Die Fördermengensteuerung PLD Funktion wird beispielhaft am Motor 926.9 (6 Zylinder) beschrieben.
G07.15-A029-79
A3 | Steuergerät Fahrregelung (CPC) | Y602 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 3 | |
A6 | Steuergerät Motormanagement (MR) | Y603 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 4 | |
CAN 4 | Antriebs-CAN | Y604 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 5 | |
Y600 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 | Y605 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 6 | |
Y601 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 2 | B | Ausgangssignale |
Förderbeginn, dargestellt an der Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 |
1 | Kurbelwelle |
2 | Nockenwelle |
3 | Pumpennocken |
4 | Rollenstößel |
5 | Hochdruckraum |
6 | Magnetventil |
7 | Einspritzdüse |
Y600 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 |
OT | Oberer Totpunkt |
UT | Unterer Totpunkt |
a | Förderbeginn (z. B. bei 5° Kurbelwellenwinkel vor dem oberen Totpunkt (OT)) |
G07.15-A032-82
Förderende, dargestellt an der Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 |
1 | Kurbelwelle |
2 | Nockenwelle |
3 | Pumpennocken |
4 | Rollenstößel |
5 | Hochdruckraum |
6 | Magnetventil |
7 | Einspritzdüse |
Y600 | Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 |
OT | Oberer Totpunkt |
UT | Unterer Totpunkt |
b | Förderende (z. B. bei 5° Kurbelwellenwinkel nach dem oberen Totpunkt (OT), wenn der Förderwinkel (c) 10° beträgt) |
c | Förderwinkel |
G07.15-A033-82
Allgemeines
Die Fördermenge (und somit auch die Einspritzmenge) wird über den Förderwinkel (c) gesteuert.
Der Förderwinkel (c) ist der Winkel, um den sich die Kurbelwelle (1) bei laufendem Motor zwischen dem Förderbeginn (a) und dem Förderende (b) der jeweiligen Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 bis 6 dreht.
Je nach Größe des Förderwinkels (c) ändert sich die Kraftstoffmenge, die von der jeweiligen Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 bis 6 gefördert und über die Einspritzdüse (7) in den entsprechenden Zylinder eingespritzt wird.
Muss die Einspritzmenge erhöht werden, z. B. wenn eine Leistungsanforderung besteht und das Motoristmoment kleiner als das Motorsollmoment ist, dann vergrößert das Steuergerät Motormanagement (MR) den Förderwinkel (c). Dies geschieht dadurch, dass das Steuergerät Motormanagement (MR) die Magnetventile (6) in den Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 länger ansteuert, und somit das Förderende (b) auf einen späteren Zeitpunkt verschiebt.
Der Bereich, in dem eine Steuerung der Fördermenge erfolgen kann, wird durch die Bauform der Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 und der Nockenwelle (2) vorgegeben.
Befindet sich der Rollenstößel (4) z. B. auf dem Grundkreis des Pumpennockens (3), so erfolgt bei der Ansteuerung des Magnetventils (6) keine Einspritzung. D. h., der maximale Steuerbereich wird durch den Hub des Pumpennockens (3) (ca. 65,5° Nockenwellenwinkel) und der maximale Mengenbereich durch das entsprechende Verdrängungsvolumen im Hochdruckraum (5) bestimmt.
Funktion
Zunächst berechnet das Steuergerät Motormanagement (MR) die notwendige Einspritz- bzw. Fördermenge, die sie zur Regelung der Motordrehzahl benötigt. Dabei sind die Faktoren, die in die Berechnung und in die spätere Steuerung der Fördermenge einfließen, je nach Betriebs- und Lastzustand des Motors unterschiedlich.
Insbesondere beim Startvorgang, bei dem die Einspritzmenge unabhängig von der Fahrpedalstellung bestimmt wird, aber auch während des Fahrbetriebs kann die Fördermenge, z. B. über ein Rauchbegrenzungskennfeld, begrenzt werden, um einen erhöhten Rauchausstoß zu vermeiden.
Eine zusätzliche Höhenkorrektur verhindert ebenfalls, dass zu viel Kraftstoff eingespritzt wird und dadurch ein erhöhter Rauchausstoß entsteht. Die Höhenkorrektur passt die Abgasrückführrate, der Ansteuerungsbeginn sowie die Ansteuerungsdauer (Einspritzmenge) der Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 an, je nach den festgelegten Grenzwerten für das Luftverhältnis (Lambda).
Das Steuergerät Motormanagement (MR) berechnet die Fördermenge und den daraus resultierenden Förderwinkel (c) für jede Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 bis 6 (der Förderbeginn (a) wurde innerhalb der Spritzbeginnregelung bereits ermittelt). Daraufhin steuert das Steuergerät Motormanagement (MR) das jeweilige Magnetventil (6) in den Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6, deren Zylinder sich im Kompressionstakt befinden, an und leitet somit den Förderhub an dieser Einzeleinspritzpumpe Zylinder 1 bis 6 ein.
Die folgende Haltezeit des jeweiligen Magnetventils (6), d. h. die Zeit, in der das jeweilige Magnetventil (6) in den Einzeleinspritzpumpen Zylinder 1 bis 6 angesteuert wird, bestimmt die Fördermenge und somit die Einspritzdauer bzw. Einspritzmenge. Es wird so lange Kraftstoff in den Brennraum eingespritzt, bis das Steuergerät Motormanagement (MR) die Ansteuerung des jeweiligen Magnetventils (6) unterbricht und das Förderende (b) einleitet.
Referenzierte Dokumente
- gf0715g3013a Mengensteuerung Startvorgang Funktion
- gf0715g3015a Mengensteuerung im Schubbetrieb Funktion
- gf0715g3016a Mengensteuerung im Leerlauf Funktion
- gf0715g3017a Mengensteuerung bei Teillast/Volllast Funktion