gf4015p0002kn

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

Typ gf · Thema 40.15 · Version 0104 · 2015-03-09

Gültig für: TYP 117, 156, 176, 242, 246 mit CODE 477 (Reifendruckverlust-Warnung)

Einordnung

Funktionsgruppe 2 Fahrwerk › 40 Räder, Fahrwerkvermessung › 40.15 Reifendruck und -überwachung — Baureihe 117 · Baureihe 156 · Baureihe 176 · Baureihe 242 · Baureihe 246

GF40.15-P-0002KN

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

9.3.15

TYP

117, 156, 176, 242, 246

mit CODE 477 (Reifendruckverlust-Warnung)

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

Blockschaltbild (Variante 1)

A1

Kombiinstrument

A1p13

Multifunktions-Display

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

N135

Lenkradelektronik

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

CAN E

Fahrwerk-CAN

LIN E1

Lenkungs-LIN

P40.15-2518-81

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Funktion

Blockschaltbild (Variante 2)

A1

Kombiinstrument

A1p13

Multifunktions-Display

L6/1

Drehzahlsensor Vorderachse links

L6/2

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

L6/3

Drehzahlsensor Hinterachse links

L6/4

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

N30/4

Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm

N73

Steuergerät elektronisches Zündschloss

N80

Steuergerät Mantelrohrmodul

N135

Lenkradelektronik

S110

Tastengruppe Multifunktionslenkrad links

S111

Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts

CAN E1

Fahrwerk-CAN 1

CAN E2

Fahrwerk-CAN 2

LIN E1

Lenkungs-LIN

P40.15-2601-81

Bei Fahrzeugen bis Modell-J. 2016 ist unabhängig von der Ausstattung nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden.
Bei Fahrzeugen ab Modell-J. 2016 sind je nach Ausstattung zwei Fahrwerk-CAN-Varianten vorhanden.
Variante 1
Hat das Fahrzeug keine der in Variante 2 genannten Ausstattungscodes, ist wie bis Modell-J. 2016 nur ein Fahrwerk-CAN vorhanden.
Variante 2
Hat das Fahrzeug einen der folgenden Ausstattungscodes, sind zwei Fahrwerk-CANs (Fahrwerk-CAN 1, Fahrwerk-CAN 2) vorhanden:
CODE 218 (Rückfahrkamera)
CODE 234 (Totwinkel-Assistent)
CODE 459 (Stahlfederung mit Verstelldämpfung)
CODE 476 (Spurhalte-Assistent)
CODE 513 (Geschwindigkeitslimit-Assistent)
CODE 614 (Bi-Xenon-Scheinwerfer)
CODE 615 (Bi-Xenon-Scheinwerfer mit aktivem Kurvenlicht)
CODE 618 (Bi-Xenon Scheinwerfer)
CODE 621 (Intelligent Light System (Linksverkehr))
CODE 622 (Intelligent Light System)
CODE 631 (Scheinwerfer LED statisch Linksverkehr)
CODE 632 (Scheinwerfer LED statisch Rechtsverkehr)

Funktionsvoraussetzungen allgemein

Klemme 15 EIN

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) funktionsfähig

Fahrzeuggeschwindigkeit v > 15 km/h

Querbeschleunigung und Längsbeschleunigung a < 1 m/s2

Funktionsablauf RDW allgemein

Die RDW erkennt einen deutlichen Druckverlust an einem Reifen und zeigt daraufhin im Kombiinstrument eine Warnmeldung an. Die RDW ist funktional im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm integriert.

Der Status "Klemme 15" wird dem Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm vom Steuergerät elektronisches Zündschloss auf dem Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) bereitgestellt.

Die RDW setzt sich aus folgenden Teilfunktionen zusammen:

Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung

Funktionsablauf Fahrerinformationen

Funktionsablauf Reifendruckverlusterkennung

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet die Signale folgender Bauteile zur Erkennung eines Reifendruckverlustes aus:

Drehzahlsensor Vorderachse links

Drehzahlsensor Vorderachse rechts

Drehzahlsensor Hinterachse links

Drehzahlsensor Hinterachse rechts

Das Erkennen eines Reifendruckverlusts erfolgt über den Abrollumfang der Reifen, da dieser vom Reifendruck abhängig ist. Zum Vergleich werden die Raddrehzahlen miteinander verglichen und entsprechend ausgewertet.

Dazu werden die Querbeschleunigung, die Längsbeschleunigung und die einzelnen Raddrehzahlen in die Berechnung mit einbezogen. Das Einschalten der Klemme 15 wird vom Steuergerät elektronisches Zündschloss erkannt und der Status über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder Fahrwerk-CAN 1 (Variante 2) an das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm gesendet.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm wertet daraufhin die Daten der Drehrate, Quer- und Längsbeschleunigung aus und liest die Signale der Drehzahlsensoren direkt ein.

In nachfolgenden Situationen ist die Funktion der RDW teilweise eingeschränkt:

In Steilkurven oder auf Straßen mit großer Querneigung (typisch > 7°)

Bei erkannten Hardwarefehlern (z. B. im Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm (Ausfall von Sensoren)) wird das System deaktiviert.

Sportliche Fahrweise (hohe Kurvengeschwindigkeit, starke Beschleunigung)

Montierte Schneeketten oder winterliche Straßenverhältnisse

Loser Untergrund (Sand, Kies usw.)

Die RDW ist nur bei Vorwärtsfahrt aktiv. Während der Rückwärtsfahrt wird die Funktion temporär ausgeblendet.

Bei Regeleingriffen durch das Antiblockiersystem (ABS), die Antriebsschlupfregelung (ASR) oder das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP®)

Funktionsablauf Fahrerinformationen

Eine Warnung erfolgt ab einem Druckverlust von ca. 30 bis 50 % an einem Rad. Die Fahrerinformationen erfolgen über das Multifunktions-Display im Kombiinstrument.

Das Steuergerät Elektronisches Stabilitäts-Programm sendet den Status der RDW über Fahrwerk-CAN (Variante 1) oder über Fahrwerk-CAN 1 und Fahrwerk-CAN 2 mit der Schnittstelle Steuergerät elektronisches Zündschloss (Variante 2) an das Kombiinstrument, welches eine entsprechende Meldung ausgibt.

Eine eventuelle Warnung ohne Positionsangabe erfolgt erst nach einigen Minuten Fahrt. In dem darauf folgenden Fahrzyklus wird eine Erinnerungsmeldung angezeigt, solange das System RDW nicht neu gestartet worden ist.

Die RDW muss über das Bedienmenü im Kombiinstrument mit der Tastengruppe Multifunktionslenkrad links und der Tastengruppe Multifunktionslenkrad rechts neu gestartet werden, nachdem ein oder mehrere Reifen gewechselt oder die Reifendrücke verändert wurden. Eine anstehende Warnmeldung wird dadurch gelöscht.

Nach dem Neustart erfolgt der Einlernvorgang. Es werden in bis zu 7 verschiedenen Geschwindigkeitsintervallen (im Bereich von 15 bis 250 km/h) die relativen Abrollumfänge der Reifen eingelernt. In diesem Einlernvorgang ist die RDW nicht aktiv.

Gleichmäßige Druckverluste an allen 4 Reifen (z. B. durch Diffusion) können nicht erkannt werden.

Fehlbedienungen durch den Fahrer können nicht erkannt werden (z. B. Neustart der RDW bei deutlich zu geringem Reifendruck).

Funktionsschema Elektrik Reifendruckverlust-Warnung (RDW)

PE40.15-P-2051-97IAA

Reifendruckverlust-Warnung (RDW) Fahrerinformation

GF40.15-P-0002-03KN

Übersicht Systembauteile Reifendruckverlust-Warnung (RDW)

GF40.15-P-9997KN

Referenzierte Dokumente