gf2760p2002and

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0101 · 2017-05-19

Gültig für: Getriebe 725.0 (außer 725.017/066/096) im Typ 217, 222'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 217 · Baureihe 222

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 725 001, 725 004, 725 005, 725 007, 725 008, 725 011, 725 014, 725 015, 725 018, 725 019, 725 021, 725 025, 725 031, 725 034, 725 035, 725 037, 725 038, 725 044, 725 045, 725 047, 725 048, 725 051, 725 054, 725 055, 725 058, 725 081, 725 085, 725 091, 725 095, 725 099

GF27.60-P-2002AND

Getriebesteuerung Funktion

19.05.2017

Getriebe

725.0 (außer 725.017/066/096) im Typ 217, 222

Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein

Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt

Getriebesteuerung allgemein

Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht in der Auswertung verschiedener (für die Getriebefunktion relevanter) Eingangssignale. Davon abhängig werden die elektromechanischen Hydraulikventile (Elektromagnete) angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Getriebes (Gangauswahl) und den Arbeitsdruck bestimmen.

Die Elektromagnete sind auf der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) positioniert. Diese sorgt für die hydraulische Funktionalität.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert folgende Bauteile elektronisch an:

Elektrische Zusatzölpumpe (M42)

Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)

Elektromagnet Schmierdruck (Y3/8y12)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K81 (Y3/8y13)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K38 (Y3/8y14)

Elektromagnet Kupplungssteuerung K27 (Y3/8y15)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B08 (Y3/8y16)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B05 (Y3/8y17)

Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B06 (Y3/8y18)

Elektromagnet Arbeitsdruck (Y3/8y19)

Elektromagnet Wandlerüberbrückungskupplung (Y3/8y20)

Folgende Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:

Drucksensor (Y3/8b5)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor interne Antriebsdrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Getriebeöltemperatur­Sensor (Y3/8s2)

Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)

Die Freigabe vom Fahrberechtigungssystem erfolgt vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) (Senderschlüssel (A8/1) gesteckt) über Fahrwerk­FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Antriebs­CAN (CAN C1) zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick­down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch­ und Rückschaltkennlinien aller 9 Gänge, ausgelegt für:

Leeres Fahrzeug

Warmen Betriebszustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Fahrprogramme bei Fahrzeugen bis Modell­J. 2018:

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste Fahrprogramm (A40/9s8) beeinflusst werden, die sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Der Tastenstatus wird über die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9), Telematik­CAN (CAN A), Steuereinheit COMAND (A40/3), Benutzerschnittstelle­CAN (CAN HMI), Steuergerät elektronisches Zündschloss, Peripherie­CAN (CAN PER), Steuergerät Antriebsstrang und über Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Fahrprogramme bei Fahrzeugen ab Modell­J. 2018 mit Code 448 (Touchpad):

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter DYNAMIC SELECT (A40/9s19) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Das Signal des Schalters DYNAMIC SELECT (mit Code 448 (Touchpad)) wird von der Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) eingelesen. Die Audio/COMAND Bedieneinheit sendet das Signal über den Telematik­CAN, die Headunit (A26/17), den Benutzerschnittstelle­CAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm (N30/4). Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm legt die Information für das gewählte Fahrprogramm auf den Fahrwerk­FlexRay ab. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt diese Informationen und sendet sie über Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Fahrprogramme bei Fahrzeugen ab Modell­J. 2018 mit Code 446 (Touchpad only):

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter DYNAMIC SELECT (N72s19) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Das Signal des Schalters DYNAMIC SELECT (mit Code 446 (Touchpad only)) wird vom Unteren Bedienfeld (N72) eingelesen. Das Untere Bedienfeld sendet das Signal über den UBF­LIN (LIN A3), das Touchpad (A105), den Telematik­CAN, die Headunit, den Benutzerschnittstelle­CAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm legt die Information für das gewählte Fahrprogramm auf den Fahrwerk­FlexRay ab. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt diese Informationen und sendet sie über Antriebs­CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Bei Fahrzeugen bis Modell­J. 2018 stehen die folgenden Fahrprogramme zur Verfügung:

"E" (ECO)

"S" (Sport)

Bei Fahrzeugen ab Modell­J. 2018 stehen die folgenden Fahrprogramme zur Verfügung:

"E" (ECO) (außer Typ 217 mit Code 487 (MAGIC BODY CONTROL))

"C" (Comfort)

"CV" (Curve) (mit Code 487 (MAGIC BODY CONTROL))

"S" (Sport)

S+ (Sport Plus) (bei Typ 217)

"I" (Individual)

Bei Fahrzeugen mit Code 550 (Anhängevorrichtung) sendet das Steuergerät Anhängererkennung (N28/1) den Status Anhängererkennung an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Innenraum­CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Pedalbewegung

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gewählter Fahrstufe am DIRECT SELECT­Wählhebel (S16/13)

Fahrpedalstellung

Fahrprogrammwahl

Gewähltem Gang, bei Fahrprogramm Manuell "M"

Signalen auf dem Antriebs­CAN

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts­Programm leitet die Fahrzeuggeschwindigkeit über den Fahrwerk­FlexRay an das Steuergerät Antriebsstrang. Dieses leitet das Signal über Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Der Fahrer kann mit dem DIRECT SELECT­Wählhebel die gewünschten Fahrstufen "P", "R", "N", "D" einlegen. Der Status wird über Steuergerät Mantelrohrmodul (N80), Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.

Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird anhand der Raddrehzahlsignale errechnet.

Meldungen und Anzeigen im Kombiinstrument (A1)
Informationen zum gewählten Gang (mit der Fahrstufe) oder zum Fahrprogramm werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung auf den Antriebs­CAN gelegt. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt und leitet diese über den Fahrwerk­FlexRay mit der Schnittstelle elektronisches Zündschloss über den Benutzerschnittstelle­CAN zum Kombiinstrument weiter. Dieses steuert daraufhin die entsprechende Anzeige über die folgenden Signale an:

Symbol Ganganzeige

Ganganzeige, Ansteuerung

Symbol Fahrprogrammanzeige

Fahrprogrammanzeige, Ansteuerung

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert.

Schnelle Gaswegnahme:

Das Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen.

Funktionsablauf elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente in der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente (hydrodynamischer Drehmomentwandler, Schaltglieder, hydraulische Getriebesteuerung) erfolgt über eine mit der Antriebswelle verbundenen Ölpumpe (Primärpumpe) und/oder über die elektrische Zusatzölpumpe. Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick­down möglich. Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs verändert werden. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl.

Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeugausführungen.

Die elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe im unteren Drehzahlbereich des Verbrennungsmotors. Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) sendet die Anforderung "Elektrische Zusatzölpumpe EIN" an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ansteuerung der elektrischen Zusatzölpumpe erfolgt direkt über das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet den Status der elektrischen Zusatzölpumpe an das Steuergerät CDI oder an das Steuergerät ME zurück.

Funktionsablauf Kick­down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick­down entsprochen.

Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick­down aktiviert.

Das Signal "Kick­down" wird vom Steuergerät CDI oder vom Steuergerät ME übermittelt, welches den Status des Motormanagements über den Antriebs­CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sendet.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Elektromagnete so an, dass die Hoch­ und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Die Zwangsrückschaltung in den nächstniedrigeren Gang wird durchgeführt bei zu hohen Getriebetemperaturen und geringer Fahrzeuggeschwindigkeit.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle eines Defekts an einem der Elektromagnete wird der entsprechende Gang gesperrt. Dieser Gang wird nicht mehr geschaltet.

Über den DIRECT SELECT­Wählhebel kann der Fahrer die gewünschte Fahrstufe "P", "R", "N" oder "D" einlegen.

Er kann zwischen Vor­ und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Drehmomentwandler und Automatikgetriebe unterbrechen.

Im Fehlerspeicher werden die Fehler abgelegt. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen werden. Den Status Diagnose Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung (X11/4) vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs­CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Fahrwerk­FlexRay, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose­CAN (CAN D).

Kurzzeit­M­Programm
Das Kurzzeit­M­Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (­) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einem Schubbetrieb befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das Kurzzeit­M­Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit­M­Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.

Funktionsschema Elektrik Vollintegrierte Getriebesteuerung

Getriebe 725.0 (außer 725.017/066/096) im Typ 217, 222 ab Modell-J. 2018

PE27.19-P-2061-97SEF

Getriebe 725.0 (außer 725.017/066/096) im Typ 217, 222 bis Modell-J. 2018

PE27.19-P-2061-97SED

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992AND

Referenzierte Dokumente