GF42.31-P-0001TX | Brake Assist (BAS) Funktion | 23.2.06 |
TYP 219.3 bis 31.5.06
ausser CODE (494) USA-Ausführung
ausser CODE (498) Japan-Ausführung
TYP 219.3 bis 30.6.06
mit CODE (494) USA-Ausführung
mit CODE (498) Japan-Ausführung
Bremsverhalten
Untersuchungen mit Normalfahrern im Fahrsimulator und auf der Teststrecke haben gezeigt, dass die meisten Fahrer in Notbremssituationen, vor allem in der Anfangsphase der Bremsung, das Bremspedal zwar schnell, aber nicht stark genug betätigen.
Man unterscheidet:
Zögerliche Bremsung, z. B. der Fahrer bringt in der Anfangsphase zu wenig Pedalkraft auf und steigert sie zu langsam.
Unzureichende Bremsung, z. B. der Fahrer bringt während der gesamten Bremsung zu wenig Pedalkraft auf.
Um diese Situationen zu verbessern, wurde Brake Assist (BAS) entwickelt.
P42.46-2124-81
Verkürzter Anhalteweg bei Notbremsungen durch den digitalen BAS
b1 Bremsung mit konventionellem BAS
b2 Bremsung mit digitalem BAS (bei SBC)
v hohe Fahrzeuggeschwindigkeit
1 Fahrer nimmt Gefahr wahr
2 Fuß vom Gas
3 Fuß auf Bremse
tr B Reaktionszeit bei konventionellem BAS
tr SBC Reaktionszeit bei digitalem BAS
Vo Vorfüllen bei SBC
a B Verzögerung mit konventionellem BAS
a SBC Verzögerung mit digitalem BAS
t Anhaltezeit
TB Trockenbremsen der SBC
Aufgabe
BAS ist Teil des aktiven Sicherheitssystems. Im Zusammenspiel mit der SBC Mehrwertfunktion" Vorfüllen", wird BAS bereits beim schnellen Lösen des Fahrpedals aktiv. Wird darauffolgend vom Fahrer sehr schnell gebremst, erkennt das System anhand der Geschwindigkeit mit der das Bremspedal betätigt wird, ob eine Notbremssituation vorliegt.
Ist dies der Fall, wird die Hochdruckladepumpe (A7/3m1) in der Hydraulikeinheit Traktionssystem (A7/3) aktiviert. Dadurch wird die volle Bremskraft erreicht. Löst der Fahrer die Bremse, so wird dies erkannt und die Hochdruckladepumpe wird wieder ausgeschaltet.
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Vorteile:
BAS mindert durch optimale Bremsverzögerung das Unfallrisiko in Gefahrensituationen und unterstützt dadurch den Fahrer erheblich.
BAS verkürzt bei zögerlicher oder unzureichender Bremsung den Bremsweg wesentlich.
Durch das Zusammenwirken des digitalen BAS mit der SBC Mehwertfunktion "Vorfüllen", erfolgt das Ansprechen der Bremse wesentlich schneller gegenüber des alten konventionellen BAS, der über die Belüftung des Vakuumbremskraftverstärkers funktioniert.
Die Wirkung des digitalen BAS wird während der Bremsung kontinuierlich erhöht. Somit wird eine nahezu konstante, maximale Verzögerung des Fahrzeuges erreicht.
Variable Bremspedalkennlinie:
Um bei hoher Geschwindigkeit ein spontaneres Ansprechen der Bremsen zu erreichen, wird mit steigender Geschwindigkeit eine höhere Verzögerung bereits bei geringem Pedalweg eingestellt.
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Funktionsübersicht
BAS wurde mit der Einführung der Sensotronic Brake Control (SBC) vollständig in das System SBC integriert. Gegenüber des alten konventionellen BAS der über die Belüftung des Vakuumbremskraftverstärkers funktioniert, basiert der neue digitale BAS rein auf elektronischer Basis. Das Ansprechen der Bremse in einer Notbremssituation konnte durch den digitalen BAS nochmals verbessert werden. Somit wird auch der Anhalteweg insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten nochmals verkürzt. Die Elektronik befindet sich im Steuergerät ESP (N47-5). Mit Hilfe der Geschwindigkeit des Druckanstieges im Vordrucksensor Vorderachse (A7/3b1) und des Signals des Pedalwertgeber SBC (B37/1) errechnet das Steuergerät ESP die Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals.
Im Steuergerät ESP werden die Betätigungsgeschwindigkeit des Bremspedals und die Fahrzeuggeschwindigkeit erfasst. Ist die Pedalgeschwindigkeit größer als der für die jeweilige Fahrzeuggeschwindigkeit vorgegebene Schwellwert, wird eine BAS-Bremsung eingeleitet.
Zu Beginn der BAS-Bremsung wird die Hochdruckladepumpe in der Hydraulikeinheit Traktionsystem aktiviert und die Trennventile in der Hydraulikeinheit trennen den Regelkreis vom Hydraulikkreis für den Notbetrieb ab. Der Druckspeicher der Hydraulikeinheit Traktionssystem ermöglicht eine sofortige Bereitstellung des Bremsdrucks von ca. 140 bar bis 160 bar. Innerhalb kürzester Zeit, steht die maximale Bremskaft an den Bremskolben der Bremssättel an, somit wird eine sofortige maximale Verzögerung des Fahrzeugs erreicht.
Nach dem Motorstart findet eine Fahrzeugidentifikation und eine Selbstkontrolle des gesamten Systems SBC inklusiv von BAS statt.
BAS ist funktionsbereit, wenn kein Fehler vorliegt und das Fahrzeug nach dem Anfahren eine Geschwindigkeit von 10 km/h überschreitet.
BAS ist bis zu einer Geschwindigkeit von größer als 3 km/h wirksam.
Bei einem Defekt kommt BAS nicht zum Einsatz, dies wird durch eine SBC-Fehlermeldung über die Multifunktionsanzeige (A1p13) im Kombiinstrument (A1) angezeigt. Die normale Funktion der Bremse wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Referenzierte Dokumente
- gf4231p2000tx Bremsung BAS Funktion
- gf4245p000104tx Elektronisches Stabilitäts Programm (ESP) Fahrerinformationen
- gf4246p2000tx Zusatzfunktionen SBC Funktion