P42.47-2138-79
Außer AMG Fahrzeuge |
A1 | Kombiinstrument | N49 | Lenkradwinkelsensor | |
A1e6 | Kontrollleuchte Bremsflüssigkeit und Feststellbremse (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N62 | Steuergerät Parksystem (Typ 205 mit Code 235 (Park-Pilot mit PARKTRONIC) oder Code P44 (Park-Paket) oder Code P47 (Park-Pilot mit 360°-Kamera), Typ 253 mit Code 235 (Park-Pilot mit PARKTRONIC)) | |
A1e17 | Kontrollleuchte Anti-Blockier-System (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | |
A1e32 | Warnleuchte ESP®/ASR OFF (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N69/1 | Steuergerät Vordertür links | |
A1e41 | Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N69/2 | Steuergerät Vordertür rechts | |
A1e51 | Warnleuchte Bremsanlage (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | |
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | |
A26/17 | Headunit | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | |
A40/8 | Audio/COMAND Display | S9/1 | Schalter Bremslicht | |
A40/9 | Audio/COMAND Bedieneinheit (Typ 205 außer Code 446 (Touchpad only), Typ 253) | S11 | Schalter Bremsflüssigkeitsstand | |
A80 | Intelligentes Servomodul für DIRECT SELECT (Getriebe 722) | S70 | Offroad-Bedienfeld (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket)) | |
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | S70s1 | Taste On-/Offroad-Menü (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket)) | |
A105 | Touchpad (Typ 205 mit Code 446 (Touchpad only)) | S70s2 | Taste Downhill Speed Regulation (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket)) | |
B64/1 | Bremsunterdrucksensor | S76/15 | Schalter elektrische Feststellbremse | |
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | Y3/8n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Getriebe 722, 725) | |
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | CAN A | Telematik-CAN | |
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | CAN B | Innenraum-CAN | |
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | CAN C | Motor-CAN | |
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | CAN C1 | Antriebs-CAN | |
N3/9 | Steuergerät CDI (Dieselmotor) | CAN H | Fahrdynamik-CAN | |
N3/10 | Steuergerät ME (Benzinmotor) | CAN HMI | Benutzerschnittstelle-CAN | |
N10/6 | Steuergerät SAM vorn | CAN PER | Peripherie-CAN | |
N10/8 | Steuergerät SAM hinten | Flex E | Fahrwerk-FlexRay | |
N28/1 | Steuergerät Anhängererkennung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung)) | LVDS | Low Voltage Differential Signal | |
N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm |
P42.47-2139-79
AMG Fahrzeuge |
A1 | Kombiinstrument | N68 | Steuergerät elektrische Servolenkung | |
A1e6 | Kontrollleuchte Bremsflüssigkeit und Feststellbremse (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N69/1 | Steuergerät Vordertür links | |
A1e17 | Kontrollleuchte Anti-Blockier-System (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N69/2 | Steuergerät Vordertür rechts | |
A1e32 | Warnleuchte ESP®/ASR OFF (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N72/4 | Unteres Bedienfeld links | |
A1e41 | Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N72/4s14 | Taste ESP Sport OFF AMG | |
A1e51 | Warnleuchte Bremsanlage (außer Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)) | N73 | Steuergerät elektronisches Zündschloss | |
A7/3 | Hydraulikeinheit Traktionssystem | N80 | Steuergerät Mantelrohrmodul | |
A26/17 | Headunit | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | |
A40/9 | Audio/COMAND Bedieneinheit (Typ 205 außer Code 446 (Touchpad only), Typ 253) | N128 | Steuergerät elektrische Feststellbremse | |
A80 | Intelligentes Servomodul für DIRECT SELECT (Getriebe 722) | S9/1 | Schalter Bremslicht | |
A91m1 | Stellmotor elektrische Servolenkung | S11 | Schalter Bremsflüssigkeitsstand | |
A105 | Touchpad (Typ 205 mit Code 446 (Touchpad only)) | S76/15 | Schalter elektrische Feststellbremse (Motor 177 bis Modelljahr 2019) | |
B64/1 | Bremsunterdrucksensor | Y3/8n4 | Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung | |
L6/1 | Drehzahlsensor Vorderachse links | CAN A | Telematik-CAN | |
L6/2 | Drehzahlsensor Vorderachse rechts | CAN B | Innenraum-CAN | |
L6/3 | Drehzahlsensor Hinterachse links | CAN C | Motor-CAN | |
L6/4 | Drehzahlsensor Hinterachse rechts | CAN C1 | Antriebs-CAN | |
N2/10 | Steuergerät Supplemental Restraint System | CAN H | Fahrdynamik-CAN | |
N3/10 | Steuergerät ME | CAN HMI | Benutzerschnittstelle-CAN | |
N10/6 | Steuergerät SAM vorn | CAN PER | Peripherie-CAN | |
N10/8 | Steuergerät SAM hinten | Flex E | Fahrwerk-FlexRay | |
N28/1 | Steuergerät Anhängererkennung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung)) | LIN A3 | UBF-LIN | |
N30/4 | Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm | A | Motor 177 bis Modelljahr 2019 | |
N49 | Lenkradwinkelsensor | B | Motor 177 ab Modelljahr 2019, Motor 276 | |
N62 | Steuergerät Parksystem (Typ 205 mit Code 235 (Park-Pilot mit PARKTRONIC) oder Code P44 (Park-Paket) oder Code P47 (Park-Pilot mit 360°-Kamera), Typ 253 mit Code 235 (Park-Pilot mit PARKTRONIC)) |
Typ 205 (außer 205.012/013/047/053/054/147/212/213/247/253)
mit Code 464 (Digitales Kombiinstrument Volldisplay)
Die Kontroll- und Warnleuchten werden als Piktogramme im Display dargestellt.
Funktionsvoraussetzung allgemein
Motor läuft oder Antriebsstrang betriebsbereit
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal Motor läuft oder Antriebsstrang betriebsbereit über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
ADAPTIVE BRAKE allgemein
ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet zur Umsetzung der Funktion ADAPTIVE BRAKE folgende Einflussgrößen aus:
Raddrehzahlen
Die Raddrehzahlen werden von den Drehzahlsensoren erfasst. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale der Drehzahlsensoren direkt ein.
Fahrzeuggeschwindigkeit
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm errechnet die Fahrzeuggeschwindigkeit aus den Raddrehzahlen.
Lenkradwinkel
Der Lenkradwinkel wird vom Lenkradwinkelsensor erfasst. Das Steuergerät Mantelrohrmodul liest die Signale des Lenkradwinkelsensors direkt ein und sendet den Lenkradwinkel über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Gierrate, Querbeschleunigung
In das Steuergerät Supplemental Restraint System ist ein Beschleunigungssensor integriert, der Daten zur Eigendynamik des Fahrzeugs erfasst. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet diese Informationen über Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Status Bremspedal
Der Status des Bremspedals wird vom Schalter Bremslicht erfasst. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale des Schalters Bremslicht direkt ein.
Bremsdruck
Der Bremsdruck wird vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm erfasst.
Motordrehmoment
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zum aktuell verfügbaren Motordrehmoment über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Eingelegte Fahrstufe (Getriebe 722, 725)
Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet Informationen zur eingelegten Fahrstufe über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Zahnstangenposition
Das Steuergerät elektrische Servolenkung sendet die Zahnstangenposition über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Feststellbremse
Bis Modelljahr 2019 außer Motor 177, ab Modelljahr 2019:
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest den Status des Schalters elektrische Feststellbremse direkt ein.
Bis Modelljahr 2019 mit Motor 177:
Das Steuergerät elektrische Feststellbremse liest den Status des Schalters elektrische Feststellbremse direkt ein und sendet diesen über Peripherie-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
ADAPTIVE BRAKE kommt in 2 Varianten zum Einsatz:
ADAPTIVE BRAKE Basis (außer Code 23P (Fahrassistenz-Paket))
ADAPTIVE BRAKE Premium (mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket))
Es existieren keine Variantenunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Funktionen.
ADAPTIVE BRAKE umfasst folgende Funktionen:
Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)
Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)
Abgastest-, Rollentestmodus
Torque Vectoring Brake
Antiblockiersystem (ABS)
Antriebsschlupfregelung (ASR), elektronisches Traktionssystem
Brems-Assistent-System (BAS)
Brems-Assistent-System PLUS (BAS PLUS) (mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket))
Berganfahrhilfe
Downhill Speed Regulation (DSR) (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket))
Offroadprogramm (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket))
Adaptives Bremslicht blinkend
Trockenbremsen
Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
HOLD-Funktion
ESP® passiv schalten (außer AMG Fahrzeuge)
ESP® passiv schalten (AMG Fahrzeuge)
ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))
PRE-SAFE® System (mit Code 299 (PRE-SAFE® System))
Stillstandskontrolle (SSK)
Lenkassistenz
Seitenwind-Assistent
Anzeige von Systemstörungen
Failboost
ESP®
Das ESP® verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht. Dazu werden gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt. Des Weiteren wird das Motordrehmoment reduziert, um die Fahrstabilität zu erhöhen.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Einflussgrößen aus:
Giergeschwindigkeit
Lenkradwinkel
Bremsdruck
Motordrehmoment
Getriebeschaltstufe (Getriebe 722, 725)
Querbeschleunigung
Raddrehzahl
Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Eingriff bei übersteuerndem Verhalten
Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeugs entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.
Eingriff bei untersteuerndem Verhalten
Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand.
Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:
Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)
Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)
Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)
Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, das zum Eindrehen des Fahrzeugs bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Anforderung Motordrehmoment reduzieren über FahrwerkFlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Motor-CAN an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME. Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME reduziert entsprechend die Motorleistung. Ein eventuell anstehender Schaltvorgang (Getriebe 722, 725) wird während des Regeleingriffs unterdrückt. Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die entsprechende Anforderung über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Dieses unterdrückt den Schaltvorgang.
EBV
Die Funktion EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung. EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird. Mithilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunkts) ermittelt.
Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, der aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden anhand des Motordrehmoments, der Getriebeschaltstufe (Getriebe 722, 725) und des Bremsdrucks an jedem Rad bestimmt.
Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm am entsprechenden Rad einen Bremsdruckaufbau oder einen Bremsdruckabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.
Abgastest-, Rollentestmodus
ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Abgastest-, Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument das Werkstattmenü aktiviert und dann der Motor gestartet wird.
Das Kombiinstrument sendet den Status "Rollenbetrieb" über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. ESP®, ABS und ASR werden passiv geschaltet.
Die Warnleuchte Elektronisches StabilitätsProgramm und die Kontrollleuchte AntiBlockierSystem im Kombiinstrument leuchten auf. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Kombiinstrument angezeigt. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die entsprechenden Anforderungen über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument.
Der Abgastest-, Rollentestmodus kann auch mit dem Diagnosegerät aktiviert werden.
Torque Vectoring Brake
Torque Vectoring Brake ist die aktive Beeinflussung des Gierwinkels bzw. der Gierwinkelbeschleunigung durch Bremseingriffe an der Hinterachse. Bei Kurvenfahrten bewirkt ein kurzer Bremseingriff am kurveninneren Hinterrad ein definiertes Eindrehen des Fahrzeugs. Das Fahrzeug lenkt präziser und beherrschbarer ein und die Agilität und Fahrsicherheit wird spürbar verbessert. Torque Vectoring Brake ermöglicht stabile Kurvenfahrten ohne merkliche Beschleunigungsverluste im sportlichen Fahrbereich.
ABS
Das ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung. Wenn das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm anhand der Signale der Drehzahlsensoren ein blockierendes Rad erkennt, reduziert es den Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange, bis es sich wieder dreht.
ASR, elektronisches Traktionssystem
Die Funktionen ASR und elektronisches Traktionssystem verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. Zusätzlich bewirken sie eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst das Durchdrehen der Antriebsräder anhand der Signale der Drehzahlsensoren. Wenn ein Antriebsrad durchdreht, wird dessen Antriebsmoment reduziert. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende Rad übertragen. Ggf. wird das Motordrehmoment reduziert. Hierfür sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Anforderung Antriebsmoment reduzieren über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und MotorCAN an das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME. Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME reduziert entsprechend die Motorleistung.
Es wird ständig überprüft, ob das vom Fahrer vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann, z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit.
BAS
Die Funktion BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet hierfür den Grad des Druckanstiegs im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Aktivierungsschwelle eine Notbremsung ein.
BAS PLUS (mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket))
Die Funktion BAS PLUS erhöht den Bremsdruck abhängig von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug.
Berganfahrhilfe
Die Berganfahrhilfe verhindert das Zurückrollen des Fahrzeugs beim Anfahren während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal.
Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm bei Fahrzeugstillstand eine Steigung oder ein Gefälle erkennt, die ein Zurückrollen verursachen könnte. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm liest zudem das Signal des Schalters Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.
Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck im Bremssystem belassen.
Nach dem Lösen des Bremspedals und erkanntem Anfahrwunsch wird der Bremsdruckabbau über die Momentenbilanzierung gesteuert. Diese berücksichtigt das Hangabtriebsmoment, das Gesamtbremsmoment und das verfügbare Antriebsmoment. Herrscht ein genügend hohes Anfahrmoment, wird die Berganfahrhilfe beendet und das Fahrzeug fährt an, ohne in die ungewünschte Fahrtrichtung zu rollen.
Betätigt der Fahrer das Fahrpedal nicht, wird nach 1 s der Druck in der Bremsanlage abgebaut.
Bis Modelljahr 2019:
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet Informationen zur Fahrpedalstellung über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Ab Modelljahr 2019:
Das Steuergerät Antriebsstrang sendet Informationen zur Fahrpedalstellung über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
In folgenden Situationen wird die Berganfahrhilfe sofort abgebrochen:
Motor wird abgestellt, außer, er wird über die ECO StartStoppFunktion abgestellt
Fahrer bricht Anfahrvorgang durch vollständiges Lösen des Fahrpedals ab
Gangwechsel zwischen Vorwärts-/Rückwärtsgang
Gangwechsel nach "N" (Getriebe 722, 725)
Elektrische Feststellbremse aktiv
Fahrzeug in Rutschbewegung
In folgenden Situationen funktioniert die Berganfahrhilfe nicht:
Anfahren auf ebener Strecke oder bergab
Getriebe in Stellung "N" (Getriebe 722, 725)
Elektrische Feststellbremse aktiv
ESP® gestört
Fahrzeug in Rutschbewegung
DSR (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket))
DSR sorgt für zusätzliche Sicherheit in steilem Gelände. Über das entsprechende Menü im Kombiinstrument kann die für die Funktion DSR relevante Setzgeschwindigkeit in einem Bereich von 4 bis 18 km/h in Schritten von 1 km/h eingestellt werden. Das System wird über die Taste Downhill Speed Regulation im OffroadBedienfeld aktiviert.
Die Aktivierung wird durch eine LED in der Taste Downhill Speed Regulation angezeigt.
Der Status der Taste Downhill Speed Regulation wird direkt von der Audio/COMAND Bedieneinheit eingelesen. Die Audio/COMAND Bedieneinheit sendet diesen über Telematik-CAN, Headunit, Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm regelt die geforderte Setzgeschwindigkeit durch Bremseingriffe. Die Setzgeschwindigkeit kann während der aktiven Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt verändert werden.
Wird das Fahrzeug bei aktiver Funktion vom Fahrer über das Fahrpedal beschleunigt, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt passiv.
Ist die Fahrzeuggeschwindigkeit bei nicht betätigtem Fahrpedal unter 30 km/h, wird sie wieder aktiv auf die eingestellte Setzgeschwindigkeit geregelt.
Beschleunigt der Fahrer das Fahrzeug bei aktiver Funktion über eine Geschwindigkeit von 30 km/h, schaltet sich die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt automatisch ab und die LED in der Taste Downhill Speed Regulation erlischt. Zusätzlich erscheint eine Meldung im Kombiinstrument und es ertönt ein Warnton. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet die Anforderung zur Ansteuerung der LED über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss, Benutzerschnittstelle-CAN, Headunit und Telematik-CAN an die Audio/COMAND Bedieneinheit. Die Audio/COMAND Bedieneinheit steuert die LED in der Taste Downhill Speed Regulation direkt an.
Wird die Geschwindigkeitsregulierung bei Bergabfahrt über die Taste Downhill Speed Regulation manuell abgeschaltet, erscheint ebenfalls eine Meldung im Kombiinstrument. Ein Warnton ertönt hierbei nicht.
Offroadprogramm (Typ 253 mit Code 430 (Offroadpaket))
Offroadprogramm aktivieren
Die Offroadprogramme werden über die Taste On-/Offroad-Menü im OffroadBedienfeld aktiviert. Das Offroad-Menü wird im Audio/COMAND Display angezeigt.
Der Status der Taste On-/Offroad-Menü wird direkt von der Audio/COMAND Bedieneinheit eingelesen. Die Audio/COMAND Bedieneinheit sendet diesen über Telematik-CAN, Headunit, Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Die Headunit sendet eine Einschaltaufforderung über Telematik-CAN an das Audio/COMAND Display und sendet die aufbereiteten Bilddaten über die LVDS-Leitung an das Audio/COMAND Display.
Folgende Offroadprogramme können ausgewählt werden:
Glätte
Optimiertes Fahrverhalten auf glatten oder schneebedeckten Straßen.
Die Antriebsregelschwellen werden abgesenkt.
Die Motormomentregelung wird sensitiver gestaltet.
Das ESP® ist aktiv bei Geradeaus- und Kurvenfahrt.
Offroad
Optimiertes Fahrverhalten für leichtes Gelände.
Es findet eine vollständige Traktionsregelung statt.
Bergfahrt
Besonders für steiles Gelände ausgelegtes Fahrverhalten.
Die DSR wird automatisch aktiviert.
Anhänger (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))
Für den Anhängerbetrieb optimiertes Fahrverhalten.
Die Regelung des ESP® wird nicht verändert.
Freischaukeln
Besonders geländegängiges Fahrverhalten z. B. bei festgefahrenem Fahrzeug.
OFF
Ausschalten der Offroadprogramme.
Schwellenwerte anpassen
Bei aktiven Offroadprogrammen werden bei schlechter Wegstrecke (z. B. Schotterfahrbahn) längere Blockierphasen des ABS zugelassen, um den Bremsweg zu reduzieren. Ein loser Untergrund unterstützt die Bremswirkung durch entsprechenden Materialaufbau vor den Vorderrädern.
Wenn ASR regelt, wird ein Untergrund mit niedrigem Reibwert unterstellt. Die ASR-Regelschwellen werden abhängig von der Reifencharakteristik angepasst, um die Traktionseigenschaften zu verbessern.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Adaptives Bremslicht blinkend
Fahrzeuggeschwindigkeit über 50 km/h
Verzögerung 7,5 m/s2
BAS ausgelöst
ABS regelt an beiden Vorderrädern.
Adaptives Bremslicht blinkend
Im Fall einer Notbremsung sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein entsprechendes Signal über FahrwerkFlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM hinten.
Das Steuergerät SAM hinten steuert daraufhin für die Dauer des Signals (mindestens 1 s) alle Bremslichter am Fahrzeug mit einer Blinkfrequenz von 5 Hz an. Kommt das Fahrzeug aus einer Geschwindigkeit von über 70 km/h (kein Stadtverkehr) zum Stillstand, werden die Bremslichter wieder dauerhaft angesteuert. Zusätzlich wird die automatische Warnblinkfunktion aktiviert. Überschreitet das Fahrzeug anschließend wieder eine Geschwindigkeit von 10 km/h, wird die Warnblinkanlage automatisch wieder ausgeschaltet.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen
Kein Bremseingriff durch ein Fahrerassistenzsystem
Geschwindigkeit über 30 km/h
Scheibenwischanlage eingeschaltet
Das Steuergerät SAM vorn sendet den Status der Scheibenwischanlage über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Trockenbremsen
Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse an der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für kurze Zeit (ca. 0,5 s) mit einem Bremsdruck von 1 bar wird der Wasserfilm von der Bremsscheibe abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.
Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung
Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es wird eine Verkürzung des Bremswegs erreicht.
Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, dass der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von 2 bis 3 bar wird angefordert.
Um die berechnete Aktivierungsschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie Normalfahrer oder hektischer Fahrer einordnet.
Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung
Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem evtl. ESP® Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.
HOLD-Funktion
Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer bei Wartezeiten im Verkehr oder beim Anfahren am Berg. Durch zügiges Nachtreten auf das betätigte Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.
Die erfolgreiche Aktivierung der HOLD-Funktion wird dem Fahrer über eine Statuszeile im Kombiinstrument angezeigt.
Die HOLD-Funktion kann unter folgenden Bedingungen aktiviert werden:
Das Fahrzeug steht.
Bei angelegtem Sicherheitsgurt oder wenn die Fahrertür geschlossen ist.
Der Wählhebel befindet sich nicht in Stellung "P" (Getriebe 722, 725).
Der Motor läuft oder ist von der ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt.
DISTRONIC PLUS ist nicht aktiv (mit ADAPTIVE BRAKE Premium (mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket))).
Die elektrische Feststellbremse ist nicht festgestellt oder befindet sich nicht im Feststellvorgang.
Die SSK ist nicht abgeschaltet.
Das Fahrzeug rutscht nicht.
Wenn der Fahrer mit dem Fuß von der Bremse geht, wird ein steigungsabhängiger Haltedruck eingestellt und gehalten, bis der Fahrer erneut schnell auf das Bremspedal tritt oder anfährt. Der Bremsdruckabbau beim Anfahren wird situationsabhängig von der SSK ausgeführt.
Die HOLD-Funktion wird unter folgenden Bedingungen automatisch ausgeschaltet:
Das Fahrpedal wird betätigt (außer in Stellung "N").
Der Wählhebel ist in Stellung "P" (Getriebe 722, 725).
Das Bremspedal wird erneut mit einem bestimmten Druck betätigt, bis die Statuszeile "HOLD" im Kombiinstrument erlischt.
Die elektrische Feststellbremse ist festgestellt.
DISTRONIC PLUS wird aktiviert.
Das Bremspedal ist betätigt und das Fahrzeug rutscht.
ESP® passiv schalten (außer AMG Fahrzeuge)
Die Funktion ESP® kann im Fahrbetrieb über das Menü "Assistenz" und das Untermenü "ESP®" im Kombiinstrument passiv geschaltet werden.
Das Kombiinstrument sendet die entsprechende Anforderung über Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Wenn die Funktion ESP® passiv geschaltet ist, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument auf. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem ESP® angehoben. Das ABS ist nicht abschaltbar. Während einer Bremsung ist ESP® immer aktiv.
ESP® passiv schalten (AMG Fahrzeuge)
Das ESP® kann in 3 verschiedenen Betriebsarten betrieben werden. Durch Betätigen der Taste ESP Sport OFF AMG kann zwischen diesen Betriebsarten umgeschaltet werden. Um zwischen ESP® ON und ESP® Sport umzuschalten, darf die Taste ESP Sport OFF AMG nur kurz betätigt werden. Das Abschalten des ESP® erfordert ein langes Betätigen der Taste ESP Sport OFF AMG für mehr als 2,5 s. Das untere Bedienfeld links liest den Status der Taste ESP Sport OFF AMG direkt ein und sendet diesen über UBF-LIN, Audio/COMAND Bedieneinheit oder Touchpad, Telematik-CAN, Headunit, Benutzerschnittstelle-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
ESP® ON
Das ABS, die ASR und das ESP® arbeiten wie beim Serienfahrzeug mit angepassten Regelschwellen. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Warnleuchte ESP®/ASR OFF im Kombiinstrument sind erloschen, während einer ESP® Regelung blinkt die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm.
ESP® Sport
Das ABS arbeitet wie bei Serienfahrzeugen mit angepassten Regelschwellen. Das ASR arbeitet bei aktiver Motormomentregelung mit deutlich reduzierter Eingriffstärke sowie daran angepasstem einseitigem Bremseingriff zur Traktionsunterstützung.
Das ESP® arbeitet mit reduzierter Eingriffsstärke und angepassten Regelschwellen. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument leuchtet permanent, während einer ESP® Regelung blinkt sie. Im Kombiinstrument erscheint die Meldung "ESP® SPORT".
ESP® OFF
Das ABS ist auf maximale Verzögerung ausgelegt. Der Fahrkomfort ist hier zweitrangig. Die ASR arbeitet ohne Motormomentregelung. Nur der einseitige Bremseingriff zur Traktionsunterstützung ist aktiv. Das ESP® ist komplett deaktiviert, es erfolgen keinerlei Motormoment- und Bremseingriffe.
Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Warnleuchte ESP®/ASR OFF im Kombiinstrument leuchten permanent. Im Kombiinstrument erscheint die Meldung "ESP® OFF".
Bei ESP® OFF werden alle PRE-SAFE® Funktionen deaktiviert.
Mit jedem Motorstart wird ESP® eingeschaltet, unabhängig davon, ob ESP® vor dem Abstellen des Motors ausgeschaltet war.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))
Anhänger erkannt
Das Steuergerät Anhängererkennung sendet den Status Anhänger erkannt über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code 550 (Anhängevorrichtung))
Die ESP® Anhängerstabilisierung erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der vom Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug. Der Beschleunigungssensor im Steuergerät Supplemental Restraint System erfasst diese Gierschwingungen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet Informationen zur Eigenbewegung des Fahrzeugs über Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm.
Die ESP® Anhängerstabilisierung greift sensibler ein, wenn eine Anhängevorrichtung ab Werk verbaut ist. Bei nachgerüsteten Anhängevorrichtungen ist die Stabilisierung durch den Standardeingriff sichergestellt.
Die ESP® Anhängerstabilisierung stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert ggf. das Gespann durch Motormomentenreduzierung und Bremsdruckaufbau an allen Rädern. Die aktive Gespannstabilisierung verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.
PRE-SAFE® System (mit Code 299 (PRE-SAFE® System))
Das PRE-SAFE® System wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Fahrzeuginsassen optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.
Das PRE-SAFE® System ist in das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine der folgenden Situationen, wird das PRESAFE® System aktiviert:
Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)
Starkes Übersteuern (ausbrechender Heckbereich in Verbindung mit starken ESP® Regeleingriffen)
Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)
Schnelle Lenkbewegungen bei hohen Geschwindigkeiten, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können
SSK
Die SSK überwacht die bremsenden Fahrerassistenzsysteme DISTRONIC PLUS (mit ADAPTIVE BRAKE Premium (mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket))) und HOLD-Funktion unterhalb einer Geschwindigkeit von 3 km/h bis in den sicheren Fahrzeugstillstand. Die SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Zustand.
Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung der SSK von den Fahrerassistenzsystemen angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht. Bei Fahrzeugen mit ADAPTIVE BRAKE Premium (mit Code 23P (Fahrassistenz-Paket)) ist zusätzlich im sicheren Stillstand eine Leckagekompensation aktiv. Fällt der mittels Kreisdrucksensorik gemessene Bremsdruck gegenüber der Solldruckanforderung der SSK ab, wird durch einen aktiven Bremsdruckaufbau der Solldruck der SSK wieder eingestellt.
Eine Sicherung des Fahrzeugs durch die SSK wird bei Eintritt folgender Ereignisse notwendig:
Fahrer als abwesend erkannt (Fahrertür offen und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)
Motor abgestellt, außer, er wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt
Unter- und Überspannung (außer durch Unterspannung während Warmstart)
Aufgrund einer Anforderung eines Fahrerassistenzsystems zur Sicherung des Fahrzeugs (z. B. DISTRONIC PLUS)
ESP®- und FlexRay-Fehler, die zu einer temporären Abschaltung führen
SSK-Überwachungen, die zu einer temporären oder permanenten Abschaltung führen
Nach der definierten hydraulischen Haltedauer von 10 min
Der Fahrer gilt als abwesend, wenn die Fahrertür geöffnet und der Sicherheitsgurt Fahrer nicht angelegt ist. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet den Status des Sicherheitsgurts über Fahrdynamik-CAN an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm. Das Steuergerät Vordertür links sendet den Status der Vordertür links (offen oder geschlossen) über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.
Türkontakt-Plausibilitätsprüfung
Die Plausibilitätsprüfung dient dem Erkennen eines Fehlers im Signalpfad. Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der Türkontakt-Plausibilitätsprüfung erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm gespeichert.
SSK-Abschaltung
Eine Abschaltung der SSK wird intern im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und extern über Fahrwerk-FlexRay mitgeteilt. Eine Aktivierung der Fahrerassistenzsysteme ist nicht mehr möglich. Zusätzlich wird bei einer Abschaltung der SSK und einem aktiven Fahrerassistenzsystem sofort die Sicherung des Fahrzeugs angefordert.
Sicherung des Fahrzeugs
Eine Sicherung des Fahrzeugs erfolgt über das Komfortsicherungssystem der elektrischen Feststellbremse, die von der SSK zum Schließen aufgefordert wird. Nach Umsetzung der Schließanforderung vom Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm (bis Modelljahr 2019 außer Motor 177, ab Modelljahr 2019) oder vom Steuergerät elektrische Feststellbremse (bis Modelljahr 2019 mit Motor 177) ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Wird die Schließanforderung durch die elektrische Feststellbremse nicht innerhalb einer definierten Zeit umgesetzt oder signalisiert die elektrische Feststellbremse der SSK eine Systemstörung, wird die elektrische Feststellbremse als defekt erkannt und die Sicherungsstrategie wird aktiv.
Sicherungsstrategie, Anforderung "P" einlegen oder Not-P-Pfad (Getriebe 722, 725)
Die Sicherungsstrategie erfolgt durch das intelligente Servomodul für DIRECT SELECT (Getriebe 722) oder das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Getriebe 725). Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das intelligente Servomodul für DIRECT SELECT oder das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Nach dem Einlegen der Fahrstufe "P" und einer Rückmeldung an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.
Signalisiert das intelligente Servomodul für DIRECT SELECT oder das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung nicht innerhalb einer definierten Zeit die eingelegte Fahrstufe "P", wird über die Not-PFunktion des Steuergeräts elektronisches Zündschloss die Fahrstufe "P" zwangsweise eingelegt. Dazu empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss ebenfalls die Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über FahrwerkFlexRay. Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet daraufhin selbst eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs-CAN an das intelligente Servomodul für DIRECT SELECT oder das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung, wird der Not-PPfad nach der Freischaltung vom Steuergerät elektronisches Zündschloss bestromt und die Fahrstufe "P" zwangsweise über einen Federmechanismus eingelegt.
Sicherungsstrategie (Fahrzeuge mit Getriebe 716)
Die Sicherungsstrategie bei Fahrzeugen mit Schaltgetriebe unterteilt sich in 3 Stufen:
Stufe 1
Bei einer Fehlbedienung oder einem Systemfehler wird die Warnmeldung "Sofort Bremsen!" im Kombiinstrument ausgegeben.
Stufe 2
Die Stufe 2 warnt den Fahrer zusätzlich durch ein dezentes Hinweishupen.
Stufe 3
Bei Stufe 3 wird das Hinweishupen intensiviert.
Das Hinweishupen wird abgebrochen, sobald der Fahrer das aktive Fahrerassistenzsystem deaktiviert hat.
Lenkassistenz
Die Lenkassistenz unterstützt den Fahrer in kritischen Fahrsituationen dabei, das optimale Lenkverhalten zu erreichen. Die Lenkassistenz wird mithilfe des Steuergeräts elektrische Servolenkung und durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm realisiert.
Folgende Funktionen werden dabei ausgeführt:
Fahrerunterstützung durch Gegenlenken bei übersteuerndem Fahrzeug
Fahrerunterstützung beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnbelägen
Der aktuelle Fahrzustand wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Bedarfsfall sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Anforderung zur Lenkassistenz über Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät elektrische Servolenkung. Das Steuergerät elektrische Servolenkung steuert daraufhin den Stellmotor elektrische Servolenkung entsprechend an.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Seitenwind-Assistent
Fahrzeuggeschwindigkeit über 80 bis 220 km/h
Geradeausfahrt oder leichte Kurvenfahrt
Seitenwind-Assistent
Die Funktion Seitenwind-Assistent unterstützt den Fahrer bei starken Seitenwindböen und minimiert dabei die Gierreaktion und den Spurversatz des Fahrzeugs durch kurskorrigierende Bremseingriffe.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ermittelt aus folgenden Signalen eine Windstörung (z. B. Windböen), auf die mit einem einseitigen Bremseingriff reagiert wird:
Fahrzeuggeschwindigkeit
Gierrate, Querbeschleunigung
Lenkradwinkel
Zahnstangenposition
Anzeige von Systemstörungen
Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:
Kontrollleuchte Anti-Blockier-System
Kontrollleuchte Bremsflüssigkeit und Feststellbremse
Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm
Warnleuchte Bremsanlage
Warnleuchte ESP®/ASR OFF
Meldungen im Kombiinstrument
Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.
Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale des Bremsunterdrucksensors direkt ein.
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand wird vom Steuergerät SAM vorn eingelesen und über Innenraum-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN an das Kombiinstrument gesendet.
Typ 205, 253 mit Code 235 (Park-Pilot mit PARKTRONIC), Typ 205 mit Code P44 (Park-Paket) oder Code P47 (Park-Pilot mit 360°-Kamera)
Beim halb automatischen Ein- und Ausparken empfängt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Informationen zum Restweg bis zum definierten Hindernis vom Steuergerät Parksystem über Fahrwerk-FlexRay. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm berechnet das erforderliche Bremsmoment und steuert die Hydraulikeinheit Traktionssystem mit dem Erreichen der Rangierpunkte oder der Zielparkposition entsprechend an. Das Fahrzeug wird abgebremst.
Failboost
Die Funktion Failboost stellt die Bremskraftverstärkung sicher. Sie wird dann aktiv, wenn der pneumatische Bremskraftverstärker aufgrund eines Systemfehlers in der Vakuumversorgung eine Fahrerbremsung nicht mehr ausreichend unterstützen kann.
Der Ausfall des pneumatischen Bremskraftverstärkers wird vom Bremsunterdrucksensor erfasst, der in dem pneumatischen Bremskraftverstärker integriert ist. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest die Signale des Bremsunterdrucksensors direkt ein.
Die Funktion Failboost setzt die hydraulische Bremskraftverstärkung mittels eines geeigneten Verstärkungsfaktors um und steuert dafür die entsprechenden Bauteile in der Hydraulikeinheit Traktionssystem an.
Referenzierte Dokumente
- gf4247p9997rf Übersicht Systembauteile Adaptive Brake (ABR)