Funktionsvoraussetzung allgemein
Keine Über- oder Unterspannung
Fahrlichtansteuerung allgemein
Die Fahrlichtansteuerung umfasst alle Funktionen, die der optimalen Ausleuchtung der Fahrbahn während des Fahrbetriebs dienen.
Die Funktion Fahrlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Funktionsablauf Leuchtweitenregulierung (LWR)
Die Fahrlichtansteuerung wird entsprechend der Stellung des Schalters Außenbeleuchtung (S1) ausgeführt. Das Steuergerät SAM (N10) liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Abblendlichtansteuerung
Klemme 15 Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss (N73) sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN (CAN B) an das Steuergerät SAM.
Während der Abblendlichtansteuerung ist die Standlichtansteuerung aktiv. Die Standlichtansteuerung ist im separaten Dokument "Stand-/Parklichtansteuerung Funktion" beschrieben.
Funktionsablauf Abblendlichtansteuerung
Durch Drehen des Schalters Außenbeleuchtung in die Stellung "manuelles Fahrlicht" wird die Abblendlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät SAM liest den Status des Schalters Außenbeleuchtung direkt ein und steuert das Abblendlicht links (E1e2) in der Leuchteinheit vorn links (E1) und das Abblendlicht rechts (E2e2) in der Leuchteinheit vorn rechts (E2) an.
Anschließend sendet das Steuergerät SAM die Anforderung "Abblendlicht Kontrollleuchte Ein" über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument (A1), das daraufhin die Kontrollleuchte Abblendlicht (A1e67) ansteuert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung Fernlichtansteuerung
Für Funktion Fernlicht: Klemme 15 und Abblendlicht Ein
Für Funktion Lichthupe: Klemme 15R Ein
Das Steuergerät elektronisches Zündschloss sendet den Klemmenstatus Klemme 15 über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Funktionsablauf Fernlichtansteuerung
Die Funktion Fernlichtansteuerung umfasst folgende Teilfunktionen:
Funktionsablauf Fernlicht
Funktionsablauf Lichthupe
Funktionsablauf Fernlicht
Durch Drücken des Kombischalters (S4) nach vorn wird die Fernlichtansteuerung angefordert.
Das Steuergerät Mantelrohrmodul (N80) liest die Schalterstellung des Kombischalters direkt ein und sendet diese über Fahrwerk-CAN 1 (CAN E1), Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Das Steuergerät SAM empfängt die Schalterstellung des Kombischalters, steuert das Fernlicht links (E1e1) und das Fernlicht rechts (E2e1) direkt an und sendet den Status des Fernlichts über Innenraum-CAN an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument steuert die Kontrollleuchte Fernlicht (A1e3) an.
Funktionsablauf Lichthupe
Der Funktionsablauf und der Signalfluss der Funktion Lichthupe entsprechen denen der Funktion Fernlicht. Zum Anfordern der Funktion Lichthupe muss der Kombischalter jedoch nach hinten gezogen werden.
Wenn der Kombischalter dauerhaft nach hinten gezogen wird, bleibt die Fernlichtansteuerung für maximal t = 30 s aktiv. Danach wird die dauerhaft anliegende Anforderung als "hängender Kombischalter" interpretiert.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Tagfahrlichtansteuerung
Funktion "Tagfahrlicht" im Menü "Einstell.", "Licht" im Kombiinstrument aktiviert (außer Fahrzeuge mit CODE 460 (Kanada Ausführung))
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "AUTO"
Funktionsablauf Tagfahrlichtansteuerung
Das Kombiinstrument sendet die Anforderung "Tagfahrlicht Ein" abhängig von der Ländercodierung oder manuell über das Menü "Einstell.", "Licht" aktiviert über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Das Steuergerät CDI (N3/9) (Dieselmotor) oder das Steuergerät ME (N3/10) (Benzinmotor) sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Die Fahrzeuggeschwindigkeit wird aus den Raddrehzahlen berechnet. Hierfür sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (N30/4) entsprechende Daten über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Fahrwerk-CAN 2 (CAN E2) an das Kombiinstrument. Das Kombiinstrument errechnet die Fahrzeuggeschwindigkeit und sendet diese über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Das Steuergerät SAM liest alle relevanten Informationen ein, wertet sie aus und steuert bei Fahrzeugen außer CODE 498 (Japan-Ausführung) den Scheinwerfer Tagfahrlicht links (E1/3) und den Scheinwerfer Tagfahrlicht rechts (E2/3) an. Bei Fahrzeugen mit CODE 498 (Japan-Ausführung) wird zur Ausgabe der Funktion Tagfahrlicht die Abblendlichtansteuerung aktiviert, die Scheinwerfer Tagfahrlicht dienen lediglich als Begrenzungsleuchten.
Bei Dunkelheit aktiviert das Steuergerät SAM die Abblendlichtansteuerung und steuert bei Fahrzeugen mit CODE 494 (USA-Ausführung) oder CODE 460 (Kanada Ausführung) die Scheinwerfer Tagfahrlicht mit reduzierter Leistung an. Bei Fahrzeugen außer CODE 494 (USA-Ausführung) und außer CODE 460 (Kanada Ausführung) schaltet das Steuergerät SAM die Scheinwerfer Tagfahrlicht ab.
Die Abblendlichtansteuerung ist im Kapitel "Abblendlichtansteuerung" detailliert beschrieben.
Die Umgebungshelligkeit wird vom Regen- und Lichtsensor (B38/2) erfasst. Das Steuergerät SAM liest die Signale des Regen- und Lichtsensors (Dämmerungsstufe) über Dach-LIN (LIN B13) ein.
Die Tagfahrlichtansteuerung wird deaktiviert, sobald der Schalter Außenbeleuchtung in die Stellung "Standlicht", "manuelles Fahrlicht" oder "Parklicht links" oder "Parklicht rechts" gedreht wird.
Bei Fahrzeugen mit CODE 460 (Kanada Ausführung) wird die Tagfahrlichtansteuerung bei Fahrzeugstillstand nach Ablauf von t = 3 min abgeschaltet. Wenn das Fahrzeug dann wieder bewegt wird, aktiviert das Steuergerät SAM die Tagfahrlichtansteuerung automatisch.
Die Tagfahrlichtansteuerung hat gegenüber dem automatischen Fahrlicht eine höhere Priorität.
In Ländern mit gesetzlicher Tagfahrlichtvorschrift ist nur die Lichthupe, nicht aber das Fernlicht zulässig. Das Fernlicht ist nur zulässig, wenn das Fahrlicht manuell über den Schalter Außenbeleuchtung eingeschaltet wird (außer CODE 460 (Kanada Ausführung) und außer CODE 494 (USA-Ausführung)).
Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen automatisches Fahrlicht
Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" gesetzt bzw. Fahrzeuggeschwindigkeit v > 3 km/h
Schalter Außenbeleuchtung in Stellung "AUTO"
Regen- und Lichtsensor meldet "Dunkelheit erkannt"
Das Steuergerät CDI oder das Steuergerät ME sendet das Signal "Motor läuft" oder "Antriebsstrang betriebsbereit" über Fahrwerk-CAN 1, Steuergerät elektronisches Zündschloss und Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Das Kombiinstrument sendet die Fahrzeuggeschwindigkeit über Innenraum-CAN an das Steuergerät SAM.
Den Status des Schalters Außenbeleuchtung liest das Steuergerät SAM direkt ein.
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht
Beim automatischen Fahrlicht wird das Abblendlicht automatisch ein- oder ausgeschaltet.
Das automatische Fahrlicht ist eine reine Komfortfunktion und entbindet den Fahrer nicht von den Bedienvorschriften aus der Straßenverkehrsordnung.
Verhalten der Außenbeleuchtung bei aktivem automatischen Fahrlicht | ||
Fahrtantritt | Standlicht | Abblendlicht |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Klemme 15C Ein | Aus | Aus |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15 Ein | Ein | Aus |
Signal "Motor läuft" oder | Ein | Ein (Fernlicht zulässig) |
Fahrtende | Standlicht | Abblendlicht |
Signal "Motor läuft" oder | Ein | Ein (Fernlicht zulässig) |
Klemme 15R Ein | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geschlossen) | Ein | Aus |
Klemme 15C Ein (Fahrertür geöffnet) | Aus | Aus |
Klemme 15C Aus | Aus | Aus |
Das Abblendlicht wird abhängig von der Umgebungshelligkeit oder abhängig von den Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- und ausgeschaltet:
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Regen- und Lichtsensor
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Scheibenwischeraktivitäten
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Regen- und Lichtsensor
Der Regen- und Lichtsensor bewertet die Umgebungshelligkeit. Das Steuergerät SAM liest die Signale des Regen- und Lichtsensors über Dach-LIN ein und aktiviert bei erkannter Dunkelheit die Abblendlichtansteuerung.
Bei Ausfall des Regen- und Lichtsensors wird das automatische Fahrlicht erst mit dem Abstellen des Motors deaktiviert.
Bei Tunneldurchfahrten sowie bei aktiver Funktion Wischerloslaufunterdrückung bleibt das automatische Fahrlicht eingeschaltet.
Funktionsablauf automatisches Fahrlicht über Scheibenwischeraktivitäten
Wenn das Abblendlicht infolge der Aktivitäten der Scheibenwischanlage ein- oder ausgeschaltet wird, spricht man vom Wisch-, Regen- oder Schlechtwetterlicht. Das Steuergerät SAM steuert die Scheibenwischanlage und wertet hierfür die Signale des Regen- und Lichtsensors bzw. die Wischanforderung über den Kombischalter aus.
Bei Aktivierung der Scheibenwischanlage für t 20 s mit einer Wischzykluszeit von t < 6 s aktiviert das Steuergerät SAM die Abblendlichtansteuerung. Bleiben die Wischzyklen für t 60 s aus, wird die Abblendlichtansteuerung deaktiviert.
Wenn die Funktion Wischerloslaufunterdrückung aufgehoben wird, bleibt das automatische Fahrlicht für weitere t = 60 s aktiv.
Zusätzliche Funktionsvoraussetzung LWR
Fahrlicht Ein (Abblend-/Fernlicht)
Funktionsablauf LWR
Die LWR ist als passive Sicherheitsausstattung zum Schutz vor Blendung des Gegenverkehrs in Fahrzeugen mit Halogen-Scheinwerfern verbaut. Abhängig vom Beladungszustand des Fahrzeugs kann der Neigungswinkel des Fahrlichts durch Betätigen des Leuchtweitereglers (S1s8) korrigiert werden.
Entsprechend der Stellung des Leuchtweitereglers werden der Stellmotor Leuchtweitenregulierung links (E1m1) und der Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts (E2m1) spannungscodiert angesteuert.
Die Spannungsversorgung erfolgt über das Steuergerät SAM und wird entsprechend der Stellung des Leuchtweitereglers an die Stellmotoren Leuchtweitenregulierung durchgeschaltet.
Der Stellmotor Leuchtweitenregulierung links verstellt den Scheinwerfereinsatz in der Leuchteinheit vorn links.
Der Stellmotor Leuchtweitenregulierung rechts verstellt den Scheinwerfereinsatz in der Leuchteinheit vorn rechts.
Referenzierte Dokumente
- gf8210p9998gr Übersicht Systembauteile Außenbeleuchtung