07.2-110 Motor prüfen, einregulieren
Arbeits-Nr. der Arbeitstexte und Arbeitswerte bzw. Standardtexte und Richtzeiten 07-1100 |
Meßblatt | ausfüllen. |
Prüfgeräte (siehe Bild) | anschließen. |
Kühlmittelstand | prüfen, richtigstellen. |
Motorölstand | prüfen, dabei Ölzustand beachten (Sichtprüfung). |
Ölstand im automatischen Getriebe | prüfen. |
Luftfilter | aus-, einbauen. |
Regulierung | Leichtgängigkeit und Zustand prüfen, Lagerungen, Umlenkhebel, Kugelpfannen schmieren. |
Vollgasanschlag | vom Fahrfußhebel aus prüfen, einstellen. |
Batterie-, Ruhe- und Startspannung | prüfen. |
Zündspule: Spannung (Kl. 1 und 15) | prüfen. |
Abgleichstecker für 2 E-E Vergaser | Zuordnung (KAT/RÜF) prüfen. |
Motoröltemperatur | auf ca. 80 °C bringen. |
Zündzeitpunkt, Unterdruckgesamt- verstellung |
prüfen, einstellen. |
Zündzeitpunkt bei simulierten Drosselklappen- ansteller-Störfall |
prüfen. |
Oszilloskopbild | auswerten. |
Funktionsprüfung 2 E-E Vergaser | durchführen. |
2. Vergaserstufe | Vollöffnung prüfen. |
Schwimmerkammer-Belüftungsventil | prüfen. |
Ausgangsanlage | durch Abspritzen auf Dichtheit prüfen. |
Ansaugluftvorwärmung | prüfen, Klappenstellung (Sichtprüfung). |
Leerlaufdrehzahl | prüfen. |
Lambda-Regelung (KAT) | prüfen, einstellen. |
Leerlaufabgaswert (RÜF) | prüfen, einstellen. |
Prüf- und Einstellwerte
Zündzeitpunkt
Motor/ | Zündschaltgerät | Motordreh- | Zündzeitpunkt in ° KW vor OT 1) | ||
Ausführung | EZL | zahl | Abgleichstek- | ohne Unterdruck | mit Unterdruck |
Teil-Nr. | 1/min | kerstellung | |||
102.922 | 004 545 79 32 | 3200 | S | 22-26 | 38-42 |
102.924 KAT/RÜF | 004 545 81 32 006 545 40 32 | N | 15-19 | ||
006 545 41 32 | Leerlauf | S und N | 11-15 | 11-15 | |
006 545 52 322) | 3200 | S | 19-23 | 38-42 | |
006 545 53 322) | N | 14-18 | |||
Leerlauf | S und N | 11-15 | 11-15 | ||
1) Bei Abweichung Zündanlage prüfen (15-540).
2) Zündschaltgerät mit Ströfallschaltung bei Drosselklappenansteller-Fehlern.
Leerlauf
Motor | Ausführung | Leerlaufdrehzahl 1/min | Leerlaufabgas- wert % CO (RÜF) | Lambda-Regelung Regelbereich % |
102.922 | RÜF | 700-800 | 1,50,5 | - |
102.924 | KAT | 1) | 5010 | |
1) Bei Abgassonderuntersuchung (ASU) 0,5 %.
Batteriespannungen
Ruhespannung | 12,2 Volt |
Startspannung mindestens | 10 Volt |
Spannungen an der Zündspule (bei stehendem Motor und eingeschalteter Zündung)
Klemme 15 gegen Masse | Batteriespannung |
Zwischen Klemme 1 und Klemme 15 | 0 Volt |
Vordrosselsteller (VD)
Prüfbedingung: Kühlmitteltemperatur +20 °C (simuliert mit Prüfwiderstand) Zündung: Ein |
Vordrosselspalt |
max. 1,5 mm |
Sonderwerkzeuge
Handelsübliche Prüfgeräte
Drehzahlmesser | |
Motortester mit Oszilloskop | z. B. Firma Bosch, |
Lambda-Regelungstester | z. B. Firma Hermann, L 115 |
Multimeter | z. B. Firma Sun, DMM-5 |
CO-Meßgerät | |
Hinweis
Kurbelgehäuseentlüftung zur Leerlaufeinstellung nicht abziehen!
Der Leerlauf darf nicht bei zu heißem Motor,
z. B. sofort nach scharfer Fahrt oder nach einer Leistungsmessung auf dem Leistungsprüfstand, einreguliert werden.
Einregulieren
1 Meßblatt ausfüllen.
2 Prüfgeräte anschließen:
Motortester mit Oszilloskop
CO-Meßgerät
Lambda-Regelungstester
Ölfernthermometer
3 Kühlmittelstand prüfen, richtigstellen.
4 Motorölstand prüfen, dabei Ölzustand beachten (Sichtprüfung).
5 Ölstand im automatischem Getriebe prüfen.
6 Klimaanlage bzw. Klimatisierungsautomatik ausschalten. Wählhebel in Stellung "P" bringen.
7 Luftfilter abnehmen.
Vor Abnehmen des Luftfiltergehäuses Mutter (Pfeil) abschrauben.
8 Reguliergestänge und Drosselklappe auf Leichtgängigkeit und Zustand prüfen. Sämtliche Lagerstellen und Kugelpfannen schmieren.
9 Regulierungseinstellung prüfen, korrigieren. Drosselklappenanstellerstößel ganz einziehen (Schubabschaltungsposition!). Dazu Schlauch an Belüftungsanschluß des Drosselklappenanstellers abklemmen. Motor laufenlassen und wieder abstellen.
Regulierstange (1) und Kugelkopf (2) aushängen. Der Regulierhebel soll nun am Anschlag (Pfeil) anliegen und das Spiel an der Mitnehmer-Druckfeder aufgehoben sein. (Wenn nicht, Regulierungsgrundeinstellung durchführen 30-300.)
Liegt Regulierhebel am Anschlag an, Regulierstange (1) einhängen und so einstellen, daß der Leerweg (Pfeile) ca. 0,2 mm beträgt.
1 Regulierstange 1. Ausführung
Bei Regulierstange 2. Ausführung (Flachstange), Regulierstange so einstellen, daß die Bohrung in der Regulierstange 1/2 sichtbar ist.
Regulierstange 2. Ausführung
Vollgasanschlag einstellen
Dazu Fahrpedal bei Fahrzeugen mit mecha-
nischem Getriebe ganz, bei Fahrzeugen mit
automatischem Getriebe bis zum Anschlag am
Kick-down-Schalter durchtreten
(Kick-down-Schalter nicht betätigen).
Der Drosselklappenhebel (27) muß jetzt am
Vollgasanschlag (28) anliegen, ggf. Bowdenzug
mit der Einstellschraube (21) einstellen.
10 Tempomateinstellung prüfen, korrigieren.
Bei ganz eingezogenem Stößel des Drosselklappenanstellers Verbindungsstange (1) am Vergaser aushängen. Hebel des Stellgliedes bis zum Anschlag in Richtung Motor drücken.
Verbindungsstange (1) nun so einstellen, daß zum Einhängen der Hebel des Stellgliedes
ca. 1 mm vom Motor zurückgezogen werden muß.
Tempomat
M16 Stellglied Tempomat
1 Verbindungsstange
3 Kugelkopf
Klemme am Schlauch des Belüftungsventils vom Drosselklappenansteller abnehmen.
11 Steuerdruck-Bowdenzug einstellen (automatisches Getriebe).
Dazu Motor im Leerlauf laufenlassen. Kugelpfanne (2) aushängen, ganz zurückschieben, dann wieder vorziehen, bis geringer Widerstand spürbar wird.
Die Kugelpfanne muß sich nun spannungsfrei am Kugelkopf einhängen lassen, ggf. Einstellschraube (22) verstellen.
12 Batterie-Ruhe- und Startspannung prüfen.
a) Batterie-Ruhespannung
Voltmeter unter Beachtung der Polarität an Batterie anschließen und Spannung ablesen. Sollwert: 11-14 Volt.
b) Batterie-Startspannung
Schutzstecker 102 589 02 21 00, auf Diagnose-Steckdose stecken, oder Stecker für Positionsgebersignal am Zündschaltgerät abziehen.
Starter betätigen und dabei Spannung ablesen.
Sollwert: mindestens 10 Volt.
Schutzstecker abnehmen.
13 Spannungen an Zündspule prüfen.
Bei stehendem Motor Zündung einschalten. An Buchse 5 der Diagnosesteckdose (3) die Spannung, Klemme 15 gegen Masse prüfen.
Sollwert: Batteriespannung.
Zwischen Buchse 4 und 5 der Diagnosesteckdose (3) die Spannungsdifferenz zwischen Klemme 15 und Klemme 1 prüfen.
Sollwert: 0 Volt.
(Bei Sollwertabweichung als Erweiterung Zündanlage prüfen 15 -540).
14 Abgleichstecker (Pfeil) für 2 E-E Vergaser prüfen.
KAT-Fahrzeuge= Stecker mit Aufschrift "KAT"
RÜF-Fahrzeuge= Stecker mit Aufschrift "ECE"
15 Motoröltemperatur auf ca. 80 °C bringen.
16 Zündzeitpunkt und Unterdruckgesamtverstellung prüfen (15 -515).
Dabei auch Zündzeitpunkt bei simulierter Drosselklappenansteller-Störung prüfen.
Dazu bei ausgeschalteter Zündung Unterdruckschlauch am Evakuierungsanschluß (92) des Drosselklappenanstellers abziehen. Motor im Leerlauf laufenlassen und Zündzeitpunkt prüfen.
Sollwert: ca. 12° nach OT
Unterdruckschlauch im Leerlauf wieder aufstecken und Zündzeitpunkt prüfen.
Sollwert: 11-15° vor OT.
Bei Sollwertabweichung als Erweiterung Prüfschritt 14 (07.2-114, Abschnitt "I") durchführen.
17 Oszilloskopbild auswerten (15-525).
18 Funktionsprüfung 2 E-E Vergaser durchführen.
Dazu bei ausgeschalteter Zündung mit Prüfwiderstand 2,5 kW +20 °C Kühlmitteltemperatur simulieren.
Zündung einschalten und Vordrosselspalt (Pfeile) prüfen.
Sollwert: max. 1,5 mm.
Bei Sollwertabweichung als Erweiterung Prüfschritt 1-4 (07.2-114 Abschnitt "I") durchführen.
19 2. Vergaserstufe auf Vollöffnung prüfen. Dazu Vollgas geben, sobald Drehzahl auf 4000-5000/min angestiegen ist, beide Vergasermischkammern mit Hand soweit zuhalten, daß Motor noch mit ca. 2500/min läuft.
Die Betätigungsstange (89) muß ganz eingezogen werden, (ggf. Unterdruckversorgung sowie Dichtheit der Unterdruckdose (3) prüfen).
Drosselklappenbetätigung 1. und 2. Stufe
80 | Drehfeder |
81, 82 | Kunststoffstück (für Verriegelung und Zwangsrücknehmer 2. Stufe) |
83 | Betätigungshebel für Tempomat |
84 | Leerlaufanschlagschraube |
87 | Betätigungshebel 2. Stufe (mit Mitnehmergabel) |
88 | Drehfeder |
89 | Betätigungsstange |
3 | Membrandose 2. Stufe |
9 | Vergasergehäuse |
27 | Drosselklappenhebel 1. Stufe |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
46 | Drosselklappe 2. Stufe |
78 | Anschlagschraube (Drosselklappen-Grundeinstellung 1. Stufe) |
79 | Anschlag für Schubbetrieb |
20 Schwimmerkammerbelüftungsventil prüfen.
Dazu Kupplung (Pfeil) bei eingeschalteter Zündung abziehen und wieder aufstecken, dabei muß das Schaltgeräusch vom Ventil hör- bzw. fühlbar sein.
Schlauch für Schwimmerkammer-Belüftung am Aktivkohlebehälter abziehen und am Schlauch saugen.
Zündung: Ein, es darf kein Durchgang sein.
Zündung: Aus, es muß Durchgang sein.
Bei Sollwertabweichung als Erweiterung Abhilfe nach Prüfschritt 13 (07.2-114, Abschnitt "I") durchführen.
21 Ansauganlage durch Abspritzen mit Iso-Oktan DIN 51 756 oder Waschbenzin auf Dichtheit prüfen.
Zum Abspritzen keinen handelsüblichen Kraftstoff verwenden (gesundheitsschädliche Dämpfe). Feuergefährlichkeit beachten und nicht auf glühende Teile oder Teile der Zündanlage spritzen.
Saugrohrundichtheit liegt vor wenn:
a) bei KAT-Fahrzeugen der Zeiger vom Lambda-Regelungstester nach links geht.
b) bei RÜF-Fahrzeugen der Leerlaufabgaswert steigt.
22 Leerlaufdrehzahl prüfen.
Bei Sollwertabweichung als Erweiterung Prüfschritte nach Fehlersuchtabelle 07.2-114, Abschnitt G durchführen.
23 Leerlaufabgaswert bei RÜF-Fahrzeugen bzw. Lambda-Regelung bei KAT-Fahrzeugen prüfen, einstellen.
RÜF-Fahrzeuge
Leerlaufabgaswert am Auspuff-Endrohr prüfen.
KAT-Fahrzeuge
Lambda-Regelung prüfen.
Wählhebelschalter am Lambda-Regelungstester auf 100 % stellen.
Im Leerlauf Regelbereich ablesen. Zeiger soll um den Einstellwert 50 % nach beiden Seiten gleich pendeln.
Leerlaufabgaswert bzw. Lambda-Regelung einstellen.
Dazu Sicherungsstopfen mit Auszieher (028) herausziehen und durch Verdrehen der Gemisch-Einstellschraube (Pfeil) Leerlaufabgaswert bzw. Lambda-Regelung einstellen.
Hineindrehen=magerer = Lambda-Anzeige
steigt.
Herausdrehen=fetter = Lambda-Anzeige
fällt.
Bei konstanter Tastverhältnisanzeige, Tabelle "Fehleranzeige über Tastverhältnis, mögliche Fehlerursachen, Abhilfe nach Prüftabelle" unbedingt beachten (07.2-114, Abschnitt "F").
Nach dem Einstellen neuen Sicherungsstopfen (blau) mit Eindrückdorn (029) eindrücken Luftfilter aufbauen.
Wählhebel in Fahrstellung einlegen, Klimaanlage bzw. Klimatisierungsautomatik einschalten. Servolenkung voll einschlagen, dabei muß der Motor durchlaufen.
24 Ansaugluftvorwärmung prüfen.
a) Ansauglufttemperatur unter ca.+20 °C
Durch Sichtprüfung in den Anschlußstutzen (12) feststellen ob die Luftklappe (9) die "Kaltluftzufuhr" (Pfeil A) ganz sperrt.
b) Ansauglufttemperatur über ca.+30 °C
Durch Sichtprüfung in den Anschlußstutzen (12) feststellen, ob die Luftklappe (9) die "Kaltluftzufuhr" (Pfeil A) ganz freigibt.
(Bei Sollwertabweichung bzw. Funktionsstörungen Thermoelement (5) erneuern.)
Luftklappe in Stellung "Warmluft"
11 | Ansaugrohr |
12 | Anschlußstutzen für Warmluftschlauch |
13 | Kompensationsbohrung mit Luftführungsrohr |
A | Kaltluftzufuhr |
B | Warmluftzufuhr |
5 | Thermoelement |
6 | Regelstange |
7 | Druckfeder |
8 | Druckfeder |
9 | Luftklappe |
10 | Luftfilter |
Luftklappe in Stellung "Kaltluft"
11 | Ansaugrohr |
12 | Anschlußstutzen für Warmluftschlauch |
13 | Kompensationsbohrung mit Luftführungsrohr |
A | Kaltluftzufuhr |
B | Warmluftzufuhr |
5 | Thermoelement |
6 | Regelstange |
7 | Druckfeder |
8 | Druckfeder |
9 | Luftklappe |
10 | Luftfilter |
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