gf4247p0002rr

ADAPTIVE BRAKE Funktion

Typ gf · Thema 42.47 · Version 0101 · 2017-02-16

Gültig für: Typ 190

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.47 Adaptive Brake (ABR) — Baureihe 190

GF42.47-P-0002RR

ADAPTIVE BRAKE Funktion

16.02.2017

Typ

190

ADAPTIVE BRAKE Funktion

P42.47-2088-79

Blockschaltbild

A1

Kombiinstrument

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

S11

Schalter Bremsflüssigkeitsstand

A1e17

Kontrollleuchte Anti-Blockier-System

N2/10

Steuergerät Supplemental Restraint System

S68/3

Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer

A1e32

Warnleuchte ESP®/ASR OFF

N3/10

Steuergerät ME

S76/15

Schalter elektrische Feststellbremse

A1e41

Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm

N10/1

Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

A1e51

Warnleuchte Bremsanlage

N10/2

Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

A7/3

Hydraulikeinheit Traktionssystem

N15/13

Steuergerät Doppelkupplungsgetriebe

S193/1

Taste ESP Sport Off AMG

A85/1s1

Schalter Drehfalle Türschloss rechts

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

S194/1

Schalter autonome Traktionskontrolle (bei Typ 190.379)

A85s1

Schalter Drehfalle Türschloss links

N49

Lenkradwinkelsensor

X11/4

Diagnosekupplung

A90

Steuereinheit COLLISION PREVENTION ASSIST (mit Code 258 (COLLISION PREVENTION ASSIST))

N69/1

Steuergerät Tür links

CAN B

Innenraum-CAN

B24/15

Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung

N69/2

Steuergerät Tür rechts

CAN C

Motor-CAN

B37

Fahrpedalsensor

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

CAN C1

Antriebs-CAN

B64/1

Bremsunterdrucksensor

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

CAN D

Diagnose-CAN

E3

Leuchteinheit hinten links

N93/9

Steuergerät AMG Gateway

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

E4

Leuchteinheit hinten rechts

N127

Steuergerät Antriebsstrang

CAN H

Fahrdynamik-CAN

E21

Bremsleuchte Mitte

N128

Steuergerät elektrische Feststellbremse

CAN HMI

Benutzerschnittstelle-CAN

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

N135

Lenkradelektronik

LIN B11

AMG DRIVE UNIT-LIN

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

N150

DIRECT SELECT INTERFACE

LIN E1

Lenkungs-LIN

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

S9/1

Schalter Bremslicht

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Antriebsstrang betriebsbereit

Motor läuft

ADAPTIVE BRAKE funktionsfähig

ADAPTIVE BRAKE allgemein

ADAPTIVE BRAKE unterstützt den Fahrer in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen und dient somit der aktiven Sicherheit.

Dazu wertet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm die Daten folgender Bauteile zur Erfassung der momentanen Fahrsituation aus:

Sensor Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung

Drehzahlsensor Vorderachse links

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

Drehzahlsensor Hinterachse links

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

Lenkradwinkelsensor

Schalter Bremslicht

Das System setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Elektronisches Stabilitäts-Programm (Electronic Stability Program) (ESP®)

Funktionsablauf Elektronische Bremskraftverteilung (EBV)

Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus

Funktionsablauf Torque Vectoring Brake

Funktionsablauf Antiblockiersystem (ABS)

Funktionsablauf Antriebsschlupfregelung (ASR), Elektronisches Traktions-System (ETS)

Funktionsablauf AMG TRACTION CONTROL (bei Typ 190.379)

Funktionsablauf Brems-Assistent-System (BAS)

Funktionsablauf Brems-Assistent-System PLUS (BAS PLUS) (mit Code P20 (Fahrassistenz-Paket))

Funktionsablauf Failboost

Funktionsablauf Berganfahrhilfe

Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei Code 494 (USA-Ausführung))

Funktionsablauf Trockenbremsen

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung

Funktionsablauf HOLD-Funktion

Funktionsablauf ESP® passiv schalten

Funktionsablauf PRE-SAFE® System

Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)

Funktionsablauf Anzeige von Systemstörungen

Funktionsablauf ESP®

ESP® verhindert das Ausbrechen beim Über- oder Untersteuern des Fahrzeugs. Es sorgt (im Rahmen der physikalischen Grenzen) dafür, dass das Fahrzeug nicht von dem vom Fahrer vorgegebenen Kurs abweicht.

Dazu werden zur Korrektur gezielt Bremskräfte an den einzelnen Rädern erzeugt.

Des Weiteren findet eine Antriebsmomentreduzierung zur Erhöhung der Fahrstabilität statt.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm verarbeitet zur Ermittlung des Fahrzeugverhaltens folgende Messgrößen:

Giergeschwindigkeit

Lenkradwinkel

Bremsdruck

Motordrehmoment

Getriebeschaltstufe

Querbeschleunigung

Raddrehzahl

Es wird dabei zwischen folgenden Eingriffsarten unterschieden:

Eingriff bei übersteuerndem Verhalten

Eingriff bei untersteuerndem Verhalten

Eingriff bei übersteuerndem Verhalten

Bei beginnendem Übersteuern wird ein Bremsdruck am kurvenäußeren Vorderrad aufgebaut. Der daraus resultierende Abbau der Seitenführungskraft am kurvenäußeren Vorderrad bewirkt ein Giermoment, das der Eindrehbewegung des Fahrzeuges entgegenwirkt. Durch die Bremskraft am Vorderrad nimmt die Fahrzeuggeschwindigkeit ab, wodurch ein zusätzlicher stabilisierender Effekt entsteht.

Eingriff bei untersteuerndem Verhalten

Bei untersteuerndem Fahrzeug ist die maximal mögliche Seitenführungskraft an der Vorderachse überschritten. Das heißt, das Fahrzeug schiebt über die Vorderachse an den äußeren Kurvenrand.

Der daraus resultierenden Instabilität wird durch eine Reduzierung des Antriebsmoments und durch folgende Bremseingriffe an bis zu 3 Rädern entgegengewirkt:

Bremsdruckaufbau am kurveninneren Hinterrad (Stufe 1)

Stufe 1 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurvenäußeren Hinterrad (Stufe 2)

Stufe 2 und zusätzlich Bremsdruckaufbau am kurveninneren Vorderrad (Stufe 3)

Abhängig von der Bremskraft entsteht ein Moment, welches zum Eindrehen des Fahrzeuges bei gleichzeitiger Geschwindigkeitsabnahme führt, wodurch ein erheblich stabilisierender Effekt entsteht. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet über Fahrwerk-CAN 1 und den Motor-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät Abtriebsstrang ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät ME, welches die Motorleistung entsprechend reduziert.

Ein eventuell anstehender Schaltvorgang wird während des Regeleingriffes unterdrückt.

Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN 1, das Steuergerät Antriebsstrang und den Antriebs-CAN an das Steuergerät Doppelkupplungsgetriebe. Dieses unterdrückt den Schaltvorgang.

Funktionsablauf EBV

Die Funktion EBV unterstützt den Fahrer bei mittelstarker Bremspedalbetätigung.

EBV verhindert ein Überbremsen der Hinterachse und erhöht beim Bremsen in der Kurve die Fahrzeugstabilität, indem ggf. der Druck am kurveninneren Hinterrad reduziert bzw. am kurvenäußeren Vorderrad erhöht wird. Mit Hilfe der Giergeschwindigkeit (Fahrzeugdrehgeschwindigkeit um die Hochachse) wird der Schwimmwinkel (Winkel zwischen Fahrzeuglängsachse und Bewegungsrichtung des Fahrzeugschwerpunktes) ermittelt.

Aus der Giergeschwindigkeit, der Querbeschleunigung und dem Einschlagwinkel der Vorderräder, welcher aus dem Lenkradwinkel errechnet wird, lassen sich die Querkräfte an den Rädern ermitteln. Die Längskräfte an den Rädern werden aus dem Motordrehmoment, der Getriebeschaltstufe und dem Bremsdruck an jedem Rad bestimmt.

Entspricht die gemessene Giergeschwindigkeit nicht dem Sollwert oder ist der ermittelte Schwimmwinkel zu groß, erzeugt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm für das entsprechende Rad ein Signal zum Bremskraftaufbau oder zum Bremskraftabbau. Die sich dabei einstellenden Kräfte stabilisieren das Fahrzeug.

Funktionsablauf Abgastest, Rollentestmodus

ADAPTIVE BRAKE kann zu Fahrzeugprüfzwecken in den Rollentestmodus gesetzt werden, wenn über das Kombiinstrument das Werkstattmenü aktiviert ist und dann der Motor gestartet wird. ESP®, ABS und ASR werden dann passiv geschaltet. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Kontrollleuchte Anti-Blockier-System im Kombiinstrument leuchten. Zusätzlich wird eine entsprechende Meldung im Kombiinstrument angezeigt. Der Rollentestmodus kann auch über XENTRY Diagnostics aktiviert werden.

Funktionsablauf Torque Vectoring Brake

Torque Vectoring Brake ist die aktive Beeinflussung des Gierwinkels bzw. der Gierwinkelbeschleunigung durch Bremseingriffe an der Hinterachse. Bei Kurvenfahrten bewirkt ein kurzer Bremseingriff am kurveninneren Hinterrad ein definiertes Eindrehen des Fahrzeugs. Das Fahrzeug lenkt präziser und beherrschbarer ein und die Agilität und Fahrsicherheit wird spürbar verbessert. Torque Vectoring Brake ermöglicht stabile Kurvenfahrten ohne merkliche Beschleunigungsverluste im sportlichen Fahrbereich.

Funktionsablauf ABS

ABS verhindert das Blockieren der Räder beim Bremsen und erhält dadurch die Lenkbarkeit und die Fahrstabilität während der Fahrzeugverzögerung. Wird durch die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein blockierendes Rad erkannt, wird der Bremsdruck am entsprechenden Rad so lange reduziert, bis es sich wieder dreht.

Funktionsablauf ASR, ETS

ASR und ETS verhindern das Durchdrehen der Antriebsräder im Fahrbetrieb. ASR und ETS bewirken zusätzlich eine verbesserte Fahrstabilität bei erhöhtem Traktionsvermögen über den gesamten Geschwindigkeitsbereich. Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.

Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 und den Motor-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät Antriebsstrang ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät ME, welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Es wird ständig überprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Antriebsrad übertragen.

Funktionsablauf AMG TRACTION CONTROL (bei Typ 190.379)

Bei der AMG TRACTION CONTROL handelt es sich um eine 9-Stufen-Traktionskontrolle, welche es dem Fahrer ermöglicht, den Schlupf an der angetriebenen Hinterachse in neun Stufen vorzuwählen. Je nach Modus wird der maximal zulässige Antriebsschlupf der Hinterräder berechnet. Wenn die Räder den vorgegebenen Schlupfwert erreichen, wird die Motorleistung von der Traktionskontrolle so geregelt, dass der Wert nicht überschritten wird und das Fahrzeug mit dem vorgegebenen Schlupf weiter beschleunigt.

Der Fahrer kann über den Schalter autonome Traktionskontrolle in der Mittelkonsole die gewünschte Stufe wählen. Im Kombiinstrument wird eine entsprechende Meldung angezeigt. Das Signal des Schalters autonome Traktionskontrolle wird vom Steuergerät AMG Gateway über den AMG DRIVE UNIT-LIN eingelesen. Das Steuergerät AMG Gateway sendet das Signal über den Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.

Das Durchdrehen der Antriebsräder wird über die Signale der Drehzahlsensoren vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm erfasst. Im Falle des Durchdrehens findet eine Reduzierung des Antriebsmoments statt.

Hierzu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 und den Motor-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät Antriebsstrang ein Signal zur Antriebsmomentreduzierung an das Steuergerät ME, welches die Motorleistung entsprechend reduziert. Es wird ständig überprüft, ob z. B. infolge verbesserter Fahrbahngriffigkeit das vom Fahrer über den Fahrpedalsensor vorgegebene Antriebsmoment wieder zugelassen werden kann. Durch gezielte Bremseingriffe am durchdrehenden Rad wird das Antriebsmoment auf das gegenüberliegende laufende Antriebsrad übertragen.

Funktionsablauf BAS

BAS erkennt Notbremssituationen anhand einer schnellen Bremspedalbetätigung und erhöht ggf. den Bremsdruck, um eine maximale Verzögerung zu erzielen. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet hierfür den Grad des Druckanstieges im Bremssystem aus und leitet beim Überschreiten einer bestimmten Auslöseschwelle eine Notbremsung ein.

Funktionsablauf BAS PLUS (mit Code P20 (Fahrassistenz-Paket))

BAS PLUS erhöht in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit der Bremspedalbetätigung und der Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug den Bremsdruck.

Funktionsablauf Failboost

Die Funktion Failboost stellt die Bremskraftverstärkung sicher. Sie wird dann aktiv, wenn der pneumatische Bremskraftverstärker aufgrund eines Systemfehlers in der Vakuumversorgung eine Fahrerbremsung nicht mehr ausreichend unterstützen kann.

Der Ausfall des pneumatischen Bremskraftverstärkers wird erkannt über den Bremsunterdrucksensor, der im pneumatischen Bremskraftverstärker integriert ist.

Die Funktion Failboost setzt die hydraulische Bremskraftverstärkung mittels eines geeigneten Verstärkungsfaktors um und steuert dafür entsprechend die Ventile und die Hydraulikeinheit Traktionssystem an.

Funktionsablauf Berganfahrhilfe

Die Berganfahrhilfe verhindert beim Anfahren das Zurückrollen des Fahrzeugs entgegen der Fahrtrichtung der eingelegten Fahrstufe während des Wechsels vom Bremspedal zum Fahrpedal.

Die Funktion wird automatisch ausgelöst, wenn bei Fahrzeugstillstand durch das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine Steigung oder ein Gefälle erkannt wird, die ein Rollen entgegen der eingelegten Fahrstufe verursachen würde. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm liest zudem das Signal des Schalters Bremslicht direkt ein und erkennt somit den Status des Bremspedals.

Das Steuergerät elektrische Feststellbremse sendet den Status der elektrischen Feststellbremse über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.

Durch die Hydraulikeinheit Traktionssystem wird der vom Fahrer aufgebrachte Bremsdruck im Bremssystem belassen.

Nach Lösen des Bremspedals und erkanntem Anfahrwunsch wird der Bremsdruckabbau über die Momentenbilanzierung gesteuert. Sie berücksichtigt das Hangabtriebsmoment, das Gesamtbremsmoment und das verfügbare Antriebsmoment.

Herrscht ein genügend hohes Anfahrmoment, wird die Berganfahrhilfe beendet und das Fahrzeug fährt an, ohne in die ungewünschte Fahrtrichtung anzurollen.

Betätigt der Fahrer das Fahrpedal nicht, wird nach t = 1 s der Druck in der Bremsanlage abgebaut.

Die Berganfahrhilfe wird sofort abgebrochen, wenn:

der Motor abgestellt wird, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt

der Fahrer den Anfahrvorgang durch vollständiges Lösen des Fahrpedals abbricht

ein Gangwechsel Vorwärts-/Rückwärtsgang erfolgt

ein Gangwechsel nach Wählhebelstellung "N" erfolgt

die elektrische Feststellbremse festgestellt ist

das Fahrzeug rutscht

Die Berganfahrhilfe funktioniert nicht, wenn:

auf ebener Strecke oder bergab angefahren wird

sich das Getriebe in Wählhebelstellung "N" befindet

die elektrische Feststellbremse festgestellt ist

ESP® gestört ist

das Fahrzeug rutscht

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei Code 494 (USA-Ausführung))

Fahrzeuggeschwindigkeit > 50 km/h

Verzögerung 7,5 m/s2

BAS ausgelöst

ABS regelt an beiden Vorderrädern

Funktionsablauf Adaptives Bremslicht blinkend (außer bei Code 494 (USA-Ausführung))

Im Falle einer Notbremsung sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein entsprechendes Signal über den Fahrwerk-CAN 1 und Innenraum-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn zum Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond.

Vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fond werden für die Dauer des Signals (mind. 1 s) die Leuchteinheit hinten links, die Leuchteinheit hinten rechts und die Bremsleuchte Mitte mit einer Blinkfrequenz von 5 Hz angesteuert. Kommt das Fahrzeug aus einer Geschwindigkeit > 70 km/h (kein Stadtverkehr) zum Stillstand, werden die Bremslichter und die Zusatzbremsleuchte wieder dauerhaft angesteuert. Zusätzlich wird die automatische Warnblinkfunktion aktiviert. Überschreitet das Fahrzeug anschließend wieder eine Geschwindigkeit von 10 km/h, wird die Warnblinkanlage automatisch wieder ausgeschaltet.

Zusätzliche Funktionsvoraussetzungen Trockenbremsen

Kein Bremseingriff durch ein Managementsystem

Geschwindigkeit v > 30 km/h

Scheibenwischanlage eingeschaltet

Der Status der Scheibenwischanlage wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.

Funktionsablauf Trockenbremsen

Die Funktion Trockenbremsen unterstützt die Leistungsfähigkeit der Bremse an der Vorderachse bei Nässe. Durch zyklisches Anlegen der Bremsbeläge für kurze Zeit (ca. 0,5 s) mit einem Bremsdruck von p = 1 bar wird der Wasserfilm von den Bremsscheiben abgestreift. Dadurch verbessert sich das Ansprechverhalten der Bremse.

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Fahrpedalbetätigung

Bei Erkennen einer vermeintlichen Notbremssituation werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben angelegt. Das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe wird dadurch kompensiert, bevor der Fahrer die Bremse betätigt. Das Ansprechverhalten der Bremse wird verbessert und es wird eine Verkürzung des Bremsweges erreicht.

Die Notbremserkennung erfolgt über den Lösegradienten des Fahrpedals. Wird ein schnelles Lösen des Fahrpedals detektiert, nimmt das System an, das der Fahrer beabsichtigt zu bremsen. Die Funktion wird aktiviert und ein Bremsdruck von p = 2 bis 3 bar wird angefordert.

Um die berechnete Auslöseschwelle des Lösegradienten an das Fahrerverhalten anzupassen, ist ein Lernalgorithmus implementiert, der anhand der mittleren Rücknahmegeschwindigkeit des Fahrpedals den Fahrer in die Kategorie "Normalfahrer" oder in die Kategorie "Hektischer Fahrer" einordnet.

Funktionsablauf Vorfüllen abhängig von der Querbeschleunigung

Bei dynamischer Kurvenfahrt werden die Bremsbeläge an die Bremsscheiben der Vorderachse angelegt. Somit wird das Lüftspiel zwischen Bremsbelag und Bremsscheibe kompensiert, um bei einem evtl. ESP® Eingriff möglichst schnell die erforderliche Bremsleistung am entsprechenden Rad zu erhalten.

Funktionsablauf HOLD-Funktion

Die HOLD-Funktion unterstützt den Fahrer bei Wartezeiten im Verkehr oder beim Anfahren am Berg. Durch ein kurzes und zügiges Nachtreten auf das Bremspedal im Stillstand wird die HOLD-Funktion aktiviert.

Die erfolgreiche Aktivierung der HOLD-Funktion wird dem Fahrer über eine Statuszeile im Kombiinstrument angezeigt.

Die HOLD-Funktion kann eingeschaltet werden, wenn:

das Fahrzeug steht

bei angelegtem Sicherheitsgurt oder wenn die Fahrertür geschlossen ist

sich der Wählhebel nicht in Stellung "P" befindet

der Motor läuft oder durch die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt ist

die elektrische Feststellbremse nicht festgestellt ist oder sich im Feststellvorgang befindet

keine Abschaltung in der Stillstandskontrolle vorliegt

das Fahrzeug nicht rutscht

Wenn der Fahrer mit dem Fuß von der Bremse geht, wird ein steigungsabhängiger Haltedruck eingestellt und gehalten, bis der Fahrer erneut schnell auf das Bremspedal tritt oder anfährt. Der Druckabbau beim Anfahren wird situationsabhängig von der Stillstandskontrolle ausgeführt.

Die HOLD-Funktion wird automatisch ausgeschaltet, wenn:

das Fahrpedal betätigt wird (außer in Stellung "N")

der Wählhebel in Stellung "P" ist

das Bremspedal erneut mit einem bestimmten Druck betätigt wird, bis die Statuszeile "HOLD" im Kombiinstrument erlischt

die elektrische Feststellbremse festgestellt ist (Signal vom Schalter elektrische Feststellbremse)

das Bremspedal betätigt ist und das Fahrzeug rutscht

Funktionsablauf ESP® passiv schalten

Das ESP® kann in 3 verschiedenen Betriebszuständen betrieben werden. Das Umschalten zwischen den Betriebszuständen erfolgt durch Betätigen der Taste ESP Sport Off AMG. Um zwischen ESP® ON und ESP® Sport umzuschalten, darf die Taste ESP Sport Off AMG nur kurz betätigt werden. Das Abschalten des ESP® erfordert ein langes Betätigen der Taste ESP Sport Off AMG für t > 2,5 s. Der Status der Taste ESP Sport Off AMG wird vom Steuergerät AMG Gateway eingelesen und über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.

Die Betriebszustände sind:

ESP® ON

ESP® Sport

ESP® OFF

ESP® ON

Das ABS, ASR und das ESP® arbeiten mit angepassten Regelschwellen. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Warnleuchte ESP®/ASR OFF im Kombiinstrument sind erloschen, während einer ESP® Regelung blinkt die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm.

ESP® Sport

Das ABS arbeitet mit angepassten Regelschwellen. Das ASR arbeitet bei aktiver Motormomentregelung mit deutlich reduzierter Eingriffstärke sowie daran angepasstem einseitigem Bremseingriff zur Traktionsunterstützung.

Das ESP® arbeitet mit reduzierter Eingriffsstärke und angepassten Regelschwellen. Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm im Kombiinstrument leuchtet permanent, während einer ESP® Regelung blinkt sie. Im Kombiinstrument erscheint die Meldung "ESP SPORT".

ESP® OFF

Das ABS ist auf maximale Verzögerung ausgelegt. Der Fahrkomfort ist hier zweitrangig. Die ASR arbeitet ohne Motormomentregelung. Nur der einseitige Bremseingriff zur Traktionsunterstützung ist aktiv. Das ESP® ist komplett deaktiviert, es erfolgen keinerlei Motormoment- und Bremseingriffe.

Die Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm und die Warnleuchte ESP®/ASR OFF im Kombiinstrument leuchten permanent. Im Kombiinstrument erscheint die Meldung "ESP OFF".

Bei ESP® OFF werden alle PRE-SAFE® Funktionen deaktiviert.

Funktionsablauf PRE-SAFE® System

Das PRE-SAFE® System wird bei kritischen Fahrzuständen aktiviert, d. h. in einer potenziellen Unfallsituation. Durch die vor dem eigentlichen Aufprall aktivierten Funktionen sollen für die Fahrzeuginsasse optimale Voraussetzungen beim zu erwartenden Unfall geschaffen werden.

Das PRE-SAFE® System ist im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert. Erkennt das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine der folgenden Situationen, wird das PRE-SAFE® System aktiviert:

Panik-Nachbremsung (der Verzögerungswunsch des Fahrers ist größer als physikalisch möglich)

Starkes Übersteuern (ausbrechendes Fahrzeug in Verbindung mit starken ESP® Regeleingriffen)

Starkes Untersteuern (das Fahrzeug schiebt über längere Zeit stark über die Vorderräder)

Schnelle Lenkbewegungen, die auf eine Schreckreaktion des Fahrers schließen lassen und zu Fahrzeuginstabilitäten führen können.

Wird im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm eine Vollbremsung oder Panik-Nachbremsung erkannt, erfolgt kein automatischer Motorstopp durch die ECO Start-Stopp-Funktion.

Funktionsablauf Stillstandskontrolle (SSK)

Die Stillstandskontrolle überwacht die HOLD-Funktion unterhalb einer Geschwindigkeit von 3 km/h bis in den sicheren Stillstand des Fahrzeugs. Der SSK übernimmt innerhalb dieses Geschwindigkeitsbereichs bei Eintritt eines Sicherungsereignisses die Überführung in den sicheren Zustand.

Im sicheren Stillstand wird die Anrollüberwachung der SSK von dem Fahrerassistenzsystem angefordert. Bei erkanntem Anrollen des Fahrzeugs wird der Bremsdruck so lange erhöht, bis das Fahrzeug wieder steht.

Eine Sicherung des Fahrzeugs durch die SSK wird bei Eintritt folgender Ereignisse notwendig:

Fahrer als abwesend erkannt (Fahrertür offen und Fahrergurtschloss nicht gesteckt)

Motor aus, außer der Motor wird über die ECO Start-Stopp-Funktion abgestellt

Unter- und Überspannung (außer durch Unterspannung während Warmstart)

aufgrund einer Anforderung zur Sicherung des Fahrzeugs

ESP® und Fahrwerk-CAN 1-Fehler, die zu einer temporären Abschaltung führen

SSK-Überwachungen, die zu einer temporären oder permanenten Abschaltung führen

nach der definierten hydraulischen Haltedauer von 10 min

Der Status des Fahrergurtschlosses wird vom Schalter Rückhaltesystem Gurtschloss Fahrer erkannt und vom Steuergerät Supplemental Restraint System eingelesen. Das Steuergerät Supplemental Restraint System sendet den Status über den Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm.

Türkontakt-Plausibilitätsprüfung

Die Plausibilitätsprüfung dient der Erkennung eines Fehlers im Signalpfad vom Schalter Drehfalle Türschloss links oder Schalter Drehfalle Türschloss rechts (abhängig von der globalen Ländercodierung Links- oder Rechtslenker), eingelesen vom Steuergerät Tür links oder Steuergerät Tür rechts und über Innenraum-CAN und Fahrwerk-CAN 1, mit der Schnittstelle Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn zum Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm. Wird durch einen elektrischen oder mechanischen Fehler fälschlich "Fahrertür geschlossen" erkannt, obwohl die Fahrertür geöffnet ist, wird dies von der Türkontakt-Plausibilitätsprüfung in der SSK erkannt und ein entsprechender Fehler im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gespeichert.

SSK-Abschaltung

Eine Abschaltung der SSK wird intern im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm und extern über Fahrwerk-CAN 1 mitgeteilt. Eine Aktivierung des Fahrerassistenzsystems ist nicht mehr möglich. Zusätzlich wird bei einer SSK-Abschaltung und einem aktiven Fahrerassistenzsystem sofort die Sicherung des Fahrzeuges angefordert.

Sicherung des Fahrzeuges

Die Sicherung des Fahrzeuges erfolgt über das Komfortsicherungssystem der elektrischen Feststellbremse, die von der SSK zum Schließen aufgefordert wird. Dazu sendet das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ein Signal über Fahrwerk-CAN 1 an das Steuergerät elektrische Feststellbremse. Nach Umsetzung der Schließanforderung und Rückmeldung des Steuergeräts elektrische Feststellbremse an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm, dass die elektrische Feststellbremse geschlossen ist, ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und der SSK wird inaktiv.

Wird die Schließanforderung durch die elektrische Feststellbremse nicht innerhalb einer definierten Zeit umgesetzt oder signalisiert die elektrische Feststellbremse der SSK eine Systemstörung, wird die elektrische Feststellbremse als defekt erkannt und die Sicherungsstrategie wird aktiv.

Sicherungsstrategie, Anforderung "P" einlegen oder Not-P-Pfad

Die Sicherungsstrategie erfolgt über das DIRECT SELECT INTERFACE. Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet eine Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" über Fahrwerk-CAN 1, das Steuergerät Antriebsstrang und den Antriebs-CAN an das DIRECT SELECT INTERFACE. Nach dem Einlegen der Fahrstufe "P" vom DIRECT SELECT INTERFACE und einer Rückmeldung an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm ist das Fahrzeug gesichert. Der vorhandene Bremsdruck an den Rädern wird abgebaut und die SSK wird inaktiv.

Signalisiert das DIRECT SELECT INTERFACE nicht innerhalb einer definierten Zeit die eingelegte Fahrstufe "P", wird über die Not-P-Funktion des Steuergeräts elektronisches Zündschloss die Fahrstufe "P" zwangsweise eingelegt.

Dazu empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss ebenfalls die Anforderung zum Einlegen der Fahrstufe "P" vom Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm über Fahrwerk-CAN 1 und sendet selbst eine Anforderung an das DIRECT SELECT INTERFACE. Empfängt das Steuergerät elektronisches Zündschloss innerhalb einer definierten Zeit keine Rückmeldung vom DIRECT SELECT INTERFACE, wird der Not-P-Pfad nach Freischaltung durch das DIRECT SELECT INTERFACE vom Steuergerät elektronisches Zündschloss bestromt und die Fahrstufe "P" im DIRECT SELECT INTERFACE zwangsweise über einen Federmechanismus eingelegt.

Anzeige von Systemstörungen

Der Fahrer wird durch nachfolgende Anzeigen im Kombiinstrument über den Systemzustand bzw. über Fehler informiert:

Kontrollleuchte Anti-Blockier-System

Warnleuchte Elektronisches Stabilitäts-Programm

Warnleuchte Bremsanlage

Warnleuchte ESP®/ASR OFF

Meldungen im Kombiinstrument

Bei Ausfall des Steuergeräts Elektronisches Stabilitäts-Programm steht immer eine Grundbremsfunktion ohne ABS zur Verfügung.

Der Status des Schalters Bremsflüssigkeitsstand wird vom Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul vorn eingelesen und über den Innenraum-CAN und den Benutzerschnittstelle-CAN mit der Schnittstelle Steuergerät AMG Gateway an das Kombiinstrument gesendet.

Funktionsschema Elektrik ADAPTIVE BRAKE

PE42.47-P-2051-97HBA

Übersicht Systembauteile ADAPTIVE BRAKE

GF42.47-P-9996RR

Referenzierte Dokumente