TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 615 (Leuchteinheit Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integriertem Kurvenlicht) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 616 (Leuchteinheit Bi-Xenon-Scheinwerfer mit integriertem Kurvenlicht asymetrisch) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr)) | |
TYP | 207.3/4 |
bis Modell-J. 2014 | |
mit CODE 622 (Intelligent Light System (Rechtsverkehr)) |
Funktionsvoraussetzung allgemein
Keine Über- oder Unterspannung (Betriebsspannungsbereich U 7 17,5 V)
Fahrlichtansteuerung allgemein
Die Fahrlichtansteuerung umfasst alle Funktionen, die der optimalen Ausleuchtung der Fahrbahn während des Fahrbetriebs dienen.
Während der Fahrlichtansteuerung ist die Standlichtansteuerung aktiv, die im Dokument "Stand-/Parklichtansteuerung Funktion" beschrieben ist.
Die Fahrlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung
Funktionsablauf automatische Leuchtweitenregulierung (LWR)
Die Fahrlichtansteuerung wird entsprechend der Stellung des Schalters Außenbeleuchtung (S1) ausgeführt. Den Status des Schalters Außenbeleuchtung liest das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) bei Typ 207.3 bis 31.5.10 über Instrumententafel-LIN (LIN 1) und bei Typ 207.3 ab 1.6.10, Typ 207.4 direkt (spannungscodiert) ein.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abblendlichtansteuerung
Klemme 15 Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM vorn.
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Durch Drehen des Schalters Außenbeleuchtung in die Stellung "manuelles Fahrlicht" wird die Abblendlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung ein und gibt die Anforderung über ein Spannungssignal direkt an das Steuergerät Xenon-Licht links (E1n1) an der Leuchteinheit vorn links (E1) und an das Steuergerät Xenon-Licht rechts (E2n1) an der Leuchteinheit vorn rechts (E2) aus. Zusätzlich sendet es die Anforderung "Abblendlicht Kontrolllampe Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument (A1), das daraufhin die Kontrollleuchte Abblendlicht (A1e67) ansteuert.
Das Steuergerät Xenon-Licht links steuert die Xenon-Lampe mit integriertem Zündgerät links (E1e10) an. Das Steuergerät Xenon-Licht rechts steuert die Xenon-Lampe mit integriertem Zündgerät rechts (E2e10) an.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Fernlichtansteuerung
Für Funktion Fernlicht: Klemme 15 und Abblendlicht Ein
Für Funktion Lichthupe: Klemme 15R Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Die Fernlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Fernlicht
Funktionsablauf Lichthupe
Funktionsablauf Fernlicht
Durch Drücken des Kombischalters (S4) nach vorn wird die Fernlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn empfängt die Schalterstellung des Kombischalters und generiert daraus die Anforderung "Fernlicht Ein". Anschließend sendet das Steuergerät SAM vorn die Schalterstellung des Kombischalters über Frontbereich-CAN (CAN G) an die Steuergeräte Xenon-Licht und die Anforderung "Kontrollleuchte Fernlicht Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument. Daraufhin steuert das Kombiinstrument die Kontrollleuchte Fernlicht (A1e3) an. Das Steuergerät Xenon-Licht links steuert den Stellmotor Lichtverteilung links (E1m3) über Scheinwerfer-LIN links (LIN G1) an. Das Steuergerät Xenon-Licht rechts steuert den Stellmotor Lichtverteilung rechts (E2m3) über Scheinwerfer-LIN rechts (LIN G2) an. Die Walzen, die die Lichtkegel der Xenon-Lampen teilweise abdecken, werden weggedreht und somit der gesamte Lichtstrahl zur Ausleuchtung der Fahrbahn freigegeben.
Funktionsablauf Lichthupe
Der Funktionsablauf und der Signalfluss der Funktion Lichthupe entsprechen denen der Funktion Fernlicht.
Zum Anfordern der Funktion Lichthupe muss der Kombischalter jedoch nach hinten gezogen werden.
Wenn der Kombischalter dauerhaft nach hinten gezogen wird, bleibt die Fernlichtansteuerung für maximal t = 30 s aktiv. Danach wird die dauerhaft anliegende Anforderung als "hängender Kombischalter" interpretiert.
Da zum Umsetzen der Funktion Lichthupe keine separaten Fernlichter verbaut sind, müssen bei nicht aktiver Abblendlichtansteuerung die Xenon-Lampen gezündet werden.
Bei Fahrzeugen mit Code (460) Kanada Ausführung oder Code (494) USA-Ausführung darf die Funktion Fernlicht nicht bei aktiver Ansteuerung des Nebelscheinwerfers links (E5/1) und des Nebelscheinwerfers rechts (E5/2) ausgeführt werden.
Priorität hat die aktuell anliegende Anforderung.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Tagfahrlichtansteuerung
Funktion "Tagfahrlicht:" im Menü "Einstell.", "Licht" im Kombiinstrument aktiviert (außer Fahrzeuge mit Code (460) Kanada Ausführung)
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung Außenbeleuchtung AUS "0" oder "Parklicht links" oder "Parklicht rechts" (Typ 207.3 bis 31.5.10) (codierbar) oder Automatische Fahrlichtschaltung "A"
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Das Kombiinstrument sendet die Anforderung "Tagfahrlicht Ein", abhängig von der Ländercodierung oder manuell im Menü "Einstell.", "Licht" aktiviert, über Innenraum-CAN.
Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN.
Das Steuergerät SAM vorn liest alle relevanten Informationen ein, wertet sie aus und steuert bei Fahrzeugen ohne Code (498) Japan-Ausführung den Scheinwerfer Tagfahrlicht links (E1/3) und den Scheinwerfer Tagfahrlicht rechts (E2/3) an.
Bei Fahrzeugen mit Code (498) Japan-Ausführung erfolgt die Ausgabe der Funktion Tagfahrlicht durch die Abblendlichtansteuerung, da keine Scheinwerfer Tagfahrlicht verbaut sind.
Bei Dunkelheit steuert das Steuergerät SAM vorn die Scheinwerfer Tagfahrlicht mit reduzierter Leistung an und aktiviert zusätzlich die Abblendlichtansteuerung.
Die Umgebungshelligkeit wird vom Regen-/Lichtsensor (B38/2) erfasst. Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN (LIN 2) ein.
Die Tagfahrlichtansteuerung wird, sobald der Schalter Außenbeleuchtung in die Stellung "Standlicht", "manuelles Fahrlicht" oder "Parklicht links" oder "Parklicht rechts" (Typ 207.3 ab 1.6.10, Typ 207.4) gedreht wird, deaktiviert.
Bei Fahrzeugen mit Code (460) Kanada Ausführung wird die Tagfahrlichtansteuerung bei Fahrzeugstillstand nach Ablauf eines Zeitintervalls von t = 3 min abgeschaltet. Wenn das Fahrzeug dann wieder bewegt wird, aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Tagfahrlichtansteuerung automatisch.
Das Tagfahrlicht hat gegenüber der automatischen Fahrlichtschaltung eine höhere Priorität.
In Ländern mit gesetzlicher Tagfahrlichtvorschrift ist nur die Lichthupe, nicht aber das Fernlicht zulässig. Das Fernlicht ist nur zulässig, wenn das Fahrlicht manuell über den Schalter Außenbeleuchtung eingeschaltet wird (ohne Code (460) Kanada Ausführung und ohne Code (494) USA-Ausführung).
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatische Fahrlichtschaltung
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "A" oder "0" (Typ 207.3 bis 31.5.10) (codierbar)
Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung
Bei der automatischen Fahrlichtschaltung wird das Abblendlicht automatisch ein- oder ausgeschaltet.
Die automatische Fahrlichtschaltung ist ein reines Komfortsystem und entbindet den Fahrer nicht von den Bedienvorschriften aus der Straßenverkehrsordnung.
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung ein.
Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktiver automatischer Fahrlichtschaltung | ||
Fahrtantritt | Standlicht | Abblendlicht |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Klemme 15C Ein | Aus | Aus |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15 Ein | Ein | Aus |
Signal "Motor läuft" oder Signal "Antriebsstrang bereit" gesetzt bzw. v > 3 km/h | Ein | Ein (Fernlicht zulässig) |
Fahrtende | Standlicht | Abblendlicht |
Signal "Motor läuft" oder Signal "Antriebsstrang bereit" gesetzt bzw. v > 3 km/h | Ein | Ein (Fernlicht zulässig) |
Klemme 15 Ein | Ein | Aus |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geschlossen) | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geöffnet) | Aus | Aus |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Das Abblendlicht wird abhängig von der Umgebungshelligkeit oder abhängig von den Aktivitäten der Wischeranlage ein- und ausgeschaltet:
Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Regen-/Lichtsensor
Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Wischeraktivitäten
Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Regen-/Lichtsensor
Die Umgebungshelligkeit wird vom Regen-/Lichtsensor ausgewertet. Das Steuergerät SAM vorn liest die Daten des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN ein und aktiviert bei erkannter Dunkelheit die Abblendlichtansteuerung.
Funktionsablauf automatische Fahrlichtschaltung über Wischeraktivitäten
Wenn das Abblendlicht infolge der Aktivitäten der Wischeranlage ein- oder ausgeschaltet wird, spricht man vom Wisch-, Regen- oder Schlechtwetterlicht.
Das Steuergerät SAM vorn steuert die Wischeranlage und wertet hierfür die Daten des Regen-/Lichtsensors bzw. die Wischanforderung über den Kombischalter aus.
Bei Aktivierung der Scheibenwischeranlage für t 20 s mit einer Wischzykluszeit von t < 6 s aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Abblendlichtansteuerung. Bleiben die Wischzyklen für t 60 s aus, wird die Abblendlichtansteuerung deaktiviert.
Bei Ausfall des Regen-/Lichtsensors wird die automatische Fahrlichtschaltung erst mit dem Abstellen des Motors deaktiviert. Bei Tunneldurchfahrten sowie bei aktiver Funktion Wischerloslaufunterdrückung bleibt die automatische Fahrlichtschaltung eingeschaltet.
Wenn die Funktion Wischerloslaufunterdrückung aufgehoben wird, bleibt die automatische Fahrlichtschaltung für weitere t = 60 s aktiv.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatische LWR
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt
Fahrlicht Ein (Abblend-/Fernlicht)
Funktionsablauf automatische LWR
Die automatische LWR ermöglicht die Korrektur der Leuchtweite der Fahrzeugscheinwerfer entsprechend der Beladung bzw. den fahrdynamisch bedingten Nickbewegungen des Fahrzeugs.
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Xenon-Licht links und an das Steuergerät Xenon-Licht rechts.
Zur Bestimmung des augenblicklichen Fahrzeugniveaus werden bei Fahrzeugen ohne Code (483) ADVANCED AGILITY-Paket die Spannungssignale des Niveausensors hinten links (B22/7) und des Niveausensors vorn links (B22/8) direkt vom Steuergerät Xenon-Licht links eingelesen.
Bei Fahrzeugen mit Code (483) ADVANCED AGILITY-Paket liest das Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System (N51/5) die Spannungssignale folgender Sensoren ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Xenon-Licht links:
Niveausensor hinten links
Niveausensor vorn links
Niveausensor vorn rechts (B22/9)
Niveausensor hinten rechts (B22/10)
Um Toleranzen des Fahrwerks auszugleichen, wird am Produktionsende eine Nullpunktprogrammierung durchgeführt.
Bei erfolgreicher Programmierung erfolgt eine optische Rückmeldung durch den Bewegungsablauf der Scheinwerfer "Mitte-Unten-Oben-Mitte".
Bei konstanter Fahrzeuggeschwindigkeit arbeitet die automatische LWR im "statischen Modus" mit einer geringen Verstellgeschwindigkeit.
Bei Fahrzeugbeschleunigung wird der "dynamische Modus" aktiviert, in dem die Reaktionszeit des Systems deutlich verkürzt ist. Abhängig von der Geschwindigkeitsänderung und von Zusatzsignalen wie Bremspedal- und Gaspedalstellung wird der "dynamische Modus" aktiviert.
Bei stehendem Fahrzeug erfolgt die automatische LWR im "dynamischen Modus".
Informationen zu Raddrehzahlen, als Indikatoren der Fahrzeuggeschwindigkeit, sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) (ohne Code (233) DISTRONIC PLUS) oder das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm Premium (N30/7) (bei Code (233) DISTRONIC PLUS) über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an die Steuergeräte Xenon-Licht.
Beide Steuergeräte Xenon-Licht empfangen diese Informationen und kommunizieren über Frontbereich-CAN miteinander.
Die Steuergeräte Xenon-Licht arbeiten in Master-Slave-Kombination, wobei das Steuergerät Xenon-Licht links als Master fungiert und das Steuergerät Xenon-Licht rechts synchronisiert.
Das Steuergerät Xenon-Licht links steuert den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1m1) über Scheinwerfer-LIN links an.
Das Steuergerät Xenon-Licht rechts den Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2m1) über Scheinwerfer-LIN rechts an.
Referenzierte Dokumente
- gf8210p9998ca Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung
- gf8210p9998cam Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung