A3 | Steuergerät Fahrregelung (CPC) |
A5 | Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) |
CAN 4 | Antriebs-CAN |
LIN 3 | Multifunktionshebel-LIN rechts |
S23 | Multifunktionshebel rechts (optional) |
S23 s1 | Schalter Getriebestellung (D/N/R) |
S23 s2 | Schaltwippe (+/-) |
S23 s3 | Taste Fahrprogramm (M/A) |
G26.21-3139-76
Normalbetrieb
Die Schaltbefehle werden über die folgenden im Multifunktionshebel rechts (optional) (S23) integrierten Bedienelemente erfasst:
Schalter Getriebestellung (D/N/R) (S23 s1)
Schaltwippe (+/-) (S23 s2)
Taste Fahrprogramm (M/A) (S23 s3)
Das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) liest die Schaltsignale über den Multifunktionshebel-LIN rechts (LIN 3) vom Multifunktionshebel rechts (optional) (S23) ein. Anschließend wertet sie das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) aus und übermittelt entsprechende CAN-Botschaften über den Antriebs-CAN (CAN 4) an das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5).
Es können 12 Vorwärtsgänge, 4 Rückwärtsgänge und die Neutralstellung geschaltet werden.
Automatischer Betrieb (der optimale Gang (Sollgangvorgabe) wird vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) bestimmt)
Die Gangwahl ist abhängig von folgenden Einflussgrößen:
Fahrgeschwindigkeit (nur Anfahrgang relevant)
Fahrpedalstellung (Sollmoment)
Lastzustand des Motors
Betriebspunkt des Zielgangs
Drehzahl des Getriebes
Betätigung der Dauerbremse
Beladungszustand des Fahrzeugs
Schaltprogramm
Geländeverlauf der Fahrbahn
Manueller Betrieb
Unterschied zum automatischen Betrieb:
Die Schaltvorgänge müssen vom Fahrer eingeleitet werden, d. h. der Fahrer bestimmt den Schaltzeitpunkt und die Schaltrichtung.
Die Kick-down-Funktion ist nicht verfügbar.
Bedienung der Fahrfunktionen
Die Fahrfunktionen helfen dem Fahrer im täglichen Fahrbetrieb Kraftstoff sparendes Fahren. Sie erhöhen den Fahrkomfort und unterstützen ihn in schwierigen Situationen.
Auswählbare Fahrfunktionen sind:
EcoRoll-Modus in bestimmten Fahrsituationen zur Unterstützung einer Kraftstoff sparenden Fahrweise durch automatisches Schalten in Neutralstellung "N", bei nicht betätigtem Fahrpedal
Freischaukelmodus für ein Herausschaukeln des Fahrzeugs aus einer Geländevertiefung
Kriechmodus für selbstständiges Anrollen beim Lösen der Betriebsbremse und anhaltendem Kriechen ohne Fahrpedalbetätigung
EcoRoll-Modus
Voraussetzung
Funktion EcoRoll-Modus aktiviert
Fahrgeschwindigkeit war > 35 km/h und ist > 25 km/h (Hysterese)
Fahrpedal nicht betätigt
Betriebsbremse oder Dauerbremse nicht betätigt
Fahrerassistenzsysteme nicht im Regelbetrieb
Bremsassistenzsysteme nicht im Regelbetrieb
Nebenabtrieb ausgeschaltet
Limiter für Höchstgeschwindigkeit nicht überschritten
Tempomat Geschwindigkeitstoleranz nicht überschritten
Funktionsablauf
Werden die Voraussetzungen erfüllt, fordert das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) über den Antriebs-CAN (CAN 4) die Neutralstellung beim Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) an. Das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) steuert den Getriebesteller (Y900) zum Öffnen der Kupplung an. Nach erfolgreichem Öffnen der Kupplung, eingelesen über den Wegsensor Kupplung (B503), wird der Getriebesteller (Y900) zum Einlegen der Neutralstellung angesteuert. Nach Beenden des Schaltvorgangs sendet das Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) (A5) über den Antriebs-CAN (CAN 4) die eingelegte Neutralstellung an das Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3).
Durch die verringerte Motordrehzahl können in bestimmten Fahrsituationen eine etwas geringere Unterstützung der Lenkung und infolge dessen größere Lenkkräfte auftreten, z. B. auf leicht kurvigen Gefällstrecken. Die Betriebs- oder Verkehrssicherheit ist dadurch jedoch nicht gefährdet.
Kriechmodus
Der Kriechmodus ist nach einem Motorstart immer eingeschaltet und wird nach dem erstmaligen Anfahren aktiviert.
Der Kriechmodus wird unter folgenden Voraussetzungen deaktiviert:
Kriechmodus wird über den schalter Kriechmodus ausgeschaltet
Getriebe ist länger als 2 s in Neutralstellung
Feststellbremse wird angezogen
Freischaukelmodus wird aktiviert
Fahrerassistenzsysteme schalten in Regelbetrieb
Leerlaufdrehzahl > 700/min
Kupplungsüberlastung droht
zu hoher Fahrwiderstand
zu geringe Reifenhaftung
Der Kriechmodus hat vom Verhalten her Ähnlichkeiten mit einer Wandlerautomatik. Da die Funktion über die Kupplung realisiert wird, ist die Funktion nicht verschleißfrei und das Fahrzeug im Schlupfbereich der Kupplung nicht dauerkriechfähig.
Funktionsablauf
Der Kriechmodus besteht aus 2 Teilen:
In den Gängen 1 bis 6, R1 und R2, das selbsttätige Ankriechen beim Lösen der Betriebsbremse (nur bei aktivem Kriechmodus)
In den Gängen 1 bis 6, R1 und R2 das Weiterkriechen (=Leerlaufrollen) bei nicht betätigtem Fahrpedal
Beim ersten Anfahren erfolgt die Anfahrdosierung über das Fahrpedal. Das System lernt sich dabei auf das vom Fahrer vorgegebene Moment ein. Nach dem ersten ”richtigen“ Fahren erfolgt die Bestimmung des Kriechmoments in Abhängigkeit der ermittelten Fahrzeugmasse und der Fahrbahnsteigung.
Wird über die Anhängererkennung festgestellt, dass ein Anhängerbetrieb vorliegt, wird das masse- und steigungsabhängige Kriechmoment im Steuergerät Fahrregelung (CPC) (A3) zurückgesetzt und beim ersten Anfahren eingelernt.
Freischaukelmodus
Funktionsablauf
Der Freischaukelmodus wird über die Taste Freischaukelmodus aktiviert.
Wurde der Freischaukelmodus aktiviert, wechselt die Getriebesteuerung vom automatischen in den manuellen Betrieb.
Fahrpedalanforderungen werden direkter umgesetzt und bei nicht betätigtem Fahrpedal die Kupplung schnell geöffnet. Sobald das Fahrpedal wieder betätigt wird, wird die Kupplung schnell geschlossen. Durch wiederholtes Betätigen und Loslassen des Fahrpedals kann man das Fahrzeug in einen Schaukelzustand versetzen und somit das Fahrzeug aus einer Kuhle freischaukeln.
Referenzierte Dokumente
- gf2621g3002ad Steuergerät Getriebesteuerung (TCM) Bauteilbeschreibung