Laden der Hochvoltbatterie |
11 | Wallbox/Ladestation |
12 | Ladekabel |
G10 | Fahrzeugsteckdose Gleichstromladen/Wechselstromladen |
S54.10-A070-76
Übersicht
Dieses Dokument enthält folgende Informationen:
Allgemeines
Funktionsvoraussetzungen
Fahrzeugsteckdose
Anzeigekonzept der LEDs an der Fahrzeugsteckdose
Lademöglichkeiten und Ladezeiten der Hochvoltbatterie
Wechselstromladen
Gleichstromladen
Ladevorgang
Ladevorgang beenden.
Ladekabel
Allgemeines
Die elektrische Energie des Elektrofahrzeugs wird von der Hochvoltbatterie (G1/29) bereitgestellt, die zuvor stationär aufgeladen sein muss.
Das Laden wird automatisch erkannt, sobald ein Ladekabel an der Fahrzeugsteckdose Gleichstromladen/Wechselstromladen (G10) angeschlossen ist.
Je nach Verfügbarkeit wird die Hochvoltbatterie mit einer der folgenden Stromarten geladen:
Wechselstrom
Gleichstrom
Der gesamte Ladevorgang wird überwacht. Das Ladegerät und die Energiequelle (z. B. Ladestation) kommunizieren dabei über eine Datenleitung im Ladekabel.
Funktionsvoraussetzungen
Das Getriebe ist in Stellung "P".
Das Antriebssystem ist nicht gestartet.
Die Zentralverriegelung ist entriegelt.
Die Motorhaube ist geschlossen (Gleichstromladen).
Das Ladekabel steht nicht unter Zug.
Fahrzeugsteckdose |
1 | Klappe Fahrzeugsteckdose |
2 | Ver- bzw. Entriegelungs-LED |
3 | Ladekontroll-LED |
4 | Anschluss Wechselstromladen |
5 | Erweiterung Anschluss Gleichstromladen |
G10 | Fahrzeugsteckdose Gleichstromladen/Wechselstromladen |
S145/2 | Taster Ladeunterbrechung |
S54.10-A071-76
Das Fahrzeug verfügt über eine Fahrzeugsteckdose vom Typ Combo2 der Europäischen Union. Die Fahrzeugsteckdose Gleichstromladen/Wechselstromladen mit 2 Phasen befindet sich im vorderen Stoßfänger.
Die Klappe Fahrzeugsteckdose (1) wird zusammen mit dem Fahrzeug zentral ver- und entriegelt. Die Klappe Fahrzeugsteckdose (1) wird durch Drücken im oberen Bereich rechts geöffnet.
Über die Fahrzeugsteckdose kann das Fahrzeug an öffentlichen Ladestationen sowie zuhause an einer Netzsteckdose oder an einer Wallbox geladen werden.
Bei gestartetem Antriebssystem (Anzeige "READY" im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments leuchtet) kann die Klappe Fahrzeugsteckdose (1) nicht geöffnet werden.
Anzeigekonzept der LEDs an der Fahrzeugsteckdose
Die Ver- bzw. Entriegelungs-LED (2) zeigt den aktuellen Status der Verriegelung des Ladekabelsteckers an.
Die Ladekontroll-LED (3) zeigt den aktuellen Status des Ladevorgangs an.
Anzeigekonzept |
LED | Anzeige | Bedeutung |
Ver- bzw. Entriegelungs-LED (2) | leuchtet weiß. | Fahrzeugsteckdose entriegelt. Ladekabel stecken oder abziehen. |
blinkt weiß. | Störung beim Ver- oder Entriegeln | |
Ladekontroll-LED (3) | blinkt orange. | Verbindung wird aufgebaut. |
blinkt grün. | aktiver Energiefluss | |
leuchtet orange. | Ladepause | |
leuchtet grün. | Ladevorgang abgeschlossen | |
blinkt rot (für ca. 90 s). | Störung beim Laden |
Lademöglichkeiten und Ladezeiten der Hochvoltbatterie
Die Hochvoltbatterie kann sowohl mit Wechselstrom ("Mode 2" oder "Mode 3") als auch mit Gleichstrom ("Mode 4") geladen werden.
Lademöglichkeiten:
Laden während der Fahrt durch Rekuperation
Stationäres Wechselstromladen über:
Netzsteckdose ("Mode 2")
Wallbox ("Mode 3")
Ladestation ("Mode 3")
Stationäres Gleichstromladen über:
Schnellladestation ("Mode 4")
Beim Ladevorgang mit "Mode 4" (optional mit bis zu 110 kW Ladeleistung) kann die Hochvoltbatterie in ca. 45 Minuten wieder voll aufgeladen werden.
Beim Ladevorgang mit "Mode 3" (mit 11 kW Ladeleistung) beträgt die Ladezeit etwa 10 Stunden.
Die Ladezeit "Mode 3" gilt für das Wechselstromladen von 0 bis 100 % der nutzbaren Batteriekapazität. Die Ladezeit "Mode 4" gilt für das Gleichstromladen von 10 bis 80 % der nutzbaren Batteriekapazität (Energieinhalt).
Je tiefer die Umgebungstemperatur ist, desto länger wird die Ladezeit. Neben der Umgebungstemperatur und dem Ladezustand bestimmt die Ladeleistung die Ladezeit. Die Ladeleistung ist von der Netzspannung, der Stromstärke und der Art des Netzanschlusses abhängig.
Wechselstromladen
Das Wechselstromladegerät für Hochvoltbatterie (N83/11) dient zum Laden der Hochvoltbatterie an einer Wechselspannungsquelle. Es wandelt die Wechselspannung einer externen Spannungsquelle (z. B. Ladestation) in eine Gleichspannung um. Die Gleichspannung wird über die Gleichstromladeverbindungseinheit an die Hochvoltbatterie weitergeleitet.
Das Wechselstromladegerät für Hochvoltbatterie ist an die Netzwerkarchitektur des Fahrzeugs angebunden.
Gleichstromladen
Die Gleichstromladeverbindungseinheit (N24/6) überwacht und steuert den Ladevorgang der Hochvoltbatterie bei Anschluss an eine externe Gleichspannungsquelle (z. B. Ladestation).
Die Gleichstromladeverbindungseinheit ist an die Netzwerkarchitektur des Fahrzeugs angebunden.
Sobald die Fahrzeugsteckdose mit der Spannungsquelle verbunden ist, kommuniziert die Gleichstromladeverbindungseinheit über eine Steuerleitung mit der Kontrollbox im Ladekabel bzw. mit der Ladestation. Dabei werden die Leistungsdaten der Spannungsquelle übermittelt und die Stromaufnahme der Gleichstromladeverbindungseinheit entsprechend angepasst. Erst dann leitet die Gleichstromladeverbindungseinheit den Ladevorgang ein.
Die Hochvoltbatterie kann nur über die Gleichstromladeverbindungseinheit geladen werden, wenn eine Spannungsquelle mit Gleichspannung zur Verfügung steht.
Weitere Informationen sind im Dokument "Gleichstromladeverbindungseinheit Detailinformation" enthalten.
Ladevorgang
Wenn das Ladekabel am Fahrzeug angeschlossen ist, kann das Antriebssystem nicht gestartet und das Fahrzeug nicht bewegt werden. Beim Versuch den Fahrbetrieb bei gestecktem Ladekabel zu starten, erfolgt im Multifunktionsdisplay des Kombiinstruments die Anzeige "Ladekabel gesteckt".
Um ein unbeabsichtigtes Abziehen zu verhindern, wird der Ladekabelstecker über einen Stellmotor in der Fahrzeugsteckdose verriegelt.
Beim externen Ladevorgang sind primär folgende Bauteile beteiligt und kommunizieren über den CAN-Verbund miteinander:
Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73)
Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1)
Steuergerät Antriebsstrang (N127)
Gleichstromladeverbindungseinheit (N24/6)
Wechselstromladegerät für Hochvoltbatterie (N83/11)
Steuergerät DC/DC-Wandler (N83/3)
Hochvoltbatterie (G1/29)
Fahrzeugsteckdose Gleichstromladen/Wechselstromladen (G10)
Mit Beginn des Ladevorgangs wird im Kombiinstrument die Ladeprognose angezeigt. Die Ladeprognose zeigt den voraussichtlichen Ladezustand zum Zeitpunkt einer eingestellten Abfahrtszeit oder den Zeitpunkt, an dem die Hochvoltbatterie vollständig geladen sein wird.
Der Fahrer kann folgende Ladearten auswählen und einstellen:
Sofortladen: Der Ladevorgang der Hochvoltbatterie wird sofort gestartet.
Laden mit Abfahrtszeit: Der Ladevorgang ist zur Abfahrtszeit beendet.
Die Einstellung der Abfahrtszeit ist z. B. für die Nutzung der Vorklimatisierung relevant.
Beim Laden an einer Netzsteckdose muss der Ladestrom ggf. begrenzt werden, um das lokale Stromnetz nicht zu überlasten. Der maximal zulässige Ladestrom kann deshalb über die Kontrollbox am Ladekabel oder alternativ über die Fahrzeugeinstellungen eingestellt werden. Der zuletzt gewählte Wert wird bis zur erneuten Änderung beibehalten.
Als grundsätzliche Eigenschaft von Batterien ist zu berücksichtigen, dass kalte Batterien nicht ideal aufgeladen werden können. Wenn die Temperatur der Hochvoltbatterie unter 15 °C liegt, kann sie nicht mit der maximalen Ladeleistung des Wechselstromladegeräts für Hochvoltbatterie aufgeladen werden. Aus diesem Grund wird der Batterieblock bei einer Batterietemperatur unter etwa 15 °C während der Ladung aufgeheizt. Bei Erreichen von ca. 15 °C wird die Batterieheizung wieder abgeschaltet.
Von Vorteil ist es daher, die Aufladung des Fahrzeugs auch bei hohen bzw. niedrigen Temperaturen und Sonneneinstrahlung in entsprechenden Hallen oder Garagen durchzuführen.
Die Ladezeit der Hochvoltbatterie ist abhängig von folgenden Faktoren:
Restladezustand
Ladeleistung
Ladeart (Wechselstrom oder Gleichstrom)
Umgebungstemperatur
Nach vollständiger Ladung werden immer 100 % Ladezustand und die maximale Restreichweite im Kombiinstrument angezeigt.
Sowohl im Fahrbetrieb als auch im Ladebetrieb wird im Bedarfsfall die Bordnetzbatterie des 12V-Bordnetzes durch einen Energietransfer vom Hochvolt-Bordnetz aufgeladen.
Während des Ladevorgangs können sich temperaturabhängig der Lüfter und das Batteriekühlsystem hörbar einschalten.
Ist das Fahrzeug während längerer Standzeiten am Wechselstromnetz angeschlossen ("Mode 2" oder "Mode 3"), wird die Hochvoltbatterie bei Bedarf oder bei Aktivierung von elektrischen Verbrauchern (z. B. Vorklimatisierung) automatisch nachgeladen.
Ladevorgang beenden
Voraussetzungen:
Das Fahrzeug ist entriegelt oder der Abstand des Fahrzeugschlüssels zur Fahrzeugsteckdose ist nicht größer als 1 m. Dazu muss die Batterie des Fahrzeugschlüssels ausreichend geladen sein.
Der Ladevorgang wird durch Betätigung des Tasters Ladeunterbrechung (S145/2) beendet. Wenn anschließend die Ver- bzw. Entriegelungs-LED (2) weiß leuchtet, ist die Fahrzeugsteckdose entriegelt.
Anstelle des Tasters Ladeunterbrechung kann auch viermal innerhalb von 2 Sekunden der Entriegelungsknopf des Fahrzeugschlüssels betätigt werden. Wenn anschließend die Ver- bzw. Entriegelungs-LED (2) weiß leuchtet, ist die Fahrzeugsteckdose entriegelt.
Nach Entriegeln der Fahrzeugsteckdose sollte die Steckkupplung des Ladekabels innerhalb von 30 Sekunden von der Fahrzeugsteckdose getrennt werden. Nur nach dem Wechselstromladen ("Mode 2" oder "Mode 3") verriegelt die Fahrzeugsteckdose nach Ablauf von 30 Sekunden wieder und der Ladevorgang wird wieder aufgenommen.
Für den Fall, dass die Zentralverriegelung den Ladekabelstecker nicht entriegelt, befindet sich an der Fahrzeugsteckdose eine manuelle Notentriegelung, welche nach oben gezogen werden muss.
Ladekabel |
A | Ladekabel (mit Code E4L (Ladekabel Wallbox/Ladestation Typ 2 (Mode 3) 4m)) |
B | Ladekabel (mit Code E8L (Ladekabel Wallbox/Ladestation Typ 2 (Mode 3) 8m)) |
C | Ladekabel mit Kabelkontrollbox (Mode 2) |
S54.10-A043-75
Es stehen folgende verschiedene Ladekabel als Sonderausstattung zur Auswahl:
Das Ladekabel (A), Code E4L (Ladekabel Wallbox/Ladestation Typ 2 (Mode 3) 4m)), als Spiralkabel mit einer Gesamtlänge von 4 Metern
Das Ladekabel (B), Code E8L (Ladekabel Wallbox/Ladestation Typ 2 (Mode 3) 8m)), in gerader, glatter Ausführung mit einer Gesamtlänge von 8 Metern
Die Ladekabel entsprechen dem festgeschriebenen Typ 2 als Standardsteckverbindung für Wechselstromanschlüsse der Europäischen Union und können für die Aufladung des Fahrzeugs an einer Wallbox oder Ladestation genutzt werden. Der in der Code-Bezeichnung erwähnte Standard "Mode 3" bei Ladekabeln steht für direktes Laden ohne eine Kontrollbox am Kabel.
Außerdem ist ein Ladekabel mit Kabelkontrollbox (C) aus dem Zubehör erhältlich. Der Standard "Mode 2" besitzt immer eine Kabelkontrollbox, um das Fahrzeug z. B. mit einem Schukostecker über das Haushaltsnetz aufladen zu können. Die Verwendung einer Wallbox entfällt bei "Mode 2".
Die Kabelkontrollbox schaltet die möglichen Phasen ab oder zu und kontrolliert den elektrischen Kreislauf auf einen vorhandenen Schutzschalter. Im klassischen Haushaltsnetz mit 230 V wird mit einer Phase und nicht mit beiden Phasen des Ladekabels geladen. Dazu ist die maximale Ladeleistung des Ladekabels mit 10 A etwas geringer, was zu längeren Ladezeiten führt. Im ungünstigen Fall ist mit einer Ladeleistung von ca. 2 bis 3 kW bzw. der 3fachen Ladezeit zu rechnen. Während des Ladevorgangs ist der Ladekabelstecker fahrzeugseitig verriegelt.
Die Ladekabel dürfen nicht verlängert werden.
Referenzierte Dokumente
- gf0800s9999tri Übersicht Systembauteile Elektrofahrzeug
- gf4770s0004tri Gleichstromladeverbindungseinheit Detailinformation