Funktionsvoraussetzung allgemein
Klemme 15R Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Steuergerät Supplemental Restraint System (N2/10).
Supplemental Restraint System auslösen allgemein
Das Supplemental Restraint System überwacht ständig den Belegungszustand des Beifahrersitzes sowie den Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) und passt anhand dieser Informationen sein Auslöseverhalten an.
Die Funktion Supplemental Restraint System auslösen umfasst folgende Teilfunktionen:
Systemüberwachung
Auswerten des Belegungszustands des Beifahrersitzes
Erkennen des Status der Sicherheitsgurte
Aufprallerkennung
Auslöseverhalten bei Frontalaufprall
Auslöseverhalten bei Seitenaufprall
Auslöseverhalten bei Heckaufprall
Auslöseverhalten bei Überrollvorgang
Zusatzfunktionen im Crashfall
Systemüberwachung
Beim Einschalten der Klemme 15R werden folgende Kontrollleuchten angesteuert:
Kontrollanzeige Supplemental Restraint System im Kombiinstrument (A1)
Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag OFF (N72/1e1) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung))
Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag ON (N72/1e2) (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung))
Nach erfolgreichem Selbsttest (t = 4 s) wird die Kontrollanzeige Supplemental Restraint System ausgeschaltet. Bei Fahrzeugen mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung) wird der entsprechende Belegungszustand des Beifahrersitzes über die Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag ON oder über die Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag OFF angezeigt.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zum Einschalten der Kontrollanzeige Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die Anforderung zum Einschalten der jeweiligen Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag (mit Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung)) sendet das Steuergerät Supplemental Restraint System über Benutzerschnittstelle-CAN, Headunit (A26/17), Telematik-CAN (CAN A), Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) (außer Code 446 (Touchpad only)) oder Touchpad (A105) (mit Code 446 (Touchpad only)) und UBF-LIN (LIN A3) an das Steuergerät Oberes Bedienfeld (N72/1). Das Steuergerät Oberes Bedienfeld steuert die entsprechende Kontrollleuchte Beifahrer-Airbag direkt an.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System überwacht im Fahrbetrieb weiterhin ständig das Supplemental Restraint System und meldet Fehler über das Display und die Kontrollanzeige Supplemental Restraint System im Kombiinstrument an den Fahrer. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet die Anforderung zur Anzeige einer entsprechenden Meldung über Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument. Die Fehler werden im nichtflüchtigen Speicher des Steuergeräts Supplemental Restraint System abgelegt.
Auswerten des Belegungszustands des Beifahrersitzes
Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel auf der Beifahrerseite wird an die Belegung des Beifahrersitzes angepasst.
Typ 238
außer Code U10 (Automatische Beifahrerairbag-Abschaltung)
Der Status der Sitzbelegungserkennung hat keinen Einfluss auf das Auslöseverhalten des Supplemental Restraint Systems.
Erkennen des Status der Sicherheitsgurte
Das Auslöseverhalten der Rückhaltemittel wird an den Status der Sicherheitsgurte (angelegt oder nicht angelegt) angepasst. Der Status des jeweiligen Sicherheitsgurts wird über den entsprechenden Schalter Gurtschloss definiert:
Schalter Gurtschloss Fahrer (S68/3)
Schalter Gurtschloss Beifahrer (S68/4)
Schalter Gurtschloss Fond links (S68/11)
Schalter Gurtschloss Fond rechts (S68/12)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Gurtschloss Fahrer und den Status des Schalters Gurtschloss Beifahrer direkt ein.
Das Steuergerät SAM hinten (N10/8) liest den Status der Schalter Gurtschloss Fond direkt ein und sendet diesen über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Steuergerät Supplemental Restraint System.
Aufprallerkennung
Das Steuergerät Supplemental Restraint System unterscheidet zwischen einem:
Frontalaufprall
Seitenaufprall
Heckaufprall
Überrollvorgang (um die Fahrzeuglängsachse)
Dazu werden die Signale folgender Sensoren ausgewertet:
Integrierte Sensoren
Sensor Sidebag links (A53)
Sensor Sidebag rechts (A54)
Frontalbeschleunigungssensor links (B48/1)
Frontalbeschleunigungssensor rechts (B48/2)
Drucksensor Vordertür links (B48/7)
Drucksensor Vordertür rechts (B48/8)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest die Sensorsignale direkt ein.
Zusätzlich wird die Querbeschleunigung des Fahrzeugs ausgewertet. Diese wird von dem in das Steuergerät Supplemental Restraint System integrierten Beschleunigungssensor erfasst.
Typ 238
mit Code 239 (Abstands-Pilot DISTRONIC)
Typ 238
mit Code 258 (COLLISION PREVENTION ASSIST)
Der Verkehrsraum vor dem Fahrzeug wird über Radarsensoren überwacht. Dadurch kann eine drohende Kollision frühzeitig erkannt werden. Die jeweiligen Auslösezeitpunkte werden situationsbezogen angepasst.
Typ 238
mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket)
Der Verkehrsraum vor dem Fahrzeug wird über Radarsensoren überwacht. Zusätzlich der Verkehrsraum hinter dem Fahrzeug überwacht. Dadurch kann eine drohende Kollision frühzeitig erkannt werden. Die jeweiligen Auslösezeitpunkte werden situationsbezogen angepasst.
Auslöseverhalten bei Frontalaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer (R12/1)
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer (R12/2)
Zündpille 1 Beifahrer-Airbag (R12/4)
Zündpille 2 Beifahrer-Airbag (R12/5)
Zündpille Gurtstraffer Fond links (R12/6)
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts (R12/7)
Zündpille 1 Fahrer-Airbag (R12/13)
Zündpille 2 Fahrer-Airbag (R12/14) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung))
Zündpille Kneebag Fahrer (R12/25)
Gurtkraftbegrenzer Beifahrer (R12/26) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung))
Gurtkraftbegrenzer Fahrer (R12/27) (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (R12/37) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (R12/38) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Entlüftungsventil Beifahrer-Airbag (R12/44) (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Position des Fahrersitzes (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)):
Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer (S68/19) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Fahrer-Airbags. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Fahrer direkt ein.
Position des Beifahrersitzes (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)):
Das Steuergerät Supplemental Restraint System entscheidet anhand des Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer (S68/20) über den entsprechenden Auslösezeitpunkt des Beifahrer-Airbags. Dies gilt jedoch nur, wenn ein belegter Beifahrersitz erkannt worden ist. Das Steuergerät Supplemental Restraint System liest den Status des Schalters Sitzpositionserkennung Beifahrer direkt ein.
Belegungszustand des Beifahrersitzes und Status Gurtschloss Beifahrer:
Ist der Beifahrersitz nicht oder mit einem Kindersitz belegt und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, werden auf der Beifahrerseite keine Rückhaltemittel ausgelöst.
Ist der Beifahrersitz nicht oder mit einem Kindersitz belegt und der Sicherheitsgurt angelegt, wird der Beifahrer-Airbag nicht ausgelöst.
Ist der Beifahrersitz mit einer Person belegt und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, werden der Gurtstraffer, der Gurtendbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) und der Gurtkraftbegrenzer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung)) auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschloss Fahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden der Gurtstraffer, der Gurtendbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) und der Gurtkraftbegrenzer (mit Code 460 (Kanada Ausführung) oder Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 498 (Japan-Ausführung)) auf der Fahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden keine Rückhaltemittel ausgelöst.
Auslöseverhalten bei Seitenaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls, der Belegung des Beifahrersitzes und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Sidebag Fahrer (R12/9)
Zündpille Sidebag Beifahrer (R12/10)
Zündpille Sidebag im Fond links (R12/11) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))
Zündpille Sidebag im Fond rechts (R12/12) (mit Code 293 (Sidebags im Fond))
Zündpille Windowbag links (R12/22) (Typ 238.3)
Zündpille Windowbag rechts (R12/23) (Typ 238.3)
Zündpille Headbag links (R12/39) (Typ 238.4)
Zündpille Headbag rechts (R12/40) (Typ 238.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Belegungszustand des Beifahrersitzes und Status Gurtschloss Beifahrer:
Ist der Beifahrersitz nicht belegt und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, werden der Gurtstraffer und der Sidebag auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.
Ist der Beifahrersitz belegt (Person oder Kindersitz) und der Sicherheitsgurt nicht angelegt, wird der Gurtstraffer auf der Beifahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschloss Fahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der Gurtstraffer auf der Fahrerseite nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der jeweilige Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Auslöseverhalten bei Heckaufprall
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig von der Schwere des Aufpralls und dem Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden keine Rückhaltemittel ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden keine Rückhaltemittel ausgelöst.
Auslöseverhalten bei Überrollvorgang
Das Auslösen der Rückhaltemittel erfolgt abhängig vom Status der Sicherheitsgurte.
Folgende Zündpillen können gezündet werden (maximal):
Zündpille Gurtstraffer Fahrer
Zündpille Gurtstraffer Beifahrer
Zündpille Gurtstraffer Fond links
Zündpille Gurtstraffer Fond rechts
Zündpille Windowbag links (Typ 238.3)
Zündpille Windowbag rechts (Typ 238.3)
Zündpille Endbeschlagsstraffer Fahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Endbeschlagsstraffer Beifahrer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung))
Zündpille Headbag links (Typ 238.4)
Zündpille Headbag rechts (Typ 238.4)
Zündpille Überrollbügel links (R12/61) (Typ 238.4)
Zündpille Überrollbügel rechts (R12/62) (Typ 238.4)
Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Zündpillen direkt an.
Folgende Zustände werden berücksichtigt:
Status Gurtschloss Fahrer/Beifahrer:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt werden der Gurtstraffer und der Gurtendbeschlagsstraffer (mit Code 494 (USA-Ausführung) oder Code 460 (Kanada Ausführung)) nicht ausgelöst.
Status Gurtschlösser im Fond:
Bei nicht angelegtem Sicherheitsgurt wird der jeweilige Gurtstraffer im Fond nicht ausgelöst.
Zusatzfunktionen im Crashfall
Die Zusatzfunktionen im Crashfall umfassen folgende Unterfunktionen:
Aktivieren der Funktion Warnblinken
Einschalten der Innenbeleuchtung
Öffnen der Zentralverriegelung
Öffnen der Seitenfenster
Abstellen des Motors
Abschalten der 48-Volt-Komponenten (Motor 264 mit Code B01 (48V-Technologie))
Auslösen des Inertisierungssystems (Benzinmotor)
Abschalten der Klimaanlage
Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))
Aktivieren der crashaktiven Ausstiegshilfe (mit Code 275 (Memory-Paket))
Absetzen eines automatischen Notrufs (mit Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))
Aktivieren der Funktion Warnblinken
Um nach einem Unfall andere Verkehrsteilnehmer zu warnen, wird automatisch die Funktion Warnblinken aktiviert. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn (N10/6). Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Funktion Warnblinken.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Einschalten der Innenbeleuchtung
Um den Fahrzeuginsassen oder helfenden Personen nach einem Unfall die Orientierung im Fahrzeug zu erleichtern, wird automatisch die Innenbeleuchtung eingeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn. Das Steuergerät SAM vorn aktiviert daraufhin die Innenbeleuchtung.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Öffnen der Zentralverriegelung
Nach einem Unfall werden automatisch die Türen, der Kofferraumdeckel und der Tankdeckel über die Zentralverriegelung entriegelt. Das Entriegeln der Türen ermöglicht es helfenden Personen, zu den evtl. verletzten Fahrzeuginsassen zu gelangen. Das Entriegeln des Kofferraumdeckels ermöglicht den Zugang zu Hilfsmaterial wie Warndreieck und Verbandskasten. Das Entriegeln des Tankdeckels ermöglicht den Zugang zu dem im Tankdeckel angebrachten QR-Code, mit dem die Rettungskräfte schnell die entsprechende Rettungskarte für das Fahrzeug ermitteln können.
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:
Steuergerät SAM hinten
Steuergerät Vordertür links (N69/1)
Steuergerät Vordertür rechts (N69/2)
Nach einer Wartezeit von t = 10 s entriegelt das Steuergerät SAM hinten den Kofferraumdeckel und den Tankdeckel. Das jeweilige Steuergerät Vordertür entriegelt die entsprechende Tür. Bei einem Heckaufprall wird die Zentralverriegelung sofort entriegelt.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Öffnen der Seitenfenster
Bei der Auslösung der pyrotechnischen Rückhaltemittel entstehen Rauchpartikel im Fahrzeuginnenraum. Um ein schnelles Abziehen dieser Rauchpartikel zu erreichen, werden automatisch die Seitenfenster vorn um einen Spalt geöffnet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an folgende Steuergeräte:
Steuergerät Vordertür links
Steuergerät Vordertür rechts
Die Steuergeräte Vordertür setzen diese Anforderung um, die Seitenfenster werden geöffnet.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät SAM vorn übermittelt. Das Steuergerät SAM vorn erzeugt daraufhin ein redundantes Crash-Signal auf dem Innenraum-CAN.
Abstellen des Motors
Um die Brandgefahr zu verringern, wird der Motor nach einem Unfall automatisch abgestellt und die Kraftstoffversorgung wird abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Motor-CAN (CAN C) an das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder an das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor). Dieses veranlasst daraufhin das Abstellen des Motors und das Abschalten der Kraftstoffversorgung.
Das Crash-Signal wird zusätzlich über eine direkte Leitung vom Steuergerät Supplemental Restraint System an das Steuergerät CDI oder an das Steuergerät ME übermittelt.
Abschalten der 48-Volt-Komponenten (Motor 264 mit Code B01 (48V-Technologie))
Um die Brandgefahr nach einem Unfall zu verringern, werden die 48-Volt-Komponenten automatisch abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Antriebsstrang. Das Steuergerät Antriebsstrang schaltet daraufhin die 48-Volt-Komponenten ab.
Redundant dazu wird die Steuerklemmenleitung (Klemme 30c) durch das Auslösen der Pyrosicherung (F63) unterbrochen. Durch diesen Spannungsabfall an den Hochvoltkomponenten wird eine Abschaltung des Hochvolt-Bordnetzes erwirkt. Das Steuergerät Supplemental Restraint System steuert die Pyrosicherung direkt an.
Auslösen des Inertisierungssystems (Benzinmotor)
Das Inertisierungssystem verhindert, dass sich austretendes Kältemittel der Klimaanlage an heißen Motorteilen entzünden kann.
Wenn das Steuergerät Supplemental Restraint System einen Frontalaufprall detektiert, steuert es die Zündpille Kältemittelinertisierung (R12/69) an. Wenn die Zündpille Kältemittelinertisierung ausgelöst wird, strömt Argonschutzgas aus dem Gasbehälter in den Motorraum aus. Dadurch wird der Luftsauerstoff im motornahen, brandgefährdeten Bereich verdrängt. Die Gefahr eines Brands durch das Ausströmen des Kältemittels der Klimaanlage wird verhindert.
Abschalten der Klimaanlage
Um das Eindringen schädlicher Gase in den Fahrzeuginnenraum zu verhindern, wird die Klimaanlage nach einem Unfall automatisch abgeschaltet und die Umluftklappe wird geschlossen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Klimatisierung (N22/1), das diese Anforderungen umsetzt.
Abschalten der Standheizung (mit Code 228 (Standheizung))
Um die Brandgefahr zu verringern, wird die Standheizung nach einem Unfall automatisch abgeschaltet. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Klimatisierung. Bei eingeschalteter Standheizung sendet das Steuergerät Klimatisierung das Crash-Signal über Klimasteuerungs-LIN 2 (LIN B8-2) an das Steuergerät Standheizung (A6n1). Die Standheizung wird daraufhin dauerhaft abgeschaltet.
Aktivieren der crashaktiven Ausstiegshilfe (mit Code 275 (Memory-Paket))
Um dem Fahrer das Aussteigen bzw. den Ersthelfern das Bergen des Fahrers aus dem Fahrzeug nach einem Unfall zu erleichtern, wird nach dem Eintreten eines Crashereignisses die Lenksäule bei folgenden Aktionen automatisch nach oben in eine fest definierte Position eingestellt:
Öffnen der Fahrertür
Wechsel des Klemmenstatus Klemme 15C Ein nach Klemme 15C Aus
Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet das Crash-Signal über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät Fahrersitz (N32/1), das die Funktion crashaktive Ausstiegshilfe steuert.
Absetzen eines automatischen Notrufs (mit Code 360 (HERMES UMTS) oder Code 362 (HERMES LTE))
Nach einem Unfall wird automatisch ein Notruf abgesetzt.
Je nach Übertragungsart werden unter anderem folgende Daten an die Mercedes-Benz Notrufzentrale übermittelt:
GPS-Positionsdaten des Fahrzeugs
Letzte GPS-Positionsdaten der Fahrtroute
Fahrtrichtung
Fahrzeug-Identifizierungsnummer
Geschätzte Schwere des Unfalls
Geschätzte Anzahl der Personen im Fahrzeug
Antriebsart des Fahrzeugs
Referenzierte Dokumente
- gf9160p9996fh Übersicht Systembauteile Supplemental Restraint System