Danach darf beim Zusammendrücken kein Öl am Kugelventil austreten bzw. darf der Druckbolzen nicht absinken. Ist dies nicht der Fall, Ausgleichelement erneuern (Ziffer 3). |
Erneuern | |
Ventilspiel-Ausgleichelement (58) | Mit befülltem Ölvorratsraum und der ursprünglichen Scheibe (57) bis zum Anschlag am Sprengring (56) in den Kipphebel schieben (Ziffer 4). |
Kipphebellagerbock (61) | einbauen (05-235), dabei ursprüngliche Kugelpfanne (55) einbauen. |
Sonderwerkzeug
102 589 04 21 00
Hydraulischer Ventilspielausgleich
43 Ventil
46 Ventilfederteller
51 Kipphebel
55 Kugelpfanne
56 Sprengring
57 Scheibe
59 Führungshülse
60 Druckfeder
61 Kugelführung
62 Druckfeder
63 Kugel (5 mm )
64 Druckbolzen
65 Verschlußkappe
a Ölvorratsraum
b Arbeitsraum
c Rücklauf- und
Entlüftungsbohrungen
Durch Verwendung der hydraulischen Ventil-spiel-Ausgleichelemente entfällt das Einstellen der Ventile.
Die wartungsfreien, in den Kipphebeln angeordneten hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente heben das Ventilspiel auf, d. h. durch Wärmeausdehnung und Verschleiß entstehen
de maßliche Änderungen im Ventiltrieb werden von den Elementen ausgeglichen. Weil der Kipphebel dadurch dauernd am Nocken anliegt, ist die Geräuschentwicklung im Ventiltrieb gering.
Die hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente
bestehen aus folgenden Bauteilen:
Druckbolzen (64) mit Ölvorratsraum (a)
sowie Rücklauf- und Entlüftungsbohrungen (c) und einem Kugelventil, bestehend aus Kugel 5 mm (63), Kugelführung (61) und Druckfeder (62).
Führungshülse (59) mit Arbeitsraum (b),
Druckfeder (60) und Verschlußkappe (65).
Bei stehendem Motor und Belastung des Kipphebels und damit des Elementes durch die Nockenspitze kann das Element ganz absinken.
Das verdrängte Öl aus dem Arbeitsraum (b) fließt über den Ringspalt (Einbauspiel zwischen Führungshülse und Druckbolzen) zum Vorratsraum (a).
Wenn die Nockenspitze vom Kipphebel abläuft, wird der Druckbolzen (64) entlastet und die Druckfeder (60) drückt den Druckbolzen nach oben, bis der Kipphebel am Nocken anliegt.
Der Unterdruck, der durch die Aufwärtsbewegung des Druckbolzens entsteht, öffnet das Kugelventil, und aus dem Vorratsraum (a) fließt Öl in den Arbeitsraum (b).
Sobald der Nocken gegen den Kipphebel drückt und dadurch den Druckbolzen belastet, schließt das Kugelventil. Das Öl im Arbeitsraum wirkt als "hydraulisch starre Verbindung", und das jeweilige Ventil wird geöffnet.
Bei laufendem Motor, abhängig von Motordrehzahl und Nockenstellung, wird der Druckbolzen nur noch geringfügig nach unten gedrückt.
Das zur Funktion der hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente benötigte Öl fließt vom Längskanal und den Querbohrungen im Zylinderkopf zu den Kipphebellagerstellen. Von hier gelangt es durch die Bohrung (h) im Kipphebel zum Ringkanal (f) und über Nuten in der Scheibe (57) zum Vorratsraum (a).
Im Vorratsraum kann sich eventuell vorhandene Luft aus dem Öl absetzen (beruhigtes Öl), so daß dem Arbeitsraum bei Bedarf entschäumtes Öl zugeführt wird.
Die Ölmenge im Vorratsraum reicht zur Befüllung des Arbeitsraumes bei allen Betriebszuständen des Motors aus. Eventuell vorhandene Luft im Vorratsraum kann über die Nuten in der Scheibe (57) in den Ringkanal (f) und von dort über den Ringspalt zwischen Scheibe und Kipphebel und den Stoßspalt des Sprengringes (56) entweichen.
P18-5328-13
Damit die hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente mit dem der jeweiligen Motordrehzahl
entsprechenden Öldruck versorgt werden, fließt das Öl ungedrosselt über die Düse (A) in den Längskanal (a) im Zylinderkopf (druckorientierter Ölzulauf). Die Düse wirkt zugleich als Ölrücklaufsperre und verhindert so bei stehendem Motor ein Leerlaufen der Kanäle bis zu den Hydraulikelementen.
Die Verschlußkappe (65) ist so geformt, daß sie das hydraulische Ventilspiel-Ausgleichelement verliersicher im Kipphebel festhält.
Die Ausgleichelemente nur stehend lagern und nicht zerlegen. Kipphebel, Ausgleichelement, Scheibe (57) und Kugelpfanne (55) unbedingt an der ursprünglichen Stelle einbauen.
Prüfen
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1 Nockenwelle an dem zu prüfenden hydraulischen Element so stellen, daß die Kipphebel am Nockengrundkreis anliegen.
2 Mit einem Hammerstiel o. ä. oberhalb des hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelementes
5 - 10 Sekunden auf den Kipphebel drücken.
Falls dabei ein Ausgleichelement im Vergleich zu anderen merklich absinkt, ist das Ausgleichelement auszubauen. Dazu Kipphebellagerbock ausbauen (05-235) und das Ausgleichelement (58) zusammen mit der Scheibe mit einem Aluminium- oder Messingdorn vorsichtig aus dem Kipphebel drücken.
Falls kein undichtes Ausgleichelement festgestellt wurde, Kipphebel mit der Hand zu bewegen versuchen. Falls dabei Spiel festgestellt wird, die Einbaulage der hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelemente prüfen und richtigstellen
(05-214).
Beim Druckprüfen der Ausgleichelemente die Ventile nicht gegen den Kolbenboden drücken.
3 Vorratsraum des ausgebauten hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelementes mit Motoröl füllen, Kugelventil im Druckbolzen mit einem Draht (ca. 1,5 mm ) vorsichtig aufdrücken und Druckbolzen bis zum Anschlag nach unten drücken und loslassen. Vorgang zwei- bis dreimal wiederholen.
Anschließend mit einem Hammerstiel o. ä. den Druckbolzen des Ausgleichelementes
5 - 10 Sekunden kräftig nach unten drücken. Falls der Druckbolzen dabei merklich absinkt, das Ausgleichelement erneuern.
Hinweis
Das Ausgleichelement muß sowohl beim Füllen des Arbeitsraumes als auch bei der Prüfung senkrecht stehen.
Falls das Ausgleichelement nicht merklich absinkt, die jeweilige Ölbohrung im Zylinderkopf (Pfeil) sowie die Ölbohrungen in der Kipphebelachse und im Kipphebel auf freien Durchgang prüfen, falls erforderlich, reinigen.
Dazu den Kipphebel ausbauen (05-240).
Sind mehrere Ausgleichelemente laut bzw. weich, ist die Öldüse im Zylinderkopf auf Fest
sitz zu prüfen, bzw. zu erneuern.
Erneuern
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4 Neues Ventilspiel-Ausgleichelement (58) mit der ursprünglichen Scheibe (57) bis zum Anschlag an den Sprengring (56) in den Kipphebel (51) schieben.
Hinweis
Neues Ausgleichelement mit gefülltem Arbeits- und Vorratsraum einbauen. (Füllen des hydraulischen Ventilspiel-Ausgleichelementes siehe Ziffer 3).
Die Nuten in der Scheibe (57) müssen zum Ausgleichelement (58) zeigen (Bild Ziffer 5).
5 Kipphebellagerbock einbauen (05-235). Dabei die ursprüngliche Kugelpfanne (55) einbauen.
Hinweis
Falls eine neue Kugelpfanne eingebaut wird, Kugelpfanne Teil-Nr. 103 055 00 24 verwenden.
6 Einbaulage des erneuerten Ventilspiel-Ausgleichelementes prüfen, falls erforderlich, richtigstellen (05-214).
7 In umgekehrter Reihenfolge einbauen.
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