gf4247s0002tra

ADAPTIVE BRAKE Funktion

Typ gf · Thema 42.47 · Version 0105 · 2020-08-14

Gültig für: Typ 447 außer Code XM0 (Modellpflege) Typ 448

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.47 Adaptive Brake (ABR) — Baureihe 447 · Baureihe 448

GF42.47-S-0002TRA

ADAPTIVE BRAKE Funktion

14.08.2020

Typ

447

außer Code XM0 (Modellpflege)

Typ

448

ADAPTIVE BRAKE Funktion

S42.47-0001-79

Dargestellt am Typ 447.8 ohne Code ZG2 (4MATIC)

A1/1

Steuergerät Kombiinstrument (KI)

L6/2

Drehzahlsensor vorne rechts

S9/3

Schalter Bremslicht

A1/1e17

Kontrollleuchte Antiblockiersystem

L6/3

Drehzahlsensor hinten links

S11

Schalter Bremsflüssigkeitsstand

A1/1e41

Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm

L6/4

Drehzahlsensor hinten rechts

S68/1

Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer

A1/1e51

Warnleuchte Bremsanlage

N2/18

Steuergerät Supplemental Restraint System (SRS)

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

A13

Steuergerät elektrische Feststellbremse (EFB)

N3/33

Steuergerät CDI

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

A80

Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (mit Getriebe 722.9)

N10/1

Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM)

X11

Diagnosekupplung

B37/4

Fahrpedalmodul

N15/11

Elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (mit Getriebe 722.9)

CAN B

Innenraum-CAN

E3

Leuchteinheit hinten links (ohne Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N28/1

Steuergerät Anhängererkennung (AAG) (mit Code Q50 (Anhängerkupplung Kugelkopf abnehmbar))

CAN C

Antriebs-CAN

E3/1

LED-Leuchteinheit hinten links (mit Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP)

CAN D

Diagnose-CAN

E4

Leuchteinheit hinten rechts (ohne Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N69/3

Steuergerät Vordertür links

CAN E

Fahrwerk-CAN

E4/1

LED-Leuchteinheit hinten rechts (mit Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N73

Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS)

CAN G

Frontbereich-CAN

E21/2

3. Bremsleuchte Heckklappe (mit Code W65 (Heckklappe))

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM)

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

E21/3

3. Bremsleuchte separat zu öffnende Heckscheibe (mit Code W64 (Heckklappe mit big flip window))

N93/4

Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN

LIN E1

Lenkungs-LIN

L6/1

Drehzahlsensor vorne links

N135

Lenkradelektronik

ADAPTIVE BRAKE Funktion

S42.47-0004-79

Dargestellt am Typ 447.6/7

A1/1

Steuergerät Kombiinstrument (KI)

L6/2

Drehzahlsensor vorne rechts

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM)

A1/1e17

Kontrollleuchte Antiblockiersystem

L6/3

Drehzahlsensor hinten links

N135

Lenkradelektronik

A1/1e41

Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm

L6/4

Drehzahlsensor hinten rechts

S9/3

Schalter Bremslicht

A1/1e51

Warnleuchte Bremsanlage

N2/18

Steuergerät Supplemental Restraint System (SRS)

S11

Schalter Bremsflüssigkeitsstand

A80

Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (mit Getriebe 722.9)

N3/33

Steuergerät CDI (mit Motor 651.9)

S68/1

Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer

B37/4

Fahrpedalmodul

N3/34

Steuergerät ME (mit Motor 274.9)

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

E3

Leuchteinheit hinten links (ohne Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N3/36

Steuergerät CDI (mit Motor 622.9)

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

E3/1

LED-Leuchteinheit hinten links (mit Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N10/1

Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM)

X11

Diagnosekupplung

E4

Leuchteinheit hinten rechts (ohne Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N15/11

Elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (mit Getriebe 722.9)

CAN B

Innenraum-CAN

E4/1

LED-Leuchteinheit hinten rechts (mit Code LG4 (Schluss-, Brems- und Blinklicht in LED-Technik))

N28/1

Steuergerät Anhängererkennung (AAG) (mit Code Q22 (Anhängerkupplung Kugelkopf fest) oder mit Code Q24 (Anhängerquerträger NAFTA, Anhängelast 5000Ibs) oder mit Code Q50 (Anhängerkupplung Kugelkopf abnehmbar))

CAN C

Antriebs-CAN

E21/1

3. Bremsleuchte Hecktür (ohne Code W65 (Heckklappe))

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP)

CAN D

Diagnose-CAN

E21/2

3. Bremsleuchte Heckklappe (mit Code W65 (Heckklappe))

N69/3

Steuergerät Vordertür links

CAN E

Fahrwerk-CAN

L6/1

Drehzahlsensor vorne links

N73

Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS)

LIN E1

Lenkungs-LIN

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Antriebsstrang bereit

Motor läuft

ADAPTIVE BRAKE allgemein

ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen durch verschiedene Fahrerassistenzsysteme und dient somit der aktiven Sicherheit.

Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) folgende Signale aus:

Radrehzahlen von Drehzahlsensoren (L6/1, L6/2, L6/3, L6/4)

Lenkradwinkel vom Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80)

Status Bremspedal vom Schalter Bremslicht (S9/3)

Status Fahrpedal vom Fahrpedalmodul (B37/4)

ADAPTIVE BRAKE kommt in 2 Versionen zum Einsatz:

ADAPTIVE BRAKE Basissystem (außer Getriebe 722.9 und außer Code ET4 (DISTRONIC PLUS) und außer Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

ADAPTIVE BRAKE Premiumsystem (mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Es existieren keine Versionsunterschiede hinsichtlich der nachfolgend beschriebenen Teilfunktionen.

Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP®)

Funktionsablauf Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)

Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus

Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)

Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches Traktionssystem (ETS)

Funktionsablauf Brems-Assistent-System (BAS)

Funktionsablauf Berganfahrhilfe

Funktionsablauf Bergabfahrhilfe (Downhill Speed Regulation (DSR)) (mit Code ZG2 (4MATIC) und ohne Code MW1 (Motor-Weiterlauf-Schaltung (MWS)) und ohne Code ZK2 (Taxi-Ausführung mit Notalarmanlage) und ohne Code ZK3 (Taxi-Ausführung ohne Notalarmanlage))

Funktionsablauf Trockenbremsen

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung

Funktionsablauf ASR passiv schalten

Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code Q22 (Anhängerkupplung Kugelkopf fest) oder mit Code Q24 (Anhängerquerträger NAFTA, Anhängelast 5000Ibs) oder mit Code Q50 (Anhängerkupplung Kugelkopf abnehmbar))

Funktionsablauf PRE-SAFE® System (mit Code JP1 (PRE-SAFE))

Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK) (mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Funktionsablauf HOLD-Funktion (Typ 447.8 oder Typ 448.8 mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Funktionsablauf Seitenwind-Assistent

Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen

Funktionsablauf ESP®

ESP® verhindert das Ausbrechen bei Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt im Rahmen der physikalischen Grenzen dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht.

Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt.

Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:

Giergeschwindigkeit vom integrierten Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung

Quer- und Längsbeschleunigung vom integrierten Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung

Lenkradwinkel vom Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80)

Bremsdruck vom integrierten Bremsdrucksensor

Motordrehmoment vom Steuergerät CDI (N3/33) (mit Motor 651.9) oder vom Steuergerät ME (N3/34) (mit Motor 274.9) oder vom Steuergerät CDI (N3/36) (mit Motor 622.9)

Eingelegte Fahrstufe von der Elektrischen Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (N15/11) (mit Getriebe 722.9)

Raddrehzahlsignale von den Drehzahlsensoren (L6/1, L6/2, L6/3, L6/4)

Aus der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse), der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motordrehmoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.

Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes) zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.

Es wird zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:

Eingriff bei übersteuerndem Verhalten

Eingriff bei untersteuerndem Verhalten

Eingriff bei übersteuerndem Verhalten

Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Die dabei entstehenden Kräfte bewirken ein Giermoment, das der Drehbewegung des Fahrzeugs entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.

Eingriff bei untersteuerndem Verhalten

Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand.

Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:

Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)

Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)

Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)

Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Drehen des Fahrzeugs bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) sendet über Fahrwerk-CAN (CAN E) ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder das Steuergerät ME (N3/34), welches die Motorleistung entsprechend reduziert.

Bei Fahrzeugen mit Getriebe 722.9 wird ein eventuell anstehender Schaltvorgang während des Regeleingriffs unterdrückt. Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) ein Signal über Fahrwerk-CAN (CAN E) und Antriebs-CAN (CAN C) mit der Schnittstelle Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder Steuergerät ME (N3/34) an die Elektrische Steuereinheit vollintegrierte Getriebesteuerung (VGS) (N15/11). Diese unterdrückt den Schaltvorgang.

Funktionsablauf EBV

Die EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung.

Die EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität. Dazu reduziert die EBV selektiv den Bremsdruck an den Hinterrädern. Mithilfe der Giergeschwindigkeit wird der Schwimmwinkel ermittelt.

Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus

Das System ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP®, ABS, ASR und EBV werden dann passiv geschaltet. Die Kontrollleuchte Antiblockiersystem (A1/1e17), die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (A1/1e41) und die Warnleuchte Bremsanlage (A1/1e51) im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) angezeigt.

Bei Aktivierung des Rollentestmodus sendet das Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) das entsprechende Signal über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4), bei Typ 447.8 oder Typ 448.8 zusätzlich über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) mit der Schnittstelle Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4).

Funktionsablauf ABS

Das ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren (L6/1, L6/2, L6/3, L6/4) über direkte Leitungen vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange reduziert, bis es sich wieder dreht.

Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches Traktionssystem (ETS)

Die ASR und das ETS verhindern zu starkes Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb und bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird durch die Signale der Drehzahlsensoren (L6/1, L6/2, L6/3, L6/4) über direkte Leitungen vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.

Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) über Fahrwerk-CAN (CAN E) ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder das Steuergerät ME (N3/34), welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Es wird ständig geprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über das Fahrpedalmodul (B37/4) vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Das vorgegebene Antriebsmoment wird vom Fahrpedalmodul (B37/4) über direkte Leitung an das Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder das Steuergerät ME (N3/34) übertragen. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Antriebsrad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende Antriebsrad übertragen.

Funktionsablauf BAS

Das BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht bei Bedarf den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) wertet hierfür den Grad des Druckanstiegs im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.

Funktionsablauf Berganfahrhilfe

Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der Fahrtrichtung während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal.

Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) eine Steigung oder ein Gefälle erkannt wird, die ein Rollen entgegen der eingelegten Fahrstufe verursachen würde. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) liest zudem den Status des Schalters Bremslicht (S9/3) direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.

Bei Typ 447.8 oder Typ 448.8 sendet das Steuergerät elektrische Feststellbremse (EFB) (A13) den Status der elektrischen Feststellbremse über Frontbereich-CAN (CAN G), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4).

Nach Lösen des Bremspedals und erkanntem Anfahrwunsch wird der Bremsdruckabbau über die Momentenbilanzierung gesteuert. Sie berücksichtigt das Hangabtriebsmoment, das Gesamtbremsmoment und das verfügbare Antriebsmoment.

Herrscht ein genügend hohes Anfahrmoment, wird die Berganfahrhilfe beendet und das Fahrzeug fährt an, ohne in die ungewünschte Fahrtrichtung anzurollen.

Betätigt der Fahrer das Fahrpedal nicht, wird nach 2 s (mit Getriebe 710.5 oder 711.6) oder 0,8 s (mit Getriebe 722.9) der Druck in der Bremsanlage abgebaut.

Die Berganfahrhilfe wird in folgenden Fällen sofort abgebrochen:

Wenn der Motor abgestellt wird, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion (mit Code MJ8 (ECO Start-Stopp-Funktion)) abgestellt

Wenn der Fahrer den Anfahrvorgang durch vollständiges Lösen des Fahrpedals abbricht

Wenn ein Gangwechsel Vorwärts-/Rückwärtsgang erfolgt

Wenn ein Gangwechsel nach Wählhebelstellung "N" (mit Getriebe 722.9) oder in den Leerlauf (mit Getriebe 710.5 oder 711.6) erfolgt

Wenn die elektrische Feststellbremse betätigt ist (bei Typ 447.8 oder Typ 448.8)

Wenn das Fahrzeug rutscht

Die Berganfahrhilfe funktioniert in folgenden Fällen nicht:

Wenn auf ebener Strecke oder bergab angefahren wird

Wenn sich das Getriebe in Wählhebelstellung "N" (mit Getriebe 722.9) oder im Leerlauf (mit Getriebe 710.5 oder 711.6) befindet

Wenn die elektrische Feststellbremse betätigt ist (bei Typ 447.8 oder Typ 448.8)

Wenn ESP® gestört ist

Wenn das Fahrzeug rutscht

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Bergabfahrhilfe (Downhill Speed Regulation (DSR)) (mit Code ZG2 (4MATIC) und ohne Code MW1 (Motor-Weiterlauf-Schaltung (MWS)) und ohne Code ZK2 (Taxi-Ausführung mit Notalarmanlage) und ohne Code ZK3 (Taxi-Ausführung ohne Notalarmanlage))

Motor läuft

Bergabfahrt mit einer Geschwindigkeit von 4 bis 18 km/h

Funktion über Taste Downhill Speed Regulation (N74s6) aktiviert

Aktiver Park-Assistent nicht in Betrieb (mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Der Status der Taste Downhill Speed Regulation (N74s6) wird vom Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) (N10/1) über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) gesendet.

Funktionsablauf Bergabfahrhilfe (Downhill Speed Regulation (DSR)) (mit Code ZG2 (4MATIC) und ohne Code MW1 (Motor-Weiterlauf-Schaltung (MWS)) und ohne Code ZK2 (Taxi-Ausführung mit Notalarmanlage) und ohne Code ZK3 (Taxi-Ausführung ohne Notalarmanlage))

Die Bergabfahrhilfe hält die Setzgeschwindigkeit durch gezielte Bremseingriffe. Bei erfüllten Funktionsvoraussetzungen und Betätigung des Fahrpedals, des Bremspedals oder des TEMPOMAT Hebels (S40/4) wird anschließend die Setzgeschwindigkeit gespeichert. Diese kann jederzeit durch Bremsen oder Beschleunigen unter- oder überschritten werden.

Den Status des Fahrpedalmoduls (B37/4) sendet das Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder das Steuergerät ME (N3/34) über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4).

Den Status des Schalters Bremslicht (S9/3) liest das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) über direkte Leitung ein.

Den Status des TEMPOMAT Hebels (S40/4) sendet das Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80) über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4).

Die Bergabfahrhilfe kann nur bei einer Geschwindigkeit  40 km/h aktiviert werden. Über 40 km/h zeigt das Multifunktionsdisplay (A1/1p13) das Symbol DSR und die Meldung "Max. 40 km/h fahren".

Bei aktiver Bergabfahrhilfe leuchtet die Kontrollleuchte der Taste Downhill Speed Regulation (N74s6). Zwischen 4 bis 18 km/h zeigt das Multifunktionsdisplay (A1/1p13) das Symbol DSR und die gespeicherte Setzgeschwindigkeit. Die entsprechende Anforderung hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) über Fahrwerk-CAN (CAN E) mit der Schnittstelle Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73), bei Typ 447.8 oder 448.8 zusätzlich über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) mit der Schnittstelle Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4).

Wenn bei aktiver Bergabfahrhilfe über 18 km/h beschleunigt wird, bleibt die Bergabfahrhilfe eingeschaltet, ist aber nicht mehr aktiv. Im Multifunktionsdisplay (A1/1p13) wird das Symbol DSR ausgeblendet. Bei nachfolgendem Unterschreiten von 18 km/h bremst die Bergabfahrhilfe das Fahrzeug wieder auf die gespeicherte Setzgeschwindigkeit.

Die Bergabfahrhilfe kann über die Taste Downhill Speed Regulation (N74s6) oder durch Überschreiten einer Geschwindigkeit von 45 km/h ausgeschaltet werden.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen

Kein Bremseingriff

Geschwindigkeit > 30 km/h

Scheibenwischanlage eingeschaltet

Der Status der Scheibenwischanlage wird vom Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) (N10/1) über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) gesendet.

Funktionsablauf Trockenbremsen

Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse an der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für kurze Zeit (ca. 0,5 s) mit einem Bremsdruck von 1 bar wird der Wasserfilm von den Bremsscheiben abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung

Bei Erkennen einer Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es wird eine Verkürzung des Bremswegs erreicht.

Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, das der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von 2 bis 3 bar angefordert. Hierzu liest das Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder das Steuergerät ME (N3/34) das entsprechende Signal des Fahrpedalmoduls (B37/4) über direkte Leitung ein und sendet es über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4).

Um die berechnete Auslöseschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung

Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem ESP® Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.

Funktionsablauf ASR passiv schalten

Die Funktion ASR kann im Fahrbetrieb passiv geschaltet werden.

Die entsprechende Anforderung erhält das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) über folgenden Weg:

Typ 447.6/7 mit Motor 274.9 oder mit Motor 651.9, Typ 448 mit Motor 274.9

Taste ASR OFF (N72/1s7) im Steuergerät Oberes Bedienfeld (OBF) (N72/1)

Batteriesensor-LIN (LIN B15)

Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) (N10/1)

Innenraum-CAN (CAN B)

Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73)

Fahrwerk-CAN (CAN E)

Typ 447.6/7 mit Motor 622.9

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111)

Lenkradelektronik (N135)

Lenkungs-LIN (LIN E1)

Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80)

Fahrwerk-CAN (CAN E)

Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1), von dort über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4)

Typ 447.8 oder Typ 448.8

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links (S110) und Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts (S111)

Lenkradelektronik (N135)

Lenkungs-LIN (LIN E1)

Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80)

Fahrwerk-CAN (CAN E)

Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4)

Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI)

Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1), von dort über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI), Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4)

Typ 447.8 mit Code ZG2 (4MATIC)

Taste ASR OFF (A40/2s4) im Steuergerät unteres Bedienfeld rechts (UBFR) (A40/2)

Telefontastatur-LIN (LIN A2)

Steuergerät Zentrale Bedieneinheit (ZBE) (A40)

Telematik-CAN (CAN A)

Radio (Audio/COMAND) (N87/6)

Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI)

Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1), von dort über Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI), Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4)

Wenn ASR passiv geschaltet ist, leuchtet die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (A1/1e41) im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1).

Bei passiv geschaltetem ASR wird nur die Regelschwelle für den Motoreingriff beeinflusst. Die Regelschwellen sind bei passiv geschaltetem ASR angehoben. Das ABS ist nicht abschaltbar.

Funktionsablauf ESP® Anhängerstabilisierung (mit Code Q22 (Anhängerkupplung Kugelkopf fest) oder mit Code Q24 (Anhängerquerträger NAFTA, Anhängelast 5000Ibs) oder mit Code Q50 (Anhängerkupplung Kugelkopf abnehmbar))

Die ESP® Anhängerstabilisierung erkennt ein in Pendelschwingung geratenes Gespann anhand der durch den Anhänger angeregten Gierschwingungen im ziehenden Fahrzeug. Eine auftretende Gespanninstabilität wird vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) erkannt.

Die ESP® Anhängerstabilisierung funktioniert nur, wenn eine Anhängevorrichtung ab Werk verbaut ist. Der Status des Steuergeräts Anhängererkennung (AAG) (N28/1) wird über Innenraum-CAN (CAN B) und Fahrwerk-CAN (CAN E) mit der Schnittstelle Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) gesendet. Bei nachgerüsteten Anhängevorrichtungen ist die ESP® Anhängerstabilisierung deaktiviert.

Die ESP® Anhängerstabilisierung stabilisiert das Gespann durch wechselseitige Bremsdruckanforderungen an der Vorderachse und verzögert das Gespann bei Bedarf durch Motormomentenreduzierung und Druckaufbau an allen Rädern. Dies verändert die kritische Geschwindigkeit nicht.

Funktionsablauf PRE-SAFE® (mit Code JP1 (PRE-SAFE))

PRE-SAFE® wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Insassen optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.

PRE-SAFE® ist im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) eine der folgenden Situationen, wird PRE-SAFE® aktiviert:

Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)

Starkes Übersteuern (ausbrechender Heckbereich)

Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über die Vorderräder)

Schnelle Lenkbewegungen, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können

Das PRE-SAFE® System ist in einer separaten Funktionsbeschreibung beschrieben.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Stillstandskontrolle (SSK) (mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Fahrer als abwesend erkannt (Fahrersitz nicht belegt, mindestens eine Tür geöffnet und Fahrergurtschlosszunge nicht gesteckt)

Heckklappe geöffnet

Motor aus

ECO Start-Stopp-Funktion deaktiviert (mit Code MJ8 (ECO Start-Stopp-Funktion))

Kein Fehler im Fehlerspeicher des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4)

Kein Fehler im Fahrwerk-CAN (CAN E)

Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK) (mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Die Stillstandskontrolle überwacht das Fahrerassistenzsystem DISTRONIC PLUS unterhalb einer Geschwindigkeit von 3 km/h bis in den sicheren Stillstand des Fahrzeugs. Die SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Stillstand.

Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung der SSK vom Fahrerassistenzsystem angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht. Außerdem ist zusätzlich im sicheren Stillstand eine Leckagekompensation aktiv. Fällt der mittels Kreisdrucksensorik gemessene Bremsdruck gegenüber der Solldruckanforderung der SSK ab, wird durch einen aktiven Druckaufbau der Solldruck der SSK wieder eingestellt.

Eine Sicherung des Fahrzeugs durch die SSK wird bei Eintritt folgender Ereignisse notwendig:

Fahrzeuggeschwindigkeit kleiner 3 km/h

Fahrer als abwesend erkannt (Fahrersitz nicht belegt, mindestens eine Tür geöffnet und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)

Heckklappe geöffnet

Der Status des Fahrergurtschlosses wird vom Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer (S68/1) erkannt und vom Steuergerät Supplemental Restraint System (SRS) (N2/18) eingelesen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System (SRS) (N2/18) sendet den Status über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) und bei Typ 477.8 zusätzlich an das Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4).

Türkontakt-Plausibilitätsprüfung

Die Plausibilitätsprüfung dient der Erkennung eines Fehlers im Signalpfad vom Steuergerät Vordertür links (N69/3), über Innenraum-CAN (CAN B) und Fahrwerk-CAN (CAN E), mit der Schnittstelle Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) zum Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4). Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der Türkontakt-Plausibilitätsprüfung in der SSK erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) gespeichert.

SSK-Abschaltung

Eine Abschaltung der SSK wird den angeschlossenen Steuergeräten über Fahrwerk-CAN (CAN E) mitgeteilt. Eine Aktivierung des Fahrerassistenzsystems ist nicht mehr möglich. Zusätzlich wird bei einer SSK-Abschaltung sofort die Sicherung des Fahrzeugs angefordert.

Sicherungsstrategie, Anforderung "P" einlegen oder Not-P-Pfad (mit Getriebe 722.9)

Die Sicherungsstrategie erfolgt über das Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80). Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) sendet eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über Fahrwerk-CAN (CAN E), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73), Steuergerät CDI (N3/33 oder N3/36) oder Steuergerät ME (N3/34) und Antriebs-CAN (CAN C) an das Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80). Nach dem Einlegen der Fahrstufe "P" und entsprechender Rückmeldung des Steuergeräts intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.

Signalisiert das Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80) nicht innerhalb einer definierten Zeit die eingelegte Fahrstufe "P", wird über die Not-P-Funktion des Steuergeräts Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) die Fahrstufe "P" zwangsweise eingelegt.

Hierzu empfängt das Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) ebenfalls die Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) über Fahrwerk-CAN (CAN E) und sendet diese an das Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80). Empfängt das Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung vom Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80), wird der Not-P-Pfad nach Freischaltung durch das Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80) vom Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) über direkte Leitung bestromt und die Fahrstufe "P" im Steuergerät intelligentes Servomodul (ISM) für DIRECT SELECT (A80) zwangsweise über einen Federmechanismus eingelegt.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen HOLD-Funktion (Typ 447.8 oder Typ 448.8 mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Fahrzeug im Stillstand

Motor läuft

Getriebe in Fahrstufe "D", "R" oder "N"

Motorhaube, alle Türen und Heckklappe geschlossen

Fahrergurtschlosszunge gesteckt

DISTRONIC PLUS deaktiviert

Funktion SSK aktiviert

HOLD-Funktion aktiviert

Kein Fehler im Fehlerspeicher des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4)

Funktionsablauf HOLD-Funktion (Typ 447.8 oder Typ 448.8 mit Getriebe 722.9 und mit Code ET4 (DISTRONIC PLUS) oder mit Code EZ7 (Aktiver Park-Assistent))

Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer beim Anfahren und Rangieren am Berg sowie bei Wartezeiten im Verkehr. Sie hält den Bremsdruck für maximal 20 min ohne Betätigung des Bremspedals. Zur Erkennung des Fahrzeugstillstands wird die Funktion SSK genutzt.

Bei erfüllten Funktionsvoraussetzungen kann die HOLD-Funktion durch Betätigung des Bremspedals und anschließend weiterem zügigen Durchtreten des Bremspedals aktiviert werden. Daraufhin wird im Multifunktionsdisplay (A1/1p13) das Symbol HOLD eingeblendet.

Die HOLD-Funktion wird in folgenden Fällen deaktiviert:

Erneutes zügiges Durchtreten des Bremspedals

Gasgeben bei eingelegter Fahrstufe "D" oder "R"

Einschalten von DISTRONIC PLUS

Bei aktivierter HOLD-Funktion wird in folgenden Fällen automatisch die Fahrstufe "P" eingelegt:

Öffnen des Fahrergurtschlosses

Öffnen einer Tür oder der Heckklappe

Abstellen des Motors (außer der Motor wird durch die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt (mit Code MJ8 (ECO Start-Stopp-Funktion)))

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Seitenwind-Assistent

Fahrzeuggeschwindigkeit über 80 km/h

Geradeausfahrt oder leichte Kurvenfahrt

Funktionsablauf Seitenwind-Assistent

Die Funktion Seitenwind-Assistent unterstützt den Fahrer bei starken Seitenwindböen und minimiert dabei die Gierreaktion und den Spurversatz des Fahrzeugs. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) erfasst bei stark wechselnden Windböen die Bewegungen des Fahrzeugs. Hierzu sendet das Steuergerät Mantelrohrmodul (MRM) (N80) das Signal Lenkradwinkel über Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4), bei Typ 447.8 oder Typ 448.8 zusätzlich über die Schnittstelle Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4). Außerdem empfängt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) die Raddrehzahlsignale von den Drehzahlsensoren (L6/1, L6/2, L6/3, L6/4).

Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen

Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) über den Systemzustand und über Fehler informiert:

Kontrollleuchte Antiblockiersystem (A1/1e17)

Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm (A1/1e41)

Warnleuchte Bremsanlage (A1/1e51)

Meldungen im Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1)

Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.

Typ 447.8
außer Code XM0 (Modellpflege)
Typ 448.8
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand (S11) wird vom Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) (N10/1) eingelesen und über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) und an das Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1) gesendet.

Typ 447.8
außer Code XM0 (Modellpflege)
Typ 448.8
Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand (S11) wird vom Steuergerät Signalerfass- und Ansteuermodul (SAM) (N10/1) eingelesen. Dieses sendet das entsprechende Signal über Innenraum-CAN (CAN B), Steuergerät Elektronisches Zündschloss (EZS) (N73) und Fahrwerk-CAN (CAN E) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (ESP) (N30/4) sowie über Innenraum-CAN (CAN B), Gateway für Benutzerschnittstelle-CAN (N93/4) und Benutzerschnittstelle-CAN (CAN HMI) an das Steuergerät Kombiinstrument (KI) (A1/1).

Funktionsschema Elektrik ADAPTIVE BRAKE

Typ 447.6/7 außer Code XM0 (Modellpflege)

PE42.47-S-2051-97TRB

Typ 448.7

PE42.47-S-2051-97TRA

Typ 448.7

PE42.47-S-2051-97VDB

Typ 448.8

PE42.47-S-2051-97VDA

Übersicht Systembauteile ADAPTIVE BRAKE

GF42.47-S-9996TRA

Referenzierte Dokumente