gf2760p2002ahd

Getriebesteuerung Funktion

Typ gf · Thema 27.60 · Version 0102 · 2014-03-13

Gültig für: GETRIEBE 722.931/971 im TYP 217, 222

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 27 Automatisches Getriebe › 27.60 Schaltung, Steuerung — Baureihe 217 · Baureihe 222

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 722 931, 722 971

GF27.60-P-2002AHD

Getriebesteuerung Funktion

13.3.14

GETRIEBE

722.931/971 im TYP 217, 222

Funktionsvoraussetzungen Getriebesteuerung allgemein

Klemme 15 EIN

Funktionsprüfung des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) durchgeführt

Getriebesteuerung allgemein

Die Getriebesteuerung steuert die Regelmagnetventile elektronisch an. Die Regelmagnetventile sitzen in der hydraulischen Schaltplatte. Diese realisiert die hydraulische Funktionalität und ist Bestandteil der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8). Die Funktion des Steuergeräts Vollintegrierte Getriebesteuerung besteht im Wesentlichen in der Auswertung verschiedener für die Getriebefunktion relevanter Eingangssignale. Davon abhängig werden acht elektromechanische Regelmagnetventile angesteuert, die ihrerseits die Getriebeübersetzung des Getriebes (Gangauswahl), den Arbeitsdruck und die Steuerung der Nasskupplung bestimmen. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4), das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT (A80) und das Steuergerät ME (N3/10) lesen für die Prüfung der Funktionsvoraussetzung den Status der Klemme 15 EIN. Dieser wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) (Senderschlüssel (A8/1) gesteckt) über Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und über Antriebs-CAN (CAN C1) gesendet. Das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT sendet den Status der Stellung Bereichswahl über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung, an das Steuergerät Antriebsstrang und an das Steuergerät ME.

Die Freigabe vom Fahrberechtigungssystem erfolgt vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über Peripherie-CAN (CAN PER), Steuergerät Antriebsstrang, Antriebs-CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung, zum Steuergerät ME und zum Intelligenten Servomodul für DIRECT SELECT (A80).

Folgende Regelmagnetventile werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung angesteuert:

Regelmagnetventil Arbeitsdruck (Y3/8y1)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K1 (Y3/8y2)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K2 (Y3/8y3)

Regelmagnetventil Kupplungssteuerung K3 (Y3/8y4)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B1 (Y3/8y5)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B2 (Y3/8y6)

Regelmagnetventil Lamellenbremssteuerung B3 (Y3/8y7)

Regelmagnetventil Nasskupplung (Y3/8y9)

Folgende Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:

Öldrucksensor Nasskupplung (Y3/8b1)

Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)

Drehzahlsensor interne Getriebedrehzahl (Y3/8n2)

Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)

Wählbereichssensor (Y3/8s1)

Getriebeöltemperatur-Sensor (Y3/8s2)

Getriebesteuerung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Funktionsablauf Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Funktionsablauf Kick-down

Funktionsablauf Notlauf

Funktionsablauf Grundschaltprogramm

Das Grundschaltprogramm beinhaltet Hoch- und Rückschaltkennlinien aller 7 Gänge, ausgelegt für:

Leeres Fahrzeug

Betriebswarmer Zustand

Ebene Fahrbahn

Meereshöhe

Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste Fahrprogramm (A40/9s8) beeinflusst werden, die sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Der Tastenstatus wird über die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9), Telematik-CAN (CAN A), Steuereinheit COMAND (A40/3), Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI), Steuergerät elektronisches Zündschloss und über Peripherie-CAN zum Steuergerät Antriebsstrang (N127) gesendet. Das Steuergerät Antriebsstrang sendet den Tastenstatus über den Antriebs-CAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.

Die Anpassung von Schaltprogrammen erfolgt durch die Verschiebung der Schaltkennlinien, abhängig von:

Beladungszustand des Fahrzeugs

Änderung des Fahrwiderstands

Fahrpedalbewegung

GETRIEBE 722.931/971 im TYP 222
mit CODE 550 (Anhängevorrichtung)
Der Status der Anhängererkennung wird vom Steuergerät Anhängererkennung (N28/1) über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät elektronisches Zündschloss, Peripherie-CAN, Steuergerät Antriebsstrang zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und zum Steuergerät ME gesendet.

Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung überwacht und schaltet in Abhängigkeit von:

Fahrzeuggeschwindigkeit

Gangwahlschalterstellung

Fahrpedalstellung

Fahrprogrammwahl

Gewählter Gang, bei Fahrprogramm Manuell "M" (außer Code (494) USA-Ausführung)

Signalen auf dem Antriebs-CAN

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm empfängt das Signal der Sensoren Drehzahlsensor Vorderachse links (L6/1), Drehzahlsensor Vorderachse rechts (L6/2), Drehzahlsensor Hinterachse links (L6/3), Drehzahlsensor Hinterachse rechts (L6/4) und leitet dieses über den Fahrwerk-FlexRay an das Steuergerät Antriebsstrang. Dieses leitet das Signal über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Signale der Gangwahlschalterstellung und der Fahrprogrammwahl werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Antriebs-CAN an das Steuergerät ME sowie an das Kombiinstrument (A1) über Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Peripherie-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Benutzerschnittstelle-CAN gesendet.

Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird anhand der Drehzahlsignale vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm errechnet.

Langsame Gaswegnahme:

Ungewollte Rückschaltungen im oberen Geschwindigkeitsbereich werden verhindert

Schnelle Gaswegnahme:

Hochschalten in den nächsten Gang wird verhindert und erst bei niedrigerer Fahrzeugbeschleunigung wieder zugelassen

Funktionsablauf Elektronische und hydraulische Getriebesteuerung

Während die elektronische Getriebesteuerung die Gangwahl und die Anpassung der Drücke an das zu übertragende Moment übernimmt, erfolgt die Leistungsansteuerung des Getriebes über hydraulische Elemente der Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung. Die Ölversorgung der hydraulischen Elemente wie Nasskupplung, Schaltglieder und hydraulische Getriebesteuerung erfolgt über eine mit der Nasskupplung verbundene Ölpumpe oder über die Elektrische Zusatzölpumpe (M42). Die Getriebesteuerung ermöglicht eine präzise Anpassung der Drücke an die jeweiligen Betriebszustände und an die Motorleistung während der Schaltphase, was zu einer deutlichen Steigerung der Schaltqualität führt. Das Erreichen der Drehzahlgrenze in den einzelnen Gängen ist bei Vollgas und Kick-down möglich. Die Getriebesteuerung verhindert durch eine Rückschaltsicherung eine unzulässig hohe Motordrehzahl. Ferner bietet die Getriebesteuerung den Vorteil einer flexiblen Anpassung an verschiedene Fahrzeug- und Motorausführungen.

Die Elektrische Zusatzölpumpe sichert beim abgestellten Verbrennungsmotor die Ölversorgung der Hydraulikanlage. Sie unterstützt zusätzlich die Primärpumpe bei Ausrollschaltungen im Heißleerlauf. Die Ansteuerung erfolgt über das Steuergerät Zusatzölpumpe Getriebeöl (N89), welches das Signal vom Steuergerät ME über Antriebs-CAN vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung erhält. Das Steuergerät Zusatzölpumpe Getriebeöl sendet den Status der Elektrischen Zusatzölpumpe zurück über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung. Dieses leitet das Signal der Elektrischen Zusatzölpumpe und den Status der Getriebesteuerung an das Steuergerät ME weiter.

Funktionsablauf Kick-down

Dem Wunsch des Fahrers nach maximaler Beschleunigung wird mit der Funktion Kick-down entsprochen. Ab einem Pedalweg > 90 % wird die Funktion Kick-down aktiviert. Das Signal "Kick-down" wird vom Fahrpedalsensor (B37) an das Steuergerät ME übermittelt und sendet den Status des Motormanagements über Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung sowie an das Steuergerät Antriebsstrang. Das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung steuert aufgrund dieser Informationen die Regelmagnetventile so an, dass die Hoch- und Rückschaltungen bei erhöhter Motordrehzahl erfolgen, um maximale Fahrleistungen zu erzielen.

Funktionsablauf Notlauf

Im Falle unplausibler Signale ist das System Getriebesteuerung nur noch eingeschränkt betriebsbereit und schaltet in das programmierte Notlaufkennfeld. Mit dem DIRECT SELECT-Wählhebel (S16/13) dessen Status über das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80), Fahrwerk-FlexRay, Steuergerät Antriebsstrang, Antriebs-CAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und das Intelligente Servomodul für DIRECT SELECT gesendet wird, kann der Fahrer die gewünschten Fahrstufen "P", "R", "N", "D" einlegen. Er kann zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt wählen, die Parksperre einlegen oder in Neutralstellung den Kraftfluss zwischen Nasskupplung und Getriebe unterbrechen.

Im Fehlerspeicher werden bis zu 16 Fehler gleichzeitig gespeichert. Diese können mit XENTRY Diagnostics ausgelesen werden. Den Status Diagnose Getriebesteuerung erhält die Diagnosekupplung (X11/4) vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über den Antriebs-CAN, Steuergerät Antriebsstrang, Peripherie-CAN, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Diagnose-CAN (CAN D).

GETRIEBE 722.931/971 im TYP 217
ab Modell-J. 2015
GETRIEBE 722.931/971 im TYP 222
ab Modell-J. 2014
Einführung Kurzzeit M-Programm
Die Gangbegrenzung wird ersetzt durch die Funktion "Kurzzeit M-Programm". Das Kurzzeit M-Programm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten oder des DIRECT SELECT-Wählhebels aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus (-) eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einer Schubphase befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das M-Programm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das Kurzzeit M-Programm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten oder den DIRECT SELECT-Wählhebel in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.

Funktionsschema Elektrik Vollintegrierte Getriebesteuerung

PE27.19-P-2061-97SEB

Übersicht Systembauteile Automatisches Getriebe (AG)

GF27.10-P-9992AHD

Referenzierte Dokumente