07.2-090 Aufbau- und Funktionsbeschreibung
A. Allgemeines
Vergaser-Bezeichnung 2 E-E
2=zwei Stufen
E=Baureihe
E=Elektronisch gesteuert
B. Kurzbeschreibung
Der 2 E-E Vergaser ist ein Fallstrom-Registervergaser mit zwei Stufen bekannter Bauart, der aber in seinem Grundaufbau wesentlich vereinfacht ist. Die herkömmlichen Steuereinrichtungen für Start-, Warmlauf- und Beschleunigungsanreicherung, sowie die Leerlaufabschaltventile sind entfallen.
Die Funktionen der entfallenen Steuereinrichtungen werden von zwei Stellgliedern, dem Vordrosselsteller (Y22/1) und dem Drosselklappenansteller (Y22/2) übernommen, die von einem elektronischen Steuergerät mit Microprozessor (Kennfeldsteuerung) angesteuert werden.
2 E-E Vergaser
3 | Membrandose 2. Stufe |
6 | Vordrossel |
8 | Vergaserdeckel |
9 | Vergasergehäuse |
28 | Nadelsteuerung Leerlaufluftdüse |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y18 | Schwimmerkammerbelüftungsventil |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
Der Vergaser ist in seiner Grundabstimmung der Düsensysteme den Bedürfnissen des betriebswarmen Motors auf der Magerseite angepaßt. Die weitere Gemischzusammensetzung erfolgt durch Anreicherung.
Bei Ausfall der elektronischen Gemischregelung ist ein guter Notlauf gewährleistet.
Der Vordrosselsteller ist ein Elektromotor mit sehr hoher Verstellgeschwindigkeit, er schließt bzw. öffnet die Vordrossel und paßt damit das Gemisch den jeweiligen Betriebsbedingungen an.
Im Leerlauf und leerlaufnahen Bereich wird das Gemisch über eine Leerlaufluft-Korrekturnadel beeinflußt, die auch vom Vordrosselsteller betätigt wird. Darüber hinaus dient der Vordrosselsteller zur Betätigung der Kraftstoffabschaltung, wenn die zulässige Motorhöchstdrehzahl überschritten wird.
Der Drosselklappenansteller ist ein elektropneumatischer Steller, er regelt die Motordrehzahl im Leerlauf, bei Kaltstart und Warmlauf. Die Kraftstoffabschaltung bei Schubbetrieb und Motorstop erfolgt ebenfalls durch den Drosselklappenansteller.
Bei Katalysatorbetrieb mit O2-Sonde sorgt ein geschlossener Regelkreis (O2-Sonde, Steuergerät, Vordrossel und Nadelsteuerung der Leerlaufluftdüse) für eine genaue Einhaltung der Gemischzusammensetzung um Lambda=1.
Um ein Überlaufen des Vergasers durch Fallbenzin zu vermeiden, ist die Kraftstoffpumpe durchlaufsicher ausgelegt und im Kraftstoffrücklaufschlauch am Vergaser ein Rückschlagventil eingebaut.
Funktionsschema 2 E-E Vergaser mit Lambda-Regelung
a | Ansteuerung Relais (K3) Saugrohrbeheizung |
b | Leerlaufsignal für Schaltgerät EZL (N1/2) |
c | Lambda-Meßsignal (Diagnose X11) |
f | Motordrehzahlsignal (TD) |
g | Einschaltsignal Klimakompressor |
h | Einschaltsignal Fahrstellung (automatisches Getriebe) |
i | Abgleichsteckersignal (KAT bzw. RÜF) |
k | Kühlmitteltemperatursignal für Schaltgerät (N1/2) |
B11/2 | Temperaturfühler Kühlmittel (EZL/KE/2 E-E) |
G3/2 | O2-Sonde, beheizt |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
R8 | Saugrohrbeheizung |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
6 | Vordrossel |
8 | Vergaser |
11 | Luftfilter |
14 | Saugrohr |
17 | Katalysator |
Katalysator- oder Rückrüst-Fahrzeuge sind mit einer Kraftstoffverdunstungsanlage versehen. Die Kraftstoffdämpfe aus dem Kraftstoffbehälter und der Schwimmerkammer werden in einem Aktivkohlebehälter gespeichert und dem Motor dosiert zugeführt (siehe Funktion Schwimmerkammerbelüftung, Abschnitt H).
Funktionsschema Kraftstoffverdunstungsanlage
1 Vergaser
36a Thermoventil 50 °C, rot
52 Aktivkohlebehälter (Kraftstoffbehälter)
52/1 Aktivkohlebehälter (Schwimmerkammer),
Einsatz einfließend
53 Regenerierventil
A Absauganschluß
B Zum Kraftstoffbehälter
C Unterdruckanschluß
D Einsatz einfließend
C. Bauteile, Bauteilanordnung
R8 | Saugrohrbeheizung |
R8/1 | Vergaserbeheizung 2 E-E |
R19 | Abgleichstecker 2 E-E |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y18 | Schwimmerkammerbelüftungsventil |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
B11/2 | Temperaturfühler Kühlmittel (EZL/KE/2 E-E) |
G3/2 | O2-Sonde, beheizt |
K1/1 | Relais Überspannungsschutz 87E, 7polig |
K3 | Relais Saugrohrbeheizung |
N6 | Steuergerät Kompressorabschaltung |
N15 | Relais Kick-down-Abschaltung |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
Bauteile 2 E-E Vergaser
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y18 | Schwimmerkammerbelüftungsventil |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
3 | Membrandose 2. Stufe |
B11/2 | Temperaturfühler Kühlmittel (EZL/KE/2 E-E) |
G3/2 | O2-Sonde, beheizt |
K1/1 | Relais Überspannungsschutz 87E, 7polig |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
R19 | Abgleichstecker 2 E-E |
Vergaserdeckel
Er ist demontierbar und enthält folgende Teile:
Vorzerstäuber 1. und 2. Stufe.
Hauptdüsensysteme 1. und 2. Stufe
(43, 44).
Leerlaufsystem mit nadelgesteuerter Leerlaufluftdüse.
Schwimmersystem (Hohlraumschwimmer).
Schwimmerkammer-Belüftungsventil.
Vordrossel (VD).
Kraftstoffzu- und Rücklaufstutzen. Im Zulaufstutzen ist ein Filtersieb eingebaut.
Vollastanreicherungsrohr 2. Stufe, kalibriert.
Übergangssystem 2. Stufe.
Kraftstoffabschaltung.
Schwimmergehäuse
Es enthält die beiden Drosselklappen der 1. und 2. Stufe, sowie Unterdruckanschlüsse für die Kraftstoffverdunstungsanlage und des automatischen Getriebes.
Anordnung Unterdruckanschlüsse
4 Anschluß für automatisches Getriebe
24 Steueranschluß für Regenerierventil der Kraftstoffverdunstungsanlage (weißer Ring)
26 Absauganschluß für Kraftstoffverdunstungsanlage (brauner Ring)
Drosselklappenansteller
Er hat folgende Aufgaben:
Motordrehzahlregulierung bei Start- und Warmlauf.
Leerlaufdrehzahlregelung.
Kraftstoffabschaltung in Schubbetrieb.
Motorstop.
Y22/2 Drosselklappenansteller
92 Evakuierungsanschluß
93 Belüftungsanschluß
Der Drosselklappenansteller ist ein elektropneumatischer Steller mit zwei elektromagnetischen Ventilen, einer Membrane, einem Flachbahn-Potentiometer und einem Stößel. Das Potentiometer erfaßt die jeweilige Stellung des Stößels, dieses Signal wird dem elektronischen Steuergerät eingegeben. Durch Be- bzw. Entlüften des Membranraumes wird die vorgesehene Motordrehzahl erreicht. | Durch Be- bzw. Entlüften des Membranraumes wird die vorgesehene Motordrehzahl erreicht. Die Ansteuerung der beiden elektromagnetischen Ventile erfolgt durch das elektronische Steuergerät. Im Belüftungsanschluß (atmosphärische Seite) ist ein Filter und im Evakuierungsanschluß (Unterdruckseite) ein Rückschlagventil eingebaut. |
Vordrosselsteller
Er hat folgende Aufgaben:
Betätigung der Vordrossel und der Leerlaufluft-Korrekturnadel.
Motorhöchstdrehzahl-Begrenzung durch Kraftstoffabschaltung.
Der Vordrosselsteller (Y22/1) ist ein Drehmomentmotor mit hoher Verstellgeschwindigkeit (für 90° Winkeländerung ca. 30 Millisekunden).
Er betätigt die Vordrossel über eine Stange. Durch die Vordrossel wird das Mischungsverhältnis in allen Betriebsbereichen gesteuert, außer im Leerlauf und leerlaufnahen Bereich.
Der Vordrosselsteller wird mit einer Grundfrequenz von 100 Hz angesteuert. Durch Veränderung der Stromstärke (Tastverhältnis) ergibt sich die Stellung der Vordrossel.
Nadelsteuerung der Leerlaufluftdüse
Sie hat folgende Aufgabe:
Gemischanpassung im Leerlauf- und leerlaufnahen Bereich durch Verändern der Leerlauf-Korrekturluftmenge.
6 Vordrossel
29 Betätigungshebel für Nadelsteuerung
30 Leerlaufluftdüse
31 Korrekturnadel-Leerlaufluft
32 Druckfeder
33 Mischrohr
34 Leerlaufkraftstoffdüse
35 Betätigungshebel für Kraftstoffabschaltung
61 Betätigungsstange für Kraftstoffabschaltung
Die Nadelsteuerung ist mit der Vordrossel gekoppelt. Aufgrund des geringen Luftdurchsatzes im Leerlauf- und leerlaufnahen Bereich ist eine Gemischsteuerung über das Hauptdüsensystem nicht möglich. | In diesen Bereichen erfolgt die Gemischsteuerung durch eine mehr oder weniger in die Leerlaufluftdüse eintauchende Korrekturnadel, welche die Leerlaufluftmenge beeinflußt. |
Drosselklappenpotentiometer
Es hat die Aufgabe, folgende Informationen zu erfassen und sie in das elektronische Steuergerät einzugeben:
Stellung der Drosselklappe 1. Stufe über Drosselklappenwinkel (Lasterkennung).
Geschwindigkeit der Drosselklappenwinkelveränderung beim Beschleunigen (geringe oder starke Beschleunigungsanreicherung).
Drehrichtung der Drosselklappe zur Erkennung, ob Beschleunigung oder Verzögerung bzw. Schubbetrieb.
Leerlaufsignalerkennung für Zündanlage und elektronische Leerlaufdrehzahlregelung.
Das Drosselklappenpotentiometer (R24) ist ein Drehpotentiometer mit integrierter Rückdrehfeder, das mit der Drosselklappenwelle der 1. Stufe durch eine lose aufgesteckte Hülsenkupplung verbunden ist. |
Elektronisches Steuergerät
Das Steuergerät (45) ist in Digitaltechnik unter Verwendung eines Microprozessors aufgebaut. Im Steuergerät sind zwei Gemischkennfelder gespeichert, für Betrieb ohne bzw. mit Lambda-Regelung. Das Steuergerät ist im Aggregateraum vorn rechts in Batterienähe eingebaut.
N45 Steuergerät 2 E-E Vergser
K1/1 Relais Überspannungsschutz 87E, 7polig
N6 Steuergerät Kompressorabschaltung
N15 Relais Kick-down-Abschaltung
Das Steuergerät übernimmt folgende Funktionen: Start- und Warmlaufgemischsteuerung Leerlaufdrehzahlregelung Beschleunigungsanreicherung Kennfeldsteuerung Schubabschaltung Motorstop Lambda-Regelung Saugrohr- und Bypaßbeheizung Motorhöchstdrehzahlbegrenzung Störfallschaltung der Zündung bei Drosselklappenansteller-Fehlern. Steuergerät-Eingangssignale Kühlmitteltemperatur. Motordrehzahl (TD-Signal). Position und Bewegungsablauf der Drosselklappe über Drosselklappenpotentiometer. Stößelposition vom Drosselklappenansteller über Potentiometer des Drosselklappenanstellers. |
Gangerkennung bei automatischem Getriebe über Startsperrschalter. Klimakompressor-Einschaltsignal über Steuergerät Klimakompressor. Lambda-Signal über O2-Sonde. Abgleichstecker-Erkennung (KAT- oder ECE-Kennfeldstecker). Steuergerät-Ausgangssignale Vordrosselsteller. Drosselklappenansteller. Leerlaufsignal für Schaltgerät der Zündanlage. Lambda-Meßsignal für Diagnose-Steckdose. Saugrohr- und Bypaßheizung. Störfallsignal für Zündschaltgerät bei Drosselklappenansteller-Fehlern. |
Relais Überspannungsschutz (K1/1)
Es schützt das elektronische Steuergerät vor Überspannungen. Der Überspannungsschutz ist im Aggregateraum vorn rechts in Batterienähe eingebaut, an der Oberseite ist eine 10-Ampere Sicherung angeordnet.
Temperaturfühler Kühlmittel
Die Temperaturfühler (Pfeil) erfassen die Kühlmitteltemperatur. Ein Fühler übermittelt seine Daten an das elektronische Steuergerät des 2 E-E Vergasers, der andere an das Schaltgerät der Zündanlage.
Abgleichstecker für elektronisches Steuergerät 2 E-E Vergaser
Zur Aktivierung der zwei im Steuergerät gespeicherten Gemischkennfelder (KAT- oder ECE-Kennfeld) sind zwei verschiedene Abgleichstecker erforderlich.
Für Katalysator-Fahrzeuge, Abgleichstecker mit Aufschrift "KAT" bzw. bei Rückrüst-Fahrzeugen, Abgleichstecker mit Aufschrift "ECE". Der Abgleichstecker ist verplombt.
Abgleichstecker für Rückrüst-Fahrzeuge
(RÜF) mit Aufdruck "ECE"
Abgleichstecker für Katalysator-
Fahrzeuge (KAT) mit Aufdruck "KAT"
Grundeinstellung der Abgleichstecker Die Grundeinstellung des Abgleichsteckers für das elektronische Steuergerät bei Katalysator- oder Rückrüst-Fahrzeugen ist Stellung "1". |
Durch die restlichen Zwischenstellungen des Abgleichsteckers bis "7" kann eine individuelle Anpassung der Gemischkennfelder bei Beanstandungen vorgenommen werden (siehe Prüf- und Einstellarbeiten 07.2-114). |
O2-Sonde Aufbau- und Funktionsbeschreibung der O2-Sonde siehe Gruppe 14. | Funktionsbeschreibung |
D. Funktionsschema 2 E-E Vergaseranlage mit Lambda-Regelung
a | Ansteuerung Relais (K3) Saugrohrbeheizung |
b | Leerlaufsignal für Zündschaltgerät (N1/2) |
c | Lambda-Meßsignal (Diagnose, X11) |
f | Motordrehzahlsignal (TD) |
g | Einschaltsignal Klimakompressor |
h | Einschaltsignal Fahrstellung (automatisches Getriebe) |
i | Abgleichsteckersignal (KAT bzw. RÜF) |
B11/2 | Temperaturfühler Kühlmittel (EZL/KE/2 E-E) |
G3/2 | O2-Sonde, beheizt |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
R8 | Saugrohrbeheizung |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
6 | Vordrossel |
8 | Vergaser |
11 | Luftfilter |
14 | Saugrohr |
17 | Katalysator |
E. Blockschaltbild 2 E-E Vergaseranlage
Zündstartschalter (S2/1), Klemme (15)
Steuer-
gerät
2 E-E
Vergaser
(N45)
Temperaturfühler Kühlmittel (B11/2)
Drosselklappenpotentiometer (R24)
O2-Sonde beheizt (G3/2)
Startsperr-Rückfahrlichtschalter (S16/1)
Steuergerät Kompressorabschaltung (N6)
Relais Überspannungsschutz (K1/1), Klemme (30a), Klemme 87L (15)
Masse, Batterie (W10)
Masse, Motor (W11)
Schaltgerät elektro-nische Zündung (EZL)
Drosselklappenan-steller (Y22/2)
Abgleichstecker (R19)
(2 E-E)
Spannungsversorgung
Batterie (+) Klemme (30) vom Leitungsverbinder (X35)
Masseversorgung
Kühlmitteltempe-
ratursignal
TD-Signal (Motordrehzahl)
Drosselklappenwinkel
Stößelposition (Drehzahlregelung)
KAT bzw. RÜF Erkennungssignal
Fahrstellungssignal (automatisches Getriebe)
O2-Sondensignal
Klimaanlage Einschaltsignal
Drosselklappenansteller (Y22/2) steuert:
Motordrehzahl-
regelung (Start-
Warmlauf, Leerlauf)
Kraftstoff-Schub-
abschaltung
Motorstop
Vordrosselsteller (Y22/1)
steuert:
Vordrossel zur Ge-
mischanpassung an
jeweiligen Betriebs-
zustand
Kraftstoffabschal-
tung zur Höchst-
drehzahlbegrenzung
Leerlauferkennung für
Schaltgerät elektroni-
sche Zündung (N1/2 )
Signal für Störfallschal-
tung bei Drosselklappen-
ansteller-Fehlern
Ansteuerung Relais (K3)
Saugrohr+Bypaßbe-
heizung
Lambda-Meßsignal für
Diagnosedose (X11)
F. Vergaserschnittbild
44 | Hauptdüse 2. Stufe |
45 | Verschlußplatte für Kraftstoffabschaltung |
46 | Drosselklappe 2. Stufe |
47 | Bypaßschlitz 2. Stufe |
48 | Vorzerstäuber 2. Stufe |
49 | Vollastanreicherungsrohr 2. Stufe |
50 | Mischrohr Übergangssystem 2. Stufe |
51 | Luftkorrekturdüse mit Mischrohr 2. Stufe |
52 | Luftkorrekturdüse mit Mischrohr 1. Stufe |
53 | Vorzerstäuber 1. Stufe |
54 | Eingriffsicherung |
55 | Übergangskraftstoffdüse 2. Stufe |
73 | Übergangsgemischkanal 2. Stufe |
74 | Kraftstoffzulaufkanal Übergangssystem 2. Stufe |
75 | Luftbohrung Übergangssystem 2. Stufe |
76 | Entlastungsbohrung (übergang 2. Stufe) |
77 | Entlastungsbohrung (Vollastanreicherungsrohr) |
R8/1 | Vergaserbeheizung 2 E-E |
6 | Vordrossel |
8 | Vergaserdeckel |
9 | Vergasergehäuse |
29 | Betätigung für Nadelsteuerung (Leerlaufkorrekturluft) |
30 | Leerlaufluftdüse |
31 | Korrekturnadel Leerlaufluft |
32 | Druckfeder |
33 | Mischrohr für Leerlaufgemisch |
34 | Leerlaufkraftstoffdüse |
38 | Vergaserdeckeldichtung |
39 | Leerlaufgemisch-Einstellschraube |
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
41 | Leerlaufgemischaustritt |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
43 | Hauptdüse 1. Stufe |
G. Schwimmereinrichtung/Kraftstoffabschaltung
Schwimmereinrichtung/Kraftstoffabschaltung
59 | Schwimmerachse |
60 | Schwimmeranschlag |
61 | Betätigungsstange |
62 | Druckfeder |
63 | Kanal |
64 | Einstellschraube-Umluft (vom Hersteller justiert) |
65 | Eingriffsicherung |
6 | Vordrossel |
22 | Kraftstoffzulaufstutzen |
23 | Kraftstoffrücklaufstutzen |
35 | Hebel |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
45 | Verschlußplatte |
56 | Schwimmer |
57 | Schwimmernadelsitz |
58 | Schwimmernadel |
Schwimmereinrichtung Die Schwimmereinrichtung arbeitet nach bereits bekanntem Prinzip. Die Schwimmernadel (58) wird vom Schwimmer "zwangsgeöffnet", ein Hängenbleiben der Schwimmernadel wird damit vermieden. Durch den Anschlag (60) ist der Schwimmerfreigang nach unten begrenzt. |
Der Schwimmerstand ist durch die Einpreßtiefe des Schwimmernadelsitzes gegeben, deshalb nicht einstellbar. |
Kraftstoffabschaltung (Motorhöchstdrehzahl-Begrenzung) Das elektronische Steuergerät erhält das Motordrehzahlsignal über Buchse 25. Bei Überschreiten einer Motordrehzahl von 615050/min wird im Steuergerät die Stromflußrichtung für den Vordrosselsteller umgekehrt (Umpolung!), die Vordrossel (6) öffnet und geht in senkrechte Stellung. |
Über Hebel (35), Betätigungsstange (61) wird nun die Verschlußplatte (45) gegen den Düsenstock gezogen, die weitere Kraftstoffzufuhr aller kraftstofführenden Systeme ist damit gesperrt. Fällt die Motordrehzahl unter ca. 6100/min, setzt die Kraftstoffzufuhr wieder ein. |
H. Schwimmerkammerbelüftung
Schwimmerkammerbelüftung
68 | Ventilplatte |
69 | Druckfeder |
Y18 | Schwimmerkammerbelüftungsventil |
37 | Außenbelüftungsanschluß |
67 | Innenbelüftungskanal (zur Luftfilter-Reinluftseite) |
Bei ausgeschalteter Zündung ist das Schwimmerkammerbelüftungsventil (Y18) stromlos und schaltet auf "Außenbelüftung". Die Kraftstoffdämpfe werden über den Außenbelüftungsanschluß (37) ins Freie oder in einen Aktivkohlebehälter geleitet und dort gespeichert. Bei laufendem Motor werden die gespeicherten Kraftstoffdämpfe abgesaugt und verbrannt. | Bei eingeschalteter Zündung erhält das Schwimmerkammerbelüftungsventil (Y18) Strom, der Magnet zieht an, das Ventil schaltet auf "Innenbelüftung", es besteht eine Verbindung zwischen Schwimmerkammer und Luftfilter-Reinluftseite. |
I. Start
Kaltstart
43 | Hauptdüse 1. Stufe |
52 | Luftkorrekturdüse 1. Stufe |
53 | Vorzerstäuber 1. Stufe |
70 | Leerlaufgemischkanal |
71 | Leerlaufkraftstoffkanal |
6 | Vordrossel |
32 | Druckfeder |
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
41 | Leerlaufgemischaustritt |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
Am Steuergerät Buchse 1 liegt konstant Spannung an (über Klemme 30a Batterie+), auch bei ausgeschalteter Zündung. Die Vordrossel (6) ist durch die Kraft der Druckfeder (32) ganz geöffnet. Beim Einschalten der Zündung erhält das Steuergerät über Buchse 13 (=Klemme 15 Zündung) zusätzlich Spannung, wird aktiviert und steuert einen mit 100 Hz getakteten Strom an den Vordrosselsteller. | Die Vordrossel geht etwas in Schließstellung. Der Stößel des Drosselklappenanstellers ist ganz ausgefahren und hat die Drosselklappe (42) in Startstellung gebracht. |
Startvorgang Kühlmitteltemperatur >+20 °C Beim Starten erhält das Steuergerät über Buchse 25 Drehzahlsignale (TD-Signale) und steuert einen von der Motortemperatur und dem im Steuergerät gespeicherten Gemischkennfeld bestimmten Strom an den Vordrosselsteller. Das Kühlmitteltemperatursignal wird über Buchse 21 in das Steuergerät eingegeben. Der am Vordrosselsteller anliegende Strom schließt nun die Vordrossel bis auf eine bestimmte Stellung (Startstellung). Nach dem Anspringen erkennt das Steuergerät über Buchse 25 (TD-Signal) Motorselbstlauf, verringert den Strom, und die Vordrossel geht bis auf die entsprechende Warmlauf-Kennfeldstellung zurück. | Startvorgang Kühlmitteltemperatur <+18 °C Unterhalb +18 °C Kühlmitteltemperatur erhält der Vordrosselsteller beim Einschalten der Zündung sofort einen relativ hohen Strom, die Vordrossel (6) wird ganz geschlossen, um ein sofortiges Anspringen des Motors auch bei tiefen Temperaturen zu gewährleisten. Nach dem Anspringen (Motorselbstlauf) verringert sich der am Vordrosselsteller anliegende Strom und die Vordrossel geht bis auf die entsprechende Warmlauf-Kennfeldstellung zurück. |
Wiederholstart Beim Wiederholstart schließt die Vordrossel entsprechend der jeweiligen Kühlmitteltemperatur, und der Stößel des Drosselklappenanstellers geht wieder in Startstellung. | Zwangsöffnung der Vordrossel Ist das Startgemisch beim Kaltstart überfettet, kann die Vordrossel durch Vollgasgeben elektrisch ganz geöffnet werden, das Startgemisch magert ab. |
J. Warmlauf
Warmlauf
43 | Hauptdüse 1. Stufe |
52 | Luftkorrekturdüse 1. Stufe |
53 | Vorzerstäuber 1. Stufe |
70 | Leerlaufgemischkanal |
71 | Leerlaufkraftstoffkanal |
6 | Vordrossel |
30 | Leerlaufluftdüse |
31 | Korrekturnadel Leerlaufluft |
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
41 | Leerlaufgemischaustritt |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
Damit bei Kühlmitteltemperaturen <+18 °C nach dem Anspringen das Gemisch nicht zu fett wird, erhält der Vordrosselsteller nach Über- schreiten der Anlaßdrehzahl (=Selbstlauf) über das Steuergerät weniger Strom, die Vordrossel (6) öffnet etwas, das Gemisch wird auf das Warmlaufgemisch abgemagert. Gleichzeitig wird beim Hochlauf nach Über- schreiten der Leerlauf-Solldrehzahl (bei -20 °C ca. 1000/min) die Leerlaufdrehzahl- regelung gestartet (Funktion Leerlauf- drehzahlregelung siehe Abschnitt "L"). | Der Drosselklappenansteller wird nun über das Steuergerät aktiviert und zieht den Stößel soweit zurück, bis eine der Kühlmitteltemperatur entsprechende Leerlaufdrehzahl erreicht ist. |
Das Warmlaufgemisch wird im Leerlauf und leerlaufnahen Bereich durch die vordrosselpositionsabhängige Nadelsteuerung der Leerlaufkorrekturluft beeinflußt. | Bis zum Erreichen der Motorbetriebstemperatur wird das Warmlaufgemisch entsprechend dem im Steuergerät gespeicherten Warmlaufgemisch-Kennfeld in Abhängigkeit der Kühlmitteltemperatur gesteuert. Bei Motorbetriebstemperatur steht die Vordrossel nicht senkrecht, sie ist in Schließstellung angestellt. |
K. Leerlauf, Nadelsteuerung Leerlaufkorrekturluft
Leerlauf
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
41 | Leerlaufgemischaustritt |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
43 | Hauptdüse 1. Stufe |
70 | Leerlaufgemischkanal |
71 | Leerlaufkraftstoffkanal |
72 | Reserve Leerlauf |
6 | Vordrossel |
30 | Leerlaufluftdüse |
31 | Korrekturnadel Leerlaufluft |
32 | Druckfeder |
33 | Mischrohr (Leerlaufsystem) |
34 | Leerlaufkraftstoffdüse |
39 | Leerlaufgemisch-Einstellschraube |
Bis auf geringe Unterschiede, die nachfolgend beschrieben sind, ist die Wirkungsweise des Leerlaufsystems gleich wie bei bisherigen Vergasern.
Nadelsteuerung Leerlaufkorrekturluft
6 Vordrossel
29 Hebel
30 Leerlaufluftdüse
31 Korrekturnadel Leerlaufluft
32 Druckfeder
33 Mischrohr
34 Leerlaufkraftstoffdüse
35 Betätigungshebel Kraftstoffabschaltung
61 Betätigungsstange Kraftstoffabschaltung
Nadelsteuerung Leerlaufkorrekturluft
Das Leerlaufgemisch wird durch Querschnittveränderung der Leerlaufluftdüse (30) mittels der Korrekturnadel (31) beeinflußt.
Entsprechend dem im Steuergerät gespeicherten Leerlauf-Kennfeld wird die Vordrossel (6) in eine bestimmte Position gedreht. Damit steht die Korrekturnadel (31), die mit der Vordrossel fest verbunden ist, ebenfalls in einer vorgegebenen Stellung.
L. Elektronische Leerlaufdrehzahlregelung
Bei der Leerlaufdrehzahlregelung wird nach einem im Steuergerät gespeicherten Kennfeld die Ist-Leerlaufdrehzahl fortwährend mit der Soll-Leerlaufdrehzahl verglichen. Motordrehzahlabweichungen von >40/min werden mit dem Drosselklappenansteller (Y22/2) korrigiert. Die Leerlauferkennung wird aus dem Potentiometer-Signal des Drosselklappenanstellers und dem Signal des Drosselklappenpotentiometers gebildet. Die Leerlaufdrehzahl wird abhängig von der Kühlmitteltemperatur, Wählhebel in Fahrstellung eingelegt bei automatischem Getriebe oder Kältekompressor eingeschaltet, | über den gesamten Temperaturbereich auf einem bestimmten Niveau konstant gehalten.Die Gangerkennung bei automatischem Getriebe erfolgt über Buchse 16 des Steuergerätes und Klemme 50 des Startsperrschalters. Die Kältekompressor- "Ein-Erkennung" erfolgt über Buchse 19 des Steuergerätes. Nach dem Anspringen des Motors ist die Motordrehzahl kurzzeitig etwas höher. |
Elektronische Leerlaufdrehzahlregelung
a | Ansteuerung Relais (K3) Saugrohrbeheizung |
b | Leerlaufsignal für Zündschaltgerät (N1/2) |
c | Lambda-Meßsignal (Diagnose, X11) |
d | Kühlmitteltemperatursignal |
e | O2-Sondensignal |
f | Motordrehzahlsignal (TD) |
g | Einschaltsignal Klimakompressor |
h | Einschaltsignal Fahrstellung (automatisches Getriebe) |
i | Abgleichsteckersignal (KAT bzw. RÜF) |
B11/2 | Temperaturfühler Kühlmittel (EZL/KE/2 E-E) |
G3/2 | O2-Sonde, beheizt |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
6 | Vordrossel |
11 | Luftfilter |
12 | Vergaser |
Wird die Soll-Leerlaufdrehzahl überschritten, erhält das "Evakuierungsventil" (96) über Stecker 3 des Drosselklappenanstellers vom Steuergerät (N45) Buchse 9 Stromimpulse. Das Ventil öffnet, der Motorunterdruck wirkt im Membranraum, der Stößel (101) wird soweit zurückgezogen, bis die Soll-Leerlaufdrehzahl erreicht ist. | Wird die Soll-Leerlaufdrehzahl unterschritten, erhält das "Belüftungsventil" (97) über Stecker 8 des Drosselklappenanstellers vom Steuergerät (N45) Buchse 3 Stromimpulse. Der Membranraum wird belüftet, der Stößel (101) fährt soweit aus, bis die Soll-Leerlaufdrehzahl erreicht ist. |
M. Hauptdüsensystem 1. Stufe und Beschleunigung
Übergang auf Hauptdüsensystem 1. Stufe und Beschleunigung
41 | Leerlaufgemischaustritt |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
43 | Hauptdüse 1. Stufe |
52 | Luftkorrekturdüse mit Mischrohr 1. Stufe |
53 | Vorzerstäuber 1. Stufe |
R8/1 | Vergaserbeheizung 2 E-E |
6 | Vordrossel |
30 | Leerlaufluftdüse |
31 | Korrekturnadel Leerlaufluft |
34 | Leerlaufkraftstoffdüse |
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
Das Beschleunigungs-Gemischkennfeld ist im Steuergerät gespeichert. Die Gemischanreicherung beim Beschleunigen erfolgt durch definiertes Schließen der Vordrossel (6) in Abhängigkeit von Kühlmitteltemperatur, Motordrehzahl, Drosselklappenwinkel und Drosselklappen-Öffnungsgeschwindigkeit. Die zwei letztgenannten Einflußgrößen werden vom Drosselklappenpotentiometer erfaßt und dem Steuergerät über die Buchsen 7, 11, 18 eingegeben. Bei langsamer Beschleunigung wird die Beschleunigungsanreicherung nicht wirksam, die Übergangsanreicherung bis zum Einsatz der Hauptdüse geschieht ausschließlich über das Schlitz-Bypaßsystem (40). | Beim Beschleunigen wird je nach Intensität der Beschleunigung (Geschwindigkeit der Winkeländerung am Drosselklappenpotentiometer) der Vordrosselsteller mit mehr oder weniger Strom vom Steuergerät angesteuert. Beschleunigung stark = großer Strom, Vordrossel schließt mehr Beschleunigung gering = kleiner Strom, Vordrossel schließt weniger Der Unterdruck in der Mischkammer erhöht sich, über Leerlauf-, Bypaß- und Hauptdüsensystem wird nun Kraftstoff gefördert. Nach Beendigung des Beschleunigungsvorganges geht die Vordrossel verzögert wieder in eine Stellung, die dem Gemischkennfeld für konstanten Betrieb entspricht. |
N. Bypaßbeheizung
Um Vereisungen des Bypaßsystems bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit zu vermeiden, wird das Bypaßsystem mit einem PTC-Heizelement beheizt.
Beim Anlassen erhält das Heizelement Spannung. Bei ca.+60 °C Kühlmitteltemperatur, gesteuert vom Steuergerät, wird die Heizung abgeschaltet. Elektrisch ist das Heizelement parallel zur Saugrohrbeheizung geschaltet.
O. Teillast und Übergang auf Hauptdüsensystem 2. Stufe
Teillast und Übergang auf Hauptdüsensystem 2. Stufe
55 | Übergangskraftstoffdüse 2. Stufe |
73 | Übergangsgemischkanal 2. Stufe |
74 | Kraftstoffzulaufkanal Übergangssystem 2. Stufe |
76 | Entlastungsbohrung |
6 | Vordrossel |
46 | Drosselklappe 2. Stufe |
47 | Bypaßschlitz 2. Stufe |
50 | Mischrohr Übergangssystem 2. Stufe mit Belüftung |
Teillast Die Steuerung des Gemisches bei konstantem Betrieb im Teillastbereich erfolgt über ein im Steuergerät gespeichertes Gemischkennfeld. Die Informationen Kühlmitteltemperatur, Motordrehzahl, Drosselklappenwinkel bzw. Drosselklappenstillstand werden ständig vom Steuergerät abgefragt. |
Entsprechend diesen Daten wird aus dem Gemischkennfeld ein Strom ermittelt und an den Vordrosselsteller gegeben. Die Vordrossel nimmt eine entsprechende Stellung ein. |
Übergang auf Hauptdüsensystem 2. Stufe Die Drosselklappe (46) der 2. Stufe wird abhängig vom Öffnungswinkel der Drosselklappe der 1. Stufe, sowie vom Luftdurchsatz, über die Membrandose (3) der 2. Stufe mit Unterdruck betätigt. |
Das Hebelsystem ist so ausgelegt, daß die 2. Stufe erst nach 2/3 geöffneter Drosselklappe der 1. Stufe progressiv öffnet. Beim Schließen der Drosselklappe 1. Stufe wird die 2. Stufe zwangsweise mechanisch über den Hebel (81) geschlossen (Zwangsrücknahme!). |
Drosselklappenbetätigung
1. und 2. Stufe
3 Membrandose 2. Stufe
9 Vergasergehäuse
27 Drosselklappenhebel
1. Stufe
42 Drosselklappe 1. Stufe
46 Drosselklappe 2. Stufe
78 Anschlagschraube
(Drosselklappen-
Grundeinstellung
1. Stufe)
79 Anschlag für Schub-
betrieb
80 Drehfeder
81, Kunststoffstück (für
82 Verriegelung und
Zwangsrücknehmer
2. Stufe)
83 Betätigungshebel für
Tempomat
84 Leerlaufanschlag-
schraube
87 Betätigungshebel
2. Stufe (mit
Mitnehmergabel)
88 Drehfeder
89 Betätigungsstange
Um einen verzögerungsfreien Übergang von der 1. Stufe bis zum Einsetzen des Hauptdüsensystems der 2. Stufe zu gewährleisten, ist unterhalb der Drosselklappe 2. Stufe (46) ein Bypaßschlitz (47) angeordnet. Beim Öffnen der Drosselklappe 2. Stufe wird über die Übergangskraftstoffdüse (55), Mischrohr (50) und Kanal (73) Kraftstoffgemisch gefördert (siehe Abschnitt "O"). | Die Korrekturluft strömt über die Bohrung im Mischrohr (50) ein. Damit bei heiß abgestelltem Motor kein Kraftstoff aus dem Bypaßschlitz nachläuft, hat das Mischrohr eine Entlastungsbohrung (76). |
P. Vollast
Vollast
48 | Vorzerstäuber 2. Stufe |
49 | Vollastanreicherungsrohr 2. Stufe |
53 | Vorzerstäuber 1. Stufe |
77 | Entlastungsbohrung |
6 | Vordrossel |
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
46 | Drosselklappe 2. Stufe |
47 | Bypaßschlitz 2. Stufe |
Bei Vollast wird die Vordrossel vom Vordrosselsteller in eine fast senkrechte Stellung gebracht. Ab einer mittleren Motordrehzahl sind beide Hauptdüsensysteme in Funktion. Bei höherem Luftdurchsatz wird zusätzlich noch über das Vollastanreicherungsrohr (49) Kraftstoff abgesaugt (maximale Leistung!).
Um zu vermeiden, daß bei heiß abgestelltem Motor Kraftstoff aus dem Vollastanreicherungsrohr nachtropft, ist eine Entlastungsbohrung (77) angeordnet.
Q. Schubbetrieb und Motorstop
Schubbetrieb und Motorstop
41 | Leerlaufgemischaustritt |
42 | Drosselklappe 1. Stufe |
6 | Vordrossel |
40 | Bypaßschlitz 1. Stufe |
Schubabschaltung
Bei voller Gasrücknahme wird oberhalb einer Schub-Drehzahlschwelle vom Steuergerät Schubbetrieb erkannt, und die Drosselklappe der 1. Stufe (42) wird vom Drosselklappenansteller verzögert soweit geschlossen, bis der Leerlaufgemischaustritt (41) und der Bypaßschlitz (40) im atmosphärischen Bereich liegen. Die Kraftstofförderung aus dem Leerlauf- und Bypaßsystem ist unterbrochen.
Schubabschaltung ist in Funktion, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: Motordrehzahl höher als Schub-Drehzahlschwelle, z. B.: bei betriebswarmem Motor: > 1400/min bei mechanischem Getriebe > 1100/min bei automatischem Getriebe Schubbetrieb (Gaspedal nicht betätigt!). Über Buchse 2 wird das Drosselklappenpotentiometer (R24) vom Steuergerät Buchse 18 mit einer Spannung von ca. 5 Volt angesteuert. Durch Widerstandsänderung am Drehpotentiometer erkennt das Steuergerät die Position (Winkelstellung) der Drosselklappe und durch Drehrichtungsänderung am Potentiometer, daß Gas weggenommen wird. | Sobald das Gaspedal ganz losgelassen wird, liegt der Drosselklappenhebel (27) am Stößel (101) des Drosselklappenanstellers (Y22/2) an. Das Steuergerät (N45) erkennt nun aus den beiden Potentiometer-Signalen (Drosselklappenansteller- und Drosselklappenpotentiometer) Leerlauf mit Schubbetrieb. Die Schubabschaltung tritt in Funktion. |
Schubbetrieb und Motorstop
c | Lambda-Meßsignal (Diagnose, X11) |
d | Kühlmitteltemperatursignal |
e | O2-Sondensignal |
f | Motordrehzahlsignal (TD) |
g | Einschaltsignal Klimakompressor |
h | Einschaltsignal Fahrstellung (automatisches Getriebe) |
i | Abgleichsteckersignal (KAT bzw. RÜF) |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
6 | Vordrossel |
a | Ansteuerung Relais (K3) Saugrohrbeheizung |
b | Leerlaufsignal für Zündschaltgerät (N1/2) |
Das Evakuierungsventil (96) erhält über Buchse 3 vom Steuergerät Buchse 9 Spannung. Der Membranraum wird nun etwas verzögert mit Unterdruck beaufschlagt, der Stößel (101) wird ebenfalls verzögert (Schließdämpfung!) so weit zurückgezogen, bis der Leerlaufgemischaustritt (41) und der Bypaßschlitz (40) im atmosphärischen Bereich liegen. Die Kraftstofförderung ist damit unterbrochen. Beim Unterschreiten der Wiedereinsatzdrehzahl von 1400/min bzw. 1100/min wird die Schubabschaltung aufgehoben und die Leerlaufdrehzahlregelung in Funktion gesetzt, der Motor erhält wieder Kraftstoff. Motorstop (Nachlaufsicherung) Beim Ausschalten der Zündung wird die Buchse 13 des Steuergerätes (=Klemme 15 Zündung) stromlos, das Steuergerät erkennt "Motorstop" und steuert über Buchse 9 nach einer Zeitfunktion das Evakuierventil (96) über den Drosselklappenansteller Stecker 3 an. Das Ventil öffnet für ca. 3 Sekunden, und der Membranraum wird mit Unterdruck beaufschlagt. Der weitere Funktionsablauf ist gleich wie bei Schubabschaltung (Evakuierungsventil). | Die Einzugsdauer des Stößels (101) beträgt einige Sekunden (Zeitfunktion), damit wird ein Nachlaufen (Nachdieseln) sicher verhindert. Nach Ablauf der Einzugsdauer wird das Belüftungsventil (97) für einige Sekunden über Stecker 8 des Drosselklappenanstellers vom Steuergerät Buchse 3 angesteuert und der Membranraum belüftet. Der Stößel geht nun wieder ganz nach vorn in Startstellung. Motorstop-Funktion bei Fahrzeugen mit Steuergerät 006 545 51 32 (großes Fehlererkennungsprogramm). Wird beim Abstellen des Motors der Stößel (101) des Drosselklappenanstellers (Y22/2) nicht eingezogen (Motorstop), wird dies vom Steuergerät (N45) über das Drosselklappenansteller-Potentiometersignal erkannt. Um ein Nachlaufen des Motors zu verhindern, wird dann wie bei der Motorhöchstdrehzahl-Begrenzung, der Vordrosselsteller (Y22/2) für ca. 3 Sekunden mit Strom umgekehrter Polarität angesteuert und durch die Verschlußplatte (45) die Kraftstoffeinfuhr zu sämtlichen Kraftstoffdüsen gesperrt. (Weitere Funktion, siehe Motorhöchstdrehzahl-Begrenzung). |
R. Motorhöchstdrehzahl-Begrenzung
Motorhöchstdrehzahl-Begrenzung (Kraftstoffabschaltung)
61 | Betätigungsstange |
62 | Druckfeder |
6 | Vordrossel |
35 | Betätigungshebel |
45 | Verschlußplatte |
Beim Überschreiten der zulässigen Motorhöchstdrehzahl von 6150 50/min erhält der Vordrosselsteller vom Steuergerät Buchse 10 und 12 Strom umgekehrter Polarität. Die Vordrossel (6) wird in senkrechte Stellung gedreht, der Betätigungshebel (35), die Betätigungsstange (61) und die Verschlußplatte (45) für den Düsenstock werden nach oben gezogen. Die Verschlußplatte sperrt damit die Kraftstoffzufuhr aller kraftstofführenden Systeme, die Motordrehzahl sinkt wieder.
Beim Unterschreiten einer Motordrehzahl von 6100/min setzt die Kraftstoffzufuhr wieder ein.
S. Lambda-Regelung (KAT-Fahrzeuge)
a | Ansteuerung Relais (K3) Saugrohrbeheizung |
b | Leerlaufsignal für Zündschaltgerät (N1/2) |
c | Lambda-Meßsignal (Diagnose, X11) |
f | Motordrehzahlsignal (TD) |
g | Einschaltsignal Klimakompressor |
h | Einschaltsignal Fahrstellung (automatisches Getriebe) |
i | Abgleichsteckersignal (KAT bzw. RÜF) |
k | Kühlmitteltemperatursignal für Zündschaltgerät (N1/2) |
B11/2 | Temperaturfühler Kühlmittel (EZL/KE/2 E-E) |
G3/2 | O2-Sonde, beheizt |
N45 | Steuergerät 2 E-E Vergaser |
R8 | Saugrohrbeheizung |
R24 | Drosselklappenpotentiometer |
Y22/1 | Vordrosselsteller |
Y22/2 | Drosselklappenansteller |
6 | Vordrossel |
8 | Vergaser |
11 | Luftfilter |
14 | Saugrohr |
17 | Katalysator |
Das im elektronischen Steuergerät (N45) gespeicherte Lambda-Gemischkennfeld wird durch den Abgleichstecker mit Aufschrift "KAT" aktiviert. Das Kennfeld ist auf Lambda=1 ausgelegt. Die Lambda-Regelung ist bei folgenden Betriebszuständen nicht in Funktion: Start bei Kühlmitteltemperaturen <+17 °C. Die Regelung setzt dann erst bei ca.+70 °C ein. Start bei Kühlmitteltemperatur zwischen +17 °C bis +30 °C. Die Regelung wird für ca. eine Minute blockiert. Beim Beschleunigen, solange die Beschleunigungsanreicherung aktiviert ist. Bei Schubbetrieb. Bei Vollast. Bei den oben genannten Betriebszuständen schaltet die Elektronik (Steuergerät) auf "gesteuerten Betrieb", die Regelung wird unterdrückt. Es werden dann nur fest im Steuergerät gespeicherte Daten zur Steuerung verwendet, die abhängig sind von den verschiedenen Parametern (Kühlmitteltemperatur, Motordrehzahl, Drosselklappenstellung, Geschwindigkeit der Winkeländerung an der Drosselklappe). | Die Signale der O2-Sonde werden über Buchse 8 in das Steuergerät eingegeben. Bei fettem Gemisch (l=<1) erhält das Steuergerät eine Spannung > 450 Millivolt, bei magerem Gemisch eine Spannung < 450 Millivolt. Das O2-Sondensignal wird im Steuergerät umgesetzt, der Vordrosselsteller erhält mehr oder weniger Strom. Die Vordrossel öffnet oder schließt nur solange, bis das Mischungsverhältnis immer um Lambda 1 pendelt. Erst dieses Pendeln der Gemischzusammensetzung um Lambda 1 ermöglicht, daß die drei Schadstoffe CO, HC, und NOx im Dreiwege-Katalysator optimal reduziert werden. |
T. Steuergerät mit Fehlererkennung
Seit September 1987 (Bosch-Fertigungsdatum 748, Bild) erhielten diese Fahrzeuge ein Steuergerät mit Fehlererkennung. Fehlerhafte Eingangssignale werden vom Steuergerät erkannt und an den Lambda-Meßausgang der Diagnosedose weitergeleitet. Von dort kann die Fehlermeldung mit dem Lambda-Regelungstester abgenommen werden.
Für die Tastverhältnismessung gilt: Motor im Leerlauf, Motoröltemperatur ca. 80 °C und Katalysator auf Betriebstemperatur.
Ab September 1988 wird ein Steuergerät mit erweiterter Fehlererkennung eingebaut.
Erkennungsmerkmale für Steuergeräte mit Fehlererkennung a) 1. Ausführung Der angeschlossene Lambda-Regelungstester zeigt bei laufendem Motor und abgezogenem Stecker Temperaturfühler Kühlmittel 30% an. b) 2. Ausführung Der angeschlossene Lambda-Regelungstester zeigt bei eingeschaltener Zündung 70% an. Das Steuergerät mit Fehlererkennung überwacht folgende Signale bzw. Teile: Drosselklappenpotentiometer. Drosselklappenansteller-Potentiometer und Fehlfunktionen (Undichtheit, Ventilkleber). Kühlmitteltemperatursignal. O2-Sondensignal. Motordrehzahlsignal (TD). Drosselklappenansteller-Elektromagnetspulen. Ansteuerleitung für Relais Saugrohrbeheizung. Ansteuerleitung für Zündschaltgerät bei Drosselklappenansteller-Störfall. Abgleichstecker für Steuergerät |
Fehleranzeige über Tastverhältnis, mögliche Fehlerursachen, Abhilfe nach Prüftabelle (siehe 07.2-114, Abschnitt "F"). |
U. Störfallschaltung der Zündung bei Fehlern am Drosselklappenansteller
Allgemeines Bei Fehlern am Drosselklappenansteller des Vergasers gibt das Steuergerät des 2 E-E Ver- gasers an das Zündschaltgerät ein Störfallsignal. Serieneinsatz: 09/88 Der Zündzeitpunkt wird dadurch abhängig von der Kühlmitteltemperatur und der Motordrehzahl bis auf maximal 12° nach OT zurückgenom- men. Die Zurücknahme des Zündzeitpunktes erfolgt nur, wenn der Drosselklappenhebel am Stößel des Drosselklappenanstellers anliegt. Die Störfallschaltung wird aktiviert bei: Fehler am Drosselklappenansteller-Potentio- meter oder der elektrischen Leitungen (Unter- brechung/Kurzschluß). Fehler am Evakuierungs- bzw. Belüftungsventil (Kleben der Ventile, Un- dichtheit). Bei Kurzschluß an den Drosselklappenan- steller-Ventilen oder den elektrischen Leitungen. | Die Störfallschaltung wird unterdrückt: Im Fahrbetrieb, sobald der Drosselklappenhebel den Stößel vom Drosselklappenansteller nicht mehr berührt, von ihm abhebt (Teillast, Be- schleunigung, Vollast). Darüber hinaus, wenn der Drosselklappenansteller-Stößel im leer- laufnahen Bereich hängen bleibt, um den Motor- lauf zu stabilisieren. Funktionsbeschreibung a) Normalbetrieb: Bei fehlerfreiem Betrieb des Motors schaltet das Steuergerät des 2 E-E Ver- gasers über Buchse 15 den Stecker 4 vom Zündschaltgerät auf Masse, die Spannung sinkt auf <0,5 Volt. b) Störfallbetrieb: Liegt ein Fehler vor, wird die Masse im Steuergerät des Vergasers unter- brochen, die Spannung steigt auf 11-14 Volt, und der Zündzeitpunkt wird kühl- mitteltemperaturabhängig bis auf maximal 12° nach OT zurückgenommen. |
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