D07.10-0082-79
Blockschaltbild |
A1 | Kombiinstrument | N127 | Steuergerät Antriebsstrang | |
B4/21 | Druck- und Temperatursensor Kraftstoff | Y62 | Kraftstoffinjektoren | |
B70/2 | Hallsensor Kurbelwelle | Y94 | Mengenregelventil | |
M3/6 | Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor | CAN C | Antriebs-CAN | |
M16/50 | Drosselklappensteller | CAN C1 | Motor-CAN | |
N3/36 | Steuergerät ME | CAN HMI | Benutzerschnittstelle-CAN | |
N73/8 | Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) | O | Option | |
N118/9 | Steuergerät Kraftstoffpumpe | S | Standard |
Funktionsvoraussetzung Kraftstoffversorgung allgemein
Klemme 87M EIN (Motormanagement EIN)
Klemme 15 EIN (Zündung EIN)
Kraftstoffversorgung allgemein
Die Kraftstoffversorgung stellt bei allen Betriebsbedingungen gefilterten Kraftstoff aus dem Kraftstoffbehälter in ausreichender Menge und mit ausreichendem Druck der Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) zur Verfügung.
Kraftstoffversorgung Funktionsablauf
Der Funktionsablauf der Kraftstoffversorgung ist in folgenden Punkten beschrieben:
Funktionsablauf Kraftstoff-Niederdruckkreislauf
Funktionsablauf Kraftstoff-Hochdruckkreislauf
Funktionsablauf Sicherheitskraftstoffabschaltung
Funktionsablauf Kraftstoff-Niederdruckkreislauf
Das Einschalten der Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) erfolgt, wenn ein Signal "Kraftstoffpumpe EIN" vom Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118/9) empfangen wird. Dieses Signal wird redundant vom Steuergerät ME (N3/36) als CAN-Signal über den Antriebs-CAN (CAN C) und als Massesignal gesendet.
Zusätzlich erhält das Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118/9) das CAN-Signal "Kraftstoff-Solldruck" vom Steuergerät ME (N3/36).
Das Steuergerät ME (N3/36) erfasst den aktuellen Kraftstoffdruck durch den Druck- und Temperatursensor Kraftstoff (B4/21) und sendet diese Information über den Antriebs-CAN (CAN C) zum Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118/9).
Das Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118/9) wertet den aktuellen Kraftstoffdruck aus, gleicht ihn mit dem Kraftstoff-Solldruck ab und steuert entsprechend die Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) so an, dass der Istdruck dem Solldruck entspricht.
Zur Ermittlung des Kraftstoff-Solldrucks (Kraftstoffbedarf) wertet das Steuergerät ME (N3/36) den Kraftstoffdruck und die Lastanforderung aus. Je nach Kraftstoffbedarf wird so, bei einem Kraftstoffvorförderdruck von ca. 4 bis 6,7 bar, die Kraftstoffförderleistung variabel von 0 bis 130 l/h geregelt.
Bei Ansteuerung saugt die Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) den Kraftstoff aus dem Kraftstofffördermodul und pumpt ihn durch den Kraftstofffilter zur Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) (Einleitungssystem, ohne Rücklaufleitung).
Das Überströmventil im Kraftstofffilter öffnet bei einem Kraftstoffdruck von ca. 7 bis 9 bar.
Im Zulauf des Kraftstofffilters befindet sich ein Rückschlagventil, das bei abgeschalteter Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) den Abbau des Kraftstoffvorförderdrucks (auf unter ca. 4,5 bar) verhindert.
Kraftstoff-Hochdruckkreislauf |
19 | Kraftstoff-Hochdruckpumpe |
19/1 | Mitnehmer (Antrieb) |
20 | Rail |
B4/21 | Druck- und Temperatursensor Kraftstoff |
Y62/31 | Kraftstoffinjektor Zylinder 1 |
Y62/32 | Kraftstoffinjektor Zylinder 2 |
Y62/33 | Kraftstoffinjektor Zylinder 3 |
Y62/34 | Kraftstoffinjektor Zylinder 4 |
Y94 | Mengenregelventil |
A | Kraftstoffzulauf vom Kraftstoffbehälter (Kraftstoffniederdruck) |
B | Kraftstoffzulauf zur Rail (Kraftstoffhochdruck) |
S07.02-4515-76
Funktionsablauf Kraftstoff-Hochdruckkreislauf
Im Kraftstoff-Hochdruckkreislauf wird der für die Direkteinspritzung erforderliche Kraftstoffdruck erzeugt, geregelt und in der Rail (20) gespeichert.
Das Steuergerät ME (N3/36) liest zur Regelung des Kraftstoffdrucks das Druck- und das Temperatursignal des Druck- und Temperatursensors Kraftstoff (B4/21) direkt ein.
Die Beschreibung des Kraftstoff-Hochdruckkreislaufs ist gegliedert in:
Kraftstoffförderung
Kraftstoffdruckregelung
Kraftstoffförderung
Die Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) verdichtet den Kraftstoff (je nach Betriebszustand) und leitet ihn über die Hochdruckleitung und die Rail (20) zu den Kraftstoffinjektoren (Y62).
An der Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) befindet sich ein Mengenregelventil (Y94), das bedarfs- und kennfeldabhängig die Menge des Kraftstoffs regelt, die dem Pumpenelement in der Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) zugeführt wird. Die Ansteuerung des Mengenregelventils (Y94) erfolgt über ein pulsweitenmoduliertes Signal des Steuergeräts ME (N3/36).
Kraftstoffdruckregelung
Der Druck- und Temperatursensor Kraftstoff (B4/21) erfasst den aktuellen Kraftstoffdruck sowie die Temperatur des Kraftstoffs in der Rail (20). Der Betriebsdruck beträgt ca. 200 bar.
Lediglich beim Fahrzeugstillstand wird der Druck auf 130 bar abgesenkt, um die Geräuschemission der Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) zu reduzieren.
Im Fall des Abstellens eines Fahrzeugs mit heißem Motor kann der Kraftstoffdruck auf bis zu 250 bar (+ 17 bar) im Kraftstoff-Hochdruckkreislauf ansteigen. Bei Erreichen dieser Schwelle öffnet ein Druckbegrenzungsventil in der Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) und der Druck wird abgebaut. Beim Starten des Motors fällt der Druck schnell auf den normalen Betriebsdruck.
Bei der Regelung des Kraftstoff-Hochdruckkreislaufs werden folgende Betriebszustände unterschieden:
Starten
Normalbetrieb
Niederdruck-Notlauf (Kraftstoffhochdruck wird nicht erreicht)
Abstellen
Starten
Mengenregelventil (Y94) ist bestromt und geschlossen, dadurch Vollförderung der Kraftstoff-Hochdruckpumpe (19) und schneller Druckaufbau.
Normalbetrieb
Mengenregelventil (Y94) regelt über das Tastverhältnis die zugeführte und benötigte Kraftstoffmenge.
Niederdruck-Notlauf (Kraftstoffhochdruck wird nicht erreicht)
Mengenregelventil (Y94) ist unbestromt und damit geöffnet.
Ansteuerung der Kraftstoffinjektoren (Y62) verlängert
Leistungsbegrenzung, maximale Geschwindigkeit ca. 70 km/h
Abstellen
Mengenregelventil (Y94) ist unbestromt und geöffnet.
Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) ist nicht angesteuert.
Die Hochdruck-Kraftstoffleitungen aus Edelstahl können nach Prüfung wieder verwendet werden. Nähere Informationen dazu sind in den Reparaturanleitungen zu finden.
Funktionsablauf Sicherheitskraftstoffabschaltung
Um die Verkehrs- und Insassensicherheit zu gewährleisten, findet eine Sicherheitskraftstoffabschaltung statt.
Das Steuergerät ME (N3/36) steuert die Sicherheitskraftstoffabschaltung auf Basis folgender Bauteile und Signale:
Hallsensor Kurbelwelle (B70/2), Motordrehzahl
Drosselklappensteller (M16/50), Drosselklappenstellung
Steuergerät Supplemental Restraint System (SRS) (N2/5), direktes Crash-Signal oder indirektes Signal über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI), Steuergerät EZS (N73/8), Fahrwerk-FlexRay (Flex E), Steuergerät Antriebsstrang (N127) und Motor-CAN (CAN C1)
Die Sicherheitskraftstoffabschaltung wird vom Steuergerät ME (N3/36) unter folgenden Bedingungen aktiviert:
Mechanischer Fehler im Drosselklappensteller
Fehlen des Motordrehzahlsignals
Crash-Signal
Mechanischer Fehler im Drosselklappensteller
Erkennt das Steuergerät ME (N3/36) durch Auswerten der Drosselklappenstellung einen mechanischen Fehler im Drosselklappensteller (M16/50), wird durch Abschalten der Kraftstoffinjektoren (Y62) die Motordrehzahl auf ca. 1200/min im Leerlauf und im Fahrbetrieb begrenzt.
Fehlen des Motordrehzahlsignals
Fehlt das vom Steuergerät ME (N3/36) generierte Motordrehzahlsignal, wird die Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) über das Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118/9) abgeschaltet.
Crash-Signal
Erhält das Steuergerät ME (N3/36) ein Crash-Signal vom Steuergerät Supplemental Restraint System (SRS) (N2/5), schaltet es die Kraftstoffpumpe mit Füllstandssensor (M3/6) über das Steuergerät Kraftstoffpumpe (N118/9) ab und steuert das Mengenregelventil (Y94) an, um die Kraftstoffanlage drucklos zu machen.
Referenzierte Dokumente
- gf0770d9998tsb Übersicht Systembauteile Benzin-Einspritz- und Zündsystem mit Direkteinspritzung