Die Drehzahlregelung Fahrbetrieb Funktion wird beispielhaft am Motor 926.9 (6 Zylinder) beschrieben.
G07.15-A029-79
A3 | Steuergerät Fahrregelung (CPC) | Y602 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 3 | |
A6 | Steuergerät Motormanagement (MR) | Y603 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 4 | |
CAN 4 | Antriebs-CAN | Y604 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 5 | |
Y600 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 | Y605 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 6 | |
Y601 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 2 | B | Ausgangssignale |
Allgemeines
Fordert das Steuergerät Fahrregelung (CPC) keine Leerlauf- oder Arbeitsdrehzahlregelung an, bedeutet dies normaler Fahrbetrieb. Im Fahrbetrieb wird die Einspritzmenge in erster Linie an den Wunsch des Fahrers angepasst. D. h., die Momentabgabe des Motors ist in erster Linie von der Stellung des Fahrpedals abhängig. Nur in bestimmten Situationen kann es vorkommen, dass die Motordrehzahl unabhängig von der Fahrpedalstellung oder von der Sollmomentanforderung angepasst wird, z. B. beim Herunterschalten zum Drehzahlausgleich zwischen Haupt- und Vorgelegewelle.
Funktion
Im Fahrbetrieb vergleicht das Steuergerät Motormanagement (MR) daher zunächst das vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) eingehende Motorsollmoment, das u. a. aus der Stellung des Fahrpedals abgeleitet und über den Antriebs-CAN bereitgestellt wird, mit dem derzeitigen Motoristmoment, welches die tatsächlichen Betriebsbedingungen des Motors repräsentiert.
Ist das geforderte Motorsollmoment kleiner als das derzeitige Motoristmoment, dann reduziert das Steuergerät Motormanagement (MR) die Einspritzmenge. Ist das geforderte Motorsollmoment größer als das derzeitige Motoristmoment, dann erhöht es die Einspritzmenge.
Das Steuergerät Motormanagement (MR) gleicht ständig das Motoristmoment mit dem Motorsollmoment. Während der Angleichung passt das Steuergerät Motormanagement (MR) den Spritzbeginn an, um den Zündverzug, der sich besonders bei höheren Motordrehzahlen negativ auswirkt, auszugleichen und die Schadstoffemission so gering wie möglich zu halten.
Ist das Motorsollmoment negativ, z. B. im Schubbetrieb, und liegt die Motordrehzahl bei über 950/min, unterbricht das Steuergerät Motormanagement (MR) die Ansteuerung der Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6. Auf diese Weise kann die Bremswirkung des Motors genutzt und der Kraftstoffverbrauch gesenkt werden. Zur Verstärkung der Bremswirkung kann die Motorbremse aktiviert werden.
Fällt die Motordrehzahl unter 950/min, so steuert das Steuergerät Motormanagement (MR) die Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 wieder an.
Des Weiteren findet im Steuergerät Motormanagement (MR) eine Sollmomentkorrektur statt, die die tatsächliche Masse des Kraftstoffs berücksichtigt. Dazu verwendet das Steuergerät Motormanagement (MR) die Kraftstofftemperatur.
Das Steuergerät Motormanagement (MR) kann das vom Steuergerät Fahrregelung (CPC) gesendete Motorsollmoment aus Motorschutzgründen begrenzen, z. B., wenn die Kühlmitteltemperatur einen bestimmten Wert überschreitet oder der Motor seine End- bzw. Abregeldrehzahl erreicht. Eine Begrenzung des Motorsollmoments hat grundsätzlich immer eine Begrenzung der Einspritzmenge zur Folge.
Referenzierte Dokumente
- gf0700g3001a Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion
- gf0715g3002a Fördermengensteuerung PLD Funktion
- gf0715g3003a Spritzbeginnregelung PLD Funktion
- gf0715g4006a Ermittlung der Motortemperatur Funktion
- gf0715g4008a Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion
- gf3035g3002a Berechnung des Motorsollmoments Funktion
- gf4700g0002a Kraftstoffversorgung Funktion