Funktionsvoraussetzung allgemein
Keine Über- oder Unterspannung
(Betriebsspannungsbereich U 7 17,5 V)
Fahrlichtansteuerung allgemein
Die Fahrlichtansteuerung umfasst alle Funktionen, die der optimalen Ausleuchtung der Fahrbahn während des Fahrbetriebs dienen.
Während der Fahrlichtansteuerung ist die Standlichtansteuerung aktiv, die in einem separaten Dokument beschrieben ist.
Die Funktion Fahrlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Funktionsablauf automatische Leuchtweitenregulierung (LWR)
Die Fahrlichtansteuerung wird entsprechend der Stellung des Schalters Außenbeleuchtung (S1) ausgeführt. Das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn (N10/1) liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt (spannungscodiert) ein.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abblendlichtansteuerung
Klemme 15 Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM vorn.
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Durch Drehen des Schalters Außenbeleuchtung in die Stellung "manuelles Fahrlicht" wird die Abblendlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung ein und steuert das Spannungsversorgungsmodul Xenon-Licht links (E1n4) an der Leuchteinheit vorn links (E1) und das Spannungsversorgungsmodul Xenon-Licht rechts (E2n4) an der Leuchteinheit vorn rechts (E2) an.
Zusätzlich sendet das Steuergerät SAM vorn die Anforderung "Abblendlicht Kontrollleuchte Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument (A1), das daraufhin die Kontrollleuchte Abblendlicht (A1e67) ansteuert.
Das Spannungsversorgungsmodul Xenon-Licht links steuert die Xenon-Lampe mit integriertem Zündgerät links (E1e10) und das Spannungsversorgungsmodul Xenon-Licht rechts die Xenon-Lampe mit integriertem Zündgerät rechts (E2e10) an.
Nach dem Zünden der Xenon-Lampe steuert das jeweilige Spannungsversorgungsmodul Xenon-Licht die Brennspannung der Xenon-Lampe.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Fernlichtansteuerung
Für Funktion Fernlicht: Klemme 15 und Abblendlicht Ein
Für Funktion Lichthupe: Klemme 15R Ein
Funktion Adaptiver Fernlicht-Assistent nicht aktiv
(Ab 01.06.2012 bei Code 608 (Adaptiver Fernlicht-Assistent))
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM vorn.
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Die Funktion Fernlichtansteuerung umfasst folgende Unterfunktionen:
Funktionsablauf Fernlicht
Funktionsablauf Lichthupe
Funktionsablauf Fernlicht
Durch Drücken des Kombischalters (S4) nach vorn wird die Fernlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät SAM vorn.
Das Steuergerät SAM vorn empfängt die Schalterstellung des Kombischalters, generiert daraus die Anforderung "Fernlicht Ein" und aktiviert die Fernlichtansteuerung.
Fernlichtansteuerung bei Fahrzeugen bis 31.05.2012:
Das Steuergerät SAM vorn steuert folgende Bauteile in den Leuchteinheiten vorn an:
Magnetspule Fernlicht links (E1I1)
Magnetspule Fernlicht rechts (E2I1)
Durch das Ansteuern der Magnetspulen Fernlicht werden die Blenden, die die Lichtkegel der Xenon-Lampen teilweise abdecken, weggeklappt und der gesamte Lichtstrahl zur Ausleuchtung der Fahrbahn frei gegeben.
Fernlichtansteuerung bei Fahrzeugen ab 01.06.2012:
Das Steuergerät SAM vorn sendet die Schalterstellung des Kombischalters über Frontbereich-CAN (CAN G) an das Steuergerät Scheinwerfer (N71/1). Das Steuergerät Scheinwerfer steuert daraufhin folgende Bauteile in den Leuchteinheiten vorn über Scheinwerfer-LIN an:
Stellmotor Lichtverteilung links (E1m3)
Stellmotor Lichtverteilung rechts (E2m3)
Die Walzen, die die Lichtkegel der Xenon-Lampen teilweise abdecken, werden weggedreht und somit der gesamte Lichtstrahl zur Ausleuchtung der Fahrbahn frei gegeben.
Zusätzlich sendet das Steuergerät SAM vorn die Anforderung "Fernlicht Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument, das daraufhin die Kontrollleuchte Fernlicht (A1e3) ansteuert.
Funktionsablauf Lichthupe
Der Funktionsablauf und der Signalfluss der Funktion Lichthupe entsprechen denen der Funktion Fernlicht.
Zum Anfordern der Funktion Lichthupe muss der Kombischalter jedoch nach hinten gezogen werden.
Wenn der Kombischalter dauerhaft nach hinten gezogen wird, bleibt die Fernlichtansteuerung für maximal t = 30 s aktiv. Danach wird die dauerhaft anliegende Anforderung als "hängender Kombischalter" interpretiert.
Da zum Umsetzen der Funktion Lichthupe keine separaten Fernlichter verbaut sind, müssen bei nicht aktiver Abblendlichtansteuerung die Xenon-Lampen gezündet werden.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Tagfahrlichtansteuerung
Funktion "Tagfahrlicht:" im Menü "Einstell.", "Licht" im Kombiinstrument aktiviert (außer Fahrzeuge mit Code 460 (Kanada Ausführung))
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "A"
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Das Kombiinstrument sendet die Anforderung "Tagfahrlicht Ein" in Abhängigkeit von der Ländercodierung oder manuell im Menü "Einstell.", "Licht" aktiviert über Innenraum-CAN.
Das Steuergerät CDI (N3/9) (bei Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (bei Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN.
Das Steuergerät SAM vorn liest alle relevanten Informationen ein, wertet diese aus und steuert bei Fahrzeugen ohne Code 498 (Japan-Ausführung) und ohne Code 835 (Korea-Süd-Fahrzeuge Zusatzteile) den Scheinwerfer Tagfahrlicht links (E1/3) und den Scheinwerfer Tagfahrlicht rechts (E2/3) direkt an.
Bei Fahrzeugen mit Code 498 (Japan-Ausführung) aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Abblendlichtansteuerung, die Scheinwerfer Tagfahrlicht werden als Begrenzungsleuchten angesteuert.
Typ 172.4
bis Modell-J. 2017
mit Code 622 (Intelligent Light System)
mit Code 835 (Korea-Süd-Fahrzeuge Zusatzteile)
Die Scheinwerfer Tagfahrlicht sind zwar verbaut, werden aber nicht angesteuert.
Bei Dunkelheit steuert das Steuergerät SAM vorn die Scheinwerfer Tagfahrlicht mit reduzierter Leistung an und aktiviert die Abblendlichtansteuerung.
Die Umgebungshelligkeit wird vom Lichtsensor (B38/1) (ohne Code 345 (Scheibenwischer mit Regensensor)) oder vom Regen-/Lichtsensor (B38/2) (bei Code 345 (Scheibenwischer mit Regensensor)) erfasst. Das Steuergerät SAM vorn liest die Daten des Lichtsensors oder des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN (LIN 2) ein.
Die Tagfahrlichtansteuerung wird deaktiviert, sobald der Schalter Außenbeleuchtung in die Stellung "Standlicht", "manuelles Fahrlicht" oder "Parklicht links" oder "Parklicht rechts" gedreht wird.
Bei Fahrzeugen mit Code 460 (Kanada Ausführung) wird die Tagfahrlichtansteuerung bei Fahrzeugstillstand nach Ablauf eines Zeitintervalls von t = 3 min abgeschaltet.
Wenn das Fahrzeug dann wieder bewegt wird, aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Tagfahrlichtansteuerung automatisch.
Das Tagfahrlicht hat gegenüber dem automatischen Fahrlicht eine höhere Priorität.
In Ländern mit gesetzlicher Tagfahrlichtvorschrift ist nur die Lichthupe, nicht aber das Fernlicht zulässig.
Das Fernlicht ist nur zulässig, wenn das Fahrlicht manuell über den Schalter Außenbeleuchtung eingeschaltet wird (außer Code 460 (Kanada Ausführung) und außer Code 494 (USA-Ausführung)).
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatisches Fahrlicht
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "A"
Lichtsensor oder Regen-/Lichtsensor meldet "Dunkelheit erkannt"
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Das automatische Fahrlicht ist ein reines Komfortsystem und entbindet den Fahrer nicht von den Bedienvorschriften aus der Straßenverkehrsordnung.
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN.
Das Steuergerät SAM vorn liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt und die Daten des Lichtsensors oder des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN ein.
Beim automatischen Fahrlicht wird das Abblendlicht automatisch ein- oder ausgeschaltet. Dies erfolgt in Abhängigkeit von der Umgebungshelligkeit oder in Abhängigkeit von den Aktivitäten der Scheibenwischanlage:
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Lichtsensor oder Regen-/Lichtsensor
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Wischeraktivitäten
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Lichtsensor oder Regen-/Lichtsensor
Die Umgebungshelligkeit wird vom Lichtsensor oder vom Regen-/Lichtsensor ausgewertet. Das Steuergerät SAM vorn liest die Daten des Lichtsensors oder des Regen-/Lichtsensors über Wischer/Innenspiegel-LIN ein und aktiviert bei erkannter Dunkelheit die Abblendlichtansteuerung.
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Wischeraktivitäten
Wenn das Abblendlicht infolge der Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- oder ausgeschaltet wird, spricht man vom Wisch-, Regen- oder Schlechtwetterlicht. Das Steuergerät SAM vorn steuert diese Funktion und wertet hierfür die Daten des Regen-/Lichtsensors bzw. die Wischanforderung über den Kombischalter aus. Bei Aktivierung der Scheibenwischanlage für t 20 s mit einer Wischzykluszeit von t < 6 s aktiviert das Steuergerät SAM vorn die Abblendlichtansteuerung. Bleiben die Wischzyklen für t 60 s aus, wird die Abblendlichtansteuerung deaktiviert.
Abschaltbedingungen automatisches Fahrlicht:
Bei Ausfall des Lichtsensors oder des Regen-/Lichtsensors wird das automatische Fahrlicht erst mit dem Abstellen des Motors deaktiviert. Bei Tunneldurchfahrten sowie bei aktiver Funktion Wischerloslaufunterdrückung bleibt das automatische Fahrlicht eingeschaltet.
Wenn die Funktion Wischerloslaufunterdrückung aufgehoben wird, bleibt das automatische Fahrlicht für weitere t = 60 s aktiv.
Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktivem automatischen Fahrlicht | ||
Fahrtantritt | Standlicht | Abblendlicht |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Klemme 15C Ein | Aus | Aus |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15 Ein | Ein | Aus |
Signal "Motor läuft" oder | Ein | Ein (Fernlicht zulässig) |
Fahrtende | Standlicht | Abblendlicht |
Signal "Motor läuft" oder | Ein | Ein (Fernlicht zulässig) |
Klemme 15 Ein | Ein | Aus |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geschlossen) | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geöffnet) | Aus | Aus |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatische LWR
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt
Fahrlicht Ein (Abblend-/Fernlicht)
Funktionsablauf automatische LWR
Die automatische LWR ermöglicht die Korrektur der Leuchtweite der Fahrzeugscheinwerfer entsprechend der Beladung bzw. den fahrdynamisch bedingten Nickbewegungen des Fahrzeugs.
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Scheinwerfer.
Zur Bestimmung des augenblicklichen Fahrzeugniveaus werden bei Fahrzeugen ohne Code 483 (ADVANCED AGILITY-Paket) die Spannungssignale des Niveausensors hinten links (B22/7) und des Niveausensors vorn links (B22/8) direkt vom Steuergerät Scheinwerfer eingelesen.
Bei Fahrzeugen mit Code 483 (ADVANCED AGILITY-Paket) werden die Spannungssignale folgender Sensoren vom Steuergerät Adaptives Dämpfungs-System (N51/5) erfasst und über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Scheinwerfer gesendet:
Niveausensor hinten links
Niveausensor vorn links
Niveausensor vorn rechts (B22/9)
Niveausensor hinten rechts (B22/10)
Um Toleranzen des Fahrwerks auszugleichen, wird am Produktionsende eine Nullpunktprogrammierung durchgeführt. Bei erfolgreicher Programmierung erfolgt eine optische Rückmeldung durch den Bewegungsablauf der Scheinwerfereinsätze "Mitte-unten-oben-Mitte".
Bei konstanter Fahrzeuggeschwindigkeit arbeitet die automatische LWR im "statischen Modus" mit einer geringen Verstellgeschwindigkeit.
Bei Fahrzeugbeschleunigung wird der "dynamische Modus" aktiviert, in dem die Reaktionszeit des Systems deutlich verkürzt ist. Abhängig von der Geschwindigkeitsänderung und von Zusatzsignalen wie Bremspedal- und Gaspedalstellung wird der "dynamische Modus" aktiviert.
Bei stehendem Fahrzeug erfolgt die automatische LWR im "dynamischen Modus".
Informationen zu Raddrehzahlen und Raddrehrichtungen, als Indikatoren der Fahrzeuggeschwindigkeit, sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) über Fahrwerk-CAN, Steuergerät SAM vorn und Frontbereich-CAN an das Steuergerät Scheinwerfer.
Das Steuergerät Scheinwerfer empfängt diese Informationen, wertet sie aus und steuert entsprechend den Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1m1) über Scheinwerfer-LIN links (LIN G1) und den Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2m1) über Scheinwerfer-LIN rechts (LIN G2) an.
Referenzierte Dokumente
- gf8210p9998rd Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung
- gf8210p9998rdm Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung