Funktionsvoraussetzungen Schaltung allgemein
Klemme 15 EIN
Verbrennungsmotor läuft
Motordrehzahl vom Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder vom Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor)
Signal Fahrzeuggeschwindigkeit
Automatikgetriebe nicht im Notlauf
Vollständige und fehlerfreie Signalübermittlung über AntriebsCAN (CAN C1)
Schaltung allgemein
Zur Prüfung der Funktionsvoraussetzungen liest das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8n4) über den AntriebsCAN die folgenden Signale ein:
Klemme 15 EIN vom Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) über FahrwerkFlexRay (Flex E) und Steuergerät Antriebsstrang (N127)
Laufender Verbrennungsmotor vom Steuergerät CDI oder vom Steuergerät ME
Motordrehzahl vom Steuergerät CDI oder vom Steuergerät ME
Fahrzeuggeschwindigkeit vom Kombiinstrument (A1) über BenutzerschnittstelleCAN (CAN HMI), Steuergerät elektronisches Zündschloss, FahrwerkFlexRay und Steuergerät Antriebsstrang
Das Steuergerät CDI oder Steuergerät ME übermittelt über AntriebsCAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung die Signale des betriebsbereiten Antriebsstrangs und den Status des Motormanagements.
Die Steuereinheit Vollintegrierte Getriebesteuerung (Y3/8) setzt die vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung ausgehenden elektrischen Signale in hydraulische Signale um.
Die Fahrstufen "R", "N", "D1" bis "D9", "P" können mittels Betätigung des DIRECT SELECTWählhebels (S16/13) eingelegt werden.
Der DIRECT SELECTWählhebel übermittelt die Information zur gewählten Fahrstufe "P", "R", "N", "D1" bis "D9" über das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80), welches das Signal auf den FahrwerkFlexRay ablegt. Hier wird das Signal vom Steuergerät Antriebsstrang erfasst und über AntriebsCAN an das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.
Die entsprechende Fahrstufe wird eingelegt.
Der Schaltbereich bei eingelegter Fahrstufe "D1" bis "D9" wird im Kombiinstrument angezeigt.
Der Schaltbereich kann in den Vorwärtsgängen während des Fahrbetriebs zwar verändert werden, jedoch verhindert das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung eine Schaltung bei unzulässig hohen oder niedrigen Motordrehzahlen.
Meldungen und Anzeigen im Kombiinstrument
Informationen zum gewählten Gang (mit der Fahrstufe) oder zum Fahrprogramm werden vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung auf den AntriebsCAN abgelegt. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt und leitet diese über FahrwerkFlexRay mit der Schnittstelle elektronisches Zündschloss über BenutzerschnittstelleCAN zum Kombiinstrument weiter. Dieses steuert daraufhin die entsprechende Anzeige über die folgenden Signale an:
Symbol Ganganzeige
Ganganzeige, Ansteuerung
Symbol Fahrprogrammanzeige
Fahrprogrammanzeige, Ansteuerung
Die Freigabe vom Fahrberechtigungssystem erfolgt vom Steuergerät elektronisches Zündschloss über FahrwerkFlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und über AntriebsCAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung und zum Steuergerät CDI oder Steuergerät ME.
Folgende Regelmagnetventile werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung angesteuert:
Hubmagnet Parksperre (Y3/8l1)
Elektromagnet Schmierdruck (Y3/8y12)
Elektromagnet Kupplungssteuerung K81 (Y3/8y13)
Elektromagnet Kupplungssteuerung K38 (Y3/8y14)
Elektromagnet Kupplungssteuerung K27 (Y3/8y15)
Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B08 (Y3/8y16)
Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B05 (Y3/8y17)
Elektromagnet Lamellenbremssteuerung B06 (Y3/8y18)
Elektromagnet Arbeitsdruck (Y3/8y19)
Elektromagnet Wandlerüberbrückungskupplung (Y3/8y20)
Folgende Signale werden von dem Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung verarbeitet:
Drucksensor (Y3/8b5)
Drehzahlsensor Turbinenrad (Y3/8n1)
Drehzahlsensor interne Getriebedrehzahl (Y3/8n2)
Drehzahlsensor Abtriebswelle (Y3/8n3)
GetriebeöltemperaturSensor (Y3/8s2)
Positionssensor Parksperre (Y3/8s4)
Schaltung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Hoch und Zurückschalten
Funktionsablauf Schalten 1 nach 2
Funktionsablauf Hoch und Zurückschalten
Um die Funktion Schalten auszuführen, benötigt das Steuergerät CDI oder Steuergerät ME die Information der Getriebesteuerung, die Anforderung des Motordrehmoments und die Anforderung des Schaltpunkts.
In den Fahrprogrammen kann der Fahrer durch Betätigung der Lenkradschalttaste zurückschalten (S110/1) oder der Lenkradschalttaste hochschalten (S111/1) folgende Funktionen anwählen:
Durch Betätigen der Lenkradschalttasten in den Fahrprogrammen wird das KurzzeitMProgramm aktiviert. Dieses ermöglicht dem Fahrer, die Gänge mit Hilfe der Lenkradschalttasten zu wechseln. Die bisherige Funktion Gangbegrenzung/Schalten optimaler Gang durch Betätigen der Lenkradschalttasten entfällt.
Im Gegensatz zum DauerMProgramm wird das KurzzeitMProgramm automatisch nach einer bestimmten Zeit wieder deaktiviert. Dieses Zeitintervall beginnt nach jeder weiteren Betätigung einer Lenkradschalttaste erneut. Des Weiteren wird die Aktivität der Funktion in Abhängigkeit von Volllast und Querbeschleunigung verlängert.
Im Fahrprogramm „E“ steht im Vergleich zum Fahrprogramm „S“ ein kürzerer Schaltbereich (Schalten bei geringer Motordrehzahl) und damit ein geringeres Antriebsmoment bei Vorwärts und Rückwärtsfahrt zur Verfügung. Dies ermöglicht ein ökonomischeres und komfortableres Fahren, da die Gänge nicht vollständig ausgedreht werden.
Der Rückwärtsgang und die Neutralstellung können nur über den DIRECT SELECTWählhebel geschaltet werden. Die Parksperre (Fahrstufe "P") wird durch das Betätigen der Parksperre am DIRECT SELECTWählhebel aktiviert.
Der Status der Lenkradschalttaste zurückschalten und der Lenkradschalttaste hochschalten wird vom Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung über Lenkradelektronik (N135), LenkungsLIN (LIN E1) (bis ModellJ. 2018) oder den Lenkrad-CAN (CAN LR) (ab ModellJ. 2018), Steuergerät Mantelrohrmodul, FahrwerkFlexRay, Steuergerät Antriebsstrang und AntriebsCAN eingelesen.
Fahrprogramme bei Fahrzeugen bis ModellJ. 2018:
Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über die Taste Fahrprogramm (A40/9s8) beeinflusst werden, die sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Der Tastenstatus wird über die Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9), TelematikCAN (CAN A), Steuereinheit COMAND (A40/3), BenutzerschnittstelleCAN (CAN HMI), Steuergerät elektronisches Zündschloss, PeripherieCAN (CAN PER), Steuergerät Antriebsstrang und über AntriebsCAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gesendet.
Fahrprogramme bei Fahrzeugen ab ModellJ. 2018 mit Code 448 (Touchpad):
Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter DYNAMIC SELECT (A40/9s19) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Das Signal des Schalters DYNAMIC SELECT (mit Code 448 (Touchpad)) wird von der Audio/COMAND Bedieneinheit (A40/9) eingelesen. Die Audio/COMAND Bedieneinheit sendet das Signal über den TelematikCAN, die Headunit (A26/17), den BenutzerschnittstelleCAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm (N30/4). Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm legt die Information für das gewählte Fahrprogramm auf den FahrwerkFlexRay ab. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt diese Informationen und sendet sie über AntriebsCAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.
Fahrprogramme bei Fahrzeugen ab ModellJ. 2018 mit Code 446 (Touchpad only):
Das Grundschaltprogramm kann durch den Fahrer über den Schalter DYNAMIC SELECT (N72s19) beeinflusst werden, der sich im Bereich der Mittelkonsole befindet. Das Signal des Schalters DYNAMIC SELECT (mit Code 446 (Touchpad only)) wird vom Unteren Bedienfeld (N72) eingelesen. Das Untere Bedienfeld sendet das Signal über den UBFLIN (LIN A3), das Touchpad (A105), den TelematikCAN, die Headunit, den BenutzerschnittstelleCAN, das Steuergerät elektronisches Zündschloss und den FahrwerkFlexRay an das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm. Das Steuergerät Elektronisches StabilitätsProgramm legt die Information für das gewählte Fahrprogramm auf den FahrwerkFlexRay ab. Das Steuergerät Antriebsstrang empfängt diese Informationen und sendet sie über AntriebsCAN zum Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung.
Bei Fahrzeugen bis ModellJ. 2018 stehen die folgenden Fahrprogramme zur Verfügung:
"E" (ECO)
"S" (Sport)
Bei Fahrzeugen ab ModellJ. 2018 stehen die folgenden Fahrprogramme zur Verfügung:
"E" (ECO) (außer Typ 217 mit Code 487 (MAGIC BODY CONTROL))
"C" (Comfort)
"CV" (Curve) (mit Code 487 (MAGIC BODY CONTROL))
"S" (Sport)
"S+" (Sport Plus) (bei Typ 217)
"I" (Individual)
Funktionsablauf Schalten 1 nach 2
Im 1. Gang sind die Lamellenbremse B05, die Lamellenbremse B06 und die Lamellenkupplung K38 geschaltet. Beim Schalten vom 1. in den 2. Gang wird die Lamellenbremse B05 abgeschaltet und die Lamellenkupplung K81 zugeschaltet.
Der Schaltvorgang wird durch das Steuergerät Vollintegrierte Getriebesteuerung gestartet. Dabei wird die Lamellenkupplung K81 gefüllt und stetig der Druck in der Lamellenkupplung K81 erhöht. Gleichzeitig wird der Druck in der Lamellenbremse B06 reduziert.
Es handelt sich dabei um einen fließenden Übergang. Wird das Drehmoment des 2. Gangs erreicht, muss die Motordrehzahl an das Niveau des 2. Gangs angeglichen werden (Überhöhungsphase).
Diese Drehzahlangleichung wird dadurch erreicht, dass der Druck in der Lamellenkupplung K81 erhöht wird und gegebenenfalls über das Steuergerät CDI oder über das Steuergerät ME eine Motormomentreduzierung durchgeführt wird.
Bei Unterdrehzahl erfolgt eine Zwangsrückschaltung und bei Überdrehzahl eine Zwangshochschaltung. Bei Stillstand des Fahrzeugs wird automatisch in den 1. Gang geschaltet. Ein Anfahren ist sowohl im 1. als auch im 2. Gang möglich.
KurzzeitMProgramm
Das KurzzeitMProgramm ist ein temporäres Programm, welches sich beim Betätigen der Lenkradschalttasten aktiviert. Das Betätigen in Richtung Plus (+) bewirkt eine Hochschaltung, das Betätigen in Richtung Minus () eine Rückschaltung, sofern diese zulässig ist. Im anderen Fall wird der aktuelle Gang gehalten. Nach einem vorgegebenen Zeitfenster deaktiviert sich diese Funktion wieder automatisch. Die aktivierte Zeit kann verlängert werden durch das Unterschreiten einer Mindestgeschwindigkeit (z. B. Anhalten), bei Erkennung einer Querbeschleunigung oder wenn sich das Fahrzeug in einem Schubbetrieb befindet. Ist keines der genannten Kriterien mehr aktiv, bleibt das KurzzeitMProgramm noch eine vorgeschriebene Restzeit aktiv. Nach Ablauf dieser Restzeit wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gesprungen. Zusätzlich wird dem Fahrer ein empfohlener Schaltvorgang im Kombiinstrument angezeigt. Dies ist Bestandteil der ebenfalls integrierten Schaltempfehlung. Der Fahrer kann das KurzzeitMProgramm durch bestimmte Aktionen selbst vorzeitig abbrechen, z. B. wenn er die Lenkradschalttaste hochschalten in Richtung Plus (+) betätigt und hält, die Fahrstufe wechselt oder wenn er das Fahrprogramm wechselt. Wird eine dieser Voraussetzungen erfüllt, wird wieder in das Ausgangsschaltprogramm gewechselt.
Schaltungen, die unzulässig hohe oder niedrige Motordrehzahlen zur Folge hätten, werden nicht ausgeführt.
Referenzierte Dokumente
- gf2710p9992and Übersicht Systembauteile Automatikgetriebe (AG)