gf0900p2000mma

Aufladung Funktion

Typ gf · Thema 09.00 · Version 0102 · 2012-12-04

Gültig für: MOTOR 157.9 im TYP 212, 218 MOTOR 278.9 im TYP 207, 212, 218

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 09 Luftansaugung, Aufladung › 09.00 Allgemeines — Baureihe 207 · Baureihe 212 · Baureihe 218

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 157 9**, 278 9**

GF09.00-P-2000MMA

Aufladung Funktion

04.12.2012

MOTOR

157.9 im TYP 212, 218

MOTOR

278.9 im TYP 207, 212, 218

Funktionsvoraussetzungen Aufladung allgemein

Klemme 87 M (Motorsteuerung EIN)

Motor läuft

Aufladung allgemein

Durch die Aufladung wird der Zylinderfüllungsgrad verbessert. Damit erhöhen sich das Motordrehmoment und die Leistung des Motors.

Die der erhöhten Luftmasse entsprechende Kraftstoffmenge wird vom Steuergerät ME (N3/10) zugemessen.

Bei der Aufladung wird die Strömungsenergie der Abgase zum Antrieb der Abgasturbolader genutzt.

Die Abgasturbolader saugen Frischluft über die Luftfilter an den Verdichtereintritten an und führen diese über die Verdichteraustritte in die Ladeluftrohre zum Ladeluftkühler.

Durch die hohe Drehzahl der Verdichterräder und den daraus resultierenden hohen Volumenströmen wird die Luft in den Ladeluftrohren verdichtet.

Die verdichtete Ladeluft strömt über die Ladeluftrohre zum Ladeluftkühler. Dieser kühlt anschließend die durch die Verdichtung erwärmte Ladeluft ab und leitet sie über das Ladeluftverteilerrohr zum Saugrohr weiter.

Aufladung Funktionsablauf

Der Funktionsablauf ist in folgenden Teilfunktionen gegliedert:

Funktionsablauf Ladedruckregelung

Funktionsablauf Ladeluftkühlung

Funktionsablauf Ladedruckregelung

Die Ladedruckregelung erfolgt elektropneumatisch über den Druckwandler Ladedruckregelung (Y31/5). Der Unterdruck wird durch die am Motor angebaute mechanische Unterdruckpumpe erzeugt. Der Druckwandler wird kennfeld- und lastabhängig vom Steuergerät ME zur Ladedruckregelung angesteuert. Dazu wertet das Steuergerät ME folgende Sensoren und Funktionen der Motorsteuerung aus:

– Temperatursensor Ladeluft (B17/8)

– Drucksensor nach Luftfilter, linke Zylinderreihe (B28/4)

– Drucksensor nach Luftfilter, rechte Zylinderreihe (B28/5)

– Drucksensor vor Drosselklappe (B28/6), Ladedruck

– Drucksensor nach Drosselklappe (B28/7), Saugrohrdruck

– Fahrpedalsensor (B37), Lastanforderung vom Fahrer

– Hallsensor Kurbelwelle (B70), Motordrehzahl

– Klopfregelung, Getriebe-Überlastschutz, Überhitzungsschutz

Im Volllastbereich wird maximaler Ladedruck aufgebaut.

Zur Verringerung des Ladedrucks werden die Abgasströme für den Antrieb des Abgasturboladers durch Öffnen der Ladedruckregelklappen über jeweils einen Bypass umgeleitet.

Der Druckwandler steuert dazu die Druckdosen Ladedruckregelklappe mit Unterdruck von der Unterdruckpumpe an. Daraufhin schließen die Druckdosen über ein Gestänge die Ladedruckregelklappen, die damit die Bypässe verschließen. Liegt kein Unterdruck an den Druckdosen an, werden die Ladedruckregelklappen und somit die Bypässe geöffnet. Die Ladedruckregelklappen ermöglichen den Abgasströmen die Turbinenräder zu umgehen (Bypass), wodurch der Ladedruck geregelt und die Turbinendrehzahl begrenzt wird.

Damit kann der Ladedruck an die momentane Lastanforderung des Motors angepasst werden.

Bei einer Leckage in der Leitung zwischen Unterdruckpumpe und Druckdosen ist kein Ladedruckaufbau möglich.

Zur Überwachung des aktuellen Ladedrucks gibt der Drucksensor vor Drosselklappe ein entsprechendes Spannungssignal an das Steuergerät ME.

Die Drucksensoren nach Luftfilter dienen dem Steuergerät ME zur Überwachung der Aufladung.

Die Ladelufttemperatur wird im Ladeluftverteiler vom Ansauglufttemperatur-Sensor erfasst und dem Steuergerät ME in Form eines Spannungssignals mitgeteilt.

Die Funktion der Ladedruckregelung kann nur bewertet werden, wenn mit Xentry Diagnostics die Meldung "Ladedruckregelung adaptiert" angezeigt wird.
Nach dem Austausch des Steuergeräts ME oder eines Abgasturboladers ist eine längere Fahrstrecke mit bestimmten Betriebsbedingungen erforderlich, damit diese Adaption vom Steuergerät ME durchgeführt werden kann.

Sind die Schlauchleitungen zwischen Druckdosen, Druckwandler Ladedruckregelung und Ladeluftkühler rechte Zylinderreihe undicht, wird im Steuergerät ME der Fehler "Ladedruck zu hoch"gespeichert. Schnelle Lastanforderungen unterhalb des Grundladedrucks werden über den Drosselklappenansteller (M16/6) geregelt.

Aufladung Funktion

Dargestellt Strömungsverlauf Ansaugluft

1

Luftfiltergehäuse links

3

Abgasturbolader links

4

Abgasturbolader rechts

7

Luftfiltergehäuse rechts

8

Ladeluftverteiler

9

Ladeluftkühler

10

Abgaskrümmer links

11

Abgaskrümmer rechts

A

Ansaugluft

P09.00-2110-76

Aufladung Funktion

Dargestellt Strömungsverlauf Ansaugluft/Ladeluft

2

Druckdose (Ladedruckregelklappe)

3

Abgasturbolader links

9

Ladeluftkühler

10

Abgaskrümmer links

M16/6

Drosselklappenansteller

A

Ansaugluft

B

Ladeluft (ungekühlt)

P09.00-2111-76

Aufladung Funktion

Dargestellt Strömungsverlauf Ladeluft

2

Druckdose (Ladedruckregelklappe)

3

Abgasturbolader links

7

Luftfiltergehäuse rechts

8

Ladeluftverteiler

9

Ladeluftkühler

10

Abgaskrümmer links

M16/6

Drosselklappenansteller

C

Ladeluft (gekühlt)

P09.00-2112-76

Aufladung Funktion

Dargestellt Ladedruckregelung bei einem Tastverhältnis (ti) <5 %

2

Druckdose (Ladedruckregelklappe)

2a

Ladedruckregelklappe

3

Abgasturbolader links

3a

Turbinenrad

3b

Verdichterrad

9

Ladeluftkühler

12

Mechanische Unterdruckpumpe

Y31/5

Druckwandler Ladedruckregelung

A

Ansaugluft

B

Ladeluft (ungekühlt)

C

Ladeluft (gekühlt)

D

Abgas

E

Umgebungsluftdruck (Atmosphäre)

t

Zeit

ti

Tastverhältnis

P09.00-2114-82

Aufladung Funktion

Dargestellt Ladedruckregelung bei einem Tastverhältnis (ti) >5 %

2

Druckdose (Ladedruckregelklappe)

2a

Ladedruckregelklappe

3

Abgasturbolader links

3a

Turbinenrad

3b

Verdichterrad

9

Ladeluftkühler

12

Mechanische Unterdruckpumpe

Y31/5

Druckwandler Ladedruckregelung

A

Ansaugluft

B

Ladeluft (ungekühlt)

C

Ladeluft (gekühlt)

D

Abgas

E

Umgebungsluftdruck (Atmosphäre)

F

Unterdruck

t

Zeit

ti

Tastverhältnis

P09.00-2115-82

Funktionsablauf Ladeluftkühlung

Durch die Ladeluftkühlung wird die Ladelufttemperatur <60 °C (bei Motor 278) bzw. <65 °C (bei Motor 157) bei 20 °C Umgebungstemperatur gehalten.

Die abgekühlte Luft nach den Ladeluftkühlern hat eine höhere Dichte. Dadurch erhöht sich der Zylinderfüllungsgrad und somit die Motorleistung. Außerdem werden die Klopfneigung und durch niedrigere Abgastemperaturen die Bildung von Stickoxiden (NOx) verringert.

Beide Zylinderreihen besitzen einen gemeinsamen Wasser-/Ladeluftkühler. Der Wasser-/Ladeluftkühler ist an den Niedertemperatur-Kühlkreislauf mit dem Niedertemperaturkühler und der Umwälzpumpe Kühlmittel (M45) angeschlossen.

Wenn die Ladelufttemperatur >35 °C beträgt, wird vom Steuergerät ME (N3/10) die Umwälzpumpe Kühlmittel über das Relais Umwälzpumpe Kühlmittel (K60) angesteuert.

Sinkt die Ladelufttemperatur unter 25 °C ab, wird die Umwälzpumpe Kühlmittel wieder abgeschaltet.

Die Ladelufttemperatur wird im Saugrohr vom Temperatursensor Ladeluft erfasst und dem Steuergerät ME mit einem Spannungssignal mitgeteilt.

Den Verschlussdeckel am Niedertemperatur-Kühlkreislauf nur bei erhöhter Ladelufttemperatur (Leistungsmangel) und bei kaltem Motor öffnen.
Das Kühlmittel muss bis an den Verschlussdeckel reichen.

Aufladung Funktion

Dargestellt Kühlmittelkreislauf Ladeluftkühler

9

Ladeluftkühler

13

Entlüftungsleitung

14

Niedertemperaturkühler

15

Ausgleichsbehälter

M45

Umwälzpumpe Kühlmittel

A

Kühlmittelvorlauf

B

Kühlmittelrücklauf

P09.41-2602-76

Funktionsschema Elektrik Aufladung

Typ 207

PE09.00-P-2050-97EAI

Typ 212

PE09.00-P-2050-97DAK

Typ 218

PE09.00-P-2050-97XAC

Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung

MOTOR 157.9 im TYP 212, 218
MOTOR 278.9 im TYP 207, 212, 218

GF07.70-P-9998MM

Referenzierte Dokumente