Die Spritzbeginnregelung PLD Funktion wird beispielhaft am Motor 926.9 (6 Zylinder) beschrieben.
G07.15-A031-79
A3 | Steuergerät Fahrregelung (CPC) | Y600 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 | |
A6 | Steuergerät Motormanagement (MR) | Y601 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 2 | |
B10 | Temperatursensor Kraftstoff | Y602 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 3 | |
B15 | Kurbelwellenpositionssensor | Y603 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 4 | |
B16 | Nockenwellenpositionssensor | Y604 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 5 | |
B65 | Temperatursensor Kühlmittel | Y605 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 6 | |
B111 | Druck- und Temperatursensor Ladeluft | A | Eingangssignale | |
CAN 4 | Antriebs-CAN | B | Ausgangssignale |
Allgemeines
Die Regelung des Spritzbeginns erfolgt in erster Linie zum Ausgleich des Zündverzugs und zur Sicherstellung der Zündung im Bereich des oberen Totpunkts, d. h. bei höchster Verdichtungsendtemperatur.
Würde der Spritzbeginn nicht geregelt werden, dann hätte dies zur Folge, dass sich der Zündverzug (Zeit von Spritzbeginn bis Zündbeginn), vor allem im oberen Drehzahlbereich, nachteilig auf den Verbrennungsablauf auswirkt. Die Schadstoffemission und die Geräuschentwicklung würden zunehmen, während sich die Leistung des Motors verringern würde.
Somit ist der Spritzbeginn in erster Linie von der Motordrehzahl abhängig und wird, um die Nachteile des Zündverzugs im oberen Drehzahlbereich zu vermeiden, mit zunehmender Motordrehzahl in Richtung "früh" verstellt.
Zur Ermittlung des Spritzbeginns ließt das Steuergerät Motormanagement (MR) folgende Sensoren ein:
Temperatursensor Kraftstoff (Kraftstofftemperatur)
Kurbelwellenpositionssensor (Motordrehzahl)
Nockenwellenpositionssensor (Motordrehzahl)
Temperatursensor Kühlmittel (Motortemperatur)
Druck- und Temperatursensor Ladeluft (Motortemperatur und Lastzustand)
Durch eine exakte Berechnung und eine entsprechende Verschiebung des Spritzbeginns ist es dem Steuergerät Motormanagement (MR) möglich die Schadstoffemissionen zu senken. Auf diese Weise lassen sich Stickoxide (NOx), die bei zu frühem Spritzbeginn erzeugt werden, und Kohlenwasserstoffe (HC), die bei zu spätem Spritzbeginn erzeugt werden, deutlich reduzieren.
Funktion
Der Spritzbeginn wird über den Förderbeginn geregelt und ständig den momentanen Betriebsbedingungen des Motors angepasst.
Der Förderbeginn, der etwas früher als der tatsächliche Spritzbeginn erfolgt, ist der Zeitpunkt, an dem das jeweilige Magnetventil in den Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 vollständig geschlossen ist und der Kraftstoff verdichtet bzw. gefördert werden kann.
Der Förderbeginn kann innerhalb der mechanischen Grenze (begrenzt durch die Nockenform) völlig frei von Steuergerät Motormanagement (MR) geregelt werden.
Die Grenzwerte (max. Förderbeginn 25° Kurbelwellenwinkel vor bis 5° Kurbelwellenwinkel nach dem oberen Totpunkt) sind im Steuergerät Motormanagement (MR) gespeichert, durch das auch die Berechnung und die entsprechende Ansteuerung der einzelnen Magnetventile in den Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 erfolgt.
Aufgrund der sich ständig ändernden Betriebsbedingungen des Motors wird der Förderbeginn nach jedem Einspritzvorgang neu berechnet.
Für die Berechnung des Förderbeginns sind in erster Linie die Signale des Kurbelwellenpositionssensors ausschlaggebend. Über ihn werden die momentane Motordrehzahl und die Stellung der Kurbelwelle ermittelt. Nur beim Startvorgang oder wenn der Kurbelwellenpositionssensor ausfällt, werden zusätzlich die Signale des Nockenwellenpositionssensors verwendet. Diese geben Aufschluss über die momentane Stellung der Nockenwelle und somit darüber, wann sich der 1. Zylinder im Kompressionstakt befindet.
Für die endgültige Berechnung des Förderbeginns werden schließlich der tatsächliche Spritzbeginn, die Kraftstofftemperatur, die Motortemperatur und der Lastzustand verwendet.
Der tatsächliche Spritzbeginn wird mithilfe der Aufschlag- bzw. Schließerkennung ermittelt und dient dazu, Streuungen und Toleranzen in der Fertigung der Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 durch eine Kennfeldregelung auszugleichen.
Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion | |||
Ermittlung des Kompressionstaktes am 1. Zylinder Funktion | |||
Ermittlung der Luftmasse Funktion | |||
Aufschlag-/Schließerkennung Funktion | |||
Ermittlung der Motortemperatur Funktion | |||
Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion | |||
Kraftstoff-Hochdruckförderung Funktion |
Referenzierte Dokumente
- gf0700g3001a Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion
- gf0700g3002a Ermittlung des Kompressionstaktes am 1. Zylinder Funktion
- gf0707g3001a Ermittlung der Luftmasse Funktion
- gf0715g4003a Aufschlag-/Schließerkennung Funktion
- gf0715g4006a Ermittlung der Motortemperatur Funktion
- gf0715g4008a Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion
- gf4700g3012a Kraftstoff-Hochdruckförderung Funktion