gf4246p0001tx

Sensotronic Brake Control (SBC) Funktion

Typ gf · Thema 42.46 · Version 0101 · 2006-02-23

Gültig für: TYP 219.3 bis 31.5.06 ausser CODE (494) USA-Ausführung ausser CODE (498) Japan-Ausführung TYP 219.3 bis 30.6.06 mit CODE (494) USA-Ausführung mit CODE (498) Japan-Ausführung'

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 42 Bremsen-Hydraulik und Mechanik › 42.46 Sensotronic Brake Control (SBC) — Baureihe 219 (Baumuster 3**)

GF42.46-P-0001TX

Sensotronic Brake Control (SBC) Funktion

23.2.06

TYP 219.3 bis 31.5.06
ausser CODE (494) USA-Ausführung
ausser CODE (498) Japan-Ausführung

TYP 219.3 bis 30.6.06
mit CODE (494) USA-Ausführung
mit CODE (498) Japan-Ausführung

Sensotronic Brake Control (SBC) Funktion

P42.46-2123-79

1 Betätigungseinheit

Steuergeräte

A7/3n1 Steuergerät SBC

N47-5 Steuergerät ESP

Aktoren

A7/3 Hydraulikeinheit Traktionssystem

A7/3m1 Hochdruckladepumpe

Diagnose

X11/4 Prüfkupplung Diagnose

Sensorik

B37/1 Pedalwertgeber SBC

L6/1 Drehzahlgeber vorn links

L6/2 Drehzahlgeber vorn rechts

L6/3 Drehzahlgeber hinten links

L6/4 Drehzahlgeber hinten rechts

S9/1 Bremslichtschalter

S12 Schalter Feststellbremskontrolle

Die Sensotronic Brake Control (SBC) kombiniert eine hydraulische Bremsanlage mit einer elektronisch geregelten Bremskraftverstärkung. Im Gegensatz zu konventionellen Bremsanlagen erfolgt bei jeder Art von Bremseneingriff eine elektrohydraulische Regelung. Im Normalbetrieb ist die hydraulische Verbindung zwischen dem Bremspedal und den Radbremsen durch das Trennventil vorn links (A7/3y1) und das Trennventil vorn rechts (A7/3y2) unterbrochen.

Bei Systemausfall der SBC wird die hydraulische Verbindung zwischen dem Bremspedal und den Radbremsen automatisch hergestellt.

Das SBC bietet folgende Vorteile:

Verbesserung der Dosierung des erforderlichen Bremsdruckes, exakter und schneller.

Verkürzung des Anhaltewegs insbesondere bei einer Notbremsung (verbesserte Brake Assist-Funktion).

Erhöhung der aktiven fahrdynamischen Sicherheit, da die Fahrdynamik-Regelsysteme Antiblockiersystem (ABS) und Brake Assist (BAS), sowie Antriebs-Schlupf-Regelung (ASR) und Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) optimierter eingesetzt werden können.

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Führt zu frühzeitigeren und komfortableren Stabilisierung des Fahrzeugs bei ASR- oder ESP-Regelung.

Sorgt für gleichmäßigeren Verschleiß der Bremsbeläge und besseres Ansprechverhalten der Bremse durch optimale Bremskraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse.

Nutzung der Bremskraftreserve der Hinterachse durch Vergrößerung des Bremskraftanteils im Teilbremsbereich und bei einer Bremsung aus niedriger Geschwindigkeit durch Elektronische Bremskraftverteilung (EBV).

Die EBV des SBC Systems führt zu einem stabileren Bremsverhalten bei optimalen Verzögerungswerten bei Kurvenfahrt, durch eine Verschiebung der Bremskräfte an die kurvenäußeren Räder.

Keine Rückwirkung (Vibration) auf das Bremspedal bei Regeleingriffen des ABS.

Zusätzliche komfort- und sicherheitsrelevante Funktionen:

Vorfüllen des hydraulischen Systems

Trockenbremsen der Bremsscheiben

SBC-Hold

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Funktionsvoraussetzungen

Das System SBC ist voll aktiv mit ESP und ABS wenn die Spannungsversorgung über die Klemme 15 erfolgt und der Motor läuft (Klemme 61 "EIN").

Das System SBC ist in der Vor- bzw. Nachlaufphase wenn Klemme 61 "AUS" und die Spannungsversorgung über das Steuergerät SAM mit Sicherungs- und Relaismodul Fahrer (N10/1) erfolgt.

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Funktionszustände

Das System ist vollständig aktiv inklusive ESP.

Das System ist eingeschränkt funktionstüchtig, mit Not-ABS, ohne ESP und ohne ASR

Das System ist in Grundbremsfunktion, ohne ABS, ESP, ASR und ohne BAS. Dies ist in der Vor- bzw. Nachlaufphase und bei der Abschaltung der oben genannten Systeme der Fall.

Das System ist in der Rückfallebene. Der Aufbau des Bremsdruckes erfolgt nur mit verminderter bis gar keiner Bremskraftverstärkung. In der hydraulischen Rückfallebene erfolgt der Aufbau des Bremsdruckes ohne Bremskraftverstärkung nur über die Fußkraft auf die Vorderräder.

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Systemzusammenhänge des Systems SBC

Das Steuergerät ESP ist dem Steuergerät SBC übergeordnet. Beide Steuergeräte sind durch CAN-SBC (Systemeigener CAN-Bus) miteinander verbunden.

Die Bremsbetätigung des Fahrers wird dem Steuergerät SBC von dem redundanten Pedalwertgeber SBC durch zwei diskrete Leitungen getrennt übermittelt. Das Steuergerät SBC übermittelt dem Steuergerät ESP Daten über den Bremswunsch des Fahrers und Daten über die Istdrücke im hydraulischen System. Dort werden die benötigten Solldrücke berechnet und an das Steuergerät SBC gesendet. Die errechneten Bremsdrücke werden über die Hydraulikeinheit Traktionssystem individuell an den einzelnen Radbremsen eingestellt. Die dazu benötigte hydraulische Energie wird von einem mit Hochdruckspeicher (Stickstoff gefüllter Gasmembranspeicher mit 140 bis 160 bar vorgespannt) bereitgestellt, der von der Hochdruckladepumpe mit Druck versorgt wird.

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SBC wird über verschiedene Weckereignisse aktiviert:

Klemme 15R "EIN"

Bremslichtschalter

Schalter Feststellbremskontrolle

Türkontaktschalter vorn links (S17/3)

Türkontaktschalter vorn rechts (S17/4)

Fahrzeugentriegelung über Senderschlüssel (A8/1) oder Keyless Go (Fahrzeuge mit Code 889)

SBC wird deaktiviert nach:

Verriegelung des Fahrzeugs durch den Senderschlüssel oder Keyless Go (Fahrzeuge mit Code 889) nach 20 s

Klemme 15R "AUS" nach 2 min

Lösen der Betriebsbremse und Klemme 15R "AUS" nach 4 min

Eine Deaktivierung von SBC erfolgt nicht, solange das Fahrzeug rollt oder die Betriebsbremse betätigt wird.

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Nach einem Weckereignis führt SBC einen Selbsttest durch. Der Speicherdruck wird geprüft und, falls erforderlich, richtig gestellt. Die Drucksensoren und die Regelventile werden geprüft und verschiedene Dichtigkeits- und Funktionsprüfungen durchgeführt. Beim Wecken über das Bremspedal stellt sich daher bei der ersten Pedalbetätigung ein erhöhter Pedalweg ein. Beim anschließenden Lösen kann ein Pulsieren des Pedals auftreten. Nach erneuter Betätigung stellt sich allerdings dann der normale Pedalweg ein. In regelmäßigen Abständen während der Fahrt, werden partielle Selbsttests einzelner Bauteile durchgeführt. Wird ein Fehler erkannt, so wird die entsprechende Rückfallebene angesteuert und dem Fahrer eine Fehlermeldung in der Multifunktionsanzeige (A1p13) im Kombiinstrument (A1) angezeigt.

Beim Selbsttest wird in der Bremsanlage Druck aufgebaut. Um ein ungewolltes Ausfahren der Kolben in den Bremssätteln zu verhindern (z. B. beim Wechsel der Bremsbeläge), muss das System bei Arbeiten an der Bremsanlage über STAR DIAGNOSIS deaktiviert werden.

Hinweise zum Abschleppen

AH42.00-P-0001-05B

Hinweise zur Prüfung von elektronischen Bauteilen und Systemen auf Unfallschäden

AH42.00-P-0001-06B

Sensotronic Brake Control (SBC) Funktion Anordnung der Hydraulikbauteile

GF42.46-P-0001-02TX

Sensotronic Brake Control (SBC) Funktion Anordnung der Elektrikbauteile

GF42.46-P-0001-03TX

Elektronische Bremskraftverteilung (EBV) der Sensotronic Brake Control (SBC)

GF42.46-P-0001-04TX

Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Fahrerinformation

GF42.45-P-0001-04TX

Normalbremsung SBC Funktion

GF42.46-P-1000TX

Zusatzfunktionen SBC Funktion

GF42.46-P-2000TX

Bremsung bei Systemstörung SBC Funktion

GF42.46-P-3000TX

Referenzierte Dokumente