gf0700g2001mt

Startvorgang Funktion

Typ gf · Thema 07.00 · Version 0101 · 2018-08-07

Gültig für: Motor 470.9, 471.9, 473.9 im Typ 800.310/320

Einordnung

Funktionsgruppe 1 Motor › 07 Gemischaufbereitung › 07.00 Allgemeines — Baureihe 470 (Baumuster 9**) · Baureihe 471 (Baumuster 9**) · Baureihe 800 (Baumuster 310, 320)

Gilt auch für Motoren/Getriebe: 473 9**

GF07.00-G-2001MT

Startvorgang Funktion

07.08.2018

Motor

470.9, 471.9, 473.9 im Typ 800.310/320

Startvorgang Funktion

G07.16-3139-79

Dargestellt am Motor 471.9

A4

Steuergerät Motormanagement (MCM)

CAN 4

Antriebs-CAN

B600

Positionssensor Kurbelwelle

M1

Starter

B601

Positionssensor Nockenwelle

S600

Taste Motorstart und Motorstopp

B602

Temperatursensor Kraftstoff

Y608

Kraftstoffinjektor Zylinder 1

B606

Temperatursensor Kühlmittel Auslass

Y609

Kraftstoffinjektor Zylinder 2

B608

Druck- und Temperatursensor Ladeluft im Ladeluftrohr

Y610

Kraftstoffinjektor Zylinder 3

B611

Temperatursensor nach Luftfilter (nur bei Motorausführung Euro-VI-Norm)

Y611

Kraftstoffinjektor Zylinder 4

B617

Temperatursensor Ladeluft im Ladeluftverteiler

Y612

Kraftstoffinjektor Zylinder 5

B621

Differenzdrucksensor Abgasrückführung (AGR)

Y613

Kraftstoffinjektor Zylinder 6

B622

Drucksensor Rail

Y642

Mengenregelventil

B638

Drucksensor Kraftstofffiltermodul

Allgemeines

Der Startvorgang des Motors wird eingeleitet, wenn eine entsprechende Startanforderung über den Antriebs-CAN (CAN 4) vorliegt. Z. B. beim Starten des Motors durch entsprechende Betätigung der Taste Motorstart und Motorstopp (S600) oder über das Zündschloss.

Voraussetzungen

Spannungsversorgung (Kl. 30 und Kl. 15) am Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) vorhanden (Zündung eingeschaltet)

Elektronische Wegfahrsperre vom Fahrberechtigungssystem deaktiviert

Anlasssperre aufgehoben, d. h.:

Getriebe in Neutralstellung (nur bei Startanforderung über die Taste Motorstart und Motorstopp (S600))

Nebenabtrieb, sofern vorhanden, ausgeschaltet

Motor aus bzw. Motordrehzahl < 50/min

Funktion

Sind alle Voraussetzungen erfüllt und wird die Taste Motorstart und Motorstopp (S600) betätigt oder über den Antriebs-CAN (CAN 4) eine entsprechende Botschaft mit der Startanforderung empfangen, steuert das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) über ein Startervorschaltrelais das Einrückrelais des Starters (M1) an.

Der Starter (M1) setzt den Motor in Bewegung. Das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) prüft, ob der Starter (M1) den Motor mit einer vorgegebenen Mindestdrehzahl dreht.

Außerdem wartet es, bis es anhand der Signale des Positionssensors Kurbelwelle (B600) erkennt, wann sich der 1. und 6. Zylinder im oberen Totpunkt (OT) befinden.

Erst dann kann der Ansteuerungsbeginn für den Kraftstoffinjektor Zylinder 1 und 6 (Y608 und Y613), unter Berücksichtigung des momentanen Betriebszustands des Motors, berechnet werden.

Gleichzeitig ermittelt das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die zur Verbrennung erforderliche Einspritzmenge und veranlasst, dass diese durch entsprechende Ansteuerung des Mengenregelventils (Y642) und der Kraftstoffinjektoren Zylinder 1 und 6 (Y608 und Y613) zum richtigen Zeitpunkt in die Brennräume des 1. und 6. Zylinders eingespritzt wird.

Diese so genannte Doppelbefeuerung dient dazu, den Startvorgang zu beschleunigen. Sie wird so lange fortgeführt (anschließend folgen die Zylinder 5 und 2, 3 und 4, dann wieder 1 und 6, usw.), bis der Zünd-OT des 1. Zylinders unter Zuhilfenahme des Positionssensors Nockenwelle (B601) erkannt wird.

Liefert der Positionssensor Nockenwelle (B601) keine Impulse, so wird jeweils ein Teil der Doppelbefeuerung abgestellt, bis durch das Durchtauchen der Motordrehzahl, was dann geschieht, wenn sich ein Kolben nicht im Zünd-OT befindet, der Zünd-OT erkannt wird. Ist der Zünd-OT bekannt, dann läuft der Motor unverändert weiter. Aus Motorschutzgründen wird jedoch das Maximalmoment des Motors begrenzt. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, dass das Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) die Notlaufdrehzahl einregelt.

Ermittlung der Einspritzmenge:

Um einen sicheren Motorstart bei möglichst geringer Schadstoffemission zu erreichen, erfolgt die Ermittlung der Einspritzmenge unabhängig von der Fahrpedalstellung.

Die für den Startvorgang gewählte Einspritzmenge richtet sich dabei in erster Linie nach der Kühlmitteltemperatur, die vom Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) über den Temperatursensor Kühlmittel Auslass (B606) ermittelt wird.

Weitere Einflussgrößen für die Einspritzmenge während des Startvorgangs sind die momentane Motordrehzahl sowie die geografische Höhe, in der sich das Fahrzeug bzw. der Motor befindet.

Für die Bestimmung der Höhe befindet sich im Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) ein Atmosphärendrucksensor, über den der Luftdruck der Umgebungsluft ermittelt und die momentane Höhe des Fahrzeugs bzw. Motors abgeleitet werden kann.

Mit dieser in erster Linie temperaturabhängigen Starteinspritzmenge läuft der Motorstart an.

Springt der Motor mit der Starteinspritzmenge nicht an, so wird die Einspritzmenge kontinuierlich erhöht, bis der Motor anspringt oder der Grenzwert für die maximale Starteinspritzmenge erreicht ist. Diese wird dann so lange aufrechterhalten, bis die Ansteuerung des Starters (M1) entweder selbst oder nach einer bestimmten Zeit vom Steuergerät Motormanagement (MCM) (A4) unterbrochen wird, um den Starter (M1) vor mechanischer oder thermischer Überlastung zu schützen (Startzeitbegrenzung).

Springt der Motor an, während das Zündschloss oder die Taste Motorstart und Motorstopp (S600) noch betätigt werden, und erreicht er eine bestimmte Motordrehzahl, dann wird die Ansteuerung des Starters (M1) unterbrochen (Starterabwurfdrehzahl).

Das Ritzel wird aus dem Zahnkranz am Schwungrad zurückgezogen, während von der Startsteuerung der Einspritzmenge in die Leerlaufdrehzahlregelung übergegangen wird. Dieser Übergang wird auch als Startabwurf bezeichnet, der ausschließlich einen Wechsel der Berechnungsmethode zur Folge hat. Da die Kaltstartfähigkeit von Dieselmotoren, bei niedriger Außentemperatur durch den steigenden Durchdrehwiderstand des Motors, niedrigere Brennraumtemperaturen und ungünstigere Zerstäubungsbedingungen des Kraftstoffs begrenzt wird, erfolgt unter bestimmten Voraussetzungen eine Piloteinspritzung.

Diese trägt deutlich zu kürzeren Startzeiten, zu einem rascheren Motorrundlauf, zu einer besseren Gasannahme, zu einer geringeren Weißrauchemission, zu einem geringeren Schadstoffemission und zu einer geringeren Geräuschemission bei.

Ermittlung der Motordrehzahl und des Kurbelwellenwinkels Funktion

GF07.00-G-3001MT

Ermittlung des Kompressionstaktes am 1. Zylinder Funktion

GF07.00-G-3002MT

Ermittlung der Kraftstofftemperatur Funktion

GF07.04-G-3001MT

Ermittlung der Luftmasse Funktion

GF07.07-G-3001MT

Ermittlung der Kühlmitteltemperatur Funktion

GF07.16-G-4012MT

Kraftstoffversorgung Funktion

GF47.00-G-0002MT

Referenzierte Dokumente